Der US-Präsident nimmt die mehreren europäischen Ländern angedrohten, zusätzlichen Einfuhrzölle zurück, und die Aktie von adidas – mit den USA als wichtigen Markt – verliert anfängliche Gewinne und schließt unverändert? Das ist ein auffällig schwaches Signal.
Zu Handelsbeginn des Donnerstags legte die Aktie des Sportartikelherstellers immerhin in der Spitze 2,7 Prozent zu. Aber am Ende des Tages lag sie präzise auf dem Schlusskurs des Vortages. Das ist umso überraschender, als der Kurs auf diese am vergangenen Wochenende verkündete Androhung zusätzlicher Zölle auf deutsche Einfuhren durch Mr. Trump deutlich, um 5,2 Prozent, gefallen war. Jetzt, da diese höheren Zölle vom Tisch sind, wäre es eigentlich nur folgerichtig gewesen, wenn der adidas-Kurs dorthin zurückgelaufen wäre, wo er zum Ende der Vorwoche notiert hatte. Aber das passierte nicht … und das ist erst einmal kein gutes Zeichen für diejenigen, die hier auf die Aufwärtswende hoffen.

Dadurch wurde auch die Chance vertan, sich von der in den Vortagen angelaufenen Unterstützung in Form des 2025er-Jahrestiefs bei 150,40 Euro zu lösen. Das, wenn es unterboten würde, den Weg aus charttechnischer Sicht an die untere Begrenzung des etwas keilförmig verlaufenden Abwärtstrendkanals bei aktuell 141 Euro freigeben würde. Aber heißt das, man muss das Szenario einer Aufwärtswende bei adidas abhaken?
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Expertenmeinung. Das würde ich so nicht sehen wollen. Denn man könnte den Eindruck gewinnen, dass das bärische Lager den Bogen hier überspannt und die potenziellen Käufer langsam überzogen furchtsam agieren. Denn eigentlich wäre die adidas-Aktie auf dem derzeitigen Kursniveau durchaus interessant.
Zwar ist die Konsumneigung nicht nur in Europa angeschlagen. Und Marken-Sportartikel gehören für viele Verbraucher zu den Dingen, die man auch mal im Regal liegen lassen kann, wenn es in der Geldbörse ungut aussieht. Aber davon mal abgesehen, dass adidas wie alle großen Sportartikelhersteller das Gros seiner Waren in Asien produziert und von dort aus direkt in den US-Markt verschifft, sodass der Zusatzzoll gegen Einfuhren aus Deutschland den Kurs eigentlich am Montag gar nicht so sehr hätte drücken müssen, ist die Bewertung der Aktie, die 2024 in der Tat riskant hoch war, jetzt eben nicht mehr „teuer“, denn:
Während adidas 2025 sukzessiv fiel und zu einem der großen DAX-Verlierer des Jahres wurde, legte der Gewinn pro Aktie zu, das machten bereits die Neun-Monats-Zahlen klar. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22 auf Basis der Schätzungen für den Gewinn pro Aktie im Jahr 2025 könnte man eigentlich leben, zumal das Unternehmen ja durchaus das Potenzial hätte, bei einer Aufhellung der Kauflaune in Europa, China und den USA dynamische Gewinnsteigerungen zu generieren. Zwar täte man wohl gut daran, die derzeitige Konsens-Prognose für 2026, die seitens der Analysten einen Anstieg des Gewinns pro Aktie um ganze 40 Prozent weissagt und adidas damit an den Gewinn des bisher besten Jahres (2021) zurückführen würde, nicht auf die Goldwaage zu legen, denn noch spricht wenig für eine derart gute Entwicklung.
Aber insgesamt gesehen hat der Kurs ein Level erreicht, das tiefer ist, als es sein müsste. Daher sollte man die Aktie hinsichtlich bullischer Signale im Chartbild besser nicht zu früh abschreiben. Sollte der Kurs das zu Jahresbeginn markierte Zwischenhoch bei 171,30 Euro überbieten, wäre das bereits ein erster Schritt hin zu einer Wiederbelebung der derzeit wie ein Aschenputtel daherkommenden Aktie.
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