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DHL Group (ex Deutsche Post) Aktie Prognose DHL Group: Deckel drauf … aber auch kein Fass ohne Boden

News: Aktuelle Analyse der DHL Group (ex Deutsche Post) Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der DHL Group (ex Deutsche Post) Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.12.2025 um 19:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Aktuell hat sich die DHL Group (ehem. Dt. Post) auf Platz 10 der DAX-Performanceliste 2025 vorgeschoben. Doch jetzt notiert sie nahe am oberen Ende einer seit 2022 geltenden Handelsspanne. Zeit, sich zu fragen, ob noch genug Luft nach oben ist, um am Ball zu bleiben.

Im März 2022 erreichte die DHL-Aktie bei 47,34 Euro ein Zwischenhoch, seither hat sie nie höher notiert. 2021 und 2022, da hatte man noch richtig dicke Gewinne eingefahren. Die Gewinne sind zwar noch da, aber deutlich kleiner. Wollte man also aus dieser durch die Hochs 2023 bei 47,05 und das vorgenannte Hoch bei 47,34 Euro definierten, obere Begrenzung der Handelsspanne nach oben hinaus, sollte man eigentlich das Argument im Rücken haben, dass die Gewinne des Konzerns in Kürze erheblich Fahrt aufnehmen. Ist das so?

Richtig ist, dass DHL Anfang November Quartalsergebnisse vorlegte, die deutlich besser ausfielen als im Vorfeld von den Analysten erwartet. Der Umsatz fiel zwar um 2,3 Prozent, das war aber immer noch besser als gedacht. Und vor allem beim Gewinn überraschte der Logistikkonzern positiv, hier gelang ein Anstieg, während die Experten – und zweifellos auch die meisten Anleger – mit einem Rückgang gerechnet hatten. Aber:

Es hieß seitens des Unternehmens, man habe an diversen Stellschrauben gedreht und unter anderem die Investitionen zurückgefahren. So etwas hellt kurzfristig Marge und Cashflow auf, mittelfristig ist das indes dünnes Eis. Darüber hinaus hielt die DHL Group trotz der erfreulichen Zahlen und eines bezüglich des jetzt angelaufenen Weihnachtsgeschäfts verbreiteten Optimismus an der vorbestehenden Gesamtjahresprognose fest. Die Aktie reagierte auf diese am 6. November vorgelegten Ergebnisse zwar trotzdem positiv, nur:

Expertenmeinung: Die Analysten konnten großenteils in Sachen Begeisterung an sich halten. Die aktualisierten Kursziele nach den Bilanzdaten bewegten sich im Bereich 42/43 Euro, alle mit der Einschätzung „Halten“. Zwar kamen danach noch vereinzelte Kursziel-Anhebungen, Jefferies lobte sogar ein Ziel von 60 Euro aus – mit Abstand das höchste. Aber diese Anhebungen kamen so deutlich nach den Zahlen, dass man sich fragen darf, auf welcher Grundlage sie basieren. Und sieht man sich die Meinungen der Experten im Schnitt an, stellt man fest:

DHL Group Aktie: Chart vom 08.12.2025, Kurs 45,95 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DHL Group Aktie: Chart vom 08.12.2025, Kurs 45,95 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS

Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 44,50 Euro … und wäre somit momentan überschritten. Und obwohl die meisten Kursziele vor dem jüngsten Anstieg der Aktie, der vor zwei Wochen begann, vergeben wurden, raten nur 5 der momentan 19 die Aktie regelmäßig einordnenden Analysten hier zum Kauf. Das ist dünn. Zu dünn, um hier jetzt noch über einen Neueinstieg nachzudenken. Aber wäre es auch zu dünn, um überhaupt dabei zu sein, sprich:

Sollte man hier nicht besser verkaufen und damit den Gewinn sichern, bevor er womöglich kleiner wird? Nicht umsonst gibt es den alten Börsenspruch: „Was billig wirkt, kann leicht noch viel billiger werden.“ Diese „Regel“ gilt auch umgekehrt. Die Aktie würde nur dann nicht mehr vorankommen oder sogar nach unten drehen, wenn ein wachsender Anteil der Marktteilnehmer die vorstehenden, kritischen Aspekte nicht nur wahrnehmen, sondern auch daraufhin verkaufen würde. Was passieren kann, erfahrungsgemäß aber nie muss.

Wenn, wären daher erst einmal nur Teilverkäufe ein Gedanke, der sich aufdrängen würde. Die Restposition dann aber solide mit Stopps abzusichern, wäre aber auf jeden Fall ratsam, die Supportzone 43,30/44,10 Euro wäre dahingehend aktuell eine taugliche Orientierung.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

DHL meldete am Dienstag besser als von den Analysten erwartete Quartalsergebnisse. Die Aktie startete im Plus … und schloss im Minus. Die Argumente derer, die verkauft hatten, dürften zwar fragwürdig sein, aber kann man die Aktie deswegen kaufen?

Der Umsatz des Logistik-Konzerns DHL, vormals Deutsche Post, sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent. Natürlich ist das für sich genommen nicht gut, aber es war zu erwarten. Das zweite Quartal war das der zum Euro schwachen Währungen, das drückte die Rendite des internationalen Geschäfts. Und das zweite Quartal war auch das der massiven Zurückhaltung bei Importeuren und Exporteuren in Bezug auf die US-Zölle. Im ersten Quartal wurde Richtung USA transportiert, was irgend ging. Im zweiten dann eben nicht mehr, nur:

Ob der Euro nachhaltig stark sein wird, sei mal dahingestellt, aber diese Irritationen im internationalen Frachtverkehr, die werden nicht auf Dauer so weitergehen. Und selbst wenn der Druck noch eine Zeitlang anhalten sollte, die DHL Group konnte das beeindruckend gut kompensieren:

Es gelang, die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) gegenüber dem Vorjahresquartal von 6,5 auf 7,2 Prozent zu steigern und dadurch bei rückläufigem Umsatz einen Anstieg des EBIT um 5,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu erzielen. Zwar änderte das nichts an der Gesamtjahresprognose, die weiter bei einem EBIT von mindestens sechs Milliarden Euro bleibt. Aber hätte man nicht insgeheim fürchten müssen, dass diese Prognose, wie bei so vielen anderen Unternehmen der Fall, eher gesenkt werden müsste?

Expertenmeinung: Daher wundert es schon, dass die Aktie nach anfänglichen, kräftigen Gewinnen von bis zu 6,7 Prozent im Minus endete. Zwar nur um gut 0,5 Prozent, aber es war eben ein Intraday-Turnaround nach unten, das ist unstrittig ein bärisches Signal. Eines, das man ernst nehmen muss?

Einen Abwärts-Turnaround sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen. Denn auch, wenn eine negative Reaktion darauf, dass DHL aus etwas zu Erwartendem mehr machte als gedacht, nicht gerade rational wirkt und die Analysten der Aktie mehrheitlich mehr zutrauen (durchschnittliches Kursziel derzeit um 43,50 Euro): Was zählt ist, was die Kurse als Fakten abliefern. Mit einem „müsste eigentlich“ kommt man am Markt gemeinhin nicht weit. Aber:

DHL Group Aktie: Chart vom 05.08.2025, Kurs 38,94 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DHL Group Aktie: Chart vom 05.08.2025, Kurs 38,94 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS

Im Gegensatz zum August 2024, als wir ebenfalls einen Abwärts-Turnaround auf die Ergebnisse des damaligen, zweiten Quartals sahen, ist die charttechnische Situation diesmal eine andere, erst einmal nicht komplett bärische. Denn damals sackte der Kurs unter die 200-Tage-Linie und zeigte ein deutlich größeres Minus als diesmal. Jetzt ist der Kurs „nur“ daran gescheitert, aus seiner seit gut zwei Monaten geltenden Seitwärtsspanne nach oben auszubrechen. Erst, wenn die DHL-Aktie die untere Begrenzungszone der Handelsspanne durchschlagen sollte, die bei 37,38 zu 38,08 Euro liegt und die wichtige 200-Tage-Linie einschließt, wäre hier ein echtes, bärisches Signal gegeben. Bis dahin bliebe die Chance, dass es zu einem neuen Anlauf nach oben kommt, erhalten.

Aber weil der Versuch, sich nach oben abzusetzen, gestern so klar abgewiesen wurde, ist die DHL-Aktie jetzt kein unmittelbarer Kauf. Erst sollten andere die Kohlen aus dem Feuer holen, diese Handelsspanne mit Schlusskursen über dem gestrigen Tageshoch (41,77 Euro) überboten sein, dann wäre das Chartbild eines, das taugen würde, sich einen Einstieg zu überlegen. Direkt die Hand aufzuhalten, dafür sprächen vielleicht die Zahlen, aber nicht das Chartbild!

Quellenangaben: Ergebnis des 2. Quartals 2025, 05.08.2025: https://group.dhl.com/content/dam/deutschepostdhl/de/media-relations/press-releases/2025/pm-h1-2025-2025-08-05.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
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Die für das 1. Quartal vorgelegten Ergebnisse der DHL Group fielen besser aus als im Konsens der Analysten erwartet. Trotzdem wurden zeitweilig solide Gewinne zum Handelsende des Mittwochs abverkauft. Und das bringt die Bullen in eine ungünstige Position.

Der Umsatzanstieg war mit 2,8 Prozent auf 20,81 Milliarden nicht üppig, aber immerhin einen Hauch stärker als die im Schnitt prognostizierten 20,79 Milliarden. Außerdem konnte die Post-Mutter DHL einen überproportionalen Anstieg beim EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 4,5 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro vorweisen, die Schätzungen hatten nur 1,32 Milliarden gesehen. Der Quartalsgewinn pro Aktie legte von 0,65 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,68 Euro zu, die Experten hatten da keinen Anstieg erwartet.

Das war zwar nicht bahnbrechend, aber auch kein Grund, auf Basis der Ergebnisse bärisch zu werden, zumal die DHL Group die Gesamtjahresprognose bestätigte. Zwar berücksichtigt die bestätigte Prognose nur das „Ist“ in Bezug auf die US-Zölle und damit die derzeit weitgehend noch ausgesetzten bzw. auf einheitliche zehn Prozent reduzierten Zölle für viele Länder. Aber man kann ja nicht erwarten, dass DHL beginnt, Prognosen darüber anzustellen, was Donald Trump wohl in den kommenden Wochen entscheiden wird.

Der einzige greifbare Wermutstropfen war die Aussage des DHL-Vorstandschefs, dass das zweite Quartal verhalten begonnen habe und mit Blick auf die unstete Handelspolitik eine gewisse Zurückhaltung zu bemerken sei. Nur könne man bislang nicht absehen, ob sich das festsetzt oder nur ein vorübergehender Effekt sei.

Expertenmeinung: Dieser Wermutstropfen kann gut der Auslöser dafür gewesen sein, dass der Ausbruchsversuch der Aktie zunächst gescheitert ist. Denn das zweite Quartal ist eben die Phase, in der Anfang April der große „Zoll-Hammer“ geschwungen wurde. Und das in Kombination mit einem „verhaltenen“ Beginn deutet eben an, dass die Auswirkungen dieser US-Wirtschaftspolitik eben doch nicht unwesentlich sind und die 2025er-Prognose, wenngleich erst einmal bestätigt, auf wackligen Beinen steht. Und würde sie im weiteren Verlauf des Jahres gesenkt, wäre das, was man anfangs nach den Zahlen versuchte, nämlich ein Befreiungsschlag, nicht gerechtfertigt bzw. nicht zu halten.

Und so schrumpften die Gewinne des Tages ausgerechnet dort, wo die Bullen hätten „durchziehen“ müssen. Sie sehen im Chart, dass die DHL-Aktie in den Vortagen an der 200-Tage-Linie hängenblieb, unter die sie unmittelbar nach der Verkündung der jüngsten, größeren Welle an US-Zöllen am 2. April gefallen war. Am Mittwoch lief sie zunächst deutlicher nach oben, traf aber ausgerechnet nach dem Eintritt in die vom 2. auf den 3. April entstandene Kurslücken-Zone auf Abgabedruck, rutschte aus dieser nach unten hinaus und schloss mit nur noch 1,3 Prozent Kursgewinn an, aber nicht signifikant über der 200-Tage-Linie.

DHL Group Aktie: Chart vom 30.04.2025, Kurs 37,51 Euro, Kürzel: DHL | Online Broker LYNX
DHL Group Aktie: Chart vom 30.04.2025, Kurs 37,51 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS

Jetzt, da die Ergebnisse vorliegen und die Akteure reagieren konnten, wird es damit knifflig, zeitnah einen zweiten Anlauf nach oben zu wagen. Daher sollte man erst dann auch nur erwägen, hier auf der Long-Seite aktiv zu werden, wenn zum einen diese Zoll-Thematik glaubwürdige Signale einer Beruhigung aussendet und die DHL-Aktie mit Schlusskursen klar über 39,19 Euro nicht nur die jetzt nicht geschlossene Kurslücke, sondern auch das untere Ende der Anfang März nach oben entstandenen, weitaus größeren Kurslücke überboten hat.

Quellen:
Ergebnis des 1. Quartals 2025, 30.04.2025: https://group.dhl.com/content/dam/deutschepostdhl/de/media-relations/press-releases/2025/pm-q1-2025-2025-04-30.pdf

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Die DHL Group, Mutter der Deutschen Post, legte am Donnerstag die Ergebnisse des Vorjahres und einen Ausblick auf 2024 vor, den man eigentlich nur mit „naja“ einordnen konnte. Der Kurssprung der Aktie sprach aber eine völlig andere Sprache. Die Frage ist, warum.

Im Herbst hatte die DHL Group die Gewinnprognose auf EBIT-Basis (vor Zinsen und Steuern) von 6,0 bis 6,8 Milliarden Euro auf „über 5,8 Milliarden“ senken müssen. Dieses niedrigere Ziel wurde erreicht, am Ende kamen 5,89 Milliarden zusammen. Was aber trotzdem sieben Prozent weniger waren als 2023. Der Umsatz stieg zwar um drei Prozent, aber solange sich das nicht auch im Gewinn niederschlägt, sondern die Margen schrumpfen, ist das aus Sicht der Anleger brotlose Kunst. Zwar lief das vierte Quartal sehr gut, was auch den EBIT-Gewinn über die eigene Zielmarke hievte. Aber wenn man sich ansah, wie die DHL Group das laufende Jahr sieht, bekommt man den Eindruck, dass man dort nicht unterstellt, dass dieser neue Schwung einer für die Ewigkeit wäre:

Angepeilt wird für 2025 ein EBIT von „mindestens“ sechs Milliarden Euro. Das ist natürlich dramatisch vage. Werden es sechs Milliarden, gäbe es keinen Grund, die Aktie durch die Decke zu kaufen. Würden es viel mehr, dann schon eher … nur weiß man das eben nicht.

Hinzu kommt, dass DHL weiter sparen will. Bis zu einer Milliarde will man an Kosten einsparen, was mit einem Abbau von 8.000 Stellen bis 2027 einhergehen soll. Das deutet an, dass es weiter Druck auf die Gewinnspanne gibt. Doch zugleich hält man nicht nur die Dividende stabil, sondern stockt die Aktienrückkäufe, die 2022 mit einem Volumen von vier Milliarden aufgelegt wurden, um zwei Milliarden auf und verlängert sie bis 2026.

Dafür ist also genug Geld da? Natürlich wird das bestehende Anteilseigner freuen, immerhin bedeuten Aktienrückkäufe, dass der Gewinn durch immer weniger Aktien geteilt werden muss. Aber Beobachtern dürfte das unangenehm aufgestoßen sein. Wie also kann es bei solchen Zahlen und einem solchen vagen und nur mäßig bullischen Ausblick zu einem Kursanstieg von sagenhaften 14,19 Prozent auf den höchsten Stand seit Februar 2024 kommen?

Expertenmeinung: Wenn man sich die Aktie im Verlauf des Donnerstags ansieht fällt auf, dass sie vorbörslich zwar auch höher lag, aber nicht allzu deutlich. Doch in dem Moment, als der reguläre Handel um 9 Uhr begann, schoss sie rasant höher, aber nicht mit einer Kurslücke, sondern sie lief den Anstieg durch. Aber schon gegen 9:40 Uhr war ein Level erreicht, der sehr nahe am Schlusskurs lag. Den ganzen, großen Rest des Handels hielt sie sich auf diesem starken Niveau, aber viel Bewegung gab es nicht mehr. Und das liefert ein Indiz, wieso dieser Kurssprung so groß ausfiel:

Das sieht sehr nach einem Short Squeeze aus. D.h. Trader, die die DHL Group-Aktie, die vor allem bis Ende Januar ein Underperformer im Vergleich zum DAX war, leer verkauft hatten, mussten ihre Position schließen. Was nur möglich ist, indem sie die Aktie kaufen. Und warum kam es dazu? Weil der Kurs wie bei einem Staffellauf von einem überbotenen Widerstand zum nächsten lief. Knapp über Charthürden liegende Stop Loss-Kauforders der Short positionierten Bären wurden ausgelöst. Diese Eindeckungskäufe trugen den Kurs höher, über die nächste Widerstandslinie, wodurch erneut Stop Loss-Eindeckungen von Leerverkäufen ausgelöst wurden … und so ging es einfach immer weiter. Der Chart zeigt das:

DHL Group Aktie: Chart vom 06.03.2025, Kurs 44,27 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DHL Group Aktie: Chart vom 06.03.2025, Kurs 44,27 Euro, Kürzel: DHL | Quelle: TWS

Die Aktie lief zuerst über die Widerstandszone 40,00/40,80 Euro und dann ruckzuck über die weiteren Widerstandslinien bei 41,49 und 42,44 Euro. Dass der Gesamtmarkt am Donnerstagmorgen wieder im zügellosen Hausse-Fieber nach oben schoss, dürfte das befeuert und wohl auch dazu geführt haben, dass technisch orientierte Momentum-Trader die Rallye noch intensiviert haben.

Aber wir sehen auch, dass die Aktie nur sehr knapp über eine weitere Widerstandszone gelaufen ist, die zwischen 43,39 und 44,03 Euro liegt. Wenn man sich ansieht, dass zwar zwei Analysten im Licht der Bilanz Kursziele von 49 und 50 Euro vergeben haben, vier andere mit Kurszielen von 36, 37, 40 und 41 Euro jedoch unter dem gestrigen Schlusskurs geblieben sind … und wenn man dann Rallye und Ausblick auf 2025 ins Verhältnis setzt, könnte einem der Gedanke kommen, dass sich dieser neue Kurslevel erst einmal bewähren muss. Und dass man sich besser nicht zu sicher sein sollte, dass diese Bewährung auch gelingt.

Quellenangaben: Ergebnis Geschäftsjahr 2024, 06.03.2025: https://group.dhl.com/content/dam/deutschepostdhl/de/media-relations/press-releases/2025/dhl-group-pm-fy-2024-20250306.pdf

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.