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Zwischen dem Tageshoch vom Mittwoch und dem Tagestief am Donnerstag lagen bei der Siemens Energy-Aktie 14,26 Prozent. Das führte zum Bruch einer wichtigen Supportzone, aber am Handelsende mussten sich die Bären trotzdem mit einem Unentschieden begnügen.
Zu hohe US-Inflationsdaten schüren die Angst vor stark steigenden Leitzinsen, die wiederum bremsend auf den KI-Sektor wirken könnten, was weniger Wachstum als gedacht für Energietechnik-Zulieferer wie Siemens Energy bedeuten kann. Um diese Ecken dachten diejenigen, die die Aktie der Siemens-Tochter am Mittwoch kräftig verkauften, den Kurs dadurch auf eine wichtige, charttechnische Supportzone drückten und diese dann am Donnerstag mit einer Abwärts-Kurslücke mit Schwung durchschlugen.
Charttechnisch gesehen wirkte das wie eine klare Sache: Dadurch, dass die Aktie im Vorfeld mit sogar zwei Versuchen genau an der Ende Mai etablierten Abwärtstrendlinie scheiterte und gestern die zwischen 130,90 und 133,30 Euro gelegene Unterstützungszone durchbrach, wurde die nächste Stufe eines mittelfristigen Abwärtstrends eingeleitet. Und das mit derart „chirurgischer“ Präzision, dass man gezielt auf der Short-Seite agierende Trader dahinter vermuten darf. Aber womit man im Bären-Lager vermutlich nicht gerechnet hatte, war, dass die gestrige Eröffnung mit einer großen Kurslücke nach unten keine Anschluss-Verkäufe nach sich zog, sondern in das Minus hinein gekauft wurde.

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Expertenmeinung: Das führte dazu, dass sich das am Tagestief knapp sechs Prozent ausmachende Minus zum Handelsende um 17:30 Uhr auf 2,16 Prozent verringerte und die Aktie dadurch nicht unter, sondern in der vorgenannten Auffangzone 130,90 zu 133,30 Euro schloss.
Das als erfolgreichen Konter auszulegen, wäre nicht überzogen, es als Kaufsignal zu sehen, aber schon. Denn erst, wenn die Aktie wirklich aus ihrem Abwärtstrend ausbricht, würde sich charttechnisches Aufwärtspotenzial ergeben, das mehr wäre als eine spekulative Chance für risikofreudige Trader. Und bis dahin ist der Weg noch relativ weit, denn diese Abwärtstrendlinie verläuft momentan um 148 Euro … und um signifikant zu werden, müsste ein solcher Befreiungsschlag auch noch die derzeit bei 154,35 Euro verlaufende 200-Tage-Linie überbieten. Aber immerhin wurde gestern die Chance hierfür gewahrt … und die würde durch die Meinungen der Analysten sowie die bilanzielle Perspektive grundsätzlich unterfüttert.
Denn richtig ist zwar, dass Siemens Energy auf Basis der Analysten-Gewinnschätzungen für das am 30.9. beendete Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 teuer wirkt. Aber man konnte zuletzt solides Wachstum vermelden, das mit Blick auf die gute Auftragslage nicht von eben auf sofort enden dürfte. Für das jetzt angelaufene Geschäftsjahr 2026/2027 sehen die Analysten beim Gewinn pro Aktie einen Anstieg von etwa 35 Prozent, im Folge-Geschäftsjahr erwarten sie (wenngleich man so weit voraus nur schätzen kann) noch einmal 30 Prozent. Und käme es so, wäre ein KGV von 30 eben keineswegs teuer.
Das ist die Grundlage für den mehrheitlichen Optimismus seitens der Analysten. 21 von 28 Experten sehen Siemens Energy als kaufenswert an, das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 194 Euro weit über dem derzeitigen Kurs. Dass da ein deutlicher Kursrückgang binnen kurzer Zeit auf Kaufinteresse stieß, wundert also nicht allzu sehr. Doch auch wenn der Ausbruch nach unten dadurch umgehend zurückgenommen wurde: Solange der Abwärtstrend intakt bleibt, sind es die Bären, die hier dominieren. Dieses gestrige, deutliche Reduzieren eingangs weit größerer Verluste bereits als Kaufsignal zu deuten, wäre daher äußerst gewagt.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ENR.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.10.2026 um 22:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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