Vor einigen Jahren nannte Forbes das Comeback von Dell Technologies den „Deal des Jahrhunderts“. Heute zeigt sich: Das war womöglich noch untertrieben.
Michael Dell: Unternehmer, Stratege, Großaktionär
Vor einigen Jahren nannte Forbes das Comeback von Dell an der Börse den „Deal des Jahrhunderts“, denn dadurch vervierfachte sich der Wert von Dell Technologies und das Vermögen von Michael Dell explodierte regelrecht.
Doch die ganz großen Gewinne wurden seitdem eingefahren – der Kurs von Dell hat sich mehr als verzehnfacht.
Daher hatte ich schon vor vielen Jahren darauf hingewiesen, dass Michael Dell wohl einer der gewieftesten Geschäftsmänner des Planeten ist und dass es eine gute Idee sein könnte, sich wirtschaftlich an seine Seite zu stellen.
Doch ich hatte mich nicht nur aus diesem Grund immer wieder positiv zum Unternehmen geäußert – die operativen Resultate sind unverkennbar.
Derzeit hält Michael Dell mehr als 40 % der Anteile an Dell Technologies und dementsprechend motiviert ist er, einen Mehrwert zu schaffen. Anfangs setzte das Unternehmen vor allem auf die Senkung der Schulden.
Die langfristigen Verpflichtungen wurden innerhalb weniger Jahre von etwa 50 auf 20 Mrd. USD gesenkt, was für sich genommen bereits zeigt, wie profitabel das Unternehmen ist.
Seit 2023 zahlt Dell sich und allen anderen Anteilseignern aber auch eine Dividende. In den kommenden 12 Monaten wird eine Dividendenrendite von 1,65 % erwartet.
Druck auf dem Kessel
Dell Technologies gehört zu den weltweit größten Hardware-Konzernen und bietet eine breite Palette an Produkten, die von PCs und Notebooks über Server bis hin zu Speichersystemen reicht.
Eine ausführliche Beschreibung finden Sie hier:
Dell: Erwartungen verfehlt, aber Prognose erhöht
Für die heutige Analyse ist vor allem eins wichtig: Dell gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche. Der erste Bereich ist die Client Solutions Group (CSG) und fokussiert sich auf Endbenutzergeräte, also Hardware und Lösungen, die direkt von Personen genutzt werden. Dazu gehören vor allem PCs, Laptops, Workstations, Monitore und Zubehör.
Der zweite Bereich ist die Infrastructure Solutions Group (ISG) und konzentriert sich auf die Bereitstellung von IT-Infrastruktur-Lösungen für Unternehmen. Dies umfasst Server, Speicherlösungen, Netzwerktechnologien und andere Hardware-Komponenten, die für Rechenzentren und Cloud-Infrastrukturen benötigt werden.
Infrastrukturgeschäft hebt ab
Wie bereits in den vorherigen Analysen aufgezeigt, ist die Dynamik in den beiden Segmenten zuletzt grob unterschiedlich.
Der Bereich Client Solutions Group verzeichnet derzeit ein moderates Wachstum. Der Umsatz im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte um 5 % auf 51,0 Mrd. USD gesteigert werden.
Doch auch in diesem Segment regt sich plötzlich etwas. Im vierten Quartal lag das Wachstum plötzlich bei 14 %. Das Momentum nimmt zu.
Was im Bereich Infrastructure Solutions Group vor sich geht, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Der Jahresumsatz in diesem Segment konnte um 40 % auf 60,8 Mrd. USD massiv gesteigert werden.
Im Schlussquartal legte der Umsatz sogar um 73 % zu. Das Wachstum wird vor allem vom Geschäft für optimierte Server für KI getragen – in diesem Bereich verzeichnete Dell im Schlussquartal ein Umsatzplus von 342 % auf 9,0 Mrd. USD.
Das hatten die Prognostiker nicht im Ansatz vorhergesehen. Der Gewinn lag in Q4 mit 3,89 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 3,54 USD. Mit einem Umsatz von 33,4 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 32,0 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das, wie schon erwähnt, einem Umsatzplus von 73 % und einem Gewinnsprung um 45 %.
Ausblick und Bewertung
Für das laufende Geschäftsjahr stellt Dell einen Umsatzsprung um 23 % auf 140 Mrd. USD in Aussicht. Das Geschäft mit KI-Servern soll sich auf 50 Mrd. USD mehr als verdoppeln und der Gewinn um 25 % auf 12,90 USD je Aktie steigen.
Dell kommt demnach auf eine forward P/E von 11,5. Im Branchenvergleich ist das relativ viel, aber im Verhältnis zu den vorliegenden Wachstumsraten ist es wenig.

Dieser Ausblick kann sich sehen lassen, kann aber als konservativ bezeichnet werden. Die Sichtbarkeit in diesem Geschäft ist nicht allzu hoch, daher stapelt Dell für das gesamte Jahr eher tief.
Welche Nachfragedynamik allerdings aktuell vorherrscht, zeigt der Ausblick für das erste Quartal eindeutig: Für Q1 stellt Dell ein Umsatzplus von 51 % und einen Gewinnsprung um 87 % in Aussicht.
Wie gewohnt dürfte ein Großteil der erwirtschafteten Mittel postwendend an die Aktionäre zurückfließen. Dell hat eine Erhöhung der Dividende um 20 % und eine Aufstockung der Buybacks um 10 Milliarden Dollar beschlossen.
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