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Brenntag Aktie Prognose Brenntag: Ist die Luft jetzt raus?

News: Aktuelle Analyse der Brenntag Aktie

In diesem Artikel
Brenntag
ISIN: DE000A1DAHH0
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Ticker: BNR -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Brenntag Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Die am Mittwoch präsentierte Bilanz des 2. Quartals brachte eigentlich nichts Neues. Die Ergebnisse lagen etwa auf Höhe der vorab gemeldeten Zahlen, zudem hatte Brenntag die 2026er-Prognose bereits letzten Freitag angehoben. Was auffiel: Die Aktie gab trotzdem nach.

Gegenüber dem Tageshoch des Freitags, als der Chemikalien-Großhändler seine Gesamtjahresprognose ein weiteres Mal (nach Ende Juni) auf jetzt 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro beim EBITDA anhob (bis dahin galt die Spanne 1,25 bis 1,40 Milliarden), hat die Aktie bereits deutlich an Boden verloren. Und bereits jetzt riecht es charttechnisch schon leicht angebrannt, denn:

Durch diesen bereits seit vier Handelstagen währenden Abgabedruck wurde der Ausbruch über die Widerstandszone 62,12/63,76 Euro zur Bullenfalle. Zudem hat die Brenntag-Aktie dadurch nur knapp unterhalb des markanten 2026er-Jahreshochs bei 68,72 Euro nach unten gedreht, was andeutet, dass eine wesentliche Anzahl an Marktteilnehmern nicht erwartet, dass diese Hürde in absehbarer Zeit genommen wird.

Zwar hält die Aktie bislang sogar die 20-Tage-Linie, welche die vorangegangene Rallye seit Anfang Juli wie ein Leitstrahl begleitet hat, grundsätzlich könnten die Bullen also von hier aus wieder aktiv werden. Aber das einfach vorauszusetzen, wäre gewagt.

Brenntag Aktie: Chart vom 12.08.2026, Kurs 61,14 Euro, Kürzel: BNR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brenntag Aktie: Chart vom 12.08.2026, Kurs 61,14 Euro, Kürzel: BNR | Quelle: TWS

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Brenntag Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass Brenntag grundsätzlich ermutigende Ergebnisse vorweisen konnte, ist zwar richtig. Umsatz +11 Prozent, EBITDA um 41 Prozent höher als im Vorjahresquartal (währungsbereinigt), das ist sicherlich „nicht nichts“. Aber das Vergleichsjahr 2025 war auch besonders schwach gewesen. Und die Aktie ist im Vorfeld stark gelaufen, sodass man mutmaßen darf: Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, hatten viele bereits vorweggenommen … und womöglich einige mehr erwartet.

Das Problem ist, dass die Analysten rein von ihren Einschätzungen her denen, die aktuell Gewinne mitnehmen, Argumente liefern würden. Denn nur zwei der derzeit 14 Einschätzungen empfehlen einen Kauf. Und das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 57 Euro noch unterhalb des aktuellen Aktienkurses – trotz des bereits vier Tage währenden Rücksetzers.

Hier könnte also jetzt, nachdem die Zahlen auf dem Tisch liegen, in der Tat erst einmal die Luft raus sein. Sollte die momentan bei 61,08 Euro verlaufende 20-Tage-Linie fallen, wäre ein zügiger Test der beiden nächstliegenden charttechnischen Kursziele in Form der März-Aufwärtstrendlinie bei aktuell 55,70 Euro und der derzeit bei 54,20 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie keine Überraschung.

Quellenangaben:
Ergebnis des 2. Quartals 2026, 12.08.2026: https://corporate.brenntag.com/de/media/news/brenntag-veroeffentlicht-finanzzahlen-fuer-das-zweite-quartal-2026.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/BNR.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.08.2026 um 22:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Brenntag Aktie

16.03.2026
08:24 Uhr

Brenntag: Reicht Hoffnung als Treibstoff für die Wende? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.03.2026 um 15:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Anfang Februar Berichte über eine Abschwächung der EU-Umweltauflagen durch die Medien liefen, zog Brenntag massiv an und vollendete eine monatelange Bodenbildung. Doch das endete als Bullenfalle. Aktuell steigt die Aktie erneut an – diesmal mit besseren Chancen?

Brenntag Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs 49,20 Euro, Kürzel: BNR | Online Broker LYNX
Brenntag Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs 49,20 Euro, Kürzel: BNR | Quelle: TWS

Das dürfte aus aktueller Sicht schwierig werden. Denn die Aktie des Chemie-Großhändlers fiel zuvor nicht nur auf den Ausgangspunkt des fehlgeschlagenen Befreiungsschlags zurück, sondern rutschte auf neue Jahrestiefs durch. Und das mit dem nachvollziehbaren Argument, dass die rasant angezogenen Energiepreise für die energieintensive Chemiebranche massiv höhere Kosten bedeuten, die Nachfrage dort daher, wenn schon nicht einbrechen, so doch vorerst eher nicht steigen dürfte und dies Brenntag als Großhändler einen Deckel aufsetzt.

Richtig ist zwar, dass die Aktie am Donnerstag kräftig anzog und am Freitag dann auch Anschlusskäufe sah, weil offenbar einige in der da vorgelegten 2025er-Bilanz weniger Drama fanden als befürchtet. Aber ohne die Perspektive eines wieder zulegenden Gewinns dürfte diese Reaktion das Risiko bergen, schnell zu versickern. Und diese Perspektive fehlt eben, denn:

Expertenmeinung: Brenntag rechnet für das laufende Jahr mit einem um Sonderfaktoren bereinigten EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zwischen 1,15 und 1,35 Milliarden Euro, damit läge die Mitte der Spanne sogar leicht unter den 1,29 Milliarden, die man beim EBITA im Vorjahr erreichte. Und Brenntag machte deutlich, dass die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten, nicht zuletzt, weil man ja nicht absehen kann, wie sich die Lage weiter entwickelt, in diesen Ausblick noch nicht einbezogen ist. Will heißen: Es könnte beim EBITDA also ggf. auch weniger werden.

Das Risiko, dass die Hoffnung, eine Wende in der Chemiebranche sei nach mehreren Jahren vergeblichen Wartens jetzt endlich greifbar, eher auf dünnen Beinen steht, spiegelt sich auch in den Ansichten der Analysten wider. 15 Analysten haben Brenntag regelmäßig auf dem Schirm, aber nur drei von ihnen stufen sie im Moment als kaufenswert ein. Bis zur Bilanz nebst Ausblick am Donnerstag waren es wenigstens noch vier bullische Experten, aber für den Analysten bei Warburg Research waren Zahlen und Prognose mager genug, um die Einordnung von „Kaufen“ auf „Halten“ herunterzunehmen und das Kursziel von 58 auf 53 Euro zu senken. Im Schnitt liegt das Analysten-Kursziel damit aktuell bei 49,87 Euro – und die Aktie nur marginal darunter.

Sollte aus den jetzt gesehen Hoffnungskäufen ein wieder bullisches Chartbild werden, hätte der Optimismus von dieser Seite her vielleicht genug Rückenwind, um die Aktie noch ein bisschen weiter zu tragen. Aber erst einmal müsste es dazu kommen. Und ein erneuter Anstieg über die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone zwischen 51,70 und 53,86 Euro wirkt derzeit wie eine schwer lösbare Ausgabe, denn der Deckel, den die Rahmenbedingungen dieser Aktie verpasst haben, ist mit dem Ausbruch des Iran-Krieges noch einmal schwerer geworden.

Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.03.2026:
https://corporate.brenntag.com/de/media/news/brenntag-veroeffentlicht-finanzergebnisse-fuer-das-jahr-2025.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/BNR.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

06.02.2026
08:20 Uhr

Brenntag: Bodenbildung scheint abgeschlossen — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.02.2026 um 8:01 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Industriekonzern Brenntag blickt auf ein sehr schwaches Börsenjahr 2025 zurück. Die Brenntag-Aktie stand über weite Strecken unter deutlichem Verkaufsdruck, positive Impulse blieben die Ausnahme.

Erst mit dem Jahreswechsel kehrte spürbar neues Interesse der Anleger zurück. Die zuvor über Monate ausgebildete Bodenbildungsphase konnte im Januar nach oben aufgelöst werden. Ein anschließender Rücksetzer wurde konsequent für neue Käufe genutzt und bestätigte die neu entstandene Stabilität.

Expertenmeinung: Mit dem dynamischen Kurssprung der vergangenen Tage könnte der Übergang in eine bullische Trendphase weitgehend vollzogen sein. Das charttechnische Gesamtbild hat sich sichtbar aufgehellt und deutet auf eine Verbesserung der Marktstruktur hin. Solange die Aktie das neu erreichte Niveau verteidigt, könnte die Ausgangslage für weiter anziehende Kurse konstruktiv bleiben.

Rücksetzer wären in diesem Szenario eher als technische Verschnaufpausen zu werten, ohne zwingend einen Trendbruch zu signalisieren. Oberhalb der Zone von 51 bis 52 EUR bleibt das Bild derzeit überwiegend bullisch.

Aussicht: Bullisch

Brenntag Aktie: Chart vom 05.02.2026, Kurs: 56.02 EUR, Kürzel: BNR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brenntag Aktie: Chart vom 05.02.2026, Kurs: 56.02 EUR, Kürzel: BNR | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

21.01.2026
08:24 Uhr

Brenntag: Könnte diese Marke zum „Game Changer“ werden? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 18:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Brenntag-Aktie steckt tief im Morast der Chemiebranchen-Flaute. Die Hoffnung, große Adressen könnten die Branche nebst Brenntag zum Jahresstart positiver einschätzen und kräftig zulangen, erfüllte sich vorerst nicht. Aber was nicht ist, kann noch werden, wenn …

… wir hier eine Kombination aus einer wenigstens nicht gar so trüben Nachfrage-Entwicklung wie derzeit erwartet und dem Ausbruch über eine charttechnische Schlüsselzone sehen würden. Über eine Zone, die nicht nur relativ nahe liegt, sondern die bereits vergangene Woche attackiert wurde.

Dass das misslang, dürfte entscheidend an den erneuten Zolldrohungen aus den USA liegen. Aber was sich da in den kommenden Wochen tun wird, ist völlig unberechenbar, daher wäre es vermutlich keine gute Idee, jetzt bereits die Flinte ins Korn zu werfen und die Aktie des Chemikalien-Großhändlers Brenntag von der Watchlist zu streichen.

Expertenmeinung. Angenommen, es würde so laufen, wie es die Experten derzeit annehmen, und Brenntag könnte 2026 die „Gewinn-Delle“ des Vorjahres ein gutes Stück weit ausbeulen, dann läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Aktie für den 2026er-Gewinn um 15 und damit im unteren „Normalbereich“ der vergangenen Jahre. Zugleich konnte Brenntag bislang mit einer deutlich überdurchschnittlichen Dividendenrendite aufwarten, die diese Aktie für mittel- und langfristig ausgerichtete Anleger interessant machen könnte. Was fehlt, ist Zuversicht.

Die Zuversicht, dass Nachfrage und Gewinnmargen bald wieder anziehen. Käme es dazu, hätte der Kurs einiges an Aufwärtsspielraum … und gemeinhin reicht es, dass ein Ruck durch das Chartbild (siehe unten) geht, um solche Hoffnungen wiederzubeleben. Die aber derzeit komplett fehlen, auch bei den Experten, von denen nur gut ein Viertel eine „Kaufen“-Einschätzung hat. Das wundert nicht, schließlich hat man ein Jahr ums andere auf die Wende zurück zum Wachstum gehofft und wurde ein ums andere Mal enttäuscht. Aber irgendwann ist es eben so weit, daher sollte es lohnen, die Aktie weiter im Auge zu behalten, nur:

Vorerst sollte es beim Beobachten bleiben, denn die Reaktivierung der Zuversicht durch bullische Chartsignale kann jederzeit einsetzen, muss es aber nicht. Die Schlüsselzone müsste bezwungen werden, dann könnte man hier über die Long-Seite nachdenken … solange das nicht passiert ist, könnten Versuche, die Aktie zu drehen, genauso enden, wie es aktuell der Fall ist, wie wir in dem Chart auf Wochenbasis sehen.

Brenntag Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs 48,29 Euro, Kürzel: BNR | Online Broker LYNX
Brenntag Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs 48,29 Euro, Kürzel: BNR | Quelle: TWS

Es geht um den Kreuzwiderstand aus der Nackenlinie des großen Doppeltopps, das sich über die vergangenen Jahre entwickelt hatte, der vor knapp zwei Jahren etablierten Abwärtstrendlinie, der 200-Tage-Linie und dem Verlaufstief des zweiten Halbjahres 2025. All diese Charthürden ballen sich im Bereich zwischen 51,70 und 53,58 Euro. Dieser Widerstandsbereich ist massiv, das mussten die Käufer in den letzten Tagen erfahren. Aber wenn diese Zone überboten würde, wäre das eben auch ein entsprechend bedeutsames, bullisches Signal. Unbedingt weiter beobachten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

14.08.2025
08:30 Uhr

Brenntag: Schlimmer geht immer — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Monat
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des im DAX notierten Chemikalien-Großhändlers Brenntag quittierte die am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen recht gelassen. Was aber wohl nicht daran lag, dass sie gut waren, sondern daran, dass man sie schon kannte. Und sie bieten Käufern keine guten Argumente.

Eine enttäuschende Nachfrage und erhöhter Preisdruck in einigen Endmärkten, dazu die derzeitige Unsicherheit aufgrund der US-Handelspolitik und ein die Gewinne von außerhalb der Eurozone erzielten Umsätzen drückender, starker Euro: Dass Brenntag angesichts dieser Mixtur für das zweite Quartal keine guten Ergebnisse vorlegen konnte, konnte nicht überraschen.

Was es aber vor allem deswegen nicht tat, weil das Unternehmen bereits Mitte Juli vorläufige Ergebnisse vorgelegt und dabei die Gesamtjahres-Prognose gesenkt hatte. Was gestern kam, war also nicht neu. WWarum hätte die Aktie also eine starke Reaktion zeigen sollen … es sei denn, es hätte sich seit den Vorab-Zahlen etwas Entscheidendes verändert.

Das hat es nicht. Das ursprünglich bei 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro angepeilte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sieht Brenntag wie schon Mitte Juli im Bereich von 0,95 bis 1,05 Milliarden. Denn weiterhin rechnet man beim Chemikalien-Händler damit, dass sich die magere Nachfragesituation und der Preisdruck im laufenden, zweiten Halbjahr fortsetzen werde. Natürlich könnten die kommenden Monate positiv überraschen, aber:

Expertenmeinung: Die Problematik des Gewinndrucks durch einen starken Euro wird sich aus aktueller Sicht vorerst ebenso wenig umkehren wie die geringe Planungssicherheit der Kunden. Denn die Nachrichtenticker werden weiter vom Zollthema beherrscht. Selbst Länder und Regionen wie die EU, die einen „Deal“ haben, können nicht sicher sein, dass es bei den jetzt erreichten Vereinbarungen bleibt. Hinzu kommt China, wo es wohl noch sehr lange dauern wird, bis klar ist, wie groß der Druck durch US-amerikanische Einfuhrzölle sein wird.

Daher wäre es sehr gewagt, davon auszugehen, dass sich die Lage für Brenntag ab jetzt verbessert, sprich, das Tal der Tränen bereits fast durchschritten wäre. Weitere, unangenehme Zahlen könnten folgen, sodass, wer auf diesem Level kauft, mit einer genauso erhöhten Unsicherheit konfrontiert wäre wie die Brenntag selbst. Zumal auch viele Analysten äußerst skeptisch sind. Um die Vorab-Ergebnisse von Mitte Juli herum kamen gleich mehrere neue Kursziele in einer Spanne zwischen 51,50 und 56,00 Euro, entweder mit dem Zusatz „Halten“ oder sogar mit der Einstufung „Verkaufen“.

Brenntag Aktie: Chart vom 13.08.2025, Kurs 55,02 Euro, Kürzel: BNR | Online Broker LYNX
Brenntag Aktie: Chart vom 13.08.2025, Kurs 55,02 Euro, Kürzel: BNR | Quelle: TWS

Schlimmer geht immer, auch und gerade an der Börse. Daher sollte sich, wer sich für diese mittel- und langfristig zweifellos spannende Aktie interessiert, besser konsequent am Chartbild orientieren. Und da sehen wir einen intakten Abwärtstrend. Erst, wenn der Kurs die Widerstandszone 61,50 bis 63,00 Euro überboten hätte, ließe sich hier ein taugliches, mittelfristig relevantes Kaufsignal unterstellen. Das wird sicherlich irgendwann gelingen, aber bis dahin könnte es mit dem Aktienkurs eben erst noch schlimmer werden. Daher wäre ein Kauf auf Verdacht hier eine hochriskante Idee.

Quellen:
Ergebnis 2. Quartal 2025, 13.08.2025:https://corporate.brenntag.com/de/media/news/brenntags-finanzergebnisse-fuer-q2-2025-liegen-beeinflusst-durch-das-herausfordernde-marktumfeld-und-wechselkursentwicklungen-unter-den-erwartungen.html

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.