Die Ergebnisse des 2. Quartals sowie der Ausblick auf das laufende Quartal sorgten bei der Aktie des Online-Handelsriesen Amazon Ende Juli für einen gewaltigen Satz nach oben, der in einem neuen Rekordhoch gipfelte. Doch seither rutscht die Aktie ab – wo bleiben die Käufer?
Die Zeit, in der die Anleger bei der Amazon-Aktie Geduld und Nerven brauchten, weil es viele Jahre dauerte, bis sich die massiven Investitionen auszahlten, die das Unternehmen in seine Expansion steckte, ist lange vorbei. Heute erzielt Amazon immense Gewinne. Für 2026 erwarten die Experten einen deutlichen Gewinnsprung. Die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis bewegt sich um 20, das ist günstig. Und von den 60 Analysten, die diese Aktie aktuell einstufen, plädieren 58 (!) entweder für Übergewichten oder für den Kauf. Da wundert es nicht, dass deren durchschnittliches Kursziel über dem aktuellen Kurs liegt. Und das mit 328 US-Dollar auch noch sehr deutlich.
Dafür darf man sich wundern, wieso die Aktie zwar als Reaktion auf die jüngste Quartalsbilanz binnen zwei Handelstagen in der Spitze sagenhafte 22 Prozent zulegte, seither aber fast täglich abbröckelt. Durch diese Abwärtsbewegung, die wie an der Schnur gezogen wirkt, ist mittlerweile nur noch ein Drittel des in der Spitze erreichten Kursgewinns nach der Quartalsbilanz übrig. Da ist der Wurm drin, es fragt sich nur, welcher Natur der sein mag.
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Expertenmeinung: Sicherlich spielen da das weltweit verminderte Konsumpotenzial durch die gestiegenen Energiepreise eine Rolle. Auch die höheren US-Zölle gegenüber chinesischen Anbietern sind nicht gerade irrelevant. Aber das eigentliche Problem, das die Marktteilnehmer momentan mit der Amazon-Aktie haben, liegt in den Investitionen in den KI-Bereich.
Im Rahmen der Ende Juli vorgelegten Ergebnisse hob der Online-Händler sein Investitionsvolumen für das laufende Jahr von 200 auf 220 Milliarden US-Dollar an. Eine Summe, die in etwa dem für dieses Jahr geschätzten operativen Gewinn entspricht. Und in den kommenden Jahren wird weiter investiert. Zwar meldete Amazon beeindruckendes Wachstum in Bereichen, die mit KI zusammenhängen, aber:
Die entscheidende Frage lautet nicht, was bislang in Bezug auf Künstliche Intelligenz gelungen ist, sondern wie es da weitergeht. Werden sich diese gigantischen Summen, die das Unternehmen in die Hand nimmt, um im laufenden Wettrüsten um dominante Positionen vorne zu bleiben, wirklich auszahlen … oder wird die Sache am Ende zum Milliardengrab? Und wenn es funktionieren sollte: Wie lange wird es dauern, bis aus dem Geld, das jetzt investiert wird und das allerhand an Zinsen kostet, ein Füllhorn der Gewinne wird? Man bekommt den Eindruck, dass die alten Zeiten, in denen viel Geld für eine unsichere Zukunft investiert wurde, neu aufgelegt werden. Damals hat Amazon triumphiert und die Anleger, die die nötige Geduld aufbrachten, belohnt. Aber wird das diesmal genauso sein?
Man weiß es eben nicht … und das führt dazu, dass man sich aktuell nicht recht an die Aktie herantraut. Aber da Antworten auf die Frage nach der Rentabilität der vielen Milliarden, die Amazon jetzt aufwendet, weder in ein paar Wochen noch in ein paar Monaten kommen können, stellt sich eine andere Frage: Wie geht man als Anleger damit um?
Wie üblich in Situationen, in denen offene Fragen länger einer Antwort harren, als eine Aktie in ruhigen Bahnen verlaufen könnte, wäre man am besten damit bedient, konsequent auf Basis charttechnischer Signale vorzugehen, denn in solchen Situationen tendieren viele dazu, so vorzugehen, was die Chance, dass solche Chartsignale auch „funktionieren“, erhöht. Wie sieht es da aus?

Auf der Oberseite würde die Aktie umgehend interessant, wenn es gelingen sollte, die 20-Tage-Linie, die den Abstieg seit Wochen wie ein Leitstrahl führt, zu überwinden. Diese aktuell bei gut 256 US-Dollar verlaufende Linie sollte man daher im Auge behalten.
Auf der Unterseite wäre die bei derzeit 240,30 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie die nächstliegende, wichtige Unterstützung. Sollte sie getestet werden und brechen, wäre das schon einmal ein massives Warnsignal, das den Gedanken an Long-Trades vorerst vom Tisch wischt. Zwar wäre ein aktiv bärisches Signal, nach dem man sogar über Short-Positionen nachdenken könnte, erst im Fall des Bruchs der Unterstützung bei 225,55 US-Dollar gegeben. Aber sollte die 200-Tage-Linie fallen, wäre der Weg dorthin kein weiter mehr.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AMZN/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.09.2026 um 15:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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