Die Brenntag-Aktie steckt tief im Morast der Chemiebranchen-Flaute. Die Hoffnung, große Adressen könnten die Branche nebst Brenntag zum Jahresstart positiver einschätzen und kräftig zulangen, erfüllte sich vorerst nicht. Aber was nicht ist, kann noch werden, wenn …
… wir hier eine Kombination aus einer wenigstens nicht gar so trüben Nachfrage-Entwicklung wie derzeit erwartet und dem Ausbruch über eine charttechnische Schlüsselzone sehen würden. Über eine Zone, die nicht nur relativ nahe liegt, sondern die bereits vergangene Woche attackiert wurde.
Dass das misslang, dürfte entscheidend an den erneuten Zolldrohungen aus den USA liegen. Aber was sich da in den kommenden Wochen tun wird, ist völlig unberechenbar, daher wäre es vermutlich keine gute Idee, jetzt bereits die Flinte ins Korn zu werfen und die Aktie des Chemikalien-Großhändlers Brenntag von der Watchlist zu streichen.
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Expertenmeinung. Angenommen, es würde so laufen, wie es die Experten derzeit annehmen, und Brenntag könnte 2026 die „Gewinn-Delle“ des Vorjahres ein gutes Stück weit ausbeulen, dann läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Aktie für den 2026er-Gewinn um 15 und damit im unteren „Normalbereich“ der vergangenen Jahre. Zugleich konnte Brenntag bislang mit einer deutlich überdurchschnittlichen Dividendenrendite aufwarten, die diese Aktie für mittel- und langfristig ausgerichtete Anleger interessant machen könnte. Was fehlt, ist Zuversicht.
Die Zuversicht, dass Nachfrage und Gewinnmargen bald wieder anziehen. Käme es dazu, hätte der Kurs einiges an Aufwärtsspielraum … und gemeinhin reicht es, dass ein Ruck durch das Chartbild (siehe unten) geht, um solche Hoffnungen wiederzubeleben. Die aber derzeit komplett fehlen, auch bei den Experten, von denen nur gut ein Viertel eine „Kaufen“-Einschätzung hat. Das wundert nicht, schließlich hat man ein Jahr ums andere auf die Wende zurück zum Wachstum gehofft und wurde ein ums andere Mal enttäuscht. Aber irgendwann ist es eben so weit, daher sollte es lohnen, die Aktie weiter im Auge zu behalten, nur:
Vorerst sollte es beim Beobachten bleiben, denn die Reaktivierung der Zuversicht durch bullische Chartsignale kann jederzeit einsetzen, muss es aber nicht. Die Schlüsselzone müsste bezwungen werden, dann könnte man hier über die Long-Seite nachdenken … solange das nicht passiert ist, könnten Versuche, die Aktie zu drehen, genauso enden, wie es aktuell der Fall ist, wie wir in dem Chart auf Wochenbasis sehen.

Es geht um den Kreuzwiderstand aus der Nackenlinie des großen Doppeltopps, das sich über die vergangenen Jahre entwickelt hatte, der vor knapp zwei Jahren etablierten Abwärtstrendlinie, der 200-Tage-Linie und dem Verlaufstief des zweiten Halbjahres 2025. All diese Charthürden ballen sich im Bereich zwischen 51,70 und 53,58 Euro. Dieser Widerstandsbereich ist massiv, das mussten die Käufer in den letzten Tagen erfahren. Aber wenn diese Zone überboten würde, wäre das eben auch ein entsprechend bedeutsames, bullisches Signal. Unbedingt weiter beobachten!
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