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SMI Prognose Swiss Market Index (SMI): Endet das hier als Bullenfalle?

News: Aktuelle Analyse des SMI Index

von

18.11.2025 | 08:26 Uhr
In diesem Artikel
SMI
ISIN: CH0009980894
|
Ticker: SMI
|
Währung: Punkte
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Vergangene Woche legte der Schweizer Leitindex SMI rasant zu, überbot das Oktober-Hoch und erreichte den höchsten Level seit dem Zoll-Crash Anfang April. Auslöser war die zu erwartende Zoll-Einigung mit den USA. Jetzt fällt der Index. Ebenfalls wegen dieser Einigung.

Dass es der Schweiz gelingen würde, sich mit den USA zu einigen und den im Frühjahr auf drastische 39 Prozent angehobenen Einfuhrzoll in die USA zu drücken, pfiffen die Spatzen bereits in der Vorwoche von den Dächern. Entsprechend erfreut griffen Marktteilnehmer bei den Aktien zu, der Swiss Market Index (SMI) stieg über das Oktober-Hoch. Dieses vorherige Hoch endete als Bullenfalle, weil es misslungen war, den Index über der da zeitweise leicht überbotenen Widerstandszone 12.441/12.668 Punkte zu halten. Aber diesmal, so dachten sich die Käufer, kann mit dem Rückenwind dieser anstehenden, guten Nachrichten ja nichts schiefgehen. Doch die Charts zeigen:

SMI: Tages-Chart vom 17.11.2025, Kurs 12.597,82 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMI: Tages-Chart vom 17.11.2025, Kurs 12.597,82 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS

Aktuell könnte genau das doch passieren. Denn richtig ist zwar, dass für die Schweizer Exporte in die USA jetzt – wie für die EU – ein Einfuhrzoll von 15 Prozent gilt. Aber zwei Faktoren machen die Anleger zu Recht unruhig:

Expertenmeinung: Zum einen zeigte die am Montag vorgelegte Berechnung des Schweizer Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal, wie heftig negativ die hohen Zölle auf die Konjunktur gewirkt hatten, denn die Wirtschaftsleistung ist im Sommerquartal gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent geschrumpft. Und schon da, im zweiten Quartal, hatte es nur noch für ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gereicht.

Zum anderen wurde jetzt deutlich, dass es diese Einigung nicht zum Nulltarif gab. Das, was die Anleger mittlerweile über die Details wissen, von denen es am Freitag hieß, die würden noch bekanntgegeben werden, konnte ihnen nicht gefallen. Entscheidender Aspekt dabei: Die Verhandler der Schweiz hätten sich laut den USA verpflichtet, den immerhin im Vorjahr fast 40 Milliarden US-Dollar ausmachenden Handelsbilanzüberschuss mit den USA bis 2028 auszugleichen. Was hieße: Entweder man verkauft weniger in den USA oder die Schweizer kaufen mehr US-Güter. Das ist nichts, was man sich hätte wünschen mögen.

Es überrascht daher nicht, dass die Ersten wohl schon am Freitag angesichts der nebulösen Aussagen über noch bekanntzugebende Details vorsichtig wurden und verkauften. Jetzt, im Licht der Nachrichtenlage, die andeutet, dass die Schweiz mit diesem „Deal“ nicht der erhoffte große Gewinner sein wird, und mit den Wachstumsdaten, die die Abhängigkeit von den USA recht plastisch hervorheben, wird es auf der Oberseite eng.

Zwar würde der SMI erst dann eine echte Bullenfalle sehen, wenn er nicht nur unter die jetzt wieder im Feuer stehende Zone 12.441/12.668 Punkte rutscht, sondern auch die wenig tiefer im Bereich 12.225/12.290 Punkte verlaufende Kreuzunterstützung aus 200-Tage-Linie und April-Aufwärtstrendlinie bricht. Aber das Risiko, dass es so kommt, ist gestiegen … während ein bullisches Signal auf kurzfristiger Ebene erst dann wieder gegeben wäre, wenn das Vorwochen-Verlaufshoch bei 12.843 Punkten auf Schlusskursbasis überboten wäre und damit deutlich würde, dass sich der Optimismus in Sachen Zoll-Deal doch noch irgendwie hat durchsetzen können.

SMI: Wochen-Chart vom 17.11.2025, Kurs 12.597,82 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMI: Wochen-Chart vom 17.11.2025, Kurs 12.597,82 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.11.2025 um 22:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der SMI Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

39 Prozent US-Einfuhrzoll für die Schweiz – als diese ernüchternde Meldung auf den Tisch kam, war die Schweizer Börse wegen des Nationalfeiertags zu. Doch als sie am 4. August reagierte, wurde ein deutliches Minus noch am gleichen Tag fast aufgeholt. Beeindruckend!

Mittelfristig bewegt sich der Schweizer Leitindex SMI seit Jahren seitwärts. Mal kommt es zu einem Schub nach oben, mal nach unten, aber unter dem Strich notiert der Index heute kaum höher als Anfang 2020, vor dem Corona-Einbruch. Da haben wir also auch keine neuen Hochs nach dem „Zoll-Crash“ des Aprils, wie wir das bei einigen US-Indizes oder dem DAX sehen. Aber wenn man sich überlegt, wie hoch die Pharmabranche im SMI gewichtet ist und dass diese im Fadenkreuz des US-Präsidenten in Bezug auf die Preise steht … und wenn man bedenkt, dass die USA das wichtigste Exportland der Schweiz sind und da jetzt 39 Prozent Einfuhrzölle fällig sind … dann ist es schon beeindruckend, dass der Index überhaupt so stabil daherkommt.

Aber dass es so ist, heißt nicht, dass es so bleiben muss. Denn der Druck auf die Schweizer Wirtschaft ist durchaus groß, zumal die Nachfrage im hier so wichtigen Chemie- und Pharmasektor in Europa derzeit eher gedämpft ist und man auf den großen Ruck in China immer noch vergebens hofft. Daher ist die Robustheit des SMI zwar aller Ehren wert, muss aber nicht von Dauer sein. Worauf gälte es zu achten?

Expertenmeinung: Man muss sich da letzten Endes auf das Chartbild konzentrieren, denn ob die Schweiz in Sachen Zölle noch bessere Konditionen herausholt, was natürlich wie ein Befreiungsschlag wirken könnte, ist völlig offen.

SMI: Chart vom 12.08.2025, Kurs 11.886,41 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMI: Tages-Chart vom 12.08.2025, Kurs 11.886,41 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS

Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass das bullische Lager immerhin einen Pluspunkt verbuchen kann. Im Zuge der auch hier aufgetretenen, aber deutlich schwächer verlaufenen Rallye nach der Verkündung der Zollaufschübe Anfang April entstand zwischen dem 22. und dem 23. April eine Aufwärts-Kurslücke, die lange Zeit nicht geschlossen wurde. Zwar gibt es kein logisches Fundament für diese Argumentation, aber viele Trader sehen es als wichtig an, dass solche Kurslücken geschlossen werden. Erst danach wäre die Fortsetzung eines Trends stabil. Und genau diese Kurslücke wurde durch die anfänglich negative Reaktion der Anleger auf diese drastischen US-Einfuhrzölle am 4.8. geschlossen. Und es gelang am gleichen Tag, ein eingangs weit größeres Minus zum Handelsende auf gerade einmal -0,15 Prozent zu reduzieren. Seither krabbelt der Index langsam weiter nach oben, aber:

Dadurch hat es der SMI nur geschafft, sich in die seit Ende April geltende Handelsspanne zurück zu retten. Für ein bullisches Signal müsste er zunächst über die im Tageschart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie hinaus, an welcher er im Juli gleich zweimal gescheitert war. Und für ein echtes Kaufsignal gälte es auch noch die Widerstandslinien bei 12.295 und 12.484 Punkten zu überbieten. Das wäre aus aktueller Sicht nur dann kein extrem steiniger Weg, wenn sich in Bezug auf die US-Zölle noch etwas machen ließe. Und ob das gelingt, weiß man eben nicht.

Daher wären Long-Positionen auf den SMI trotz dieser beeindruckend gelassenen Reaktion auf negative Nachrichten gewagt. Und in dem Moment, in dem der Index das Tief dieses „Zoll-Schock-Tages“ vom 4. August bei 11.612 Punkten auf Schlusskursbasis unterbieten sollte, wäre auch dieses bislang ja nur potenziell bullische Setup umgehend vom Tisch!

SMI: Wochen-Chart vom 12.08.2025, Kurs 11.886,41 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMI: Wochen-Chart vom 12.08.2025, Kurs 11.886,41 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Kaum hatte der Schweizer Leitindex SMI das aus dem Jahr 2022 stammende Rekordhoch bei 12.997 Punkten überwunden, war es schon wieder vorbei, der Index wurde in den Zoll-Strudel gerissen. Aus dem er sich, im Gegensatz z. B. zum DAX, bislang nicht befreien kann. Warum?

Auch die Schweiz wurde in diesem denkwürdigen April von Trumps „Zoll-Hammer“ getroffen. 31 Prozent Zoll sollten auf alle Schweizer Einfuhren in die USA gelten, und das, obgleich die Schweiz alle Einfuhrzölle auf Industrieprodukte im Vorfeld abgeschafft hatte. Zwar wurde auch hier ein 90-Tage-Aufschub gewährt, sodass derzeit, ebenso wie für EU-Exporte in die USA, ein Einheits-Zollsatz von zehn Prozent gilt. Aber davon abgesehen, dass das für die Schweizer Exporteure dennoch eine Belastung ist, hört man bislang noch nichts von konkreten Verhandlungen, um das Damoklesschwert loszuwerden. Man dürfte seitens der Investoren fürchten, dass die Schweiz für die USA unter „ferner liefen“ rangiert und eine Lösung mit diesem eher kleinen Land in Washington keine Priorität genießt.

Darüber hinaus ziehen die Euro-Börsen den Fokus internationaler Investoren auf sich, weil man dort massiv mehr in Verteidigung investieren will. Das befeuert die Kursphantasie, da laufen Verteidigungstitel genauso wie Finanzwerte. Die Schweiz fällt da momentan quasi durch das Aufmerksamkeitsraster und bleibt, was den SMI-Index angeht, auffallend zurück:

Expertenmeinung: Zwar ist es jetzt wenigstens gelungen, die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie zurückzuerobern, aber damit wurde eine neue, massivere Widerstandszone erreicht, die sich aus den Hochs zwischen Sommer und Spätjahr 2024 sowie der Nackenlinie des Doppeltopps vom März zusammensetzt und zwischen 12.295 und 12.668 Punkten wartet.

SMI Index: Chart vom 05.05.2025, Kurs 12.233,03 Punkte, Kürzel: SMI | Online Broker LYNX
SMI Index: Chart vom 05.05.2025, Kurs 12.233,03 Punkte, Kürzel: SMI | Quelle: TWS

Solange der SMI seine Rolle als Mauerblümchen nicht loswird und die internationalen Trader wie gebannt auf den Anlauf des DAX an sein bisheriges Rekordhoch starren, wird es schwierig, da in nächster Zeit durchzukommen, aber:

Die Rallye der Rüstungs- und Finanztitel am deutschen Aktienmarkt ist nicht unendlich fortführbar, die haussierenden Aktien sind großenteils bereits teuer bewertet und fast durch die Bank markttechnisch überkauft. Und die Schweizer Wirtschaft kommt ja durchaus robust daher, hier ist die Inflation niedriger, die Leitzinsen ebenso, das Wachstum – zumindest bislang – stabil. Es wäre daher durchaus möglich, dass Investoren, die in den Bereichen, die momentan alle Blicke auf sich ziehen, Gewinne mitnehmen, sich umschauen, die Aktien des SMI entdecken und als lukrativ einordnen. Vor allem, wenn sich die Lage für die Pharmaindustrie, die den SMI dominiert, aufhellen sollte. Denn dass dort neue Zölle seitens der USA drohen und China als wichtiger Markt nicht in Schwung kommt, ist ein weiterer Grund, wieso der SMI derzeit nicht hinterherkommt.

Kurzfristig wird es also auf der Oberseite eher eng, aber mittelfristig wäre dieser Index einer, den man sich auf die Watchlist setzen sollte, weil er einer derjenigen werden könnte, die ins Laufen kommen, wenn den Bullen beim DAX und den US-Indizes die Puste ausgeht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.