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Seit Anfang Dezember nimmt die Bayer-Aktie eine Charthürde nach der anderen – und das gestern sogar gegen den Markttrend. Jahrelang stieg der DAX, aber Bayer blieb zurück. Jetzt hängt die Aktie den Index ab. Aber wie stabil ist der Boden, auf dem diese Rallye abläuft?
Sogar auf Wochenbasis ist Bayer markttechnisch überkauft. Kein Wunder, immerhin hat die Aktie des Pharma-Riesen seit Anfang Dezember fast 37 Prozent zugelegt. Aber die Dynamik ist weiterhin beeindruckend hoch. Und die Bullen werden regelmäßig belohnt, indem sie eine Widerstandslinie nach der anderen überwinden:

Nachdem mit dem Anstieg über die Widerstandszone 30,22/31,03 Euro eine breit angelegte Bodenbildungs-Formation vollendet wurde, gelang zügig der Ausbruch über die seit über zehn Jahren den Kurs nach unten führende, langfristige Abwärtstrendlinie. Jetzt schaffte die Aktie sogar einen „Gap Close“, indem die Widerstandslinie bei 39,56 Euro überboten wurde, die das obere Ende der markanten Abwärts-Kurslücke vom Herbst 2023 markiert. Damit hätte Bayer jetzt die Widerstandszone bei 43,90 zu 46,70 Euro als nächstes Kursziel.
Aber ob diese Hausse einfach so weitergeht, ist offen genug, um hier Vorsicht walten zu lassen. Denn die Luft ist dünn … und das nicht allein aufgrund des prozentual immensen Anstiegs. Drei Aspekte sollte man da im Auge behalten:
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Expertenmeinung: Zunächst einmal ist weniger der überkaufte Status auf chart- und markttechnischer Ebene ein mögliches Risiko, sondern der Umstand, dass die Aktie das aus der Aufwärtswende-Formation abzuleitende, rechnerische Kursziel jetzt beinahe erreicht hätte. Hierzu gilt die Distanz zwischen dem tiefsten Punkt der Bodenbildung (18,37 Euro) und dem höchsten Punkt der Nackenlinie (31,03 Euro), abgetragen über die Nackenlinie, als Kursziel. Das wären 12,66 Euro über 31,03 Euro = 43,69 Euro. Da wird die Luft dünn.
Auch die Argumentation, die diese Kaufwelle begleitet, ist – zumindest noch – eher fragil. So setzt man auf eine baldige, positive Veränderung der rechtlichen Lage in Bezug auf die Tausende von Schadenersatzklagen in den USA wegen des unseligen Monsanto-Erbes der glyphosathaltigen Unkrautvernichter. Kommt es wirklich zu einer Entwicklung, die dieses Damoklesschwert in Lauf auflöst, könnte der Bayer-Kurs durchaus noch ein gutes Stück höher laufen. Aber bislang trägt ihn eben nur die reine Hoffnung.
Das gilt letztlich auch für die aktuelle Aussage des Chefs der Bayer-Pharmasparte, dass er den Pharmabereich wieder auf Wachstumskurs sehe. Das klingt gut, man sollte aber nicht übersehen, dass er mitteilte, dass man die Pharmasparte „spätestens 2027“ wieder auf Wachstumskurs bringen werde und die operative Gewinnmarge „von 2028 an“ steigen wolle. Das ist ein eher weiter Blick in die Zukunft, um daraufhin jetzt, nach einer solchen Rallye, noch einsteigen zu wollen.
Und zuletzt hat die Aktie mit diesem beeindruckenden Kursanstieg das durchschnittliche Kursziel der Analysten von 35 Euro längst unter sich gelassen. Nur zwei von 19 die Aktie regelmäßig überwachenden Analysten haben mit 45 und 50 Euro ein Kursziel, das noch über dem derzeitigen Kurs liegt. Was auch insofern nachvollziehbar ist, als die vorgenannten Argumente eben beide noch in der Schwebe sind.
Fazit: Das ist ein Gipfelsturm, der diese Aktie mittlerweile so hoch getragen hat, dass die Luft dünn wird. Das ist beileibe kein Grund, um über Short-Trades nachzudenken, aber ein sehr guter, um auf eine konsequente Absicherung bestehender Long-Trades zu achten.
Quellenangaben: Aussagen zu den Margen-Zielen in der Pharmasparte, 14.01.2026: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/pharma/bayer-pharmasparte-soll-bis-2030-marge-von-30-prozent-erreichen-a-aa1927e8-bbcc-4ef9-bb89-730f375c7aaa
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