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Heidelberg Materials Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der Heidelberg Materials Aktie

16.03.2026 | 08:14 Uhr
In diesem Artikel
Heidelberg Materials
ISIN: DE0006047004
|
Ticker: HEI --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Heidelberg Materials Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Zwischen dem Rekordhoch bei 241,80 Euro und dem Freitags-Verlaufstief bei 159,70 Euro liegen gerade einmal sieben Wochen – und ein Kursabschlag von 34 Prozent. Das ist extrem. Übertreiben es die Trader gerade auf der Unterseite… Oder hat sich wirklich so viel verändert?

Ende Januar, als Heidelberg Materials sein bisheriges Rekordhoch erzielte, hatte man noch keine Ahnung, wie der Baustoff-Konzern das angelaufene Jahr einschätzt. Man wusste noch nicht, dass sich die EU daran machen würde, an den bisher geplanten CO₂-Auflagen zu rütteln. Und es gab noch keinen Iran-Krieg. Aber wie sehr, wenn überhaupt, betrifft das Heidelberg Materials? Und wo wäre jetzt ein im Licht dieser veränderten Gemengelage fairer Kurslevel?

Was den Ausblick angeht, war der grundsätzlich positiv, aber mit einem „aber“ versehen. Heidelberg Materials meldete vor einigen Wochen für das Jahr 2025 einen leichten Zuwachs bei Umsatz und Gewinn. Für 2026 sieht man den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr zwischen ± 0 und zehn Prozent steigen. Wenn man sich im Chart ansieht, wie erheblich die Aktie in den Monaten zuvor gestiegen war, wird klar: Die Bewertung muss teurer geworden sein. Das ist zu rechtfertigen, wenn die Wachstumsraten hoch sind oder die Aktie zuvor zu niedrig bewertet war. Ist das so?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Heidelberg Materials Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Was die Jahre 2020 bis 2024 angeht, schon. Da lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) zum Jahrsende unter 12, das ist wenig. Ende 2025 lag es aber bei 20… Und das bewegte sich am oberen Ende der letzten zehn Jahre. Am Rekordhoch war die Aktie also schon teuer bis zu teuer bewertet. Aber da ist sie ja jetzt nicht mehr.

Aktuell läge dieses KGV auf Basis der derzeitigen Erwartung, dass der Gewinn pro Aktie stärker zulegen kann als der operative Gewinn und 2026 um die 13,50 Euro erreichen könnte, bei nur noch 12. Und das wäre eigentlich ein Level, auf dem man sich sagen könnte: Das ist nicht nur angemessen, sondern günstig. Was aber die Käufer, der Chart zeigt es ja, derzeit nicht aus der Defensive zu locken vermag. Warum?

Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs 161,00 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs 161,00 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS

Weil die beiden anderen Aspekte die Befürchtung auslösen, dass das mit dem Gewinnanstieg womöglich nichts wird, der Gewinn ggf. sogar nachgeben könnte. Die massiv gestiegenen Energiepreise würden, sofern sie sich verstetigen, die Kosten hochtreiben und damit auf die Gewinnmarge drücken. Und da Heidelberg Materials gezielt auf CO₂-arme bzw. CO₂-neutrale Baustoffe gesetzt hat, fürchten einige, man könnte, wenn die Umweltauflagen jetzt wieder gelockert werden, auf diesen teureren Baustoffen sitzenbleiben.

Beides ist bislang nur eine Befürchtung, kein Fakt. Was hieße: Man hat hier eine Risikoprämie eingepreist, die nicht berechtigt sein muss. Für risikofreudige Anleger ist eine solche Gemengelage immer hoch interessant. Aber nichtsdestotrotz läuft die Aktie in einem intakten Abwärtstrend. Und die alte Börsenregel „Was billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden“ gibt es nicht umsonst. Wer nicht spekulieren, sondern investieren will, wäre daher wohl gut beraten, ein bullisches Signal im Chartbild abzuwarten, das zumindest in einer ersten Stufe generiert wäre, wenn es gelingt, die Widerstandszone 184,70 bis 191,06 Euro zu überwinden. Das würde andeuten, dass das bärische Lager sich zurückgezogen hat und Widerstände, die die Leerverkäufer normalerweise aktiv verteidigen würden, wieder durchlässiger sind. Und „zu teuer“ wäre die Aktie vom KGV her auch dann noch nicht.

Quellenangaben: Geschäftsbericht 2025, 25.02.2026:
https://www.heidelbergmaterials.com/de/pi-2026-02-25

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HEI.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.03.2026 um 15:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Heidelberg Materials Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.02.2026 um 19:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die am Mittwoch von Heidelberg Materials vorgelegte 2025er-Bilanz fiel respektabel aus – aber das hatte man erwartet. Der Ausblick verheißt weiteres Wachstum – aber da hatte man mehr erwartet. Was könnte man jetzt von der zuletzt deutlich gedrückten Aktie erwarten?

Der Baustoffkonzern erzielte 2025 zwar nur ein Umsatzplus von gut einem Prozent auf 21,46 Milliarden Euro, konnte daraus aber überproportional Gewinn ziehen: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um sechs Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu, netto kam man beim Gewinn pro Aktie auf einen Anstieg um vier Prozent auf 12,41 Euro. Für das angelaufene Geschäftsjahr sieht sich Heidelberg Materials gut aufgestellt und kalkuliert beim EBIT mit einer Range zwischen 3,4 und 3,75 Milliarden. Das ist, wie eingangs geschrieben, respektabel, aber:

Wirklich hoch ist die Wachstumsrate ja nicht gerade, weder für das zurückliegende Jahr noch mit Blick auf das, was der Baustoffkonzern für 2026 avisiert. Und genau das ist der Knackpunkt, der entscheidend dafür sein wird, ob das bullische Lager in absehbarer Zeit versuchen könnte, das bisherige Rekordhoch anzusteuern und zu überbieten … oder die ohnehin schon beträchtliche Korrektur weitergeht, denn:

Die Aktie hatte 2025 sagenhafte 87 Prozent Kursgewinn verbucht … während der Gewinn pro Aktie zugleich nur um vier Prozent stieg. Daraus leitet sich ab: Die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) ist deutlich angestiegen. Was zu rechtfertigen wäre, wenn das Wachstum ab jetzt zügig durchstartet. Aber mit diesem Avis eines 2026 unverändert bis zehn Prozent höher liegenden EBIT kann man das nicht gerade erkennen. Zumal der Aspekt, der die Aktie in der ersten Hälfte des Februars massiv unter Druck setzte, ja fortbesteht:

Expertenmeinung: Die EU will ihre Umweltauflagen spürbar lockern, um die Kosten der Unternehmen zu senken. Was für energieintensive Branchen wie die Chemie hoch erfreulich war, wirkte bei Heidelberg Materials negativ. Denn der Konzern hat viel Arbeit und Geld in die massive Reduzierung des CO₂-Ausstoßes bei der Produktion seiner Baustoffe gesteckt. Die sind dadurch teurer … und mit dieser Wendung in Sachen Umweltauflagen fürchtet man, dass Heidelberg Materials auf seinen CO₂-reduzierten Produkten sitzenbleiben könnte.

Derzeit käme die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau auf ein KGV von etwa 14,7, basierend auf der Annahme, dass der Gewinn pro Aktie 2026 um zehn Prozent zulegen würde. Das ist nicht zu teuer, aber auch nicht gerade ein Schnäppchen-Level. Und das dürfte vielen Marktteilnehmern klar sein. Daher: Was passiert jetzt mit der Aktie?

Es wäre gut möglich, dass der Kurs in den kommenden Monaten erst einmal in einer Seitwärtsspanne verharrt. Solange es nicht zu einem Schlusskurs unter dem bisherigen Korrektur-Verlaufstief von 182,45 Euro käme, wäre hier für die Bären nichts zu holen. Und selbst wenn es so kommen sollte, wäre das eher eine kurzfristige Trading-Option und weniger die Basis für einen mittelfristigen Short-Trade, denn unter 182 Euro wäre die Bewertung dann langsam eben doch „billig“ … sofern es nicht zu einer deutlichen Verschlechterung der Rahmenbedingungen kommt.

Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 25.02.2026, Kurs 199,90 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 25.02.2026, Kurs 199,90 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS

Auf der Oberseite wäre es durchaus möglich, dass sich der Kurs in ein auf kurzfristiger Ebene positives Setup bewegt, das dann gegeben wäre, wenn es gelingen sollte, die momentan umkämpfte 200-Tage-Linie zurückzuerobern und danach auch mit Schlusskursen über 210/212 Euro über die 20-Tage-Linie und den im zweiten Halbjahr 2025 entstandenen Widerstandsbereich hinauszukommen. Aber auch da müsste man das Wort „kurzfristig“ hervorheben.

Die große Hausse mit Blick auf steigende Infrastruktur-, Verteidigungs- und Energie-Investitionen sahen wir bei Heidelberg Materials bereits 2025. In diesem Jahr wäre es sehr gut möglich, dass die starken, intensiven Trends bei anderen Aktien laufen. Daher: Dabeibleiben könnte man hier vorerst sicherlich. Aber auf einer Aktien-Einkaufsliste würde ich die Aktie derzeit nicht gerade allzu weit oben eintragen.

Quellenangaben: Bilanz des Geschäftsjahres 2025, 25.02.2026: https://www.heidelbergmaterials.com/de/pi-2026-02-25

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HEI.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.02.2026 um 22:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Laut Informationen des „Handelsblatts“ wird die EU die geplanten Verschärfungen der Maßnahmen zum Klimaschutz aufweichen und den Zugang zu kostenlosen Emissionszertifikaten um Jahre verlängern. Warum brach dadurch die Heidelberg Materials-Aktie ein?

Für CO2-Emissionen zu bezahlen, ist ein Kostenfaktor. Vor allem die Branchen mit hohem Energiebedarf wie der Chemiesektor liefen gegen die Pläne, hier restriktiver vorzugehen, Sturm. Die Lage der Chemiebranche ist seit Jahren keine gute. Noch mehr Kosten durch CO2-Zertifikate würde für ernsthafte Probleme und Arbeitsplatzverluste sorgen, so der allgemeine Tenor. Kein Wunder also, dass die Chemietitel auf diese Meldung mit einem Kurssprung reagierten. Explizit bei Heidelberg Materials aber passierte das Gegenteil. Der Grund:

Dort hat man sich auf die Fahnen geschrieben, bis 2050 ein „Null-Emissionen-Unternehmen“ zu werden, und bietet dekarbonisierten Zement und Beton an. Der umweltfreundlicher ist … aber auch teurer. Wenn sich nun aber die Pläne für intensivere Umweltauflagen nach und nach in Luft auflösen sollten, könnten Unternehmen problemlos auf die bisherigen Produkte der Konkurrenz zurückgreifen und sich die höheren Preise für umweltfreundliche, emissionsfreie Baustoffe sparen. Und das wäre, mit Blick auf die bereits getätigten Investitionen ebenso wie mit Blick auf die Umsatz- und Gewinnperspektive, für Heidelberg Materials ein Schlag ins Kontor. So betrachtet ist diese harsche Reaktion in Form eines Minus von 9,76 Prozent am Mittwoch nachvollziehbar, aber:

Expertenmeinung: Wovon genau reden wir denn da in Sachen kommender Einbußen? Das weiß ja niemand wirklich. Wird der Absatz der emissionsfreien Baustoffe dadurch wirklich deutlich niedriger ausfallen als bislang vermutet? Wie groß könnten die Einbußen beim Gewinn pro Aktie werden? Und in welchem Zeitraum? Das zu beurteilen war denen, die am Mittwoch die Reißleine zogen, nicht möglich … es war die Nachricht alleine, die Verkäufe auslöste. Aber ob man da bereits wieder einen sinnvollen Kurslevel erreicht hat, es noch viel tiefer gehen könnte oder man schon mit diesen knapp zehn Prozent Abschlag übertrieben hat: Man weiß es nicht.

Klarer wird man sehen, wenn sich entweder der Baustoffkonzern selbst zur Thematik äußert … was indes vermutlich, wenn, dann erst der Fall sein würde, wenn aus „Informationen von hochrangigen EU-Beamten“ ein tatsächlicher Beschluss wurde. Oder wenn Heidelberg Materials seine 2025er-Bilanz vorlegt, was am 25. Februar ansteht.

Bis dahin ist die Ausgangslage komplett unklar. Aber erst, wenn man Fakten in der Hand hat, könnte man einigermaßen abschätzen, wo die Aktie unter veränderten Gegebenheiten dann einen fairen Wert hätte. So hinge man, wollte man hier über Einstieg, Ausstieg oder Aussitzen entscheiden, in der Luft. Was auch in Bezug auf das Chartbild der Fall wäre, sofern man seine Entscheidung von der Nachrichtenlage abkoppeln und ausschließlich am Kursverlauf orientieren wollte, denn:

Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 04.02.2026, Kurs 213,50 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 04.02.2026, Kurs 213,50 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS

Der Kurs hat mit dem gestrigen Abverkauf zwar die April-Aufwärtstrendlinie gebrochen, nicht aber die Supportzone zwischen 207,70 und 212,20 Euro, die auf drei in den Sommermonaten 2025 ausgebildete Zwischenhochs zurückgeht. Und selbst nach dem Bruch dieser Zone könnte die bei knapp 202 Euro verlaufende 200-Tage-Linie noch als effektives Sprungtuch dienen. Daher: Hier ist viel in Bewegung, aber wenig klar. In solchen Situationen kann es letzten Endes nur eine Lösung geben: wenn irgend möglich heraushalten und warten, bis Fakten auf dem Tisch liegen!

Quellenangaben: „Handelsblatt“-Meldung zum Thema Emissionszertifikate:
https://www.handelsblatt.com/politik/international/emissionen-eu-will-kostenlose-zertifikate-um-jahre-verlaengern-01/100196582.html

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.11.2025 um 22:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Heidelberg Materials vertreibt Baustoffe diversester Art, von Sand bis Zement. Angesichts des gestrigen Ausbruchs auf ein neues Rekordhoch stellt sich die Frage, ob der bereits zementiert oder womöglich nur auf Sand gebaut ist. Denn die Argumente dafür waren eher dünn.

Rein aus charttechnischer Sicht war der Ausbruch der Aktie aus ihrer kurzfristigen Seitwärtsspanne eine tadellose Sache. Gestartet wurde auf Höhe der 20-Tage-Linie, einem für kurzfristige Trader wichtigen Leitstrahl, der in den Tagen zuvor mehrfach gehalten werden konnte. Damit löst sich der Kurs aus der durch das Auf und Ab der Tage zuvor umkämpften Zone der alten Rekordhochs vom Sommer. Und die markttechnischen Indikatoren liegen, bedingt durch die Seitwärtsbewegung zuvor, noch ein gutes Stück von der überkauften Zone entfernt. Da passt soweit also alles. Aber eben nur da.

Denn schaut man sich um, was diesen Ausbruch ausgelöst haben könnte, sucht man bei unternehmensinternen News vergebens. Die Quartalsbilanz kam schon Anfang des Monats und einen Kapitalmarkttag hatte es zuletzt auch nicht gegeben. Und auch bei den Analysten gab es nichts Neues, die jüngste Kursziel-Anpassung stammt vom 17.11. Das war zwar ein Kursziel von sportlichen 261 Euro, vergeben von Barclays, und das höchste der aktuellen Analysten-Ziele. Aber man darf ausschließen, dass das von gleich einer ganzen Vielzahl kaufwilliger Anleger erst gestern bemerkt wurde.

Nein, das Einzige, was hier für Käufe gesorgt haben könnte, ist ein derzeit zwar fleißig herumgereichtes, meines Erachtens aber auf Sand gebautes Argument:

Expertenmeinung: Im Fall eines Friedens in der Ukraine würden die deutschen Baukonzerne beim Wiederaufbau ganz vorne mit dabei sein und internationale Finanzierungen so reichlich sprudeln, dass dann starke Gewinnmargen erzielt werden, wird gerade propagiert. Grundsätzlich mag das stimmen. Aber warum muss man dann ausgerechnet jetzt kaufen, nachdem dieser Krieg schon bald vier Jahre andauert?

Weil die USA einen Friedensplan zusammengeschrieben haben und offizielle Stimmen in Washington von großen Fortschritten reden? Letzteres hören wir schon seit Februar – und nichts ist gelungen. Und dieser Plan, ob jetzt x-mal modifiziert oder nicht, kann entweder von der Ukraine nicht akzeptiert werden oder wird in Moskau abgelehnt. So dringend wünschenswert das Schweigen der Waffen auch wäre: Dass das in Kürze erreicht würde, wäre eine gewaltige Überraschung. Trotzdem tradet man jetzt diese „Karte“. Man sieht es auch daran, dass die Rüstungsaktien zugleich verkauft werden. Was nicht minder kurzsichtig ist.

Löst man sich vom Nonstop-Rauschen der Nachrichtenticker und sieht sich die Aktie rein von den Fundamentals her an, sieht man: Ja, Umsatz und Gewinn legen zu, der Kurs ist aber schneller gestiegen als der Gewinn pro Aktie, wodurch Heidelberg Materials im Vergleich zu früheren Jahren mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 17 eher teuer ist. Und das sehen die Analysten nicht wirklich anders, denn ja, das höchste Kursziel bei 261 Euro wäre noch ein Stück entfernt. Aber der Schnitt der Kursziele liegt bei 214 Euro und ist bereits überboten.

Auch der Umstand, dass nur 11 von 18 Analysten die Aktie momentan als „Kauf“ einstufen, ist etwas, das man in die Waagschale der Argumente werfen müsste. Die sich aus meiner Sicht dadurch in Richtung „Wegbleiben“ neigt. Ein Ausbruch, der auf derart dünnem „Marktgeflüster“ basiert, kann nachhaltig werden, wenn harte Fakten zügig nachgereicht werden. Aber wenn nicht, ist das Risiko des Scheiterns groß, daher sehe ich hier als Fundament dieses Impulses eher Sand als Beton.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Baustoffkonzern zeigte sich im letzten Halbjahr insgesamt robust. Der Chartverlauf wies eine saubere Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs auf, gestützt vor allem von der 50-Tage-Linie.

Lediglich im April und zuletzt in den vergangenen Handelstagen wurde dieser wichtige gleitende Durchschnitt unterschritten – ein technisches Warnsignal.

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Reaktion auf das am Donnerstag veröffentlichte Halbjahresergebnis legte die Aktie des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials zwar zu, allzu üppig fielen die Käufe jedoch nicht aus. Und mit dem kräftigen Minus des Freitags könnte das bullische Szenario jetzt kippen.

Umsatz, Marge und Gewinn hatten im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum zugelegt. Und alles lag leicht über der durchschnittlichen Prognose der Analysten. Das war soweit gut. Aber die Anleger hätten zweifellos gerne eine Anhebung der Gesamtjahresprognose gesehen. Die blieb aus und damit auch der große Sprung über das bisherige, am 10. Juli bei 207,70 Euro erreichte Rekordhoch.

Der Baustoffkonzern gehört zu der Gruppe von Aktien, die man im Zuge der großen Erwartungen an das schuldenfinanzierte Infrastrukturprogramm der Bundesregierung massiv gekauft hatte. Große Investitionen in Infrastruktur, da braucht es mehr Kies, Beton und Zement, da sollte das Unternehmen also profitieren. Aber noch ist es eben nicht so weit.

Heidelberg Materials schrieb, dass das Wachstum das Resultat von Preisanpassungen (will heißen Preiserhöhungen) und striktem Kostenmanagement sei. Und dass der Umsatz zum Vorjahreszeitraum nur um drei Prozent zulegte, unterstreicht: Die große Nachfragesteigerung kommt wohl, aber erst irgendwann in der Zukunft.

Expertenmeinung: Aber Trader zeichnen sich ja nicht unbedingt, schon gar nicht durch die Bank, durch Geduld aus. Ein neues Argument, um weiter zu kaufen, hätte man schon gerne gesehen. Daher stieg die Aktie am Donnerstag, dem Tag der Bilanzvorlage, nur eher mäßig, rutschte dann aber am Freitag stärker ab als ihr Benchmark-Index DAX. Das lässt das Chartbild jetzt ein wenig „toppish“ aussehen … brennt da etwa etwas an?

Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 01.08.2025, Kurs 192,45 Euro, Kürzel: HEI | Online Broker LYNX
Heidelberg Materials Aktie: Chart vom 01.08.2025, Kurs 192,45 Euro, Kürzel: HEI | Quelle: TWS

Wenn, dann vermutlich nur leicht. Denn die Perspektive kommenden Wachstums bleibt ja erhalten. Und keine neuen Argumente zum Einstieg und ein Grund, die Reißleine zu ziehen, sind angesichts dessen zwei Paar Schuhe, zumal die Aktie charttechnisch bis hinunter auf die derzeit bei 153 Euro verlaufende 200-Tage-Linie ziemlich robust unterstützt wirkt. „Bärenfutter“ wäre Heidelberg Materials daher eher nicht, aber:

Da das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei 188 Euro liegt und momentan nur sieben der 16 die Aktie regelmäßig beobachtenden Experten zum Kauf raten, wäre zwar eine mittelfristige Abwärtswende derzeit überraschend, eine Korrektur aber jederzeit drin.

Sollte der Kurs die Unterstützungslinie bei 191 Euro brechen, über der die Aktie den Juli über seitwärts lief, wäre das aus charttechnischer Perspektive der Startschuss dafür; Das nächste Kursziel läge dann im Bereich 171/173 Euro. Kein Grund für mittel- und langfristige Anleger, die Flinte ins Korn zu werfen, aber wer hier aggressiv und kurzfristig auf der Long-Seite tradet, sollte diesen Support bei 191 Euro besser im Auge behalten.

Quellen:
Halbjahresergebnis 2025, 31.07.2025: https://www.heidelbergmaterials.com/de/pi-2025-07-31

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.