Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Die Angebotsverknappung bei Rohöl besteht fort … und droht sich sogar zu intensivieren, denn während die USA über ein Diesel-Exportverbot nachdenken, hat China seine Treibstoffexporte jetzt zum Teil gestoppt. Für Brent Crude Oil ist dadurch weiter nichts unmöglich.
Was die USA in Bezug auf den Iran vorhaben, weiß niemand so genau, womöglich wissen das nicht einmal die dortigen Entscheider selbst. Mal heißt es aus dem Oval Office, ein Ende des Konflikts werde wohl erst nach den am 3.11. anstehenden Zwischenwahlen erreicht, mal droht der US-Präsident, den Iran dem Erdboden gleichzumachen, wenn der nicht sofort einlenken sollte. Klar ist nur eines: Durch die Behinderung der Exporte aus Nahost ist das Angebot an Rohöl und in dessen Folge an Benzin, Heizöl und Diesel zu gering.
Und weil das so ist, denken Länder, die entweder wie die USA und Russland große eigene Ölförderungen unterhalten oder wie China große Raffineriekapazitäten haben, darüber nach, erst einmal die eigene Versorgung im Land sicherzustellen, bevor man etwas ins Ausland exportiert. Und während man in Washington noch nachdenkt, hat China gehandelt und den Export von Treibstoffen für den Oktober großenteils gestoppt.
Wie knapp es bei der Ölversorgung wirklich zugeht bzw. wie groß die Lücke ist, die da entsteht, kann niemand wirklich ganz genau abschätzen. Aber überall sinkende strategische Ölreserven – die der USA ist derzeit angeblich auf dem niedrigsten Niveau seit 1982 – deuten an: Im Winter, wenn für die Nordhalbkugel, auf der der Großteil der Weltbevölkerung lebt, die Heizsaison beginnt, wird es vermutlich eng, wenn sich nichts rührt.
Expertenmeinung: Und aktuell rührt sich die Gemengelage eben in die falsche Richtung. Dass der US-Dollar, in dem alle Rohstoffe gehandelt werden, zum Euro zuletzt auch noch stieg, macht die Sache für Europa noch problematischer. Kein Wunder, dass die Notierungen von Brent Crude Oil aktuell an ihr bisheriges Jahreshoch klopfen, bezogen auf den aktuellsten Futures-Termin, der die Lieferung im Dezember beinhaltet. Denn wer am meisten bietet, bekommt eben auch etwas. Da ist, wenn das Angebot zu gering ist, in Bezug auf die Preisbildung auf der Oberseite nichts unmöglich.
Entsprechend bullisch präsentiert sich aktuell das Chartbild. Nachdem am 11. September mit 104,47 US-Dollar pro Barrel das bisherige Jahresverlaufshoch markiert wurde, konsolidierte Brent Crude Oil zwar, verteidigte dabei aber in diesem Dezember-Liefertermin des Futures die aus den Hochs der Monate März und Mai bestehende Supportzone zwischen 95,60 und 100,42 US-Dollar, wobei sich die im Chart rot gehaltene 20-Tage-Linie weiterhin als effektiver Leitstrahl des Aufwärtstrends darstellt.

Das ist kein Chartbild, in dem man erwägen würde, gegen den Trend zu agieren. Aber da der Ölpreis derzeit vor allem „politisch“ ist und dort jederzeit Entscheidungen zum Positiven wie zum Negativen fallen könnten, wäre auch die Long-Seite hier ein heißes Eisen. Hier sollten derzeit nur Trader überlegen, aktiv zu agieren, die sich der hohen Risiken durch überraschende Impulse in beide Richtungen vollauf bewusst sind.
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.10.2026 um 21:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Investoren, Anleger und Trader genießen mit einem Depot über LYNX den direkten Zugang zu nationalen und internationalen Börsenplätzen in Deutschland, Europa, den USA und Asien. Handeln Sie an 150 Märkten, in 33 Ländern und 24 Währungen. Jetzt informieren: Alle Märkte




