Seit einigen Wochen bewegt sich die Capgemini-Aktie in einer Zone, von der aus ein charttechnischer Befreiungsschlag jederzeit möglich wäre. Doch eine Chance, die wochenlang nicht genutzt wird, verpufft … die Käuferseite hätte daher umgehenden Handlungsbedarf.
Capgemini ist ein sehr großes, französisches Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen, das im dortigen Leitindex CAC 40 notiert ist. Jahrelang ist dieses weltweit operierende Unternehmen stetig gewachsen, erst seit 2024 ist das Wachstumstempo verflacht. Was aber nicht heißt, dass der Gewinn eingebrochen wäre. Im Jahr 2023 wurden 9,70 Euro Gewinn pro Aktie erreicht, 2025 waren es 9,46 Euro. Und für 2026 erwartet man seitens der Analysten wieder steigende operative Gewinne, die aber durch kurzfristige Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen auf Netto-Basis zu einem geringeren Gewinn pro Aktie führen dürften als im Vorjahr. Doch die da avisierten 8,70 Euro wären ja immer noch kein Beinbruch.
Zudem rechnen die Experten ab 2027 wieder mit deutlich höheren Gewinnen. Außerdem ist die Aktie seit Frühjahr 2024 derart weit zurückgekommen, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt, dass auch ein noch etwas schwächerer Gewinn pro Aktie der Bewertung nichts anhaben würde.
Denn die ist durch diesen erheblichen Abstieg des Aktienkurses im Vergleich zu früheren Jahren auffallend niedrig. Vom Rekordhoch im März 2024 bis zum bisherigen Baisse-Tief im Juli dieses Jahres hatte die Aktie gut 62 Prozent verloren. Damit käme man für den mit 8,70 Euro angesetzten Gewinn für 2026 auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 12,5, in früheren Jahren rangierte dieses KGV zwischen 15 und 25. Warum greifen die Anleger da nicht beherzt zu?
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Expertenmeinung: Es gab vermutlich seitens der Marktteilnehmer zwei Hauptargumente, die dazu führten, dass man den Abstieg der Capgemini-Aktie lange Zeit nicht aufhalten mochte. Zum einen wuchs der Konzern organisch, also aus sich heraus, zuletzt kaum noch; es waren die Zukäufe von Unternehmen, die den Umsatz höherschraubten. Was man daran sieht, dass die Gewinnmargen, egal ob auf EBITDA- oder auf EBIT-Basis, in den letzten Jahren auf der Stelle traten. Und ein niedrigeres Wachstumstempo als früher rechtfertigt dann auch keine vergleichbar hohe Bewertung mehr.
Zum anderen sorgte man sich, dass die KI einem Unternehmen wie Capgemini mit seinen Kernbereichen Beratung und IT-Services das Wasser abgraben könnte. Allerdings könnte dieser Aspekt jetzt anders gesehen werden, denn Capgemini integriert KI selbst ebenso wie in seiner Beratungs- und Dienstleisterfunktion. Die ermutigenden Halbjahresergebnisse ließen daher einige Skeptiker die Seiten wechseln, die Aktie zog als Reaktion auf die Bilanz nebst Ausblick Ende Juli deutlich an. Dadurch gewinnt eine Aufwärtswende an Kontur, aber Sie sehen es im Wochen-Chart:

Noch ist ein bullischer Ausbruch mit mittelfristiger Relevanz nur ein „könnte“. Denn die entscheidenden Charthürden wurden zwar von unten angesteuert, seither tritt die Aktie aber unterhalb dieser Entscheidungszone, die man im Bereich 110 bis 120 Euro verorten kann, auf der Stelle. Ein Ausbruch über die übergeordnete Abwärtstrendlinie, der mit Schlusskursen über 120 Euro erfolgt wäre, würde der Aktie aus charttechnischer Sicht Potenzial in die Region 152/159 Euro ermöglichen, ein Kursniveau, auf dem die Aktie rein von der Bewertung her immer noch nicht „zu teuer“ wäre. Aber dieses seit Wochen andauernde Wassertreten drückt Skepsis aus. Und wenn es den Bullen nicht recht bald gelingt, sich nach oben zu lösen, dürften die ersten Käufer aufgeben, die Aktie nach unten abdrehen … und die Chance auf die Wende wäre vertan. Daher wäre es unnötig riskant, einem solchen Ausbruch nach oben vorzugreifen.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.08.2026 um 20:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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