Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Während an der Wall Street zuletzt schrittweise Kapital aus KI-Schwergewichten abgezogen wurde, profitieren defensivere Branchen zunehmend von Umschichtungen. Einzelhändler wie Walmart oder Target zeigen dabei relative Stärke.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Auch die Costco-Aktie präsentiert sich seit Jahresbeginn sehr robust. Der Ausbruch über die eingezeichnete Widerstandslinie markierte einen wichtigen Wendepunkt im Chartbild. In der Folge rückte die psychologisch relevante Marke von 1.000 USD in den Mittelpunkt. Dort kam es über mehrere Wochen zu einer Konsolidierung mit erhöhter Schwankungsbreite. Mit der Ausbildung eines weiteren höheren Tiefs hat die Käuferseite zuletzt erneut Initiative gezeigt. Die übergeordnete Struktur bleibt geprägt von höheren Hochs und höheren Tiefs. Ein technischer Ausbruch ist dabei gut erkennbar.
Expertenmeinung: Eine Stabilisierung oberhalb der ehemaligen Widerstandszone könnte für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sprechen. Gelingt es, die Konsolidierungsphase nach oben aufzulösen, könnte sich die Dynamik weiter verstärken. Kurzfristige Rücksetzer würden das positive Bild erst dann infrage stellen, wenn die Serie höherer Tiefs gebrochen würde. Dafür müssten die Kurse unter das zuletzt gebildete Pivot-Tief bei 977,81 USD fallen. Solange dies nicht geschieht, bleibt der Trend übergeordnet aufwärtsgerichtet.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.03.2026 um 8:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Costco Wholesale Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Costco ist mehr als ein Supermarkt – es ist eine perfekt geölte Maschine. Sollte man die Korrektur zum Einstieg nutzen?
Das macht das Unternehmen so besonders
Der Schlüssel zum Erfolg von Costco liegt in dem besonderen Geschäftsmodell. Die Zahl der Artikel in den Niederlassungen ist gering, die Abnahmemengen sind allerdings hoch. Statt nur eine einzelne Flasche Wein zu kaufen, müssen Sie bei Costco gleich einen ganzen Karton nehmen.
Im Gegenzug sind die Preise konkurrenzlos niedrig, denn Costco schlägt auf den eigenen Einkaufspreis nur rund 10 – 15 % auf – und zwar ausnahmslos. Bei der Konkurrenz sind 20 – 30 % üblich.
Gleichzeitig nimmt Costco bei den Herstellern gigantische Mengen ab, wodurch im Einkauf Bestpreise erzielt werden. In vielen Fällen ist Costco sogar der einzige Abnehmer einzelner Produkte oder bestimmter Hersteller.
Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf eine Mitgliedschaftsbasis, bei der Kunden eine Jahresgebühr zahlen, um exklusiven Zugang zu den Einkaufsmöglichkeiten bei Costco zu erhalten.
Ein Erfolgsgeheimnis, das schwer zu kopieren ist
Diese Mitgliedschaften bieten eine stabile Einnahmequelle, unabhängig von den wirtschaftlichen Schwankungen. Dadurch hat Costco stets genug Kapital zur Expansion und obendrein ermöglicht es, langfristige strategische Entscheidungen zu treffen und Investitionen in die Qualität der Produkte und die Mitarbeiterzufriedenheit zu tätigen, anstatt kurzfristigen Trends hinterherzujagen.
Darüber hinaus setzt Costco auf Effizienz und Kostenkontrolle in allen Geschäftsbereichen, um unschlagbar günstige Preise zu erreichen.
Darin liegt das Geheimnis von Costco. Das Prinzip ist simpel, allerdings nicht leicht zu kopieren, denn Costco kann sehr viel günstiger einkaufen als kleinere Wettbewerber.
Die niedrigen Preise führen dazu, dass die Nachfrage bei Costco immer hoch ist, auch während Krisen, denn dann achten die Konsumenten umso mehr auf die Preise.
Daher steigt der Gewinn von Costco nahezu in jedem Jahr. Seit der Jahrtausendwende ist das Ergebnis nur im Geschäftsjahr 2009 gesunken (um 13%) und erreichte danach direkt wieder neue Höchststände. Seitdem folgte ein Rekordjahr auf das nächste und daran ändert keine Krise etwas, nicht einmal 2020.
Eine wahnwitzige Rallye
Daher hatte ich mich in der Vergangenheit bereits mehrfach positiv zur Aktie geäußert. Die letzte Analyse stammt jedoch aus dem Jahr 2023 und trug den Titel „Costco: Kursziel Allzeithoch. Wie immer eben“.
Dass der Artikel bullisch war, dürfte selbsterklärend sein. Anschließend ging die Aktie in eine wahnwitzige Rallye über, die aus meiner Sicht jedoch zu weit geführt hat, Am Hoch lag die P/E bei über 60.
Inzwischen befindet sich die Aktie jedoch seit mehreren Monaten im Rückwärtsgang und hat etwa 20 % an Wert verloren, obwohl der Gewinn auch in diesem Jahr wieder gestiegen ist. Das weckt natürlich mein Interesse. Vielleicht könnte sich bald eine Gelegenheit ergeben – womöglich ist Costco bereits attraktiv bewertet.
Um die aktuelle Lage einzuschätzen, sollte man sich immer die letzten 3 – 4 Quartale anschauen. Es sei denn, man verfolgt die Aktie ohnehin fortlaufend.
Im dritten Quartal des letzten Geschäftsjahres konnte der Umsatz (bereinigt um den Benzinpreis und Wechselkurseffekte) um 8 % auf 61,96 Mrd. USD gesteigert werden. Das Online-Geschäft verzeichnete ein Plus von 15,7 %. Der Gewinn kletterte von 3,78 auf 4,28 USD je Aktie.
Im Rückwärtsgang
Im Schlussquartal konnte der Umsatz um 8,0 % auf 84,4 Mrd. USD gesteigert werden. Das Online-Geschäft verzeichnete ein Plus von 13,5 %. Der Gewinn kletterte von 5,29 auf 5,87 USD je Aktie.
Das Geschäftsjahr, das bis Ende August lief, wurde mit einem Gewinnsprung um 10 % auf 18,21 USD je Aktie erfolgreich beendet.
Am vergangenen Donnerstag hat Costco die Ergebnisse für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Der Gewinn lag mit 4,50 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 4,26 USD. Mit einem Umsatz von 67,3 Mrd. USD wurden die Schätzungen erfüllt.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 8,3 % und einem Gewinnsprung von 14 %. Das Online-Geschäft verzeichnete ein Umsatzplus von 20,5 %. Bei Costco herrscht demnach „business as usual“.
Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr um 11 % auf 20,23 USD je Aktie steigen. Costco kommt demnach auf eine forward P/E von 43,7. Die Bewertung ist zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in die Nähe des langjährigen Durchschnitts in Höhe von 37,4 gesunken. Sollte sich die Korrektur fortsetzen, könnte sich eine Gelegenheit ergeben.
Fällt die Aktie jetzt unter 870 USD, könnte das einen Rücksetzer in Richtung 800 USD einleiten. Kann auch diese Unterstützung nicht gehalten werden, wären Kursverluste bis 750 oder 710 USD denkbar.
Gelingt hingegen ein Anstieg über 900 USD, wären die Bullen plötzlich wieder am Ruder. In diesem Szenario wären Kursgewinne bis 936 oder 980 – 1.000 USD möglich.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.