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Fuchs Petrolub Aktie Prognose Fuchs: Überraschend starker Jahresauftakt und 4 % Dividende

News: Aktuelle Analyse der Fuchs Petrolub Aktie

von | |

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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der Fuchs Petrolub Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der im MDAX gelistete Schmierstoff-Hersteller Fuchs präsentierte kurz nach Handelsende am Dienstagabend im Rahmen einer adhoc-Meldung vorläufige Ergebnisse zum ersten Halbjahr. Die fielen enttäuschend aus, zugleich wurde die 2025er-Prognose gesenkt. Und die Aktie?

Der Umsatz legte im ersten Halbjahr leicht zu, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel hingegen etwas. Was vor allem am zweiten Quartal lag: Da kam das EBIT auf 101 Millionen Euro nach 111 Millionen im Vorjahreszeitraum, die Analysten hatten im Schnitt mit 112 Millionen einen gut behaupteten Gewinn erwartet. Unerfreulich.

Das nahm der Schmierstoffe-Spezialist zum Anlass, den Ausblick auf das Gesamtjahr nach unten anzupassen. Statt eines bislang angepeilten Umsatzes von 3,7 Milliarden Euro erwartet Fuchs jetzt nur noch einen Umsatz auf Vorjahresniveau (3,525 Mrd.), auch das EBIT wird jetzt auf dem 2024er-Niveau von 434 Millionen Euro gesehen, bis dahin hatte man mit 460 Millionen gerechnet.

Den Grund für das schlechter als erwartet laufende Geschäft sieht Fuchs in einer Kombination aus den negativen Effekten der geopolitischen Spannungen und der Unsicherheit über die zukünftige Zoll-Situation, verbunden mit der unverändert verhaltenen Industrieproduktion in Europa. Und auch Fuchs geht, wie einige andere Unternehmen in den letzten Tagen, davon aus, dass dieses problematische Szenario im zweiten Halbjahr fortbestehen wird. Wie reagierte die Aktie?

Expertenmeinung: Der nachbörsliche Handel war natürlich nicht allzu umsatzstark, aber bemerkenswert, denn nach einer sofortigen, heftigen Reaktion, die den Kurs der Vorzugsaktie auf Tradegate um 5,8 Prozent auf 44,50 Euro drückte, wurde sofort die Hand aufgehalten. Eine Stunde nach Bekanntgabe der Gewinnwarnung betrug der Abschlag nur noch einen Prozentpunkt. Die Frage ist, ob diese Gelassenheit angesichts einer nicht unwesentlichen Senkung des Ausblicks auch heute, im regulären Handel, erhalten bleibt, denn:

Zum einen wäre die Fuchs-Aktie damit jetzt nicht mehr günstig bewertet, sondern würde ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 20 bis 21 ausweisen, was am oberen Ende der Bandbreite der letzten Jahre läge. Zum anderen ist die Aktie ja stark gelaufen, was nicht zuletzt Ausdruck der Erwartung war, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr für die Gesamtwirtschaft aufhellen wird. Was bei Fuchs jetzt vom Tisch wäre, wenn das Unternehmen mit seiner Skepsis Recht behält.

Darüber hinaus kann man vermuten, dass dieses Abprallen am nachbörslichen Tief von 44,50 Euro auf Kauforders basieren könnte, die schon länger im Markt liegen, denn fast genau dort, bei 44,42 Euro, verläuft mit der 200-Tage-Linie eine wichtige Unterstützungslinie (im Chart dick schwarz hervorgehoben). Und ob die hält, wenn das Gros der Anleger heute reagiert, ist zumindest offen, denn die Aktie hat für mutige Bullen-Käufe eine eher ungünstige Vorgeschichte.

Sie sehen im Chart, dass im Juni ebenso wie zu Beginn des laufenden Monats vergeblich versucht wurde, das im März bei 51,15 Euro markierte Jahres-Verlaufshoch als Widerstand herauszunehmen. Jetzt käme durch die Gewinnwarnung zu der Entmutigung zweier vergeblicher Ausbruchsversuche noch ein Argument dazu, es nicht erneut zu versuchen, daher: Sollte diese gestern Abend nachbörslich getestete 200-Tage-Linie heute oder in den kommenden Tagen brechen, wäre eine Long-Positionierung in der Fuchs Vorzugsaktie mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden.

Fuchs Vorzugsaktie: Chart vom 15.07.2025, Kurs 47,26 Euro, Kürzel: FPE3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Fuchs Vorzugsaktie: Chart vom 15.07.2025, Kurs 47,26 Euro, Kürzel: FPE3 | Quelle: TWS

Quellenangaben: Vorläufige Ergebnisse des ersten Halbjahres 2025, 15.07.2025:
https://www.fuchs.com/gruppe/presse/pressemitteilungen/ad-hoc-mitteilungen/news-detail/view/6390-FUCHS-SE-Vorlaufige-Ergebnisse-fur-das-erste-Halbjahr-und-Anpassung-der-Prognose-fur-2025/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.