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Zwischen dem Rekordhoch bei 241,80 Euro und dem Freitags-Verlaufstief bei 159,70 Euro liegen gerade einmal sieben Wochen – und ein Kursabschlag von 34 Prozent. Das ist extrem. Übertreiben es die Trader gerade auf der Unterseite… Oder hat sich wirklich so viel verändert?
Ende Januar, als Heidelberg Materials sein bisheriges Rekordhoch erzielte, hatte man noch keine Ahnung, wie der Baustoff-Konzern das angelaufene Jahr einschätzt. Man wusste noch nicht, dass sich die EU daran machen würde, an den bisher geplanten CO₂-Auflagen zu rütteln. Und es gab noch keinen Iran-Krieg. Aber wie sehr, wenn überhaupt, betrifft das Heidelberg Materials? Und wo wäre jetzt ein im Licht dieser veränderten Gemengelage fairer Kurslevel?
Was den Ausblick angeht, war der grundsätzlich positiv, aber mit einem „aber“ versehen. Heidelberg Materials meldete vor einigen Wochen für das Jahr 2025 einen leichten Zuwachs bei Umsatz und Gewinn. Für 2026 sieht man den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr zwischen ± 0 und zehn Prozent steigen. Wenn man sich im Chart ansieht, wie erheblich die Aktie in den Monaten zuvor gestiegen war, wird klar: Die Bewertung muss teurer geworden sein. Das ist zu rechtfertigen, wenn die Wachstumsraten hoch sind oder die Aktie zuvor zu niedrig bewertet war. Ist das so?
Expertenmeinung: Was die Jahre 2020 bis 2024 angeht, schon. Da lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) zum Jahrsende unter 12, das ist wenig. Ende 2025 lag es aber bei 20… Und das bewegte sich am oberen Ende der letzten zehn Jahre. Am Rekordhoch war die Aktie also schon teuer bis zu teuer bewertet. Aber da ist sie ja jetzt nicht mehr.
Aktuell läge dieses KGV auf Basis der derzeitigen Erwartung, dass der Gewinn pro Aktie stärker zulegen kann als der operative Gewinn und 2026 um die 13,50 Euro erreichen könnte, bei nur noch 12. Und das wäre eigentlich ein Level, auf dem man sich sagen könnte: Das ist nicht nur angemessen, sondern günstig. Was aber die Käufer, der Chart zeigt es ja, derzeit nicht aus der Defensive zu locken vermag. Warum?

Weil die beiden anderen Aspekte die Befürchtung auslösen, dass das mit dem Gewinnanstieg womöglich nichts wird, der Gewinn ggf. sogar nachgeben könnte. Die massiv gestiegenen Energiepreise würden, sofern sie sich verstetigen, die Kosten hochtreiben und damit auf die Gewinnmarge drücken. Und da Heidelberg Materials gezielt auf CO₂-arme bzw. CO₂-neutrale Baustoffe gesetzt hat, fürchten einige, man könnte, wenn die Umweltauflagen jetzt wieder gelockert werden, auf diesen teureren Baustoffen sitzenbleiben.
Beides ist bislang nur eine Befürchtung, kein Fakt. Was hieße: Man hat hier eine Risikoprämie eingepreist, die nicht berechtigt sein muss. Für risikofreudige Anleger ist eine solche Gemengelage immer hoch interessant. Aber nichtsdestotrotz läuft die Aktie in einem intakten Abwärtstrend. Und die alte Börsenregel „Was billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden“ gibt es nicht umsonst. Wer nicht spekulieren, sondern investieren will, wäre daher wohl gut beraten, ein bullisches Signal im Chartbild abzuwarten, das zumindest in einer ersten Stufe generiert wäre, wenn es gelingt, die Widerstandszone 184,70 bis 191,06 Euro zu überwinden. Das würde andeuten, dass das bärische Lager sich zurückgezogen hat und Widerstände, die die Leerverkäufer normalerweise aktiv verteidigen würden, wieder durchlässiger sind. Und „zu teuer“ wäre die Aktie vom KGV her auch dann noch nicht.
Quellenangaben: Geschäftsbericht 2025, 25.02.2026:
https://www.heidelbergmaterials.com/de/pi-2026-02-25
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HEI.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.03.2026 um 15:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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