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Erneut macht die Hochtief-Aktie einen Satz auf neue Rekorde. Dabei sind die Quartalszahlen noch nicht einmal da. Die Bewertung ist untypisch hoch … aber das Kürzel „HOT“ für die Aktie ist derzeit Programm. Doch gilt womöglich für den Konzernnamen „Nomen est omen“?
Eigentlich ist es ja an der Börse das Natürlichste auf der Welt: Nach rauf kommt runter. So gesehen ist der Firmenname „Hochtief“ durchaus ein Wegweiser dahingehend, dass nach „Hoch“, sprich nach der Super-Hausse der Baukonzern-Aktie, über kurz oder lang auch mal wieder das „Tief“ ins Spiel kommen muss. Doch das Chartbild zeigt sehr klar: Es finden sich genug Akteure, die sich sicher sind, dass es noch nicht so weit ist.

Auslöser des Ausbruchs aus der kurzfristigen, auf den Anfang April erfolgten Kurssprung folgenden Seitwärtsbewegung dürfte die Anhebung des Kursziels durch Jefferies gewesen sein, wo man dieses Ziel deutlich von zuvor 387 auf 480 Euro anhob. Dass die Aktie mit ihrem dadurch entstandenen Sprung über die 500-Euro-Marke nicht nur dieses neue Kursziel, sondern schlichtweg alle Analysten-Kursziele überboten hat, scheint die Käufer nicht zu stören. Dass der Jefferies-Analyst dieses Kursziel nur mit der Empfehlung „Halten“ ausgab, auch nicht. Sollte es aber.
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Expertenmeinung: Denn das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit um 375 Euro, die Spanne reicht von 259 bis zu den jetzt als neue Bestmarke ausgelobten 480 Euro. Und nur zwei von neun Experten würden die Aktie auf dem derzeitigen Level noch kaufen – wobei diese Einschätzungen das neue, gerade erst gestern erzielte Rekordhoch ja noch nicht einmal berücksichtigen können. Und dass die Analysten hier deutlich unter dem aktuellen Kurs bleiben, ist nicht überraschend, wenn man sich ansieht, dass man da im Schnitt für 2026 einen Gewinn pro Aktie von 13,51 Euro erwartet. Daraus ergäbe sich auf Höhe des aktuellen Kursniveaus ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 39 – das ist für einen Baukonzern ungewöhnlich teuer.
Zwar argumentieren die Bullen mit der immensen Nachfrage nach Energie-Infrastruktur und Rechenzentren, bei denen Hochtief hervorragend im Geschäft ist. Aber der Konzern selbst hat bereits eine Steigerung des operativen Gewinns zwischen 20 und 30 Prozent im laufenden Jahr avisiert – und das haben die Analysten mit ihren Kurszielen ja eingepreist. Was hieße: Um diese hohe Bewertung zu rechtfertigen, müsste Hochtief im Rahmen der Ergebnisse zum ersten Quartal die Prognose anheben. Aber diese Zahlen stehen erst am 11. Mai an!
Hier wird also allerhand Positives vorweggenommen, das kommen könnte, aber nicht muss. Und selbst wenn Hochtief die Prognose anhebt: Das müsste schon eine sehr markante Anhebung sein, um das, was da jetzt eingepreist ist, als immer noch zu wenig wirken zu lassen. Und wäre es nicht so, gäbe es für noch höhere Kurse eben keine Argumente und, nach diesem Vorab-Kurssprung, womöglich weit mehr Akteure, die ihren Gewinn sichern, als welche, die kaufen wollen.
Dass es auf Dauer kein „Hoch“ ohne ein darauffolgendes „Tief“ gibt, könnte hier also leicht in Kürze sichtbar werden. Hier noch neu einzusteigen oder zuzukaufen, ist bei dieser Bewertung und vor der Quartalsbilanz ein immenses Wagnis. Sich bei bestehenden Positionen mit Stoppkursen abzusichern, hingegen nur vernünftig. Das untere Ende der Aufwärts-Kurslücke vom 8. April sowie die Hochs des ersten Quartals bilden zwischen 407,40 und 419,20 Euro eine Supportzone, die dafür derzeit ein geeigneter Anhalt sein dürfte.
Quellenangaben: Meldung über die Anhebung des Kursziels durch Jefferies, 05.05.2026: https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2026-05/68392174-jefferies-stuft-hochtief-ag-auf-hold-322.htm
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HOT.DE/
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