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Steigende Energiepreise belasten auch die Margen von Logistikunternehmen, hinzu kommt in konjunkturell schwierigen Phasen oft ein vermindertes Frachtaufkommen. Doch die Zahlen der DHL Group waren stark – das beeindruckte die Anleger. Was könnte man hier jetzt tun?
Ein Kursanstieg von satten 7,51 Prozent als Reaktion auf das Ergebnis des ersten Quartals macht schon im Vorfeld der Lektüre der Bilanzmeldung klar: Da muss vieles richtig gelaufen sein. Und in der Tat, was die Deutsche-Post-Mutter DHL Group vorzuweisen hatte, war respektabel:
Der Umsatz fiel zwar gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 1,9 Prozent, aber der Gewinn nicht. Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) legte um 8,3 Prozent zu. Und das real, ohne die derzeit so verbreitete Herausrechnung negativer Währungseffekte. Die EBIT-Gewinnmarge wurde von 6,6 auf 7,3 Prozent gesteigert, der Gewinn pro Aktie kletterte von 0,68 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,73 Euro.
Dabei war es vor allem das Express-Geschäft, das deutlich durchstartete. In diesem vom Umsatz her ca. 30 Prozent ausmachenden Bereich kam der Umsatz zwar auch zurück (-1,9 Prozent), aber das EBIT stieg beeindruckend um 20,6 Prozent.
Den Ausblick auf das Gesamtjahr ließ die DHL Group unverändert. Aber die Anleger dürften sich – zu Recht – gesagt haben: Wer in einem derart kniffligen gesamtwirtschaftlichen Umfeld imstande ist, die Margen spürbar zu verbessern, würde in einem wieder ruhigeren konjunkturellen Fahrwasser umso mehr wachsen … und griffen zu. Die Frage, die sich nach der ersten Reaktion des Marktes jetzt stellt, ist klar:
Expertenmeinung: Was könnte man jetzt tun? Ist der Zug nach oben gerade erst im Begriff loszufahren oder im Gegenteil schon abgefahren? Müsste man womöglich sogar fürchten, dass da schon zu viel des Guten passiert ist und größere Rückschläge im Raum stehen, weil die Aktie bereits zu teuer bewertet ist?
Zu teuer wäre sie, um damit zu beginnen, eher noch nicht. Die bisherigen Gewinnerwartungen erscheinen, zumindest mit Blick auf diese Q1-Zahlen, angemessen und könnten sich womöglich sogar ein wenig nach oben bewegen. Auf Basis der bestätigten Jahresziele käme die Aktie auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 15, das ist für diese Aktie ein normaler Bereich. Also nicht „billig“, aber in einem optimistischen Umfeld könnte da durchaus noch etwas drin sein. Allerdings sind die Analysten bislang eher zurückhaltend, die Mehrheit wertet hier nur mit „Halten“, das durchschnittliche Kursziel von momentan 48,40 Euro wäre mit diesem jüngsten Kurssprung bereits leicht überboten.

Hinzu kommt das Chartbild: Die Aktie bewegt sich bereits am oberen Ende ihrer Handelsspanne seit Jahresbeginn, wobei das jetzt als nächster Widerstand wartende Jahres-Verlaufshoch, im Februar bei 51,72 Euro markiert, den höchsten Kurs der Aktie seit Anfang 2022 darstellt. Einfach so nach oben durchzulaufen, könnte also knifflig werden, so dass ein Einstieg jetzt, nach diesem deutlichen Plus des Donnerstags, gewagt wirkt, aber:
Deswegen im Umkehrschluss bereits Gewinne mitzunehmen oder sogar ganz auszusteigen, sollte man sich zumindest genau überlegen, denn immerhin bewegt sich die Aktie in einem tadellos intakten Aufwärtstrend. Und wie immer, wenn man in Trendrichtung agiert, arbeitet die Charttechnik für einen, indem die entscheidenden Trendlinien und gleitenden Durchschnitte sukzessiv nach oben laufen und so das regelmäßige Nachziehen des Stoppkurses erlauben. Im Fall der DHL-Aktie sind die beiden entscheidenden Linien die parallellaufenden Linien des mittelfristigen Aufwärtstrends bei derzeit 44,50 Euro und der 200-Tage-Linie bei 43,70 Euro. Beide Linien sind damit nahe genug, um ein „Dranbleiben“ trotz bereits leicht überbotenem, durchschnittlichen Analysten-Kursziel durchaus erwägen zu können.
Quellenangaben: Ergebnis des ersten Quartals 2026, 30.04.2026:
https://reporting-hub.group.dhl.com/2026-q1/de/geschaeftsverlauf/#headline-70866
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DHL.DE/analyst-insights/
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