Während viele Unternehmen kämpfen, ist Fuchs überraschend stark ins neue Geschäftsjahr gestartet und erwartet ein Rekordergebnis.
Schmierstoffe werden immer benötigt
Fuchs Petrolub ist ein weltweit bedeutender, unabhängiger Anbieter von Schmierstoffen und verwandten Spezialprodukten.
Das Produktportfolio umfasst mehrere Tausend Schmierstoffe, z.B. für Fahrzeuge, Güter- und Personentransporte, die Luft- und Raumfahrt, die Stahl-, Bergbau-, Fahrzeug- und Maschinenbaubranche sowie für die Bau- und Landwirtschaft.
Daneben bietet das Unternehmen umfangreiche Beratungs- und Dienstleistungen an.
Heute verfügt Fuchs über ein globales Netzwerk von Produktions- und Vertriebseinheiten in mehr als 50 Ländern und beschäftigt weltweit 6.692 Mitarbeiter.
Fuchs Petrolub ist also stark diversifiziert und nicht von einer einzelnen Branche oder Region abhängig. Darüber hinaus sind die Schmierstoffe & Co. typische Verbrauchsgüter und bisher unverzichtbar. Die Kunden benötigen also regelmäßig Nachschub.
Krisensicheres Geschäft
Das ermöglicht einerseits stetiges Wachstum und andererseits sichert es eine gewisse Nachfrage, auch in Krisenzeiten.
Das haben mehrere Krisen gezeigt. Der Preis von Schmierstoffen ist im Verhältnis zu den Maschinen so gering und die möglichen Schäden so groß, dass es oftmals keinen Sinn ergibt, gerade hier zu sparen.
Selbst 2008 ist der Gewinn nur um 4% gesunken und 2009 ist er sogar um 14% gestiegen. Auch 2020 war der Gewinn weitgehend stabil und ist nur von 1,63 auf 1,58 Euro je Aktie gesunken.
Für viele Anleger dürfte es ein klarer Pluspunkt sein, dass das Geschäft krisensicher und kaum konjunkturanfällig ist.

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass das in den aktuellen Zeiten ein Pluspunkt ist und die Aktie damit gefragt. Doch in den letzten Monaten ist der Kurs von etwa 37,50 auf 27,50 Euro gefallen, auch wenn gerade eine impulsive Gegenbewegung läuft.
Gelingt jetzt ein nachhaltiger Ausbruch über 32,50 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 35 und 36,50 – 37,50 Euro.
Der Chart bezieht sich auf die Stammaktie des Unternehmens, die ein Beispiel für die Ineffizienz der Börse ist.
Die Stammaktie hat im Gegensatz zur Vorzugsaktie ein Stimmrecht, ist günstiger und hat die höhere Dividendenrendite. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei etwa 4 %. Die Ausschüttung dürfte unmittelbar nach der Hauptversammlung am 6. Mai stattfinden.
Gewinnsprung um 15 Prozent
Die laufende Erholung wurde heute durch solide Quartalszahlen befeuert. Der Umsatz konnte in Q1 zwar nur um 1 % auf 934 Mio. Euro gesteigert werden, ohne negative Währungseffekte wären es jedoch 5 % gewesen.
Das EBIT hat sich von 108 auf 125 Mio. Euro jedoch erheblich verbessert und das Ergebnis ist um 15 % auf 0,68 Euro je Aktie gestiegen.
„Zu dieser positiven Entwicklung trugen neben dem Geschäftsausbau und einem disziplinierten Kostenmanagement insbesondere eine zusätzliche Nachfrage im März sowie die erfolgreiche Veräußerung eines Grundstücks in Australien bei“, sagte Konzernchef Stefan Fuchs.
Das Erstaunliche daran ist, dass das trotz negativer Währungseffekte und außerordentlich schwierigen Rahmenbedingungen gelungen ist.
Die Sperrung der Straße von Hormus hat zu erheblichen Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geführt, mit Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite und Lieferengpässen.
Dennoch stellt Fuchs für das laufende Geschäftsjahr weiterhin einen Umsatz von 3,7 Mrd. Euro und ein EBIT von 450 Mio. Euro in Aussicht, nach 3,56 Mrd. Euro und 435 Mio. Euro im Vorjahr.
Das Wachstum fällt in diesem Jahr also nicht sonderlich hoch aus, ist mit Blick auf die Rahmenbedingungen jedoch solide – Fuchs erwartet wie gewohnt ein Rekordjahr. Den Konsensschätzungen zufolge wird das Ergebnis um 5 % auf 2,42 Euro je Aktie steigen.
Die Fuchs Stammaktie wird demnach mit einem KGV von 13,8 bewertet. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV bei 17,3.
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