Die Automobilbranche hat derzeit ein schwieriges Standing. Ferrari hob sich da indes immer erfolgreich ab. Doch gerade, als die Chance bestand, dass sich die Aktie aus ihrer Bodenbildung nach oben löst, kam der Ferrari „Luce“ – und die Aktie drehte ab. Zu Recht?
Ein vollelektrisches Auto ist heutzutage keine Besonderheit mehr. Sie sind immer mehr auf den Straßen unterwegs, wenngleich manche Modelle durchaus für Aufsehen sorgen, sei es durch ihr Design, ihre Kraft, die Ladegeschwindigkeit oder immer höhere Reichweiten. Aber einen Trubel wie den um den Ferrari „Luce“ gab es wohl noch nie. Ferrari und elektrisch … das allein wirkt auf viele wie ein Scherz. Wenn man das Design und den Preis dieses Fahrzeugs, das Anfang der Woche vorgestellt wurde, gesehen hat, erst recht. Aber es ist keiner.
Für mehr als eine halbe Million Euro bekäme man hier einen „Stromer“, der nicht an das übliche Ferrari-Design erinnert, sondern eher aus China stammen könnte. Teuer, „hässlich“ (Geschmackssache, wohlgemerkt) und dann auch noch das Sakrileg, mit einem Ferrari lautlos durch die Gegend zu fahren … für viele war klar: Den kauft keiner. Die daraus resultierende Folge: Die Aktie sackte durch.
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Expertenmeinung: Am Tag nach der Vorstellung des „Luce“ am Montagabend fiel die Ferrari-Aktie um 7,5 Prozent und rutschte dadurch wieder nahe an die untere Begrenzungszone der seit Januar laufenden Seitwärtsspanne bei 269,60/276,90 Euro … und auf einmal drohte ein Szenario, in dem aus dieser potenziellen Bodenbildung eine Etappe auf dem Weg nach unten werden könnte.
Immerhin wirkte dieser erste Elektro-Ferrari wie ein unweigerlicher Flop … und das bei einer Aktie, die von hohen Margen und einer treuen Kundschaft lebt. Denn nur so ist es zu rechtfertigen, dass die Ferrari-Aktie mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von fast 30 für das laufende Jahr um ein Vielfaches teurer bewertet ist als die Aktien „normaler“ Autobauer. Würde dieser „Bonus“ durch den Luce erodieren, wäre für den Kurs nach unten nichts unmöglich. Doch die Aktie stabilisierte sich schnell und zog am gestrigen Donnerstag wieder etwas an. Und diejenigen, die die Aktie einsammelten, könnten – vielleicht – folgenden Gedanken gehegt haben:
Ferrari könnte sich bei diesem „Stromer“ durchaus etwas gedacht haben … unbedacht Unfug zu bauen und darauf sitzen zu bleiben, gab es bei Ferrari (fast) noch nie. Natürlich würde kein klassischer Ferrari-Kunde auf den „Luce“ umsteigen. Aber das hat man in Maranello wohl auch nicht gewollt, im Gegenteil: Das ist womöglich ein Versuch, neue Kunden zu gewinnen, die genau das, was die üblichen Ferrari-Fans wollen (Leistung, Sportlichkeit und brachialer Sound), eben nicht wollen und trotzdem zeigen wollen: Ich habe das Geld für absoluten Luxus. Und selbst, wenn diese Idee nicht aufgehen sollte:
Ein „Stromer“ macht noch keine Krise. Natürlich ist die Entwicklung eines solchen Fahrzeugs teuer. Aber Ferrari denkt nicht kurzfristig … und wenn man sich ansieht, dass man zugleich mit dem „Dodici Cilindri“ erst unlängst das Gegenteil des Luce präsentiert hat, drängt sich der Gedanke, dass Ferrari die Kunden weglaufen und der Umsatz wegbricht, nicht gerade auf.

Zwar wäre es nichtsdestotrotz ratsam, abzuwarten, bis aus der erst einmal geretteten Bodenbildung wirklich eine Aufwärtswende wurde, indem die Aktie die obere Begrenzungszone dieser Handelsspanne zwischen 321,30 und – die 200-Tage-Linie mit eingerechnet – 332,00 Euro überwunden hat. Aber eine solche Aufwärtswende ist womöglich nicht nur trotz, sondern gerade wegen des „Luce“ nicht weniger denkbar als zuvor. Es könnte sich daher lohnen, diese Aktie im Auge zu behalten!
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RACE.MI/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.05.2026 um 22:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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