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Das Minus von 2,5 Prozent am Freitag hat die charttechnische Ausgangslage des Nasdaq 100 verändert. Im Folgenden wird eingeordnet, welche Signale sich daraus im Wochen- und Tageschart ergeben.
Man kommt nicht umhin, eine Augenbraue zu heben, wenn man sich anschaut, was dieses von der reinen Größe her markante, aber noch keineswegs dramatische Minus aus charttechnischer Sicht an „Flurschaden“ angerichtet hat:
Der Blick auf den Chart auf Wochenbasis zeigt, dass dadurch ein tadelloser „Evening Star“ entstanden ist. Eine potenziell bärische Formation, die aus einer grünen Kerze, einem Doji in der Mitte und einer roten Kerze besteht und besonders nach größeren Aufwärtsbewegungen, wie es hier der Fall wäre, relevant ist. Zugleich sehen wir auf dieser Wochen-Ebene, dass der Nasdaq 100 zwar vom Kurs her die Hochs aus dem Frühjahr überboten hatte, der unten eingeblendete RSI-Indikator aber nicht – das ist eine negative Divergenz, die ebenfalls potenziell bärisch zu interpretieren ist.

Auf der Tageschart-Ebene zeigt sich ein auffälliges Scheitern der Bemühungen, die laufende Korrektur zu beenden. Sie sehen, dass der Index am Donnerstag auf Höhe der in Blau gehaltenen 100-Tage-Linie nach oben drehte. Diese Linie war in den vergangenen Monaten bereits zweimal umkämpft und erst nach kurzem Unterbieten verteidigt worden. Einer solch wackeligen Situation wollte das bullische Lager diesmal offenbar vorgreifen:

In die anfänglichen Verluste hinein wurde am Donnerstag gekauft und das Tages-Minus dadurch nahezu auf null reduziert. Dass das am Freitag dann derart massiv daneben ging, indem keine Anschlusskäufe aufkamen, sondern der Nasdaq 100 deutlich nachgab und damit ein neues Tief im Zuge der seit Anfang des Monats laufenden Abwärtsbewegung markierte, ist aus psychologischer Sicht für die Bullen fatal. Dass die 100-Tage-Linie dadurch doch relativ deutlich fiel, ebenfalls. War es das also mit der Hausse im Nasdaq 100?
Expertenmeinung: Dass die Situation für das bullische Lager jetzt brenzlig geworden ist, lässt sich nicht bestreiten. Ob sie damit aber schon aus dem Rennen sind, muss sich erst noch herausstellen, denn drei Aspekte sprechen dafür, die Sache noch nicht als entschieden anzusehen.
Zunächst einmal war das, was die Aktienmärkte im Verlauf des Freitags in wachsende Unruhe versetzte, ein plötzlich deutlich anziehender Ölpreis, der indes, siehe dazu die heutige Analyse zu Brent Crude Oil, weniger auf handfesten Gründen als auf Emotionen basierte. Ist die Grundlage wacklig, kann es die Reaktion auch sein. Das kann („kann“, nie „muss“) auch für die Kurse gelten, die dabei mitgezogen wurden – wie die des Nasdaq 100.
Zweitens fiel diese Unruhe auf einen Abrechnungstermin am Terminmarkt. Da stehen immense Summen auf dem Spiel, so dass Trader oft nicht willens, aber genötigt sind, umgehend auf Unerwartetes zu reagieren. Diese Abrechnung ist jetzt aber über die Bühne gegangen, es wäre zumindest denkbar, dass das zu einer Gegenbewegung führt.
Und zuletzt hatte der Nasdaq 100 diese 100-Tage-Linie auch schon Ende Juli und Mitte September kurz, aber deutlich unterboten und rettete sich trotzdem schnell zurück ans sichere Ufer. Das sehen auch jetzt zweifellos nervöse bullische Trader und könnten das als Motivation sehen, genau das, die Rückeroberung dieser Linie, umgehend in Angriff zu nehmen … zumal der „Evening Star“ im Wochenchart eine Formation ist, die, um als bärisches Signal Gültigkeit zu erlangen, einer Bestätigung bedarf, d. h., das Signal ist erst wirklich gültig, wenn auch die Kerze dieser neuen Woche eine rote würde.
Reichen diese drei Aspekte aus, den Bullen das nötige Zutrauen zu verleihen, um zum Gegenangriff überzugehen? Es ist möglich. Aber angesichts der insgesamt zunehmend kniffligen Rahmenbedingungen ist es alles andere als sicher. Was man hier sehen müsste, um zu unterstellen, dass die Hausse noch nicht am Ende ist, wäre die Rückkehr über die in den vergangenen Tagen gebrochenen Chartmarken … und die liegen dicht an dicht. Erst bei Schlusskursen über 30.762 Punkten und damit über dem Juni-Hoch wäre das Risiko, dass wir hier gerade in der Phase eines Trendwechsels sind, erst einmal gebannt. Solange der Nasdaq 100 das nicht schafft, bleibt Vorsicht angebracht.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.10.2026 um 15:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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