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Behalten die Analysten Recht, wird MTU Aero Engines in diesem Jahr etwas weniger Gewinn pro Aktie erzielen als 2025. Allerdings fiel die Aktie zuletzt deutlich stärker, als das angesichts der Gewinnschätzungen hätte sein müssen. Hat es sich hier also bald „ausverkauft“?
Was der Triebwerkhersteller am 30. April zum ersten Quartal vorweisen konnte, war robust und seitens des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) etwas besser als erwartet. Zugleich hielt MTU Aero an der bestehenden Gesamtjahresprognose fest, nach der man beim EBIT zwischen 1,35 und 1,45 Milliarden Euro erreichen will (Vorjahr 1,35 Mrd.).
Der Gewinn pro Aktie dürfte zwar vermutlich sinken, hier liegen die Schätzungen im Bereich um 18 Euro nach 18,90 Euro im Vorjahr. Aber nimmt man diese Schätzungen als Basis, würde das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Aktie derzeit bei 15,2 liegen. So günstig bewertet war die Aktie zu keinem Jahresultimo der vergangenen zehn Jahre. Also, wo klemmt es hier?
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Expertenmeinung: Wie so oft trifft man hier auf das an der Börse so hartnäckig verbreitete „Ja, aber“. Das hört man bei absurd überbewerteten Aktien als Argumentationseinstieg der Bullen. Hier sind es die Bären, die einwenden: Ja, wenn die Prognose eintreffen würde, wäre die MTU Aero Engines-Aktie jetzt nahezu „billig“, aber:
Die teuren Kerosinpreise bremsen die Fluglinien aus, die kritische Lage im gesamten Nahen Osten drückt auf das Passagieraufkommen, weil eine wichtige Urlaubsregion dadurch vermutlich drastisch weniger angesteuert wird. Und das kann die Nachfrage nach neuen Flugzeugen und damit nach neuen Turbinen, wie sie MTU Aero herstellt, dämpfen. Zugleich könnte der Kostendruck auf die Airlines dazu führen, dass man weniger Wartungen durchführt, was das zweite Standbein des Unternehmens ist. Ist das alles aus der Luft gegriffen?
So einfach kann man das nicht abtun, denn ja, der Iran-Krieg begann zur Monatswende Februar/März und MTU berichtete gute Zahlen für ein Quartal, das den März einschloss. Aber im Rahmen der Bilanzmeldung hielt Finanzchefin Vila fest, dass sich der Iran-Krieg zwar in den Zahlen des ersten Quartals noch nicht ausgewirkt habe, man aber das Geschehen beobachte und bereit sei, Maßnahmen zu ergreifen, um im Fall eines länger andauernden Kriegsgeschehens gegenzusteuern.
Aha, sagen die Bären, dann wird das bestimmt nichts mit dem bislang geplanten Gewinn. Und damit könnten sie richtig liegen. Zwar sollte man das Wort „könnte“ dick unterstreichen. Aus Anlegersicht ist das aber trotzdem ein wichtiger Faktor. Denn solange der Trend der Aktie ungebrochen abwärts weist – und das tut er ja, wie der Chart zeigt – haben die Skeptiker in dieser Hinsicht Rückenwind. Es bräuchte also eine neue Gemengelage, die diese Abwärtsbewegung als nicht mehr haltbar wirken lässt. Dafür reicht eine sukzessiv niedriger werdende Bewertung eben nicht aus, daher:
Grundsätzlich könnte die Aktie jederzeit drehen. Auch aus Sicht der Analysten, denn auch wenn hier nur die Hälfte der Experten aktuell ein „Kaufen“ ausgibt: Diese Einstufungen sind ja teilweise Wochen und Monate alt … was man auch daran sieht, dass das durchschnittliche Kursziel mit knapp 389 Euro weit über dem derzeitigen Aktienkurs liegt, der gerade mit dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele bei 275 Euro ringt.

Interessant ist, das sehen Sie in unserem Chart auf Wochenbasis, dass die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals mit dem Zoll-Crash-Tief vom April 2025 im Bereich von 240/250 Euro eine Kreuzunterstützung bildet, die den Gedanken aufkommen lassen könnte, dass man nahe dieses Supports recht unbesorgt ins fallende Messer greifen könnte.
Aber ob das nicht womöglich so scharf ist, dass es sogar eine solche, markante Kreuzunterstützung durchschneiden könnte, ist offen. Immerhin haben die Bären Argumente, mit denen sie immerhin richtig liegen könnten. Daher sollte, wer nicht explizit risikofreudig traden möchte, besser abwarten, bis der Abwärtstrend nach oben verlassen wurde. Diese Abwärtstrendlinie ist zwar aktuell noch ein gutes Stück entfernt, fällt aber zügig … und „teuer“ wäre die Bewertung bei einem Ausbruch aus dem Abwärtstrend immer noch nicht.
Quellenangaben: Bilanz 1. Quartal 2026: https://www.mtu.de/fileadmin/DE/5_Investoren/Financial_Report/2026_Results/2026_Q1_Quartalsmitteilung_de.pdf
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/MTX.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.05.2026 um 22:01 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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