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Der NYSE Composite Index ist nicht gerade der erste der US-Indizes, den man heranziehen würde, um die übergeordnete Lage des Aktienmarkts einzuschätzen, manch ein Anleger mag diesen Index gar nicht kennen. Aber er hat gegenüber Dow Jones und Nasdaq einen Vorteil.
Um die Lage an der Börse einzuschätzen, neigt man dazu, vor allem dorthin zu schauen, wo es am hellsten blinkt, wo die stärksten Trends geboten sind. Aber so sieht man vor allem, was die Spekulanten tun. Der Blick auf den Gesamtmarkt aber ist wichtig, um zu erkennen, ob dieses spekulative Treiben von einem gesunden Aufwärtstrend unterfüttert wird und damit einigermaßen stabil daherkommt, weil auch „normale“ Anleger grundsätzlich bullisch sind. Für solche „prüfenden Blicke“ ist der NYSE Composite bestens geeignet.
Dieser New York Stock Exchange (NYSE) Composite Index erfasst alle etwa 2.400 an eben dieser New York Stock Exchange gehandelten Aktien, was bedeutet: alles, was an der Wall Street notiert ist. Das bedeutet auch, dass so manche Chip-Aktie, die gerade durch die Decke geht, hier nicht erfasst ist, sofern sie nur an der Nasdaq notiert ist, die wiederum nicht an der Wall Street, sondern am Times Square beheimatet ist. Das sind von den derzeitigen Nasdaq-Zugpferden aber nicht viele. Die meisten sind auch an der Wall Street gelistet und damit auch Teil des NYSE Composite. Daher kann man die Behauptung, dieser breit gefasste Index taugt als Repräsentant des US-Aktienmarkts insgesamt, durchaus stehen lassen.
Aber wenn dem so ist, sollte man sich vor zu großer Euphorie besser hüten, denn der NYSE Composite kommt momentan eher ein wenig wacklig daher:
Expertenmeinung: Der Nasdaq 100 hat das Hoch, das er unmittelbar vor dem Angriff auf den Iran Ende Februar ausgebildet hatte, längst weit überboten. Der S&P 500 zog nach, mittlerweile notiert auch der Dow Jones im Bereich neuer Rekorde. Der marktbreite NYSE Composite zog jedoch erst im Verlauf der Vorwoche nach, als Reaktion auf die Fortschritte in Bezug auf den Iran-Krieg und den nach unten drehenden Ölpreis. Das Problem dabei ist:

Er konnte den Ausbruch nicht halten, wie wir in den beiden Charts auf Tages- und Wochenbasis sehen. Noch ist der Rücksetzer zurück unter das im Februar markierte, vorherige Rekordhoch ein sehr kleiner. Aber ob sich das jetzt auswächst oder nicht, deutlich wird, dass der breite US-Aktienmarkt keineswegs so bullisch daherkommt, wie die im Fokus der Trader stehenden Indizes das suggerieren.

Nun ist dieses Dasein im Schatten der „Großen“ auch insofern von Vorteil, als viele diese bislang ja noch kleine und damit grundsätzlich auch noch „reparierbare“ Bullenfalle womöglich gar nicht bemerkt haben. Aber so ganz im Abseits steht der NYSE Composite auch wieder nicht … und wenn man sich ansieht, wie relativ nahe die Zone läge, unter der aus einer Korrektur ein Problem mittelfristiger Relevanz für die Bullen würde, ist Vorsicht angebracht:
Bei aktuell 22.400/22.500 Punkten würde mit der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie ein doppelter Support warten, der solide wirkt. Dieser Bereich liegt im Rahmen einer normalen Korrektur, kann dann aber zum Schlüssel-Support werden, sobald er erst einmal erreicht ist. Und zwar, weil manch ein Investor mit Blick auf den NYSE Composite zu dem Schluss kommen könnte, dass der US-Aktienmarkt insgesamt keineswegs so robust ist, wie das flüchtige Blicke glauben machen, und man daher mit gezielten, bärischen Attacken womöglich deutlich erfolgreicher sein könnte, als die Mehrheit derzeit glaubt.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.06.2026 um 23:10 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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