Aufgewärmtes soll ja bisweilen besonders gut schmecken. Aber das wäre im Fall der Halbleiter-Hausse auch nötig, wenn das bullische Lager beim Nasdaq 100 den „Deckel“ sprengen will. Es sei denn, es gelingt der Staffelwechsel hin zum Software-Sektor.
Ein Blick auf das langfristige Bild des Nasdaq 100 auf Monatsbasis zeigt: Zur Halbzeit des Augusts ist das Minus des Vormonats schon nahezu aufgeholt … und das bisherige Hoch, erreicht am 3. Juni bei 30.762 Punkten, ist nicht mehr so weit entfernt, dass man diesen „Deckel“ nicht mit einer starken Handelswoche sprengen könnte. Zumal an diesem Freitag auch noch die Abrechnung an der Terminbörse ansteht, was die Kurse in einem grundsätzlich bullischen Umfeld oft höher zieht.

Und bullisch ist das Umfeld ja durchaus, auch wieder im „Mikrokosmos“ auf Tagesbasis. Das sah zwar noch vor knapp drei Wochen völlig anders aus, als der Index aus seiner vorherigen Handelsspanne dynamisch nach unten ausgebrochen war. Aber mittlerweile ist er zurück in der Spur und hat bereits alle wichtigen gleitenden Durchschnittslinien zurückerobert. Was fehlt, ist der Widerstandsbereich zwischen 30.329 und 30.762 Punkten. Der liegt nahe, wirkt aber massiv … und würde der Nasdaq 100 direkt auf dem Freitags-Level nach unten abdrehen, hätte man das nächste niedrigere Hoch und damit eine Bestätigung der grundsätzlich abwärts weisenden Tendenz. Das gilt es seitens der Bullen also zu verhindern, nur:
Expertenmeinung: Womit will man da ansetzen? Welche Aktien sollen den Index über das bisherige Hoch ziehen? Drei Möglichkeiten stünden da zur Wahl.
„Big Tech“ mit Aktien wie Meta, Alphabet, Microsoft, Apple und Nvidia. Aber da gehen ja gerade die durchaus berechtigten Zweifel um, ob diese Unternehmen sich in Sachen KI mit ihren Investitionen nicht übernehmen.
Eine andere Option wäre es, die Halbleiter-Hausse „aufzuwärmen“. Einige der vorherigen Zugpferde wie SanDisk, Western Digital oder Marvell hatten seit Ende Juni in der Spitze um die 50 Prozent und mehr korrigiert und ziehen gerade wieder an. Ob man die Anleger, die da als Letzte eingestiegen waren und somit „von den Hunden gebissen“ wurden, motivieren kann, es einfach noch einmal zu versuchen? Möglich wäre es, aber die Erfolgschance ist offen.
Andererseits würde es völlig ausreichen, wenn der Chipsektor auf dem aktuell konsolidierten Niveau friedlich seitwärts liefe, sofern man imstande wäre, einen neuen Hype aus dem Hut zu zaubern, indem man jetzt diejenigen Aktien zu Zugpferden macht, die so manche große Adresse zeitgleich mit Long-Trades auf Halbleiter leer verkauft, sprich short getradet hat: die Software-Aktien.
Immerhin muss man eher nicht fürchten, dass allzu viele daherkommen und einwenden würden, dass es doch vor einem halben Jahr noch hieß, da sei jetzt alles vorbei, und die Frage in den Raum stellen, warum denn jetzt auf einmal das Gegenteil wahr sein soll. Der Markt vergisst und verzeiht schnell, wenn die Kurse nur dynamisch genug steigen. Und wenn man sich ansieht, dass Aktien wie Synopsys, Palantir oder Nebius in der Liste der größten Wochen-Gewinner des Index zu finden sind, die alle dem Software-Sektor zuzurechnen sind, könnte diese Variante, um den Index pünktlich vor oder zu der Abrechnung der Terminbörse am Freitag auf neue Hochs zu ziehen, durchaus funktionieren.

Aber wenngleich die Short-Seite bei diesem Chartbild momentan keine Basis hätte: Auch Long-Trades sollte man mit einem gerüttelten Maß an Vorsicht angehen bzw. begleiten, denn über allen strategischen und taktischen Aktivitäten großer Adressen steht das Risiko des Unerwarteten in Bezug auf die Nachrichtenlage.
Hilfreich mag für den Nasdaq 100 sein, dass die Konjunkturdaten der letzten anderthalb Wochen die Hoffnung nähren, dass die US-Notenbank die Finger von der Zinsschraube lässt. Aber was aus dem Weißen Haus kommt, ist immer eine Art „Wundertüte“. Und dort wie hier weiß man erst, was man bekommt, wenn die Tüte auf einmal offen ist, daher: Den Nasdaq 100 ohne konsequente Stop-Loss-Absicherung zu traden, wäre aktuell mehr noch als sonst keine gute Idee.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.08.2026 um 22:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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