Der Weg aus der Verlustzone, nicht nur operativ, sondern auch unter dem Bilanz-Strich, ist zäh für die Online-Apotheke Redcare Pharmacy. Aber die Halbjahresbilanz zeigte: Man ist unterwegs. Was bis Mitte Juni auch für die Aktie galt, aber aktuell sieht der Chart brenzlig aus.
Nach der Corona-Phase hatten viele Marktteilnehmer geglaubt, dass bestimmte Sektoren, die von den Lockdowns profitierten, auch in den Jahren danach ein stetiges und rasantes Wachstum ausweisen würden, weil die Verbraucher sich an diese Services gewöhnt haben und sie daher nicht mehr missen wollen. Dazu gehörten auch die Online-Apotheken. Und ja, diese Grundidee hat sich als richtig erwiesen. Aber nicht die Erwartungen, die man in Bezug auf das Gewinnwachstum hatte.
Redcare Pharmacy, ehemals Shop Apotheke, wächst in Bezug auf den Umsatz seit Jahren kontinuierlich. Beim operativen Gewinn hingegen gab es, wenngleich auch da die Tendenz aufwärts weist, immer wieder Schwankungen. Und netto waren die Ergebnisse bislang immer mit einem Minus versehen. Was sich indes, wenn die Analysten Recht bekommen, im kommenden Jahr ändern soll.
Hintergrund dieses langen Weges ist, dass sich Redcare Pharmacy zum einen wachsender Konkurrenz ausgesetzt sieht und zum anderen die Expansion erst einmal Geld kostet, bevor sie Geld bringt – das gilt für Marketing ebenso wie für Personalkosten und die Logistik.
Aber grundsätzlich waren die Anleger ja auch bereit, positive Signale in Bezug auf die Gewinne zu honorieren. Der letzte, kräftige Aufwärtsschub der Aktie Mitte Juni basierte auf der da gemeldeten Anhebung der 2026er-Prognose. Aber jetzt stockt der Trend.
Die Halbjahresergebnisse brachten, nachdem bereits vorläufige Zahlen vorlagen und die Prognose angehoben worden war, keine neuen Impulse. Und bis zum Ergebnis des laufenden, dritten Quartals dauert es noch, diese Ergebnisse sind für den 29. Oktober vorgesehen.
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Expertenmeinung: Es fehlt also kurzfristig an Argumenten, neu einzusteigen oder zuzukaufen. Eigentlich könnte man unterstellen, vor allem mit Blick auf die mehrheitlich bullischen Analysten und deren durchschnittliches Kursziel von aktuell 86 Euro, dass alleine das Ausbleiben neuer, positiver Nachrichten nicht imstande sein könnte, das Erreichte zunichtezumachen. Denn welche Argumente hätte man, den Rallye-Impuls, der auf Basis der Prognose-Anhebung Mitte Juni entstanden war, komplett abzuverkaufen?
Nüchtern betrachtet könnte man so argumentieren, aber die Kurse werden nicht von einer unerbittlichen Logik gesteuert, sondern von externen Nachrichten, von Befürchtungen und Hoffnungen und, vor allem auf kurzfristiger Ebene, von rein chart- und markttechnischen Faktoren, die Basis der Entscheidungen kurzfristiger Trader sind. Und wenn man das weiß, weiß man auch:
Für einen Bruch der massiven Supportzone, die Redcare Pharmacy zwischen 53,66 und 60,44 Euro vorweisen kann, verstärkt durch mittelfristige Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie, wäre rein rational gesehen kein Grund vorhanden … was aber nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem dazu kommen könnte.
Denn die Aktie „klebt“ einfach schon so lange am oberen Rand dieses Unterstützungsbereichs, ohne sich effektiv davon lösen zu können, dass die bärischen Trader längst auf dieses potenzielle Ziel aufmerksam geworden sind. Also muss die Aktie aus Sicht der Bullen zügig und vor allem diesmal effektiv von dieser Zone weg. Und genau das versuchte man zum Wochenstart auch, aber:
Wenngleich das Plus des Montags mit 5,82 Prozent allemal respektabel war, der Chart zeigt, dass das zwar ein Zeichen erster Gegenwehr am Rande der charttechnischen Klippe ist, aber noch nichts, das Erfolg haben muss. Bevor die Redcare-Aktie nicht mit Schlusskursen über 74 Euro aus ihrer Toppbildung ausgebrochen ist, indem die beiden letzten Zwischenhochs überwunden wurden, ist hier noch nichts gewonnen.
Und ein solcher Impuls dürfte kein Spaziergang werden, so dass, wer vor einem solchen Befreiungsschlag einen Long-Trade eingeht, schon eine gewisse Risikofreude mitbringen sollte.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/RDC.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.08.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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