Am Edelmetallmarkt ist man unsicher, welcher Grundannahme man folgen soll: Funktionieren Gold und Silber als „sichere Häfen“ oder laufen sie mit den Aktienmärkten mit, wenn diese weiter steigen? Silber ist jetzt in der Ausgangsposition für starke Impulse – in beide Richtungen.
Silber bewegt sich, wie die anderen Edelmetalle auch, derzeit in einer Art „logikfreiem“ Raum. Es gibt keine zwingenden Gründe, warum der Silberpreis bei dieser oder jener Entwicklung steigen oder fallen müsste. Das sorgt momentan für Unsicherheit, die sich im Chartbild deutlich niederschlägt, denn kaum ein Trader will sich aus Sorge, dabei in eine Bullen- oder Bärenfalle zu geraten, zu weit aus dem Fenster lehnen.
Doch diese Problematik wird sich durch ewiges Wassertreten nicht lösen lassen. Vielmehr darf man annehmen, dass a) die Trader sich nicht mehr allzu lange gedulden wollen, immerhin hat Silber in den vergangenen Monaten eine hoch spannende Dynamik entwickelt, die man nur zu gerne erneut sehen möchte. Und dass b) ein Trendimpuls eben diese Dynamik auch entwickelt, wenn er nur erst einmal losgetreten wurde. Also?
Expertenmeinung: Also bietet es sich als sinnvolle Lösung an, ein klares charttechnisches Signal abzuwarten, um dann in Trendrichtung zu agieren. Wobei natürlich konsequente Stop-Loss und nicht zu riskante Hebel und Positionsgrößen zwingend wären. Nicht zuletzt, weil wir uns insgesamt in einem Marktumfeld bewegen, in dem von einer Minute auf die andere durch irgendeine Schlagzeile alles anders sein kann. Ein solches, klares Chartsignal abzuwarten, kann bisweilen Geduld erfordern. Aber bei Silber steht man bereits in einer Position, aus der heraus sofort ein markant bullisches, aber auch bärisches Signal erfolgen könnte, sodass es lohnen dürfte, das jetzt engmaschig zu beobachten.
Sie sehen im Chart, dass der Silberpreis in den vergangenen Wochen seitwärts an die vom Januar-Rekordhoch ausgehende Abwärtstrendlinie herangelaufen ist. Zugleich sorgt der Umstand für zusätzlichen „Pfeffer“, dass die gleitenden Durchschnitte der vergangenen 10, 20, 50 und 100 Handelstage ebenfalls in diesem Bereich verlaufen – und das auf engstem Raum.

Dadurch ist eine zwischen 74,50 und 77,00 liegende Entscheidungszone entstanden. Am Montag war Silber zwar leicht aus dieser Zone nach unten herausgerutscht, aber noch kann man nicht davon sprechen, dass der Kurs eindeutig an der Abwärtstrendlinie nach unten abgewiesen wurde, dazu liegt sie immer noch zu nahe.
Sollte Silber das Vorwochen-Verlaufstief von 70,86 US-Dollar auf Schlusskursbasis unterschreiten, sähe das anders aus, dann wäre ein Test der nächstliegenden Supportlinien bei 64,07 und 61,02 US-Dollar eine realistische Perspektive. Bis dahin könnten sich die Bullen jederzeit noch zurückmelden … aber nur, wenn es zu Schlusskursen klar über dieser Abwärtstrendlinie bei 77 US-Dollar käme, hätte eine solche Aktion auch Chancen, zu einem neuen, weitreichenden Aufwärtsimpuls zu werden. Die Zone, in der man noch „wassertreten“ kann, ist klein und wird kleiner, eine Entscheidung dürfte also bald anstehen!
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