KI-Rechenzentren, Chipfabriken und Batteriewerke haben eines gemeinsam: Ohne Kühlung geht nichts. Munters liefert sie.
Missionskritische Systeme
Munters gehört zu den weltweit führenden Herstellern von hochspezialisierten Systemen zur Kontrolle von Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftqualität in kritischen Anwendungen.
Das macht das Unternehmen zu einem Profiteur langfristiger Megatrends wie Digitalisierung, Halbleiterproduktion, KI-Rechenzentren und der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion.
Das Unternehmen entwickelt und produziert Lösungen zur Luftbehandlung, deren Kern auf drei Technologien basiert: Luftentfeuchtung, Verdunstungskühlung sowie Luftfiltration und Klimatisierung.
Die Anlagen kommen überall dort zum Einsatz, wo bereits kleinste Schwankungen bei Temperatur oder Luftfeuchtigkeit erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen können. Während eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in einer Chipfabrik Millionenverluste nach sich ziehen kann, entscheidet sie in der Lebensmittelproduktion über Haltbarkeit und Qualität.
Organisatorisch gliedert sich das Unternehmen in die drei Geschäftsbereiche Air Tech, Data Center Technologies und FoodTech, wobei die letztgenannte Sparte bereits in Teilen veräußert wurde und perspektivisch komplett abgestoßen werden soll.
KI-Rechenzentren werden zum größten Wachstumsmotor
AirTech umfasst Systeme zur Regulierung von Luftfeuchtigkeit und Luftqualität. Besonders bekannt sind die Sorptionsentfeuchter, die selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen bis zu 99,9 % der Feuchtigkeit aus der Luft entfernen können. Diese Technologie wird unter anderem in der Pharmaindustrie, der Lebensmittelverarbeitung oder der Elektronikfertigung eingesetzt.
Ergänzt wird das Angebot durch Luftbefeuchtungssysteme, die beispielsweise in Büros, Museen oder öffentlichen Gebäuden für konstante Luftbedingungen sorgen.
Der zweite Geschäftsbereich, Data Center Technologies, ist inzwischen der wichtigste Wachstumstreiber des Konzerns. Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren sorgt für eine explosionsartig steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Kühllösungen.
Moderne Grafikprozessoren erzeugen enorme Mengen Wärme, die zuverlässig abgeführt werden müssen. Gleichzeitig gewinnt die Energieeffizienz immer stärker an Bedeutung, denn die Kühlung macht häufig 30 bis 40 % des gesamten Stromverbrauchs eines Rechenzentrums aus. Munters entwickelt dafür hochmoderne Kühlsysteme, darunter zunehmend Flüssigkeitskühlungen, die deutlich effizienter arbeiten als klassische Luftkühlung.
Halbleiter und Batterien sorgen für Rückenwind
Die Halbleiterindustrie gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Absatzmärkten. Bei der Produktion moderner Chips müssen Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit extremer Präzision kontrolliert werden. Schon minimale Abweichungen können die Ausbeute deutlich reduzieren oder ganze Produktionschargen unbrauchbar machen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien. Während des Produktionsprozesses muss die Luftfeuchtigkeit extrem niedrig gehalten werden, da selbst geringe Mengen Wasserdampf die Qualität der Batteriezellen beeinträchtigen können. Mit dem weltweiten Ausbau der Batteriefertigung entsteht dadurch ein langfristiger Wachstumsmarkt für spezialisierte Luftentfeuchtungssysteme.
Der vielleicht größte Wettbewerbsvorteil ist jedoch die Spezialisierung. Munters verkauft kaum standardisierte Produkte. Fast jede Anlage wird individuell auf die Anforderungen des jeweiligen Kunden zugeschnitten. Dadurch entstehen hohe technische Eintrittsbarrieren, geringe Preissensibilität und enge Kundenbeziehungen.
Attraktives Servicegeschäft
Hinzu kommt ein äußerst attraktives Servicegeschäft. Nach der Installation werden die Anlagen über viele Jahre hinweg gewartet, modernisiert und mit Ersatzteilen versorgt. Daher bietet Munters einen globalen After-Sales-Support an, der den gesamten Lebenszyklus von Anlagen abdeckt – unabhängig davon, ob es sich um Einzelsysteme oder komplexe Industrieanlagen handelt.
Diese wiederkehrenden Umsätze sorgen für stabile Cashflows und erhöhen gleichzeitig die Kundenbindung. Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wirkt dieser Serviceanteil stabilisierend.
Im Wettbewerb trifft Munters zwar auf deutlich größere Konzerne wie Vertiv, Schneider Electric, Johnson Controls, Trane Technologies oder Carrier. Dennoch besitzt das Unternehmen in mehreren Nischen eine technologische Spitzenposition.
Aus der Perspektive eines Investors bietet Munters daher eine Reihe überzeugender Argumente, die sich auch in handfesten Zahlen niederschlagen.
Langfristig hat sich das Geschäft blendend entwickelt. Seit dem Börsengang im Jahr 2017 hat sich der Umsatz von 6,61 SEK auf 14,71 Mrd. SEK (schwedische Kronen) mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hat sich die operative Marge von 7 auf über 10 % deutlich verbessert.
Da die Expansion ohne eine Verwässerung der Aktienbasis finanziert wurde, konnte das Ergebnis von 1,90 auf 3,01 SEK je Aktie gesteigert werden, wobei das Ergebnis im letzten Geschäftsjahr rückläufig war.
Ausblick und Bewertung
Das war auf größere Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten, Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau des Rechenzentrumsgeschäfts zurückzuführen, um die stark steigende Nachfrage bedienen zu können.
Gleichzeitig haben sich einzelne Großprojekte verschoben, insbesondere im Halbleiterbereich, wodurch die Auslastung zeitweise suboptimal war.
Im laufenden Geschäftsjahr klingen diese negativen Effekte ab. Im letzten Quartal konnte der Umsatz um 11 % auf 3,81 Mrd. SEK und der Gewinn um 13 % auf 202 Mio. SEK gesteigert werden.
Das Ergebnis verbesserte sich von 0,97 auf 1,11 SEK je Aktie.
Der operative Cashflow ist im ersten Halbjahr von 730 auf 960 Mio. SEK gestiegen und liegt damit weit über dem gemeldeten Gewinn in Höhe von 326 Mio. SEK.
Das überzeugendste Argument für Munters dürfte jedoch die Nachfrage der Kunden sein. Im ersten Halbjahr kletterte der Auftragseingang von 7,22 auf 13,34 Mrd. SEK, wovon wiederum der Großteil auf Q2 entfiel.

Der Auftragsbestand ist dadurch auf Jahressicht von 9,77 auf 25,54 Mrd. SEK angestiegen. Munters dürfte daher vorerst voll ausgelastet sein. Der Auftragsbestand entspricht mehr als dem anderthalbfachen Jahresumsatz.
Daher wird in diesem Jahr ein Gewinnsprung auf 5,66 SEK je Aktie und somit ein Rekordergebnis erwartet.
Munters kommt demnach auf ein KGVe von 31,8.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.07.2026 um 15:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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