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Am Dienstag fiel die Evotec-Aktie auf den tiefsten Stand seit Herbst 2016. Auslöser war eine Meldung über die neue Transformations-Strategie nebst Ausblick auf 2026. 2026 wird eine Art „Übergangsjahr“ werden – und der Übergang wird wohl steiniger, als der Markt bislang dachte.
Die offiziellen Ergebnisse für das abgelaufene Jahr stehen erst am 8. April an, dann wäre auch der Ausblick auf 2026 „fix“. Aber das Biotech-Unternehmen Evotec kam bereits am Dienstag mit vorläufigen Ergebnissen und einem Ausblick im Zuge der Vorstellung der neuen Stufe der Transformation des Unternehmens. „Horizon“ heißt der neue Schritt, der „Priority Reset“ ablöst. Der Name klingt gut. Aber die Ergebnisse taten es nicht. Und der Ausblick schon mal gar nicht. Das Resultat: Die Anleger ließen sich vom wohlklingenden Namen „Horizon“ nicht beeindrucken, wohl vor allem, weil sie die Rückkehr zu steigenden operativen Gewinnen noch nicht an einem solchen Horizont ausmachen konnten.
Evotec meldete als vorläufiges Ergebnis für 2025 einen Umsatz von 788 Millionen Euro (Vorjahr: 797 Millionen). Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn stieg zwar von 22,5 Millionen im Jahr 2024 auf 41 Millionen. Aber einen Trend begründet das nicht, wie der ernüchternde Ausblick auswies. Für 2026 sieht Evotec derzeit einen Umsatz von 700 bis 780 Millionen Euro, also weniger als 2025. Und beim EBITDA plant man mit einer Spanne zwischen 0 und 40 Millionen, also ebenfalls weniger als im Vorjahr. Die Analysten hatten bislang im Gegenteil damit gerechnet, dass das EBITDA steigen würde.
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Expertenmeinung: Begründet wird das mit dem laufenden Umbau des Unternehmens. Weniger Standorte, weniger Mitarbeiter, schlanker und fokussierter soll alles werden. Das ist das Ziel. Aber wo man dann am Ende herauskommt, ist, wie immer bei solchen Prozessen, nicht wirklich vorhersagbar. Und vor allem störte die Marktteilnehmer eines: die Dauer.
Bis Ende 2027 soll das Programm „Horizon“ laufen. Und dann kommt die nächste Stufe, die laut Evotec-Vorstandschef bis 2030 eine weitere Optimierung und eine intelligente Skalierung erreichen soll. Ob und wann sich in dieser Zeit wieder nennenswertes Wachstum etablieren kann, wird sich weisen. Aber 2026 kommt es offenbar nicht … man wird mit einem weiteren „Übergangsjahr“ konfrontiert. Das fordert eine Geduld ein, die viele Marktteilnehmer, wie das Chartbild klar zeigt, nicht haben.

Zwar wäre der gestern auf charttechnischer Ebene angerichtete „Flurschaden“ einzudämmen, wenn es gelingen sollte, den Kurs wieder über die immens bedeutsame, jetzt erst einmal unterbotene Supportzone zwischen 4,90 und 5,10 Euro zu hieven, die bis in den Sommer 2024 zurückreicht. Aber das würde ja keine Aufwärtswende bedeuten, sondern nur die Rückkehr in diese alte Seitwärtsspanne. Um die Aktie als Long-Position lukrativ zu machen, bräuchte es indes steigende Unternehmensgewinne und einen charttechnischen Befreiungsschlag über die letzten Zwischenhochs. Und das bleibt momentan etwas, das sich hier und heute noch hinter dem gestern verkündeten „Horizon“ verbirgt.
Quellenangaben: Meldung zur aktualisierten Transformationsstrategie, 10.03.2026:
https://www.evotec.com/de/news/evotec-announces-horizon-next-inflection-in-its-strategic-transformation-to-accelerate-growth-and-promote-agility
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