Der 2026er-Ausblick der DHL Group lag zwar unter den bisherigen Analysten-Erwartungen. Aber die Aktie landete dennoch bei den gestrigen DAX-Verlierern in einem schwachen Gesamtumfeld nicht an der Spitze. Ist das ein gutes Zeichen … oder nicht?
Das vergangene Jahr war eines, für das man rückblickend als Erfolg verbuchen muss, dass es gelang, den Vorjahreslevel zu halten. Der Umsatz kam um 1,6 Prozent zurück, das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg trotzdem um immerhin 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Das war zumindest ein bisschen mehr als das von der Deutsche Post-Mutter selbst gesteckte Ziel von 6,0 Milliarden. Das Problem war: Damit hatte man gerechnet, die Aktie war ja monatelang recht deutlich gestiegen. Und man hatte auch mit etwas anderem gerechnet: mit einem Wachstum implizierenden Ausblick. Und den bekam man gestern nicht.
DHL sieht für 2026 ein EBIT von 6,2 Milliarden Euro. Zwar mit dem Zusatz „mindestens“, aber wäre man bereits sicher, dass da deutlich mehr drin wäre, hätte man die Zahl auch höher angesetzt. Die Analysten hatten im Schnitt aber bislang mit 6,4 Milliarden Euro gerechnet, so gesehen war das dünn genug, um Kursabschläge begründen zu können. Aber was wird daraus jetzt? Kommt es zu einer Abwärtswende? Kommen die Käufer schon in Kürze mit Macht zurück? Oder wird die DHL Group-Aktie jetzt vorerst in einer Seitwärts-Spanne gefangen sein?
Expertenmeinung: So unspektakulär ein Seitwärts-Szenario auch sein mag: Hier ist es momentan die wahrscheinlichste der drei Varianten. Denn das niedriger als gedacht ausgefallene Gewinnziel ist nichts, das die Bewertung der Aktie auf den Kopf stellen würde. Die DHL Group ist derzeit „normal“ bewertet, bewegt sich auf Höhe des durchschnittlichen Analysten-Kursziels und die Dividendenrendite ist mit den für 2025 ausgelobten 1,90 Euro pro Aktie klar überdurchschnittlich. Für einen größeren Abverkauf, der imstande wäre, die mittelfristig entscheidende Unterstützungszone 41,65 zu 42,80 Euro zu durchschlagen, fehlt, solange sich die Rahmenbedingungen nicht erheblich weiter eintrüben, die rationale Basis. Dass sich das Bären-Lager ausgerechnet über die DHL-Aktie gezielt hermacht, ist daher, Stand jetzt, nicht allzu wahrscheinlich.

Auf der anderen Seite sind vorstehende Aspekte, die gegen einen großen Abstieg des Kurses sprechen, zugleich ein Argument, um sich auf der Long-Seite lukrativere Kandidaten zu suchen. Es wäre zwar denkbar, dass es – vorausgesetzt, der Gesamtmarkt zieht die Aktie nicht mit nach unten – zu einer Verteidigung der jetzt auf Schlusskursbasis zunächst gehaltenen Supportzone 45,74 zu 46,00 Euro käme. Aber dass die Käufer umgehend zurückkehren und es gelingt, das bisherige Jahreshoch bei 51,72 Euro zu überbieten, ist angesichts dieses 2026er-Ausblicks ebenso wenig wahrscheinlich wie ein Schwenk in Richtung Baisse, daher:
Vorerst dürfte die DHL-Aktie weder auf den Listen der Bären noch der Bullen weit oben stehen. Der aktuelle Kurslevel ist grundsätzlich angemessen, großes Potenzial wäre daher in beide Richtungen erst einmal nicht wahrscheinlich genug, um aktiv zu werden. Wer engagiert ist, könnte die Aktie mit einem Stopp knapp unterhalb der vorgenannten, mittelfristig wichtigen Zone 41,65/42,80 Euro halten, Neuengagements drängen sich im Augenblick aber nicht auf.
Quellen:
Ergebnis des Jahres 2025, Ausblick auf 2026, 05.03.2026:
https://group.dhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2026/dhl-group-geschaeftsjahr-2025.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DHL.DE/analyst-insights/
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