Ergebnis über den Erwartungen, Geschäftsjahresprognose angehoben: TKMS vermochte mit seinen Zahlen am Mittwoch zu gefallen. Aber offenbar nicht so sehr, dass es für einen Ausbruch über das bisherige Hoch gereicht hätte. Wird das womöglich zügig nachgeholt?
Umsatz +19 Prozent, Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) +13 Prozent, beides höher als von den Analysten im Vorfeld durchschnittlich geschätzt. EBIT-Gewinnmarge mit 5,8 Prozent zwar unter der des Vorjahreszeitraums (6,1 Prozent), aber über der Prognose von 5,6 Prozent. Das waren starke Ergebnisse.
Ergebnisse, die den Spezialisten im Schiffs- und U-Boot-Bau dazu veranlassten, die Prognose für das gesamte, hier immer am 30.9. endende Geschäftsjahr kräftig nach oben zu nehmen. Statt des bislang kommunizierten Umsatzanstiegs zwischen 2 und 5 Prozent avisiert TKMS jetzt 10 bis 12 Prozent. Für die EBIT-Gewinnmarge sieht man jetzt etwa 6,5 Prozent, bislang lautete der Ausblick auf „mehr als sechs Prozent“.
Dass die Aktie darauf positiv reagierte, überrascht zwar nicht. Aber diese Reaktion hatte den Makel, dass der Kurs ziemlich deutlich unter dem Tageshoch aus dem Handel ging. Am Ende stand ein Zugewinn von 8,53 Prozent zu Buche, am Tageshoch waren es aber 15,9 Prozent gewesen. Und Sie sehen im Chart, dass dadurch ein Anlauf an das bisherige Rekord-Verlaufshoch der – erst im vergangenen Oktober als „Spinoff“ von thyssenkrupp an die Börse gekommenen – Aktie bei 102,90 Euro erst einmal abgebrochen wurde.

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Expertenmeinung: Die Antwort auf die Frage, ob das Folgen haben könnte, indem die Käufer jetzt erst einmal vorsichtiger werden, liegt in der Frage, warum es wohl am Hoch zu Gewinnmitnahmen kam.
Die Skepsis in Sachen Aufwärtspotenzial, die diejenigen gehabt haben könnten, die gestern nahe des Tageshochs Kasse machten, dürfte vor allem an der teuren Bewertung der TKMS-Aktie liegen. Denn auch wenn man jetzt mit einem höheren Gewinn rechnen kann, das Kurs-/Gewinn-Verhältnis für 2025/2026 bleibt im Bereich um 40. Und das ist teuer.
Denn ja, TKMS meldete einen gewaltigen Auftragsbestand von 20 Milliarden Euro. Und wenn man sich ansieht, dass der Umsatz in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres gerade einmal bei knapp 1,9 Milliarden liegt, wirkt das, als wäre eine immense Beschleunigung des Umsatzwachstums zu erwarten.
Aber ein Unternehmen wie TKMS kann seine Kapazitäten nicht einfach im Handumdrehen drastisch erhöhen. Man hat auf Jahre hinaus gut zu tun, das ist sicher so. Aber dass dies das Wachstum so beschleunigen könnte, dass eine derart teure Bewertung gerechtfertigt wäre, ist eher fraglich.
Zumal auch die Analysten das offenbar großenteils auch so sehen. Denn da finden sich unter den momentan sieben aktuellen Einschätzungen vier „Kaufen“, aber auch drei „Halten“-Empfehlungen, das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 100 Euro und damit nahe an, aber eben nicht über dem bisherigen Hoch.
Fazit: Durch die bereits ziemlich teure Bewertung wird das bisherige Verlaufshoch bei 102,90 Euro zu einem charttechnischen „Deckel“, der nicht leicht zu heben sein wird. Was sich auch daran zeigt, dass bereits Anfang Juli ein Anlauf an diesen Widerstand unternommen wurde, der scheiterte.
Auch da kamen, kaum war die 100 Euro-Marke erreicht, Verkäufe auf, so wie gestern. Solange die Aktie ihre mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei momentan 74 Euro hält, gibt es für die Bären hier zwar nichts zu verdienen. Aber nach diesen Zahlen und den auffälligen Gewinnmitnahmen gestern direkt neu einzusteigen, wirkt eher riskant.
Quellenangaben:
Ergebnis der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/2026, 12.08.2026:
https://ir.tkmsgroup.com/de/nachrichten/starke-9-monats-ergebnisse-fuer-tkms-deutlicher-anstieg-von-umsatz-und-bereinigtem-ebit-anpassung-der-jahresprognose-sowie/1d9d0729-ff0f-4747-96d2-a98ccc7a0dff
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/TKMS.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.08.2026 um 22:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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