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Kurz vor der wichtigen Dezember-Abrechnung an der Terminbörse begann der DAX rapide zu steigen, überwand das bisherige Hoch und nahm problemlos die magische 25.000er-Marke. Der Index zeigte keine Schwäche, das bullische Lager dominierte alles – bis gestern.
Man ist es ja schon gar nicht mehr gewohnt: Am Ende des Mittwoch-Handels stand doch tatsächlich ein Minus zu Buche. -0,53 Prozent sind zwar alles andere als drastisch, trotzdem ist das der höchste Tagesverlust seit Mitte Dezember. Was diesen Tag bemerkenswert macht, ist aber nicht das Minus an sich, sondern die Konstellation, die daraus entstanden ist:
Wir sehen jetzt einen „Evening Star“, zu Deutsch Abendstern, im Chartbild. Eine potenziell bärische Formation in der Candlestick-Lehre, die aus einer grünen Kerze nach einem längeren Aufwärtsimpuls besteht, die von einem Doji und nach diesem von einer roten Kerze gefolgt wird. Die Aussage lautet: Das bullische Lager droht, die Kontrolle abzugeben.

Im Gegensatz zu einem nahezu gleich aussehenden Doji, der am Donnerstag vergangener Woche auftauchte, wurde gestern nach den damit im Chartbild sichtbaren, einsetzenden Gewinnmitnahmen nicht sofort wieder mit entschlossenen Käufen zurückgeschlagen. Diesmal kamen die Käufer am Tag danach nicht zurück. Damit endete der Mittwoch mit einer roten Kerze. War es das also mit der DAX-Rallye?
Expertenmeinung: Das kann so sein, aber noch ist die Formation nur vorhanden. Was ihr noch fehlt, wäre eine Bestätigung. Denn ein „Evening Star“ braucht laut Regelwerk eine Bestätigung in Form weiterer Abgaben, die entweder gleich heute oder spätestens morgen zu einer erneuten, nennenswert langen roten Kerze führen. Will heißen: Erst, wenn wir im Chart sehen können, dass die Marktteilnehmer auf den „Evening Star“ auch tatsächlich mit Abgaben reagieren, ist er ein faktisches bärisches Signal. Und auch dann muss das Kind noch nicht im Brunnen liegen, denn:

Alle Candlestick-Formationen haben nur eine Prognosereichweite von vier bis fünf Zeiteinheiten, d.h. hier, im Tageschart, würde der „Arm“ eines bestätigten „Evening Stars“ nur etwa eine Handelswoche weit reichen. Was hieße: Eine Korrektur wäre drin, für eine Trendumkehr müssten aber auch auf der Wochen- und sogar auf der Monatsebene entsprechend bärische Signale der Candlestick-Lehre oder der klassischen Charttechnik auftauchen – und da sehen wir bislang noch keine problematischen Signale.
Damit käme beim DAX im Fall einer Korrektur die jetzt als Unterstützung fungierende Zone zwischen 24.479 und 24.771 Punkten ins Spiel, die die Zwischenhochs seit Juni 2025 sowie die 20-Tage-Linie umfasst. Dieser Bereich wäre ein naheliegendes Ziel einer durch einen bestätigten „Evening Star“ ausgelösten Korrektur. Aber erst, wenn diese Zone brechen sollte, würde es für das bullische Lager wirklich ernst!
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