Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
ASML ist der wichtigste Hersteller von Fertigungsanlagen im Halbleitersektor und damit Teil des Booms der Branche. Entsprechend starke Quartalszahlen wurden gestern gemeldet. Die Aktie schoss nach oben … aber am Ende blieb nichts übrig. Muss man sich Sorgen machen?
Zeitweise hatte die ASML-Aktie knapp sieben Prozent zugelegt, war zudem als Reaktion auf die Quartalsergebnisse mit einer großen Aufwärts-Kurslücke gestartet und hatte sich dem bisherigen Verlaufsrekord, am 30. Juni bei 1.741 Euro erreicht, stark angenähert. Doch statt diese Bestmarke zu attackieren, begannen Akteure, in diesen Kurssprung hinein Kasse zu machen. Am Ende hieß es „außer Spesen nichts gewesen“, die Aktie schloss sogar um 0,4 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Wären diese Bilanzdaten nicht allzu erfreulich ausgefallen oder hätte man im Rahmen später nachgereichter Informationen erkannt, dass die erste Reaktion überzogen war, wäre ein solcher Abverkauf anfänglicher Gewinne nicht überraschend. Aber das, was die ASML Holding da vorzuweisen hatte, war fraglos beeindruckend.
Die Prognosen für das zweite Quartal wurden übertroffen, zugleich hob das Unternehmen seine Gesamtjahresprognose an und will seine Produktionskapazität in den kommenden zwei Jahren jeweils um 30 Prozent erhöhen, um der immensen Nachfrage nach den von ASML gefertigten Halbleiter-Produktionsanlagen gerecht zu werden. Da findet sich kein Haar in der Suppe … eigentlich.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ASML Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Natürlich könnte man einwenden, dass das immense Hochfahren der Fertigungskapazität viel Geld kostet, aber einem Boom gehorcht, der nicht ewig andauern wird, so dass man über kurz oder lang auf teuren Überkapazitäten sitzen würde. Man könnte zudem behaupten, dass dieser Boom bereits im Aktienkurs enthalten ist und die Hausse der vergangenen Monate dazu geführt hat, dass selbst das Wachstum kommender Jahre inklusive noch höherer Prognosen längst vorweggenommen ist. Was man mit einem für einen Anlagenbauer äußerst teuren Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 50 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnerwartung der Analysten untermauern könnte.
Aber solche durchaus nicht von der Hand zu weisenden Bedenken scheren die meisten Trader in keiner Weise, solange der Aufwärtstrend der Aktie intakt bleibt. Dann ist es die Hausse selbst, die die Entscheidungen lenkt, nicht ein „müsste eigentlich“ seitens fundamentaler Rahmendaten. Und da ziehen viele Analysten mit. Was man daran sieht, dass von den 44 die Aktie aktuell einstufenden Analysten 39 eine Kaufempfehlung haben und das durchschnittliche Kursziel mit ca. 1.775 Euro knapp über dem bisherigen Rekordhoch liegt.
Daher könnte man mutmaßen, dass wir hier nur etwas aus dem Ruder gelaufene Gewinnmitnahmen, ein sogenanntes „Selling on good news“, gesehen haben, bei dem zu viele zugleich kurzfristige Gewinne einstreichen wollten. „Sorgen machen“ muss man sich deswegen eher noch nicht. Vorsicht ist bei derartig dynamischen Aufwärtstrends und hohen Bewertungen aber grundsätzlich immer angebracht. Denn sollte die feste Überzeugung mancher Trader, dass der Halbleiter-Boom gerade erst begonnen hat, ins Wanken geraten, kann auch eine damit verbundene Aktie wie ASML schlagartig wegrutschen, aber:
Solange der Kurs seinen mittelfristigen Aufwärtstrend hält, würde man auf der Short-Seite gefährlich leben. Sollte ASML die nächstgelegene Supportlinie bei 1.488 Euro brechen, wäre das zwar ein Warnsignal und könnte einen Test der mittelfristig entscheidenden Unterstützungen einleiten. Aber erst, wenn die Kreuzunterstützung aus den Hochs der Monate Januar bis April und der im vergangenen Spätsommer etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie im Bereich von 1.305/1.315 Euro fallen sollte, müsste man sich aus bullischer Sicht tatsächlich Sorgen machen.

Quellenangaben: Quartalsergebnis 2. Quartal 2026, 15.07.2026: https://www.asml.com/en/news/press-releases/2026/q2-2026-financial-results
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ASML.AS/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.07.2026 um 23:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.
Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto


