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DAX Prognose DAX: Catch me if you can!

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des DAX Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.03.2026 um 21:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Donnerstag rutschte der DAX unter das 2025er-Herbst-Tief. Zugleich fiel die 20-Tage-Linie knapp unter die 200-Tage-Linie: ein bärischer Crossover. Zwei bärische Signale an einem Tag, das sieht finster aus. Aber die Bären sollten sich besser hüten, jetzt die Füße hochzulegen.

Erneut ein steigender Ölpreis. Und mit ihm die erodierende Hoffnung, dass der Iran-Krieg ähnlich schnell einer Art „Burgfriede“ weichen könnte wie im vergangenen Juni. Notenbanken, die vor einer anziehenden Inflation warnen. Und mit Blick auf die unvorhersehbaren Entwicklungen aus Richtung Washington eine Planungsunsicherheit, die Unternehmen wie Privathaushalte gleichermaßen erfasst: Allzu viel negativer kann die Gemengelage kaum sein.

DAX Index: Tageschart vom 19.03.2026, Kurs 22.839,56 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 19.03.2026, Kurs 22.839,56 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Das schlug sich am Donnerstag beim DAX deutlich nieder. Der Index schloss unterhalb des November-Tiefs, das am 9. März noch hatte gehalten werden können und unterbot damit die breite Supportzone zwischen 22.943 und 23.381 Punkten. Zugleich kam es zu einem bärischen Crossover bei den gleitenden Durchschnitten, indem die 20-Tage-Linie die Linie der letzten 200 Börsentage nach unten kreuzte.

DAX Index: Chart vom 19.03.2026, Kurs 22.839,56 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX Index: Chart vom 19.03.2026, Kurs 22.839,56 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Und ein Querblick auf den DAX-Chart auf Monatsbasis zeigt: Die nächste, wirklich markante und sich damit als Support anbietende Wendemarke wäre das April-Tief 2025 bei 18.490 Zählern. Düstere Aussichten. Die aber kein „Muss“ sind, denn:

Expertenmeinung: Beide bärischen Signale sind bislang sehr knapp. Und wenn wir uns ansehen, dass das November-Tief am Ende als Bärenfalle endete, weil zwar das da relevante Zwischentief aus dem Juni kurz unterboten wurde, danach aber keine Anschlussverkäufe, sondern Käufe folgten, wird klar: Das Risiko, dass es diesmal ähnlich läuft, sollte man auf dem Schirm haben, zumal:

Die Gesamtsituation ist zwar hoch problematisch. Aber man kann beobachten, dass viele Akteure weiterhin bereit sind, auf jede noch so kleine, positiv wirkende Nachricht hin sofort zu kaufen oder ihre Short-Trades einzudecken.

Während sich das in einem stabilen Aufwärtstrend weitaus weniger markant zeigt, haben wir in Abwärtstrends grundsätzlich immer das erhöhte Risiko sehr scharfer Gegenbewegungen. Und man weiß nie, ob die am Ende „austrocknen“ und zu neuen Tiefs führen oder aus einer Gegenreaktion eine dynamische aufwärtswende wird. Denken wir da nur an den April des Vorjahres: Da gelang es dem US-Präsidenten, einen massiven Kurseinbruch an den Aktienmärkten durch Zurückrudern auf den Kopf zu stellen. Das würde zwar dieser Tage mit Blick auf den Nahen Osten deutlich schwieriger, ist aber dennoch ein Aspekt, den man berücksichtigen sollte.

Fazit: Im DAX derzeit Long zu sein, hätte auf charttechnischer Ebene ebenso wie in Bezug auf das Umfeld keine solide Basis. Aber wer konsequent und rein charttechnisch motiviert auf dieses doppelte bärische Signal des Donnerstags reagieren würde, hätte deswegen nicht automatisch einen sicheren Stand. Abwärtsbewegungen laufen deutlich emotionaler und damit volatiler ab als Aufwärtstrends, daher: Rechnen Sie jederzeit mit ggf. auch sehr scharfen, weitreichenden Gegenbewegungen und damit, dass aus jeder scheinbar kurzlebigen Eindeckungs-Rallye eine Aufwärtswende werden könnte!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.03.2026 um 20:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Anleger trifft man stets Entscheidungen unter Unsicherheit: Was morgen oder übermorgen die Kurse bewegen wird, kann man nie sicher wissen. Wird die Unsicherheit besonders groß, steigt die Bedeutung eines charttechnisch orientierten Vorgehens, so auch aktuell beim DAX.

Wird aus dem vor zwei Wochen losgetretenen Iran-Konflikt ein länger andauernder Krieg? Werden andere Länder in der Region noch mehr mit hineingezogen, als es jetzt schon der Fall ist? Wird das die Energieversorgung deutlicher beeinträchtigen und wenn ja, wie sehr und wie lange? Fragen gibt es derzeit viele. Antworten keine. Aber die wären nötig, um einigermaßen einschätzen zu können, ob der DAX in den kommenden Tagen, Wochen oder sogar Monaten sein Potenzial eher auf der Ober- oder der Unterseite hätte. Und wie will man solide, treffsichere Entscheidungen fällen, wenn man das nicht weiß?

Nüchtern betrachtet weiß man das ja eigentlich nie. Denn Entwicklungen, die ein vorher als stabil angesehenes Grundszenario von eben auch gleich auf den Kopf stellen, tauchen ja immer mal wieder auf, unverhofft. Das wäre also eigentlich das tägliche Brot eines jeden Anlegers. Nur nimmt man das selten bewusst wahr, weil man grundsätzlich davon ausgeht, dass ein Trend bei kleineren Beben so schnell nicht bricht und man in der Masse derer, die eben diesem Trend folgen, sicher genug ist, um sich da nicht den Kopf zerbrechen zu müssen.

DAX: Monatschart vom 12.03.2026, Kurs 23.589,65 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 12.03.2026, Kurs 23.589,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Aber wenn es eben mal anders kommt, die Nachrichtenlage das Geschehen beherrscht und man erkennen muss, dass immer mehr Akteure eher planlos agieren, so dass ein bis dahin recht kontrolliert wirkendes Chartbild zu einem wirren Auf und Ab mutiert, was dann? Woran soll man sich orientieren, wenn die „Herde“ gerade durchgeht?

Expertenmeinung: In solchen Situationen leistet die Charttechnik noch bessere Dienste als sonst. Wobei das keineswegs der Logik entbehrt. Denn je mehr Marktteilnehmer erkennen, dass sich die bisherige Marktstimmung und das überwiegende Denken und Handeln der Mehrheit ins Chaos verabschiedet hat, desto mehr Anleger suchen nach Alternativen. Und da liegt die Charttechnik eben nahe, zumal hoch volatile Phasen oft sehr markante Wendemarken ausbilden. Denn die Angst, etwas zu verpassen und die daraus resultierende Neigung, auch ohne zu wissen, was los ist, einem Impuls zu folgen, ist in einem Umfeld, das von immenser Ungewissheit geprägt ist, besonders groß.

Daher sind die beiden Umkehrpunkte, die der DAX seit Beginn dieses Iran-Krieges ausgebildet hat, besonders bedeutsam. Hier sind scharfe Schwenks zustande gekommen. Und so etwas passiert höchst selten, ohne dass nicht zugleich die Umsätze hoch sin. Und was läge näher, als eine Absicherung in Form von Stop Loss-Orders im Fall eingegangener Long-Trades knapp unter die untere und im Fall von Short-Trades knapp über die obere Wendemarke zu legen?

Damit haben diese beiden Chartmarken, 22.927 Punkte auf der Unter- und 24.367 Punkte auf der Oberseite jetzt die Funktion von Dreh- und Angelpunkten. Zumal beide Marken noch zusätzlich charttechnisch bedeutsam sind. Die Supportmarke, weil der DAX damit fast genau auf Höhe der schon vorhandenen Unterstützung in Form des November-Verlaufstiefs nach oben drehte. Die Widerstandslinie, weil an diesem Tag, an dem der DAX da sein Zwischenhoch markierte, auch versucht wurde, die 200-Tage-Linie zurückzuerobern – was scheiterte.

DAX: Tageschart vom 12.03.2026, Kurs 23.589,65 Punkte, Kürzel: DAX | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 12.03.2026, Kurs 23.589,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Der Umstand, dass man außerhalb dieser Range 22.927 zu 24.367 wegen dieser scharfen Wenden mehr Stop Loss-Absicherungen als üblich vermuten darf, intensiviert die Relevanz dieser Linien zusätzlich. Denn würde der DAX diese Marken deutlicher überkreuzen, würde das Auslösen der Stop Loss-Orders den Impuls intensivieren und, wenn die Nachrichtenlage zur Ausbruchsrichtung passt, mit dazu beitragen, ihn zu verstetigen.

Innerhalb dieser breiten Spanne ist der DAX schlicht nicht „einzufangen“. Aber verlässt er sie, hätte man hier ein Chartsignal, das die Chance hätte, tragfähig zu sein. Und darüber hinaus wäre dann die Möglichkeit gegeben, sich durch Stoppkurse ein, zwei Prozent unter der bezwungenen Widerstandslinie bzw. über der gebrochenen Supportlinie deutlich fundierter abzusichern, als man dies innerhalb der aktuellen „Getümmel-Zone“ könnte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.03.2026 um 7:34 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat auch den deutschen Aktienmarkt deutlich belastet. In der vergangenen Woche rutschte der DAX unter eine wichtige Unterstützung bei rund 24.250 Punkten und leitete damit eine Korrekturphase ein.

Das nächste Ziel der Verkäufer zeichnete sich schnell ab. Die Bären richteten ihren Fokus auf den markanten Unterstützungsbereich knapp unterhalb von 23.000 Punkten. Genau diese Zone wurde im gestrigen Handel erreicht. Dort kam es jedoch zu einer Gegenreaktion der Käufer. Im Tagesverlauf entstand ein markantes Intraday-Reversal, das aus technischer Sicht als mögliches positives Signal interpretiert werden kann. Ähnliche Fehlausbrüche unter wichtige Unterstützungen waren bereits im September sowie im November des vorigen Jahres zu beobachten. In beiden Fällen folgten deutliche Gegenbewegungen nach oben – ein Muster, das im DAX immer wieder auftritt.

Expertenmeinung: Der gestrige Reversal könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass sich der Verkaufsdruck im Bereich der jüngsten Tiefs abschwächt.

Gelingt es den Bullen, diese Dynamik in den kommenden Handelstagen aufrechtzuerhalten, könnte sich eine technische Gegenbewegung entwickeln. In diesem Fall könnte der Markt versuchen, verlorenes Terrain schrittweise zurückzuerobern. Eine Rückkehr in Richtung der aufgerissenen Kurslücke der vorigen Woche wäre dabei grundsätzlich denkbar.

Aussicht: Neutral

DAX Index: Chart vom 09.03.2026, Kurs: 23.409,37, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Chart vom 09.03.2026, Kurs: 23.409,37, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.03.2026 um 20:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der DAX ist in die zwischen Juni und Dezember geltende Handelsspanne zurückgefallen. Die nächsten Kursziele lägen im Bereich um 23.000 und im Extremfall bei 20.800 Punkten. Aber eine Supportlinie könnte das aufhalten. Die Frage ist: Wird diese Linie auch wahrgenommen?

An den US-Börsen hatte man am Montag versucht, eine größere Abverkaufswelle zu verhindern, indem man die Flucht nach vorne antrat. Das anfängliche Minus wurde zum Handelsende nahezu eliminiert, womit das bullische Lager den Eindruck erwecken wollte: Keine Panik, kein Grund zur Sorge, alles ist im Griff. Das Problem war: Die dortigen Anleger dürften sich zwar wenig dafür interessiert haben, dass man in Europa keineswegs so verwegen war, die durch die militärischen Aktionen der USA ausgelösten Verluste mit großem Kapitaleinsatz aufzukaufen, aber sie sahen einen massiv steigenden Ölpreis. Und neben dem Trend des Aktienmarkts sind für viele US-Bürger der Öl- bzw. Benzinpreis Dreh- und Angelpunkt für die Beurteilung der Lage.

Dementsprechend war die Aufholjagd der US-Aktienindizes am Dienstagmorgen in den Futures schon fast komplett zurückgenommen worden. Nach Handelsbeginn nahm der Druck sogar zu. Und das dürfte denen, die im DAX am Montag noch ausgeharrt hatten, den Rest gegeben haben: Der deutsche Leitindex startete mit einer Abwärts-Kurslücke von 430 Punkten zum ohnehin schwachen Montags-Schlusskurs in den Handel und fiel zügig weiter. Am Ende stand ein Minus von 847 Punkten oder 3,44 Prozent zu Buche. Eines, das aus charttechnischer Sicht allerhand „Flurschaden“ angerichtet hat.

Denn dadurch ist der Index mit einem Schlag tief in die das zweite Halbjahr 2025 dominierende Handelsspanne zwischen 22.943 und 24.771 Punkten zurückgefallen und hat zudem gleich zur Eröffnung seine 200-Tage-Linie durchbrochen. Damit wäre die untere Begrenzungszone der alten Handelsspanne zwischen 22.943 bis 23.381 Punkte eigentlich das nächste Kursziel. Aber es gibt noch eine Linie, die nicht nur darüber wartet, sondern am Dienstag auch ziemlich genau touchiert wurde, bevor sich das Minus zumindest ein klein wenig reduzierte. Das Problem könnte sein: Es ist nicht wirklich sicher, dass diese Linie auch alle sehen, denn:

Expertenmeinung: Diesen gestern am Tagestief angelaufenen, potenziellen Support findet man eigentlich nur, wenn man sich ein längerfristiges Chartbild des DAX auf Wochenbasis ansieht. Und ob das in einer „Getümmel-Phase“ wie derzeit viele tun, ist zumindest offen. Worum geht es?

DAX: Wochen-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Es geht um die obere Begrenzung des im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendkanals. Beide Linien dieses Trendkanals, der im Januar 2025 nach oben verlassen wurde, haben sich in den vergangenen zwölf Monaten als wichtig erwiesen. So drehte der DAX im Zuge des „Zoll-Crashs“ im April 2025 auffällig nahe an der unteren Begrenzung des Kanals nach oben. Und die obere Begrenzungslinie diente im November als Unterstützung, als der DAX drohte, aus dem Seitwärts-Kanal, in den er jetzt wieder hineingerutscht ist, nach unten herauszufallen. Grundsätzlich wäre diese um 23.600 Punkte verlaufende Linie also allemal eine Chance, einen Test oder gar Bruch der Supportzone 22.943 zu 23.381 Punkte zu verhindern. Wenn genug Akteure diese Linie sehen, als relevant einstufen und, vor allem, daraufhin auch aktiv auf der Long-Seite agieren.

Doch das ist in einem Umfeld wie momentan alles, nur nicht sicher. Und selbst wenn diese Linie auch heute und im Rest der Woche standhalten sollte: Angesichts der komplett unkalkulierbaren Nachrichtenlage, bei der der Iran derzeit zwar dominiert, aber die anderen Aspekte wie Zölle oder US-Konjunkturdaten jederzeit wieder ins Rampenlicht rücken können, ist eine verteidigte Unterstützung eine genauso unsichere Sache wie eine zurückeroberte Unterstützung. Andererseits: Wenn man im DAX aktiv agieren möchte, sind Ankerpunkte mit einem höheren Unsicherheitsfaktor als sonst immer noch weit besser, als würde man sich von der jetzt herrschenden Hektik und Nervosität anstecken lassen und einfach aus dem Bauch heraus mal hier, mal dort vor sich hin traden.

DAX: Tages-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 03.03.2026, Kurs 23.790,65 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Fazit: Falls diese obere Begrenzung des 2022er-Kanals im Bereich 23.600 Punkte hält, wäre das ein Grund mehr, Short-Positionen, die über Daytrading und „kleines Geld“ hinausgehen, erst einmal aufzuschieben. Ein mittelfristig relevantes, bärisches Signal wäre ohnehin erst gegeben, wenn der Index aus dieser jetzt wieder relevanten Seitwärtsrange durch Schlusskurse unter 22.943 Punkten nach unten herausfällt. Aber weitere bärische Signale zu verhindern, bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass der DAX dann automatisch als bullisch einzustufen wäre. Dazu müsste er nicht nur die jetzt im Feuer stehende Linie halten, sondern umgehend wieder aus dieser Seitwärtsspanne nach oben hinauslaufen. Dazu bräuchte es Schlusskurse über 24.771 Zähler. Und das ist definitiv nichts, dem man im Vertrauen auf die „Bullen-Power“ vorgreifen sollte!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.02.2026 um 18:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass dem DAX am Freitag ein solides Plus gelang und damit der bisherige Verlaufsrekord in Reichweite kam, dürfte manchen Akteur angesichts der Ereignisse in den USA überrascht haben. Aber am Montag war er schon wieder da, der Deckel, der auf diesem Index liegt.

Was gab es am vergangenen Freitag eigentlich zu jubeln? Das oberste Bundesgericht hatte, und nur darum ging es ja, entschieden, dass Donald Trump die massiven, von ihm „reziprok“ genannten Zölle, die er Anfang April 2025 losgetreten hatte, nicht hätte verhängen dürfen, weil a) die Argumentation dafür nicht stichhaltig war und er b) damit seine Befugnisse überschritten hat. Aber der Gedanke, der einige im ersten Moment umgetrieben haben mag, nämlich, dass die Zölle damit verschwinden und das bisher geflossene Geld zurückgezahlt wird, erwies sich als – natürlich – Wunschdenken. Zumal der US Supreme Court ja nicht geurteilt hatte, dass solche Zölle an sich unzulässig wären, es ging nur um den Weg dorthin.

Zudem hatte US-Finanzminister Bessent bereits seit Wochen mehrfach betont, dass das Weiße Haus im Fall einer wie jetzt getroffenen Entscheidung des Gerichts längst alternative Gesetzesgrundlagen vorbereitet habe, mit denen sich diese Zölle weiter betreiben lassen. Und so kam es dann auch. Der Trump’sche Gegenschlag erfolgte zwar erst, als der offizielle Handel im DAX bereits beendet war. Aber auch nachbörslich tat man so, als sei nichts passiert. Das änderte sich am Montag allerdings. Wobei die Art und Weise, wie das ablief, bemerkenswert war, denn:

Expertenmeinung: Es kam zwar zu einem „Gap Down“, d.h. einer Abwärtskurslücke zur Eröffnung. Aber es gab erst einmal keine Anschlussverkäufe, der DAX pendelte mit einem eher moderaten Minus seitwärts … bis der reguläre US-Handel einsetzte. An den US-Märkten waren die Abschläge der Index-Futures ebenfalls zunächst moderat gewesen. Aber kaum begann der Präsenzhandel um 15:30 Uhr unserer Zeit, vergrößerte sich das Minus – und riss den DAX mit, am Ende wieder knapp unter die Marke von 25.000 Punkten. Sie sehen das gut im DAX-Chart, der ihn auf 15 Minuten-Basis über den Zeitraum von fünf Handelstagen zeigt.

15 min Chart vom 23.02.2026, Kurs 24.991,97 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Das deutet an, dass Trader zwar versuchten, das grundsätzlich bullische Bild aufrechtzuerhalten, um die Anleger davon abzuhalten, als Reaktion auf diese neue Runde im für alle Seiten hoch problematischen „Zolltheater“ auszusteigen, das aber offenbar nicht funktionierte. Es wirkt, als hätten viele Marktteilnehmer diese auffällige Diskrepanz zwischen den „Bad News“ in Form von Donald Trumps Reaktionen auf den Gerichtsentscheid und die so unbeteiligt daherkommenden Aktienmärkte mit Argusaugen beobachtet und beim ersten Anzeichen, dass diese scheinbare Stabilität keine ist, reagiert und verkauft.

Das war gestern immer noch nicht dramatisch, letztlich setzte der DAX damit ja nur in etwa auf den Schlusskurs des vergangenen Dienstags zurück und notiert weiter über der breiten Unterstützungszone 24.266 zu 24.771 Punkte, die wiederum wie ein massiv wirkendes Polster vor der aktuell bei 24.142 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie liegt. Erst, wenn Letztere unterboten wäre, würde der DAX ein mittelfristig relevantes, negative Signal aussenden, aber:

DAX: Chart vom 23.02.2026, Kurs 24.991,97 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Chart vom 23.02.2026, Kurs 24.991,97 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Dieser Wochenstart unterstreicht, dass der DAX auf der Oberseite argumentativ Probleme hat. Ohne taugliche, neue Argumente liegt da ein ziemlich schwergewichtiger Deckel drauf, zusammengesetzt aus weitgehend ausgereizt wirkenden Zugpferden des Vorjahres, potenziellen Aufwärtswende-Kandidaten, für die das Umfeld noch nicht passt, und den Rahmenbedingungen an sich, die von Druck aus den USA, weiter ausstehenden Reformen und Unsicherheit geprägt ist. Hier im blinden Vertrauen darauf, dass der DAX schon irgendwie imstande sein wird, seine Rekordserie fortzusetzen, weiter zuzukaufen, wirkt daher aktuell riskanter als im vergangenen Jahr.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.