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GEA Group Aktie Prognose GEA Group: Der Ausbruchsversuch könnte zum Bumerang werden

News: Aktuelle Analyse der GEA Group Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der GEA Group Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.12.2025 um 19:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit die GEA Group am 22.9. in den DAX aufstieg, hat sie spürbar an Boden verloren und rutschte am Montag durch eine wichtige Unterstützungszone. Dass Neuzugänge im DAX vor der Aufnahme steigen und danach fallen, passiert oft. Aber was tut man jetzt mit der Aktie?

Im August pfiffen die Spatzen schon von den Dächern, dass die im MDAX notierte GEA Group einer der zwei Aufsteiger beim Index-Verkettungstermin im September sein dürfte. Da die Mär, dass ein DAX-Aufstieg durch die Käufe von den DAX nachbildenden Fonds und ETFs zwingend steigende Kurse bedeuten würde, nicht totzukriegen ist, sprangen diejenigen, die da vorher bereits im Boot sein wollten, umgehend auf und trieben die Aktie schon Mitte August auf das Rekordhoch von 66,80 Euro. Doch das war einfach zu viel, die Aktie erschien deutlich genug überbewertet, um schon vor dem Aufstieg Verkäufe zu sehen. Doch die hielten sich zunächst in Grenzen, das eigentliche Abrutschen begann Ende Oktober – und hält seither an.

GEA Group Aktie: Chart vom 08.12.2025, Kurs 54,85 Euro, Kürzel: G1A | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
GEA Group Aktie: Chart vom 08.12.2025, Kurs 54,85 Euro, Kürzel: G1A | Quelle: TWS

Das hat am Montag dazu geführt, dass die Aktie des Anlagenbauers durch die Unterstützungszone 56,50/57,04 Euro rutschte. Das dürfte das bärische Lager freuen, denn unterhalb dieser jetzt zum Widerstand mutierten Zone hat die Aktie bis hinunter an das Jahres-Verlaufstief, im April bei 47,08 Euro ausgebildet, keinen Zwischenhalt eingelegt, der als Unterstützung fungieren könnte. Die Frage ist aber, ob die GEA-Aktie wirklich so weit durchgereicht wird, denn:

Expertenmeinung: Die Aktie mag im August, am Rekordhoch, eher zu teuer gewesen sein. Aber jetzt notiert sie knapp 20 Prozent niedriger und weist eine durchaus normale Bewertung auf. Nicht so „billig“, dass man deswegen gleich zugreifen müsste. Aber eben auch nicht mehr so teuer, dass sich das bärische Lager hier unbedingt viel ausrechnen könnte.

Und auch bei den Analysten findet man nicht unbedingt Argumente, jetzt noch auszusteigen oder sogar einen Short-Trade zu starten. Zwar wurden die jüngsten Abgaben zweifellos von Kursziel- und Einstufungs-Senkungen der Experten motiviert. Aber auch, wenn nur 4 von 14 Analysten die Aktie derzeit als kaufenswert einordnen: Diese Beurteilungen gelten ja für den Kurs, den die Aktie zum Zeitpunkt der Analyse hatte. Und da war er höher. Schaut man sich die Bandbreite der Kursziele an, so reicht die von 50 bis 73 Euro, der durchschnittliche Wert liegt bei 61 Euro … und da liegt die Aktie jetzt drunter und nahe an der unteren Begrenzung dieses Kursziel-Bandes. Also doch zugreifen?

Das könnte dann interessant werden, wenn der Kurs zurückgewinnt, was er am Montag verloren hatte, nämlich diese jetzt als Widerstand fungierende Zone 56,50/57,04 Euro. Denn dann würde man im Chartbild einen Hinweis darauf haben, dass die Käufer wieder da sind und die Bären eine Zone, die normalerweise gezielten Druck auf den Kurs provozieren würde, nicht aktiv verteidigen. Dann hätte man auch die Möglichkeit, mit einem engen Stopp knapp unter der zurückeroberten Zone zu arbeiten. Bis dahin aber kann der Kurs durchaus noch weiter nachgeben, daher: Auf die Beobachtungsliste dürfte die GEA-Aktie allemal wandern, ins Depot aber besser vorerst noch nicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am 22. September wird der Spezialmaschinenbauer GEA Group in den DAX aufsteigen. Um den Aufstieg zu erreichen, wird der Kurs einer Aktie nicht selten im Vorfeld der Entscheidung nach oben getrieben und fällt, sobald der Aufstieg vollzogen ist. Kommt es auch hier so?

Eigentlich handelt es sich hier sogar um einen Wiederaufstieg, denn die aktuell noch im MDAX vertretene GEA Group war in den Neunzigerjahren unter dem Namen Metallgesellschaft schon einmal im DAX vertreten. Aber das dürfte diejenigen, die überlegen, was sie in Bezug auf diese Index-Aufnahme mit der Aktie anfangen können, weniger interessieren. Dahingehend steht die Frage im Raum, ob es auch hier, wie so oft, zum sogenannten „Aufstiegs-Fluch“ kommen könnte, bei dem eine Aktie, die im Vorfeld des Aufstiegs wie auf Schienen stieg, auf einmal in einen Abwärtstrend einschwenkt, kaum dass sie im neuen Index notiert ist. Wann droht so etwas?

Ein Auf- oder Abstieg ist keine willkürliche Entscheidung des Index-Betreibers, sondern folgt festen Regeln. Es geht um die sogenannte „Marktkapitalisierung“ in Bezug auf den Streubesitz, also um den Börsenwert der frei handelbaren Aktien. Wenn diese Marktkapitalisierung höher ist als die der DAX-Aktien mit der niedrigsten Marktkapitalisierung, kann ein solcher Wechsel erfolgen. Was auch heißt: Die am schlechtesten gelaufenen Aktien des DAX fliegen heraus und werden durch die am stärksten gelaufenen Aktien aus MDAX oder TecDAX ersetzt. Was klingt, als würde der DAX auf diese Weise perfekt gestützt, hat indes einen Haken:

Expertenmeinung: Das ermöglicht eine gezielte Spekulation auf den Aufstieg. Die GEA-Aktie muss in dem Moment, in dem sie im DAX notiert ist, von Fonds und ETFs, die diesen Index abbilden, gekauft werden. Zwar werden diejenigen Geldverwalter, die den MDAX abbilden, die Aktie zugleich verkaufen. Aber da das Kapitalvolumen, das in DAX-Fonds und ETFs steckt, immens höher ist als das Kapital, das über derartige Instrumente den MDAX abbildet, setzen Spekulanten nicht selten darauf, dass es dann zu einem Aufwärtsschub durch eine kurzzeitig besonders hohe Nachfrage kommt.

Eine höhere Nachfrage, in welche hinein sie dann die vorher in Erwartung des Aufstiegs eingesammelten Aktien mit gutem Gewinn abstoßen wollen. Aber danach ist eben dieser Faktor vom Tisch. Und wenn eine Aktie durch diese Vorkaufs-Spekulation über den Level hinausgelaufen sein sollte, der ohne diesen Index-Aspekt angemessen wäre, kann es dann eben bergab gehen, kann der „Aufstiegs-Fluch“ greifen. Besteht dieses Risiko auch bei der GEA Group-Aktie?

Grundsätzlich ja. Denn auch, wenn das Unternehmen Ende Juli sehr gute Halbjahreszahlen vorlegte: Das Wachstum verläuft – trotz angehobener Gesamtjahresprognose – mit einer Umsatz-Wachstumserwartung von 2 bis 4 Prozent und einer von 15,6 bis 16,0 auf 16,2 bis 16,4 Prozent adjustierten EBITDA-Gewinnmarge eher langsam. Und die Bewertung bewegt sich zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 23 auf Basis der 2025er-Analystenprognosen noch im Rahmen des Normalen, aber an dessen oberem Ende.

Und die Analysten-Kursziele … könnten die ein Motiv sein, um die Hausse auch nach dem DAX-Aufstieg am 22. September fortzusetzen? Eher nicht, denn das durchschnittliche Kursziel für die Aktie liegt derzeit bei 59,60 Euro und wäre damit bereits klar überboten. Zudem sehen 8 der 14 die Aktie regelmäßig beobachtenden Experten die GEA Group momentan nur als Halteposition. Die anderen verteilen sich zu gleichen Teilen auf die Einschätzungen „Übergewichten/Kaufen“ und „Untergewichten/Verkaufen“.

Daher würde es sich anbieten, die GEA Group-Aktie mit besonderer Vorsicht anzugehen. Neu einzusteigen erscheint riskanter als sonst. Auch, wenn diese Spekulation im Vorfeld der DAX-Aufnahme den Kurs noch an und vielleicht ein wenig über das bisherige Rekordhoch (im August bei 66,80 Euro markiert) tragen könnte: Dann wäre die Aktie tendenziell schon ziemlich teuer bewertet, Gewinnmitnahmen müsste man dann sogar ohne den DAX-Aufstieg fürchten.

Zwar würde in Sachen Aufwärtstrend erst etwas anbrennen, wenn die GEA-Aktie die Unterstützungszone 56,00 bis 60,65 Euro unterbieten sollte. Aber dass sie dorthin zurücksetzt, ist gerade wegen dieses anstehenden DAX-Aufstiegs denkbar genug, um sich in Bezug auf einen Kauf dieser grundsätzlich interessanten Aktie noch ein wenig zu gedulden.

GEA Group Aktie: Chart vom 09.09.2025, Kurs 64,30 Euro, Kürzel: G1A | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
GEA Group Aktie: Chart vom 09.09.2025, Kurs 64,30 Euro, Kürzel: G1A | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.