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DAX Prognose DAX: Vorsicht, „Evening Star“ … wird es jetzt brenzlig?

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des DAX Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.01.2026 um 19:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Dezember 2024 stieg der DAX erstmals über 20.000, jetzt sind schon 25.000 erreicht: Die Hausse wirkt unaufhaltsam. Aber wie ist die jetzt bezwungene, runde Marke einzuordnen: Steigert sie die Motivation der Bullen oder wird sie zum Weckruf für bislang sorglose Trader?

Es gäbe eine ganze Reihe an Aspekten, die andeuten würden, dass der DAX ein nicht unwesentliches Abwärtsrisiko mit sich herumträgt. Der Index ist seitens der Markttechnik auf Monatsbasis überkauft, was zuletzt Anfang 2015 der Fall war, als dieser Situation knapp ein Jahr lang schwache Kurse folgten. Die Bewertung auf Basis des Kurs-/Gewinn-Verhältnisses ist mit 19,2 ungewöhnlich hoch und gerade wegen der vielen im Index enthaltenen Aktien, die von ihrer Branche her niedrige Bewertungen haben, auffällig problematisch. Und das umso mehr, als viele Bewertungen von Einzelwerten des DAX deswegen untypisch hoch sind, weil zwar die Kurse gestiegen sind, die Gewinne aber nicht mitgezogen haben.

DAX: Monats-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Doch Fakten sind an der Börse nur relevant, wenn genug Akteure sie auch wahrnehmen wollen. Und wäre das der Fall, hätte man schon früher reagiert, indem viele ihren Gewinn mitgenommen und nicht mehr zugekauft hätten. Was womöglich auch ein Grund war, wieso der DAX zwischen Mai und Dezember nur seitwärts lief. Aber jetzt ist er aus diesem Käfig ausgebrochen und hat einen Kurslevel erreicht, den vermutlich vor einem Jahr kaum jemand für den Start ins Börsenjahr 2026 prognostiziert hat. Natürlich könnten sich da einige denken:

‚Das ist genau die Gelegenheit, auf die ich gewartet habe, um zu perfekten Kursen auszusteigen‘. Aber auch, wenn das ein von den Rahmenbedingungen her nachvollziehbarer Gedanke wäre, könnte, wer diese Idee auch umsetzt, die Rechnung vielleicht ohne den Wirt gemacht haben, denn:

Expertenmeinung: Anders als vor dreißig, vierzig Jahren, als es kaum jemand gewagt hätte, sich an den Aktienmarkt zu wagen, ohne sich ein umfassendes Grundwissen angeeignet zu haben, fließt heutzutage viel Geld von Anlegern zu, die von Bewertungen oder Chart- und Markttechnik nichts wissen und auch nicht wissen wollen. Für sie kann eine runde Marke daher schwerlich ein Weckruf sein, der ihnen deutlich machen würde, dass man sich womöglich in schwindelerregender Höhe bewegt und daher ein kontrollierter Abstieg oder zumindest eine solide Absicherung gegen Kursstürze höchst angebracht wäre. Die sogenannte „Herde“ folgt faktisch betrachtet nicht den Rahmenbedingungen, sondern sich selbst … oft, ohne es zu merken.

Sie folgt sich selbst, weil diese Anleger steigende Kurse als einzig relevanten Beleg dafür sehen, um weiter zu kaufen. Wenn diese Marktteilnehmer aber weiter kaufen, steigen die Kurse eben auch weiter, denn der Anteil derer, die so vorgehen, ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen, nicht zuletzt, weil das schnelle Aufholen von Kurseinbrüchen wie des Corona-Crashs 2020 und des Zoll-Crashs 2025 vorgaukelt, dass da nichts schiefgehen kann. Und so sehen wir eine Art Perpetuum mobile: Man kauft, weil es steigt, es steigt, weil man kauft, also kauft man weiter.

Für diese Anleger ist der Ausbruch aus der monatelangen Seitwärtsbewegung und das Überwinden dieser so prägnanten Kursmarke von 25.000 also eher eine Motivation, um erneut zu kaufen, und nichts, was zu höherer Vorsicht anleitet. Aber heißt das, dass der DAX also doch eine Einbahnstraße ist und die „Herde“ somit recht hat?

Genau das wurde beispielsweise Anfang 2000 oder Anfang 2008 von vielen postuliert. Zumal man sich sagte: Die Sache kann zwar dann kippen, wenn das zur Verfügung stehende, frische Geld versiegt und/oder zu viele die Depotbestände abbauen müssten, um Geld für zwingende Anschaffungen freizubekommen. Aber weil das Depot ja immer mehr wert wird, würden viele da eher einen Kredit aufnehmen, um Anschaffungen zu finanzieren, als ihre gut laufenden Aktien zu verkaufen. Was übrigens ganz oben in der Hitliste fataler Ideen steht. Aber die müsste man sich eben vorher zu Gemüte geführt haben, um das zu wissen.

Wie lange eine solche sich aus sich selbst nährende Hausse dauert, weiß man nie im Voraus. Aber das muss man auch nicht. Für den Moment passt charttechnisch alles, vom Umfeld her aber zu wenig, um in gemütlicher Freizeitkleidung bei nüchtern betrachtet hochalpin wirkenden 25.000 Punkten im DAX herumzuturnen, aber:

Solange Sie selbst dem Trend nicht sinnbildlich in Badelatschen und kurzer Hose, sondern mit konsequenter Disziplin in Sachen Money-Management und Stop Loss-Absicherung folgen, wäre ein plötzlicher Absturz, der bei früheren Abrissen scheinbar ewiger Haussen genauso wenig vorab absehbar war, wie es diesmal der Fall sein wird, ein Problem anderer Leute. Long-Positionen so abzusichern, dass sie bei einem klaren Rutsch unter die heute vermutlich bei knapp 24.400 Punkten ankommenden 20-Tage-Linie glattgestellt oder zumindest reduziert würden, wäre derzeit für aggressivere Positionierungen ein sinnvoller Gedanke. Ungesichert die Füße hochzulegen und sorglos von der 30.000 zu träumen, wäre hingegen keine gute Idee.

DAX: Tages-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 07.01.2026, Kurs 25.122.26 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.12.2025 um 22:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Heute endet das Börsenjahr 2025. Für den DAX steht zum Start des letzten Handelstages ein Jahresplus von 22,3 Prozent zu Buche. Weit mehr als der langjährige Durchschnitt. Aber dennoch weniger, als manche erhofft hatten. Die kurze Bilanz eines bemerkenswerten Jahres.

DAX Index: Tageschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Läuft etwas wie am Schnürchen, reagieren Menschen auf zwei Arten: Die einen trauen der Sache nicht über den Weg und werden vorsichtig, weil es ihnen „zu“ gut läuft. Die anderen verlängern die gute Phase mit dem Lineal in die Zukunft und legen die Füße hoch, weil: Was läuft, läuft weiter. Die Erfahrung lehrt, dass Personen, die am Aktienmarkt aktiv sind und zugleich nur wenig Erfahrung mitbringen, mehrheitlich in der zweiten Gruppe anzusiedeln sind. Das mag erklären, wie es sein kann, dass ein Börsenjahr, das der DAX mit über 20 Prozent Gewinn abschließt, für manche tatsächlich wie eine Enttäuschung wirkt.

DAX Index: Monatschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX Index: Monatschart vom 29.12.2025, Kurs 24.351,12 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

So wirklich überraschend ist das mit Blick auf die Charts allerdings nicht. Denn dort, wo der DAX das Jahr vermutlich beenden wird, notierte er bereits Anfang Juni. Das komplette zweite Halbjahr war eine Nullnummer, eine Seitwärtsbewegung, die schon im Mai begann und zwar volatil daherkam und so manchem kurzfristigen Trader lukrative Gelegenheiten lieferte. Aber für erfolgsverwöhnte Anleger, die angesichts der rasanten Erholungen nebst neuer Hochs nach Corona-Crash, Ukraine-Kursrutsch und Zoll-Panik in den letzten Jahren dachten, der DAX „muss“ stetig steigen, war das unerfreulich. Jetzt, zum Start in das Börsenjahr 2026, lautet daher die Gretchenfrage: Was entsteht aus diesem relativen Unmut über fehlende Rekorde?

Expertenmeinung: Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Im ersten Moment könnte man denken, es gäbe eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder legen die Bullen noch eine Schippe drauf und sehen so zu, dass sie den Index aus diesem „Käfig“ nach oben hinausbekommen. Oder zu viele werden nervös, nehmen den Gewinn mit, solange er noch da ist und der Index rutscht nach unten heraus. Dass grundsätzlich nur diese beiden Auswege existieren, ist klar. Aber es kann viele Wege geben, wie eines der beiden Szenarien zustande kommt.

Denn der DAX war 2025 ungewöhnlich „zerrissen“, was seine Einzelwerte angeht. Zwar beenden 27 der 40 DAX-Aktien das Jahr mit einem Kursgewinn. Aber nur 14 von ihnen liefen besser als der DAX. Und da finden sich fast durchweg Aktien, die durch die großen Themen des Jahres gezogen wurden: Höhere Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur-Investitionen und steigender Energiebedarf vor allem durch KI. Das Problem dabei ist: All das ist zwar wohl großenteils bereits eingepreist. Aber es ist noch nicht wirklich in den Bilanzen angekommen.

Auf der Gegenseite finden sich die ungewöhnlich vielen Underperformer aus Branchen, die unter der schwachen Konsumneigung und dem wackligen Wachstum in China und/oder den höheren US-Zöllen leiden. Autobauer, Chemie und Pharma, Konsumgüterhersteller. Sie repräsentieren das grau in grau daherkommende „Ist“. Die Outperformer hingegen haben eingepreist, was sich die Käufer von diesen Unternehmen in der Zukunft erwarten. Problematisch, wenn es anders kommt.

2025 war ein Börsenjahr der Hoffnungen (in Bezug auf glimpfliche Folgen der Zölle) und der Fantasien bzw. Visionen (bzgl. Rüstung und Infrastruktur). In diesen Bereichen müssen 2026 Fakten kommen, die beides bestätigen. Käme es so und würden sich Hoffnungen und Visionen der Anleger zu den immerhin 13 DAX-Aktien verlagern, die das Jahr mit einem Minus beenden werden, könnte 2026 das vierte bullische Jahr in Folge werden. Aber vermutlich nur dann.

Denn auch, wenn große Erwartungen kein zwingendes Verfallsdatum haben, auf Dauer wird es ohne echte „good news“ in Sachen Konjunktur nicht gehen; dass der DAX seit Mai nur noch seitwärts pendelt, macht das sehr deutlich. Wir dürfen gespannt sein, ob und wann diese bullischen Fakten kommen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Natürlich will die ganz überwiegende Zahl der Marktteilnehmer den DAX steigen sehen. Man will die Jahresendrallye und, idealerweise, zum Jahresultimo einen DAX an oder über der magischen Marke von 25.000 Punkten. Nur reicht das „Wollen“ allein an der Börse nicht aus.

„Können“ muss da ebenfalls hinzukommen. Schließlich bewegt sich der DAX nicht von alleine dorthin, wo man ihn gerne sehen würde. Dafür müsste Richtung Silvester noch frisches Geld zufließen, die Nachfrage das Angebot der Verkäufer so klar übersteigen, dass es reicht, um das bisherige Verlaufshoch von 24.771 Punkten zu erreichen, zu überwinden und diese 25.000 Punkte zu schaffen … die sich natürlich als Endpunkt eines insgesamt bullischen Jahres gut machen würden, das knapp unter 20.000 seinen Anfang genommen hatte.

DAX: Tages-Chart vom 16.12.2025, Kurs 24.076,87 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 16.12.2025, Kurs 24.076,87 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Aber dass man für den DAX in Bezug auf die Performance des Jahres 2025 das Wort „insgesamt“ benötigt, sollte schon klar machen: Das könnte eher knifflig werden in Sachen Sturmlauf zum Jahresende. Denn seit Anfang Mai bewegt sich der deutsche Leitindex nur noch seitwärts. Volatil zwar, zur Freude kurzfristiger Range-Trader. Aber aus Sicht mittel- und langfristiger Investoren eben nirgendwohin. Und wenn man darauf setzt, dass sich das zum Jahresende noch ändert – und das zugunsten der Oberseite – müsste man Argumente finden, die andere Anleger (und/oder einen selbst) dazu bringen, jetzt weiter zuzukaufen oder sogar jetzt erst neu einzusteigen. Hätten wir die?

Expertenmeinung: Das ist der Haken bei den Hausse-Träumen: Da ist derzeit nicht allzu viel zu finden. Die morgen anstehende EZB-Sitzung wird keine erneute Leitzinssenkung bringen und, zumindest gibt es die Tendenz dazu, auch keine Hinweise darauf, dass in dieser Hinsicht in absehbarer Zeit noch einmal etwas passieren könnte.

Die Freude über die Einigkeit zahlreicher europäischer Nationen zur Ukraine-Problematik bringt auch eher keinen Auftrieb. Denn ist sie verfrüht, bremst das die Aktien, bei denen man auf Aufträge zum Wiederaufbau setzt. Ist sie berechtigt, drückt das Rüstungstitel wie Rheinmetall oder, mit Einschränkungen, Airbus.  

Und in Sachen „Ausstieg aus dem Verbrenner-Ausstieg“ hat man die Aktien der Automobilbranche bereits im Vorfeld deutlich höher gezogen, nur, um jetzt zu erkennen, dass die in Brüssel festgezurrten Änderungen zum einen kompliziert sind und Fragen offenlassen und zum anderen in keiner Weise die Rückkehr zum status quo ante bedeuten.

Anfang Oktober gab es einen zögerlichen und am Ende misslungenen Versuch, sich nach oben abzusetzen. Gegen Ende November scheiterte der Versuch, den DAX aus seiner Handelsspanne nach unten heraus zu drücken. Weitere Versuche, in beide Richtungen, könnten gelingen, sofern das Unerwartete mal wieder zuschlägt und die Anleger mit neuen, überraschenden Fakten konfrontiert würden, die einen Verbleib in dieser Handelsspanne fraglich erscheinen ließen. Aber noch sehen wir solche „News“ eben nicht.

Am Aktienmarkt müssen Wünsche wie ein perfekt bullisches Jahresende durch aktives Handeln der Wünschenden selbst erfüllt werden. Doch dazu braucht es bei hinreichend vielen Akteuren nicht nur den Willen zu höheren Kursen, sondern auch das „Können“ in Form ausreichender Barreserven, um eine solche Ultimo-Rallye auch durchzusetzen. Und dieser Zug macht noch keine Anstalten, den Bahnhof zu verlassen … hier hastig zuzusteigen, wäre angesichts Chartbild und Rahmenbedingungen deshalb ein wenig gewagt.

DAX: Monats-Chart vom 16.12.2025, Kurs 24.076,87 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 16.12.2025, Kurs 24.076,87 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.12.2025 um 18:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit fast sieben Monaten hängt der DAX in einer Handelsspanne von knapp acht Prozent fest. Für kurzfristige Trader ist das durchaus lukrativ, aber mittel- und langfristige Anleger hätten langsam doch gern eine Wegweisung. Was braucht es, um den DAX zum Leben zu erwecken?

Die Ursache der Seitwärtsbewegung liegt weniger daran, dass alle längst investiert sind, aber niemand aussteigen will oder zukaufen kann. Es liegt in der Struktur des Index selbst, in dem Mix aus Aktien, der ihn ausmacht. Denn einige Branchen stützen ihn, andere drücken ihn. Und gerade scheint es, als würden die Rollen getauscht. Was diese Seitwärtsbewegung verlängern würde, wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert.

Nach dem Kurseinbruch aufgrund von Trumps Zoll-Phantasien und der rasanten Erholung, als man in Washington ein Stück zurückruderte, war der DAX zweigeteilt:
Die Aktien, die zu Branchen gehörten, die von der angekündigten, auf neuen Schulden aufgebauten Investitions-Offensive in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur profitieren würden, zogen den Index, vor allem die beiden Banken Deutsche Bank und Commerzbank, Rheinmetall, Airbus, die beiden Versorger E.ON und RWE, der Versorger-Ausrüster Siemens Energy und der Baustoff-Konzern Heidelberg Materials.

DAX Index: Wochenchart vom 02.12.2025, Kurs 23.710,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Monatschart vom 02.12.2025, Kurs 23.710,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Zugleich blieb am Boden oder rutschte weiter ab, was insgesamt konjunktursensibel und zugleich von den US-Zöllen betroffen war: die im DAX reichlich vertretenen Aktien der Automobilbranche, Chemie- und Pharmatiteln sowie den Konsumgüter-Aktien.

Man könnte also folgern: Wenn ein Bereich seine Richtung ändert, hätten wir die erwartete Wegweisung seitens des DAX, entweder durch einen Ausbruch nach oben oder nach unten. Was auch richtig ist, nur:

Expertenmeinung: Da diese Vorlagen, die einen Aktien zu kaufen und die andern links liegen zu lassen bzw. dort Short-Positionen aufzubauen, derart prägnant waren, hatte man die Sache, wie so oft, übertrieben. Die Profiteure der Lage waren zu weit gestiegen, die scheinbaren Verlierer zu weit gefallen. Da sehen wir jetzt eine Gegenbewegung:
Es zeichnet sich die Tendenz ab, die schwachen DAX-Titel wieder günstig einzusammeln, bei den Überfliegern aber eher Gewinne mitzunehmen. Und bei einer insgesamt vermutlich längst hohen Investitionsquote bei vielen Anlegern wird das umgesetzt, indem man das durch Gewinnmitnahmen freigewordene Kapital einsetzt, um andere, niedriger bewertete und lange liegen gelassene DAX-Aktien zu kaufen. Unter dem Strich ist das, wenn es um den Trend des Index selbst geht, also schon wieder ein Nullsummenspiel.

Das wird sich erst ändern, wenn Umschichtungen in den Hintergrund treten und wirklich netto massiv frisches Kapital zufließt oder im Gegenteil abgezogen wird. Dann hätte der DAX die Basis, um endlich aus dieser Spanne zwischen grob 23.000 und 24.800 Punkten herauszukommen. Bislang sind die Argumente dafür aber noch nicht da. Denn in Bezug auf die „Big Figures“ bei den Rahmenbedingungen, seien es Wachstum, Geopolitik oder Zölle/US-Politik, hat sich bislang nichts getan, was die bisherige Sicht der Investoren auf die Gesamtlage nennenswert hätte verändern können. Von dort muss ein neuer, starker Impuls kommen: von außen.

DAX Index: Tageschart vom 02.12.2025, Kurs 23.710,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 02.12.2025, Kurs 23.710,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Sobald sich die Mixtur aus externen Einflussfaktoren deutlich verändert, wäre der Weg für einen neuen, starken Trendimpuls frei, beispielsweise durch ein echtes, glaubwürdiges Ende des Ukraine-Konflikts in Kombination mit einer verlässlicheren US-Politik, was insgesamt zwar die Rüstungstitel drücken könnte, aber durch die Chance für neues, stärkeres Wachstum die auf Basis der Infrastruktur-Ausgaben des Bundes gestiegenen Aktien nicht nennenswert drücken, die schwachen Branchen der letzten Quartale aber deutlich befeuern könnte. Solange wir da nichts sehen, heißt es: Range-Trading in einer 1.800-Punkte-Spanne? Warum nicht?

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.11.2025 um 20:34 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Erstmals seit dem „Zoll-Crash“ Anfang April beendete der DAX einen Handelstag unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Das ist ein bärisches Signal. Aber ist die Sache damit für die Bullen verloren? Noch ist es nicht so weit. Das Chartbild zeigt aber, dass sie sich ranhalten müssen!

Was genau hat sich eigentlich seit dem letzten Aufwärtsimpuls, der Mitte letzter Woche abrupt endete, verändert, das den DAX so unter Druck setzt? Was die heimische Gemengelage angeht, eigentlich gar nichts. Das, was sich deutlich eintrübt, ist die Marktstimmung an den US-Börsen. Und wovor man sich da fürchtet, sind – eigentlich – Aspekte, die den deutschen Markt nur bedingt betreffen.

DAX: Tages-Chart vom 18.11.2025, Kurs 23.173,05 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 18.11.2025, Kurs 23.173,05 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Drüben, jenseits des Atlantiks, hat man erkannt, dass das Ende des Shutdowns zwar ganz grundsätzlich eine positive Nachricht ist. Aber eine, die negative nach sich ziehen könnte. Wenn die Decke der Ahnungslosigkeit von ausstehenden Konjunkturdaten wie Inflation und Arbeitsmarkt gezogen wird, könnte man, so vermuten immer mehr Akteure drüben, zu sehen bekommen, was man lieber nicht sehen würde. Hinzu kommt, dass die sogenannte „Epstein-Affäre“ dazu führt, dass sich der US-Präsident sogar mit seinen eigenen Leuten anlegt. Und dann wäre da noch das Damoklesschwert in Form des irgendwann anstehenden Urteils des Supreme Courts in Sachen Zölle. Nicht zuletzt mehren sich die Warnungen in Bezug auf den KI-Hype: Zu viele große Unternehmen, die derzeit den Aufwärtstrend der US-Aktienmärkte fast alleine tragen, könnten weit mehr investiert haben bzw. es noch tun, als da am Ende an Gewinn herausspringt. Vielleicht. Aber was geht uns das an?

Expertenmeinung: Eine wankende und immer volatiler daherkommende US-Börse ist natürlich keine zwingende Vorlage für unseren DAX. Aber niemand am deutschen Aktienmarkt schaut nicht immer wieder nach drüben, auf Dow, S&P und Nasdaq. Hinzu kommt, dass wir zwar keine direkte KI-Blase haben, aber die massiven Vorschusslorbeeren, die man an Unternehmen verteilt hat, die indirekt wegen des massiven Energiebedarfs einer wachsenden KI-Branche profitieren, die haben wir. Und wir haben unseren „Verteidigungs-Hype“, der tendenziell genauso lief wie der im KI-Bereich: Man kaufte die entsprechenden Aktien auf Basis von in einigen Jahren erhofften, immens höheren Unternehmensgewinnen durch die Decke.

So betrachtet kann man das, was drüben passiert, durchaus als potenzielle Vorlage für den DAX interpretieren. Aber ist es nicht sowieso schon zu spät, ist das Kind mit dem gestrigen Schlusskurs unter der bei 23.450 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie nicht schon in den Brunnen gefallen?

Nein. Denn auch, wenn der Bruch dieses wichtigen gleitenden Durchschnitts ein negatives Signal ist, ein Top hätte der DAX erst vollendet, wenn auch noch das Monatsverlaufstief vom Juni bei 23.053 unterboten wäre. Das ist die Linie, die es jetzt seitens der Bullen unbedingt zu halten gilt. Ihr Vorteil:

DAX: Monats-Chart vom 18.11.2025, Kurs 23.173,05 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 18.11.2025, Kurs 23.173,05 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Der Euro Stoxx 50 steht noch deutlich besser da und notiert ein gutes Stück über seiner 200-Tage-Linie. Das kann helfen. Ebenfalls könnte motivierend wirken, dass die Käufer an der Wall Street und am Times Square bislang nicht aufgeben, sie versuchen bislang stur, die US-Indizes vor einem noch kritischeren Chartbild zu bewahren. Der dritte Faktor, der jetzt eine Rolle spielt, könnte sich indes negativ auswirken, wenn die Versuche scheitern sollten, den DAX wieder über die 200-Tage-Linie und den Widerstandsbereich 23.285/23.529 Punkte in neutrales Terrain zu hieven:

Der übermorgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse. Denn sollte diese mittlerweile ja in Schlagdistanz liegende, letzte Haltelinie bei 23.053 Zählern klar unterboten werden, dürften viele, die am Freitag mit größeren Long-Positionierungen in die Terminmarkt-Abrechnung gehen, gezwungen sein, sich abzusichern oder auszusteigen … und das würde den Abgabedruck vermutlich schnell und deutlich intensivieren. Die kommenden drei Handelstage könnten beim DAX also Weichen stellen. Aber erst, wenn diese auch wirklich in Richtung abwärts gestellt wurden, wäre es angebracht, zu sagen: „Time to say goodbye“!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.