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Der Dow Jones hatte am Donnerstag an zwei wichtigen charttechnischen Unterstützungen nach oben gedreht und sie damit zunächst verteidigt. Aber mit reinem Halten kommt man nicht aus der Gefahrenzone, da muss zeitnah mehr kommen. Auf welche Marken kommt es an?
Der Ölpreis bleibt hoch, eine Lösung dieser Problematik ist aktuell nicht in Sicht. Zugleich haben die Renditen am US-Anleihemarkt Levels erreicht, die man seit 2007, bei einigen Laufzeiten sogar noch länger, nicht mehr gesehen hat. Was zwei Dinge andeutet: Staat und Unternehmen brauchen immer mehr Geld, zugleich lässt die Bereitschaft, Kapital in solche Anleihen zu investieren, nach.
Das ist eine Gesamtsituation, die man, nicht zuletzt mit Blick auf die morgen in vier Wochen anstehenden Zwischenwahlen, mit Fug und Recht als schwierig bezeichnen kann. Und es ist ein Umfeld, in dem die Anleger am Aktienmarkt aufgrund der Nachrichtenlage tendenziell wachsamer werden. Charttechnisch bärische Signale will man da im Lager der Bullen natürlich vermeiden. Nur liegt zwischen „Wollen“ und „Können“ die Bereitschaft, mit eigenem Kapital aktiv mitzuwirken, wenn es darum geht, einen im Fokus stehenden Index wie das US-Index-Flaggschiff Dow Jones an wichtigen Supportmarken nach oben zu drehen und daraus einen neuen Aufwärtsimpuls zu machen. Einen, der hinreichend dynamisch ist, um die Bedenken in Bezug auf die Gesamtsituation wieder in den Hintergrund zu drängen. Und bislang scheint diese Bereitschaft überschaubar zu sein.
Expertenmeinung: Der erste Schritt, das Verteidigen von Schlüssel-Supportmarken, ist jetzt zwar getan. Der zweite, sich von diesen Marken zu lösen, aber noch nicht. Und da tickt für die Bullen die Uhr, denn je länger der Index nicht überzeugend nach oben davonzieht, desto mehr Akteure werden sich fragen, ob es wirklich eine gute Idee wäre, hier mit eigenem Geld „anzuschieben“ … oder ob es nicht im Gegenteil in Kürze heißen könnte: „Wer als Erster verkauft, bekommt noch gute Kurse“. Es geht mit Blick auf den Chart des Dow Jones aktuell nämlich nicht nur darum, die Bullen neu zu motivieren, sondern auch darum, die Short-Seller fernzuhalten.
Denn die beiden Supportlinien, an denen es am Donnerstag gelang, das seit Anfang August laufende Abbröckeln des Index erst einmal zu stoppen, stechen im Chartbild nicht nur besonders heraus. Unter ihnen wäre zugleich einiges an neuem charttechnischem Abwärtspotenzial gegeben.
Es geht um das Februar-Hoch bei 50.513 Punkten und die nur knapp darunter, bei aktuell 50.367 Punkten, verlaufende 200-Tage-Linie. Darunter würde, das sehen Sie im Chart auf Wochenbasis, erst wieder bei 45.057 Punkten eine markante Supportmarke warten, das wäre das März-Tief dieses Jahres. Dass dieses Kursziel im Fall des Bruchs dieser Kreuzunterstützung wirklich erreicht würde, ist zwar keineswegs sicher. Aber das derzeitige Umfeld wäre grundsätzlich durchaus eines, das zum Ziehen so mancher Reißleine führen könnte, sollte dieser aktuell gehaltene Bereich doch noch fallen.

Und das, was der Dow Jones am Donnerstag vom Tagestief aufholte und am Freitag an Boden gutmachte, ist noch deutlich zu wenig, um erwarten zu können, dass die Kuh aus Sicht der Bullen jetzt schon vom Eis wäre. Die 20-Tage- ebenso wie die 50-Tage-Linie sowie die Anfang August entstandene Abwärtstrendlinie müssten bezwungen sein, um das behaupten zu können. Dafür müsste der Index momentan (die Linien fallen langsam) über 52.740 Punkten schließen. Das bärische Lager hätte also den deutlich kürzeren Weg, um zu punkten … die Käuferseite ist jetzt gefordert.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.10.2026 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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