Seit Sommer 2025 stellte der Bereich zwischen 406 und 412 Euro für die L’Oréal-Aktie einen Deckel dar, der nicht zu heben war. Jetzt hat sie diesen Widerstand überwunden – und das mit Schwung. Der Auslöser: Die Ergebnisse des 3. Quartals, die am Donnerstagabend kamen.
Es scheint, dass der alte Spruch mal wieder greift: „Des einen Leid ist des anderen Freud‘. Während die ausgewiesenen Luxusgüter-Konzerne LVMH, Kering und Hermès mit ihren Ergebnissen enttäuschten, überraschte L’Oréal, der Spezialist für Kosmetik und Pflege im gehobenen, unterhalb der Kategorie Luxus liegenden Preissegment, positiv:
L’Oréal meldete am Donnerstagabend für das dritte Quartal zwar nur die Veränderung beim Umsatz, die Ergebnisse zu Margen und Gewinn kommen hier nur zum Ende eines Halbjahres. Aber dieses Umsatzplus konnte sich sehen lassen: L’Oréal gelang im dritten Quartal währungsbereinigt ein Zuwachs von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf bereinigter vergleichbarer Basis (like-for-like) lag das Wachstum bei 7,7 Prozent, während der ausgewiesene Umsatz um 11,9 Prozent zulegte.
Mit diesem Ergebnis wurde die Erwartung der Analysten deutlich übertroffen. Was die Anleger und Experten gleichermaßen beeindruckt haben dürfte, war zudem, dass alle Geschäftsbereiche Wachstum auswiesen und der Umsatz in allen Weltregionen anzog. Die Folge war ein massiv bullisches Signal in der Aktie.
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Expertenmeinung: Begleitet von mehreren angehobenen Analysten-Kurszielen machte die L’Oréal-Aktie am Freitag einen Satz von 7,5 Prozent und lief damit deutlich über die eingangs als „Deckel“ ausgewiesene Widerstandszone im Bereich 406/412 Euro hinaus. Aus rein charttechnischer Sicht läge der nächste Kurszielbereich jetzt bei 460,00/461,85 Euro, das sind die Höchstkurse der 2023/2024 entstandenen Toppbildung, wobei 461,85 Euro den bisherigen Verlaufsrekord markieren. Ein Ziel, das nach dem starken Anstieg zum Wochenschluss nicht mehr weit entfernt ist. Aber reicht der Schwung auch, um darüber hinauszulaufen?

Das ist zumindest offen genug, um nicht einfach davon auszugehen, dass es so kommt. Es fällt auf, dass diejenigen Analysten, die am Freitag auf diese Quartalszahlen reagierten, zwar ihre Kursziele angehoben haben, die Spanne dieser neu vergebenen Ziele aber von 417 bis 470 Euro reicht. Selbst das höchste, neue Ziel liegt also nur unwesentlich über der nächsten charttechnischen Zielzone. Warum sind die Experten hier eher zurückhaltend?
Das liegt unter anderem daran, dass die L’Oréal-Aktie auf Basis der erwarteten Gewinne bereits relativ ambitioniert bewertet ist. Noch wäre sie damit nicht zwangsläufig überbewertet, aber bei der Bewertung macht es sich deutlich bemerkbar, dass so mancher Anleger längst erkannt hatte, dass L’Oréal weiter gut unterwegs war, während die Sterne bei den Luxusgüterkonzernen sanken. Daher sehen wir bei Letzteren intakte Abwärtstrends, während L’Oréal vor diesem Ausbruch nach oben monatelang gegen diesen Widerstand angerannt war und damit längst auffallend intensive relative Stärke zur „Konkurrenz“ aufgebaut hatte.
Was zumindest die Möglichkeit beinhaltet, dass hier bereits viele, die diesen derzeitigen Vorteil des Unternehmens erkannt haben, investiert sind und der Aktie daher auf dem Weg an und über das bisherige Rekordhoch die Käufer ausgehen könnten. Ein „könnte“ ist gemeinhin kein allzu gutes Argument, um bereits Gewinne mitzunehmen. Charttechnisch lässt sich jedoch festhalten, dass die Zone 406/412 Euro nach dem Ausbruch nun als möglicher Unterstützungsbereich zu betrachten ist.
Quellenangaben:
Ergebnis des 3. Quartals 2026, 23.10.2026: https://www.loreal-finance.com/eng/press-release/sales-30-september-2026
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/OR.PA/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.10.2026 um 21:38 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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