Neue Rekorde trotz schwierigem Umfeld: Der Dow Jones scheint nicht zu stoppen zu sein. Doch irgendwann endet jeder Aufwärtsimpuls. Und beim Blick auf das mittelfristige Chartbild wird deutlich: Die Käufer sollten sich ranhalten, damit aus „irgendwann“ nicht „jetzt“ wird.
Dass mal acht Handelstage lang die Käufer in der Unterzahl sind und der Index deshalb konsolidiert, ist beim Dow Jones nichts Ungewöhnliches, vor allem nicht, wenn zuvor neue Rekorde markiert wurden. Im Gegensatz zum deutlich volatileren Nasdaq 100 ist das US-Index-Flaggschiff meist gemächlicher unterwegs, nach dem Prinzip „zwei Schritte vorwärts und dann erst einmal einen zurück.“ Außerdem ist aus charttechnischer Sicht noch nicht das Geringste angebrannt, wie man im Chartbild auf Tagesbasis sehen kann:

Solange der Dow nicht nennenswert unter das vorherige Hoch vom 7. Juli bei 53.289 Punkten fällt, bleibt er selbst auf kurzfristiger Ebene bullisch. Die Käufer sollten zwar langsam wieder aktiver werden, damit das nicht passiert, immerhin ist der Index am Montag schon ziemlich nahe an diesen Support herangelaufen. Aber selbst, wenn er das Juli-Hoch unterbieten sollte:
Solange er nicht auch noch unter die 20-Tage- und die 50-Tage-Linie sowie die unter diesen Linien wartende Unterstützungszone 51.302 zu 51.660 Punkte rutscht, würde das bärische Lager wohl kaum in größerem Umfang aktiv, es sei denn, es würden sich neue Argumente dafür ergeben. Was man aber besser nicht einfach ausschließen sollte.
Expertenmeinung: Denn der Ölpreis kommt nicht nach unten. Womit einige aber gerechnet haben dürften, denn immerhin hatte Donald Trump vor nunmehr gut zwei Wochen verkündet, die Wiederbelebung der Rahmenvereinbarung für Verhandlungen zu einer endgültigen Einigung mit dem Iran stünde kurz bevor. Und auch die vordergründige Freude, dass schwache Arbeitsmarktdaten die US-Notenbank vielleicht von einer Zinserhöhung abhalten könnten, hat zwei Seiten. Und eigentlich wiegt Druck auf den Arbeitsmarkt für die Gesamtwirtschaft schwerer als ein Viertelpunkt höhere Leitzinsen.
Neue Argumente seitens der Bilanzen kommen auch nicht mehr, die „Saison“ ist durch, die Ausblicke angepasst, die Reaktionen erfolgt. Da wird dann mehr auf die Charts geschaut. Und da findet sich etwas, das zur Vorsicht mahnt … und zwar im Chart auf Wochenbasis.

Denn wenn man sich den mal seit dem Corona-Crash-Tief im März 2020 ansieht, stellt man fest, dass sich da ein Aufwärtstrendkanal konstruieren lässt, an dessen oberer Begrenzung der Dow Jones in der vorvergangenen Woche gestoppt wurde. Kurz kam er innerhalb der Woche über die Linie, am Ende schloss er aber darunter und damit wieder innerhalb des Trendkanals. Und er machte letzte Woche keine Anstalten, einen zweiten Versuch zu starten.
Man kann und darf einwenden, dass diese obere Begrenzungslinie bislang nur durch einen Punkt definiert ist, d. h. noch nicht bestätigt wurde. Außerdem ist es nie zwingend, dass solche Linien einen Trendimpuls dauerhaft aufhalten, ein „Overshooting“ wäre immer drin, aber:
Konsolidierungsphasen, wie wir sie gerade sehen, sind trotzdem ziemlich sensible Momente. Die Anleger sehen das neue Hoch langsam schwinden … und sollten genug Marktteilnehmer einen Blick auf das mittel-/langfristige Bild auf Wochenbasis werfen, kann es durchaus sein, dass diejenigen, die es bräuchte, um von dieser jetzt nahen Supportlinie aus das Ruder herumzureißen, ein bisschen zu sehr zögern und manch einer doch noch ein paar Positionen zu viel reduziert, um den Aufwärtsschwenk zu schaffen. Und bleibt der aus, kann auch der die Kauffreude bremsende Zweifel zurückkehren, der bei den meisten nur im Hintergrund läuft, solange das Aufwärts-Momentum „passt“.
Fazit: Der Dow Jones wäre jetzt in einer Position, in der er erneut durchstarten könnte. Das Umfeld und dieses Erreichen der oberen Begrenzungslinie des 2020er-Trendkanals machen das aber unsicher genug, um diesen altehrwürdigen Index, der immense Ausstrahlungskraft auf den Aktienmarkt in seiner Gesamtheit hat, engmaschig im Auge zu behalten.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.08.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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