Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das US-amerikanische Technologieunternehmen gehörte im letzten Halbjahr zu den stärkeren Vertretern der Softwarebranche. Vor allem seit April konnte die Fastly-Aktie deutlich an Momentum gewinnen und Anleger mit spürbaren Kursanstiegen überzeugen.
Auch die vorige Handelswoche verlief sehr dynamisch und führte die Kurse weiter nach oben. Entsprechend hoch lagen die Erwartungen der Marktteilnehmer an die jüngsten Quartalsergebnisse. Operativ konnte das Unternehmen durchaus liefern: Der Gewinn wurde gegenüber dem Vorjahr um 156 % gesteigert, während die Umsätze um rund 20 % zulegten. Dennoch genügte dies der Wall Street offenbar nicht. Vor allem die lediglich bestätigten Aussichten für das laufende Quartal sorgten für Ernüchterung. Nach der starken Rallye der vergangenen Monate nutzten viele Anleger die Zahlen offenbar zur Gewinnmitnahme. Im nachbörslichen Handel fiel die Fastly-Aktie daraufhin um rund 25 % und belastete damit vorerst die zuvor solide technische Ausgangslage.
Expertenmeinung: Mit dem Kursrutsch dürfte das ansonsten stabile Chartbild vorerst beeinträchtigt sein. Entscheidend wird nun sein, ob die Bullen die Aktie schnell stabilisieren können und sich die Kurse oberhalb der wichtigen Unterstützung bei 20.68 USD halten. Sollte der Abverkauf weiter an Dynamik gewinnen, könnte sich die Korrektur in den kommenden Handelstagen deutlich ausweiten. Gelingt hingegen eine schnelle Gegenreaktion, wäre auch ein klassischer Shakeout innerhalb eines weiterhin übergeordnet intakten Trends denkbar.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.05.2026 um 7:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Fastly Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.02.2026 um 11:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Jede technologische Revolution fegt alte Marktführer vom Feld und schafft neue. Warum das Geschäft von Fastly plötzlich boomt.
Der Schaufelverkäufer?
An der Börse dreht sich derzeit alles um eine Frage: Handelt es sich bei Unternehmen XY um einen KI-Gewinner oder Verlierer? Auch wenn man es langsam nicht mehr hören kann, diese Fragestellung wird auf unabsehbare Zeit das dominante Thema bleiben. Denn die Umwälzungen, die durch KI auf uns zukommen, sind tiefgreifender als es die meisten Menschen auch nur im Ansatz verstehen.
Jede große technologische Welle produziert Gewinner und Verlierer. Die Eisenbahn veränderte den Handel. Das Internet zerschlug alte Geschäftsmodelle. Mobile verdrängte Desktop. Nun ist es Künstliche Intelligenz, die alles neu sortiert.
Der Markt stellt deshalb die einfache, aber brutale Frage: Wer profitiert – und wer nicht? Unternehmen, die Infrastruktur liefern, stehen dabei besonders im Fokus. Denn jede Revolution braucht Schaufeln und Strom, nicht nur Visionen.
Hier kommt Fastly ins Spiel. Das Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Cloud-Infrastruktur-Diensten. Im Kern hilft Fastly anderen Firmen, ihre Websites, Apps und digitalen Inhalte schneller und sicherer an Nutzer weltweit auszuliefern – besonders dort, wo Geschwindigkeit, Leistung und Sicherheit wichtig sind.
Fastly bietet vor allem ein Content Delivery Network an, das Webseiten, Videos oder Software effizient zwischenspeichert und ausliefert. Zusätzlich stellt das Unternehmen Sicherheitslösungen wie DDoS-Schutz und eine Web Application Firewall bereit, um Online-Dienste vor Angriffen zu schützen.
Von wegen Cloud
Dazu betreibt das Unternehmen weltweit eigene Server-Standorte, sogenannte Points of Presence. Inhalte werden dort zwischengespeichert und sind dadurch besonders nah am Endnutzer. Das reduziert die Latenz, erhöht die Stabilität und schafft die Basis für Echtzeitanwendungen.
Durch die massiv gestiegene Verfügbarkeit und Nutzung von KI-Anwendungen scheint dieses Geschäft eine regelrechte Renaissance zu erleben. KI-Anwendungen sind datenintensiv und laufen nicht nur in zentralen Rechenzentren, sondern immer häufiger in der Edge – also möglichst nah beim Kunden, auf den Servern von Fastly.
Zeitweise galt Edge als überholt. Cloud war und ist in aller Munde, doch die jüngsten Quartalszahlen von Fastly haben gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. In den letzten Monaten ist es zu einer massiven Beschleunigung der Wachstumsdynamik gekommen.
Fastly könnte daher ein waschechter KI-Gewinner werden. Am Ende ist es bedeutungslos, welche App sich durchsetzt – der Sieger könnte die Infrastruktur von Fastly benötigen.
Dynamik zieht spürbar an
Im ersten Quartal des gerade abgeschlossenen Geschäftsjahres lag das Umsatzwachstum noch bei 8 %. Im zweiten Quartal waren es bereits 12 %, im dritten 15 % und im Schlussquartal 23 %.
Das vierte Quartal war demnach kein positiver Ausrutscher, sondern der vorläufige Höhepunkt eines eindeutigen Trends.
Der Gewinn lag in Q4 mit 0,12 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 0,06 USD. Mit einem Umsatz von 172 Mio. USD wurden die Analystenschätzungen von 162 Mio. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht konnte der Umsatz erheblich gesteigert werden und gleichzeitig hat sich die Profitabilität nachhaltig verbessert. Die Bruttomarge kletterte von 57,5 auf 64,0 % und die operative Marge von -2 % auf +12 %.
Nach einer langen Durststrecke könnte das Unternehmen endlich vor der Trendwende stehen. Unter dem Strich hat Fastly im letzten Geschäftsjahr 0,13 USD je Aktie verdient, wovon nahezu der gesamte Gewinn im Schlussquartal erzielt wurde.
Erwartungen viel zu niedrig?
Für das erste Quartal stellt Fastly ein Ergebnis von 0,07 – 0,10 USD je Aktie in Aussicht.
Die Aktie hat darauf mit einem Kursfeuerwerk reagiert, doch die Konsensschätzungen dürften nach wie vor zu niedrig sein. Derzeit wird erwartet, dass Fastly im Geschäftsjahr 2026 einen Gewinn von 0,28 USD je Aktie erzielen wird.
Sollte sich herausstellen, dass Fastly in den kommenden Quartalen ebenfalls 0,12 USD je Aktie verdient, wird sich das als fatale Fehleinschätzung erweisen. Unterstellt man, dass das Ergebnis bei 0,12 USD je Aktie stabil gehalten werden kann, entspricht das einem Gewinn von 0,48 USD je Aktie.
Doch ist das wirklich das wahrscheinlichste Szenario? Wäre es nicht ebenso gut möglich, dass der Gewinn spätestens ab dem zweiten Quartal auf mehr als 0,12 USD je Aktie steigt und im Jahresverlauf weiter anzieht? In diesem Szenario wäre auch ein Ergebnis von weitaus mehr als 0,48 USD je Aktie denkbar.
In beiden Fällen sind die Konsensschätzungen in Höhe von 0,28 USD je Aktie deutlich zu niedrig und der Newsflow entsprechend positiv. Es wäre daher naheliegend, dass der Kurs bei weiteren positiven Überraschungen anziehen wird.
Gelingt jetzt ein Anstieg über 20 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 25 und 30 USD.
Fällt Fastly hingegen unter 16,66 USD, muss mit einem erneuter Rücksetzer bis 13,50 oder 12 USD gerechnet werden.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.