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In den vergangenen Tagen hat die Volatilität im Silberpreis etwas abgenommen. Für Optimisten mag das der Beweis für eine Stabilisierung sein, der im Idealfall in Kürze ein neuer, großer Hausse-Impuls folgt. Aber ist das wirklich die wahrscheinlichste Variante?
Momentan wäre sie das nicht. Dass sich der Silberpreis in kurzer Zeit nahezu halbiert hat, wirkt zwar, als würde man jetzt „billig“ einsteigen können. Aber sieht man sich das längerfristige Bild auf Wochenbasis an, wird schnell deutlich: Alleine bis zur 200-Tage-Linie, die keineswegs ein ungewöhnliches Ziel einer größeren Korrektur nach einer Überhitzungsphase wäre, wäre der Weg noch weit, die verläuft momentan bei knapp 58 US-Dollar. Und die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Frühjahr 2020 hat, würde sogar erst bei 26 US-Dollar erreicht.

Dass das Edelmetall derart weit abrutscht, ist zwar unwahrscheinlich. Aber es einfach auszuschließen, wäre unklug, immerhin hat auch die vorherige Kaufwelle jeden Rahmen des Erwartbaren locker gesprengt. Silber könnte sich jederzeit fangen, keine Frage. Aber da kann man weder mit Bewertungsmodellen noch mit den Rahmenbedingungen argumentieren, nichts davon hat bei einem Edelmetall entscheidendes Gewicht. Entscheidend ist nur eines:
Expertenmeinung: Überwiegen die Bären oder die Bullen an den Punkten, auf die es für Trader ankommt? Und da ist von einer sich etablierenden Dominanz des bullischen Lagers noch nichts zu sehen. Was alleine deswegen nicht wirklich überrascht, weil die Extrem-Hausse zuvor sehr viele kurzfristige Trader in den Silber-Markt gezogen hat, die nicht nur konsequent anhand chart- und markttechnischer Aspekte vorgehen, sondern auch keinerlei Problem damit haben, ihre Trading-Richtung von Long auf Short zu drehen, wenn das Chartbild das zulässt. Und das tut es.
Wir sehen, dass Silber die beiden gleitenden Durchschnitte der letzten 10 und 20 Handelstage, die der Hausse als Leitschnur dienten, widerstandslos durchschlagen hatte, auf Höhe der 50-Tage-Linie kurz verharrte, dann aber bis auf die 100-Tage-Linie durchgereicht wurde, die am vorvergangenen Freitag mit Ach und Krach zum Handelsende verteidigt wurde. An diesem Tag bildete sich das bisherige Korrektur-Tief bei 64,07 US-Dollar aus. Danach zog der Kurs zwar wieder an. Aber dabei gelang nichts, das man bereits als bullisch werten könnte, im Gegenteil:

Silber scheiterte kurz vor und dann auch kurz nach dem bisherigen Korrektur-Tief am Versuch, die 10- und 20-Tage-Linien zurückzuerobern und rutscht seither, wenngleich mit einem geringeren Abgabedruck als zuvor, erneut auf diese 100-Tage-Linie zu. Das deutet an, dass die Bären hier derzeit sehr klar dominieren. Solange es nicht gelingt, alle vier im Tageschart gezeigten gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Tage klar unter sich zu lassen, ist hier keinerlei Entwarnung angebracht. Silber könnte bis dahin jederzeit das bisherige Verlaufstief testen und unterbieten, daher: Vorsicht mit der Idee, man könnte hier gerade ein „Schnäppchen“ vor sich haben.
Aussicht: neutral
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