In dieser DAX-Prognose 2026 analysieren wir, ob deutsche Aktien trotz der Kursanstiege in den letzten Jahren weiterhin attraktiv für neue mögliche Investments sein könnten und mit welcher Kursentwicklung Sie beim DAX im Jahr 2026 rechnen könnten. Wir schauen uns mögliche DAX-Kursziele an und wagen einen DAX-Ausblick für 2026 und 2027.
Der DAX bildet die umsatzstärksten börsennotierten deutschen Unternehmen ab.
Der DAX bildet die 40 größten und umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ab und gilt als wichtigster Gradmesser für den deutschen Aktienmarkt.
Inhalt
DAX-Rückblick 2025: Allzeithoch trotz Wirtschaftsflaute
Nach einem Vorjahresplus im DAX von +18,9 % verlief auch das Jahr 2025 für die Aktienmärkte sehr erfreulich. Die meisten großen Börsen verzeichneten zweistellige Zuwächse, und einige Indizes, wie der amerikanische Dow-Jones-Index oder auch der deutsche DAX-40-Index, erreichten neue Allzeithochs. Der DAX 40 kletterte von 16.828 Punkten zu Jahresbeginn auf 19.909 Punkte am 31.12.2024 und verzeichnete damit erneut einen beachtlichen Kurszuwachs von +18,9 %. Damit gelang dem wichtigsten deutschen Aktienindex der zwölfte Jahresgewinn in den letzten vierzehn Jahren.
Jährliche DAX-Entwicklung von 2016 bis 2025
| Jahr | Performance |
|---|---|
| 2016 | +6,87 % |
| 2017 | +12,51 % |
| 2018 | -18,26 % |
| 2019 | +25,48 % |
| 2020 | +3,55 % |
| 2021 | +15,79 % |
| 2022 | - 12,35 % |
| 2023 | +20,31 % |
| 2024 | +18,85 % |
| 2025 | +23,01 % |
DAX aktuell: Wachstum bleibt schwach
Mitte Januar erzielte der DAX 40 ein neues Hoch von 25.507 Punkten. Und das, obwohl die deutsche Wirtschaft nach wie vor schwächelt. Laut ifo-Institut steckt Deutschland mittlerweile seit mehr als zwei Jahren in einer Krise fest, wobei konjunkturelle und strukturelle Faktoren belastend wirken. Bereits im Jahr 2023 gab es mit einem BIP-Rückgang von -0,3 % eine Rezession bzw. genauer gesagt eine Stagflation (wirtschaftlicher Rückgang bei steigenden Preisen). Im Jahr 2024 erfolgte ein weiterer Rückgang um -0,2 %, sodass das BIP nur noch knapp über dem Level des Jahres 2019 lag. In der Frühjahrsprognose rechnet das ifo-Institut bei den Wachstumsaussichten für 2026 mit einem mickrigen (realen) Zuwachs von +0,6 % und für 2027 mit gerade mal +0,9 % Plus. Die Experten des Instituts hatten die Prognose für 2026 im Vergleich zum Wintergutachten erneut um -0,2 % zurückgenommen. Die deutsche Wirtschaft befände sich nach mehreren schwachen Jahren zwar wieder auf Erholungskurs, das Wachstum bleibe aber deutlich unter früheren Aufschwungphasen. Wachstumstreiber sind dem ifo-Institut zufolge höhere Investitionen in Infrastruktur und Energiewende, zusätzliche Verteidigungsausgaben sowie höhere Konsumausgaben. Belastend wirken hingegen die hohen Energiepreise durch den Iran-Konflikt, die schwächelnden Exporte sowie geopolitische Unsicherheiten. Gleichzeitig erwarten die Wirtschaftsforscher eine Inflation von durchschnittlich 2,8 % im Jahr 2026 und 2,9 % im Jahr 2027.
Welche globalen Themen bestimmen die DAX-Richtung im Jahr 2026 und darüber hinaus?
Die Börse wird aktuell weiterhin durch die US-Handels- und Zollpolitik, die Zins- und Inflationsentwicklung, die globale Konjunktur, den Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) sowie durch geopolitische Konflikte und Unsicherheiten geprägt. Während viele Marktteilnehmer noch zu Jahresbeginn von mehreren weiteren Zinssenkungen in den USA und Europa ausgegangen waren, hat sich dieses Bild zuletzt deutlich eingetrübt.
Verantwortlich hierfür sind vor allem die Folgen des Iran-Krieges und der dadurch ausgelöste Anstieg der Energiepreise. Höhere Öl- und Gaspreise erhöhen das Risiko einer erneuten Inflationsbeschleunigung und erschweren es den Notenbanken, die Leitzinsen wie ursprünglich erwartet weiter zu senken. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank Fed verweisen inzwischen auf gestiegene Inflationsrisiken und eine außergewöhnlich hohe Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung.
Für die DAX-Prognose 2026 bedeutet dies einen wichtigen Unterschied zu den Vorjahren: Während die Aussichten auf sinkende Zinsen zuletzt als zusätzlicher Kurstreiber wirkten, könnten die Kapitalmarktzinsen nun länger auf dem aktuellen Niveau verharren. Gleichzeitig belasten steigende Energiekosten die Gewinnmargen vieler Unternehmen und erhöhen das Risiko einer Phase schwächeren Wirtschaftswachstums bei gleichzeitig erhöhter Inflation. Die Gefahr einer (milden) Stagflation ist damit wieder stärker in den Fokus der Investoren gerückt.
Dennoch muss dies für die DAX-Entwicklung nicht zwangsläufig negativ sein. Historisch konnten sich insbesondere Großkonzerne mit hoher Preissetzungsmacht, stabilen Cashflows und attraktiven Dividendenrenditen in solchen Marktphasen häufig besser entwickeln als klassische Wachstumswerte.
DAX-Prognose: Aktien trotz schwächelnder Wirtschaft weiterhin gefragt
Sehen wir uns für unsere DAX-Prognose zunächst das „große Bild“ an. Da Privatanleger „nur“ ca. 13 % der DAX-Anteile halten, wird der Handel von institutionellen Großanlegern dominiert, die die DAX-Entwicklung beeinflussen. Diese stehen stets unter dem Druck, gewaltige Summen möglichst rentabel anzulegen, denn ansonsten ziehen die jeweiligen Geldgeber schnell ihre Mittel ab. Die Renditen von Anlagealternativen zu Aktien wie Bankeinlagen oder (Staats-)Anleihen notieren zwar etwas höher als zu den Tiefs vor wenigen Jahren, sind aber nach wie vor unattraktiv. Denn deren Rendite liegt kaum über der aktuellen Inflationsrate. Andere Alternativen gibt es so gut wie nicht, denn Immobilien sind für professionelle Anleger zu illiquide, zu teuer und wegen Preissteigerungen und relativ hohen Bauzinsen unrentabler als noch vor einigen Jahren. Und auch Gold, welches in den letzten Jahren einen enormen Anstieg erfuhr, ist gemessen an den gewaltigen Anlagesummen, die am Kapitalmarkt bewegt werden, ein relativ kleiner Markt und zudem ebenfalls schwankungsanfällig, wie die Preisturbulenzen Ende Januar gezeigt haben.
Wer mehr zu Immobilieninvestments lesen möchte, dem empfehlen wir unsere Artikel „Offene Immobilien-Fonds für Privatanleger“ und „REITs – Immobilien-Aktien für Dividendenjäger“.
Aus Mangel an wirklich attraktiven Anlagealternativen ist der Aktienmarkt für Anleger weiterhin der interessanteste Markt – zumindest, solange die Inflationsentwicklung nicht ausufert.
DAX-Bewertung: Nicht mehr günstig
Expertenschätzungen für das aktuelle DAX-40-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Jahr 2026 liegen aktuell bei ca. 17 bis 18. Damit sind die deutschen Blue Chips im historischen Vergleich nicht mehr günstig bewertet.
Ein DAX-KGV von rund 18 bedeutet, dass Anleger bereit sind, für die erwarteten Unternehmensgewinne des kommenden Jahres etwa das 18-Fache zu bezahlen. Im historischen Vergleich ist dies zwar ein erhöhter Wert, im internationalen Vergleich erscheint der deutsche Aktienmarkt jedoch weiterhin nicht übermäßig teuer.
Zum Vergleich: Der amerikanische S&P 500 wird aktuell mit einem erwarteten KGV von rund 25 bis 27 bewertet und notiert damit deutlich über dem Niveau des DAX. Allerdings lassen sich beide Indizes nur eingeschränkt vergleichen. Während der US-Markt von hoch bewerteten Technologiekonzernen wie Nvidia, Microsoft, Amazon, Meta oder Alphabet dominiert wird, enthält der DAX zahlreiche Industrie-, Chemie-, Versicherungs- und Finanzwerte, die traditionell niedrigere Bewertungen aufweisen.
Hinzu kommt, dass einige deutsche Schwergewichte aus den Bereichen Automobilindustrie und Zulieferer aufgrund der schwierigen Marktlage weiterhin mit vergleichsweise niedrigen Bewertungskennzahlen gehandelt werden. Ohne diese Werte würde die durchschnittliche DAX-Bewertung deutlich höher ausfallen.
Zudem basiert das erwartete KGV immer auf Gewinnschätzungen. Sollten sich die Konjunkturaussichten verschlechtern oder die Belastungen durch hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten zunehmen, könnten die Gewinnerwartungen sinken und das tatsächliche Bewertungsniveau entsprechend steigen. Umgekehrt würde eine Belebung der deutschen Wirtschaft die aktuelle Bewertung rasch attraktiver erscheinen lassen.
Unterm Strich sind deutsche Aktien aktuell kein Schnäppchen mehr, von einer ausgeprägten Überbewertung kann jedoch ebenfalls nicht gesprochen werden.
Geldanlage ist immer „relativ“: Aktienmarkt weiterhin attraktiv
Doch Geldanlage ist immer relativ zu betrachten: Es kommt stets darauf an, welcher Anlageklasse bezüglich Werterhalt, Wertentwicklung und Risiko im Vergleich die beste und stabilste Entwicklung zugetraut wird. In diese Richtung fließt das Kapital wie eine Flüssigkeit in einem Gefälle. Doch auch wenn deutsche Aktien derzeit nicht mehr günstig bewertet sind:
Für einen fundierten DAX-Ausblick reicht es nicht aus, sich das historische Bewertungsniveau von Aktien anzuschauen, sondern es müssen auch andere Faktoren wie Inflationsrate, Zinsniveau, Investmentalternativen, Konjunkturzyklus und Staatsverschuldung in Relation gesetzt werden.
Steigen beispielsweise die Anleiherenditen deutlich stärker als die Dividendenrenditen von Aktien, werden festverzinsliche Wertpapiere attraktiver. Umgekehrt profitieren Aktien häufig von sinkenden Realzinsen und einer zunehmenden Geldentwertung.
Genau an diesem Punkt hat sich die Lage in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die Staatsverschuldung vieler westlicher Industrieländer steigt auf immer neue Rekordstände. Gleichzeitig führen hohe Verteidigungs-, Infrastruktur- und Sozialausgaben zu dauerhaft hohen Finanzierungsbedarfen. Hinzu kommen die zuletzt wieder gestiegenen Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts.
Viele Investoren gehen deshalb inzwischen davon aus, dass Inflation langfristig über dem Niveau der 2010er-Jahre verharren könnte. In einem solchen Umfeld gewinnen Beteiligungen an produktiven Unternehmen an Attraktivität, denn diese können steigende Kosten zumindest teilweise über höhere Preise an ihre Kunden weitergeben. Auf diese Weise kann im Vergleich zu anderen Anlageformen (relativ betrachtet) mehr Werterhalt erreicht werden.
Für die DAX-Prognose 2026 und 2027 ist daher nicht nur entscheidend, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln. Ebenso wichtig wird die Frage sein, ob Aktien weiterhin als Schutz gegen Inflation, Geldentwertung und steigende Staatsverschuldung wahrgenommen werden. Genau dieser Faktor könnte auch künftig Kapital in den deutschen Aktienmarkt lenken.
Erst wenn die Entwicklung von Zinsen, Inflation, Konjunktur, Unternehmensgewinnen und Investmentalternativen gemeinsam betrachtet wird, lässt sich die Attraktivität von Aktien realistisch beurteilen. Aus heutiger Sicht spricht dieses Gesamtbild trotz erhöhter Risiken weiterhin eher für Aktien als für viele andere Anlageklassen.
Aktienkurse können auch in Rezessionen steigen
Viele Anleger sind überzeugt, dass Aktienmärkte in Rezessionen stets fallen müssen. Das ist jedoch ein Irrtum, wie die vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt haben. Trotz der schwachen deutschen Wirtschaft und der nur geringen Wachstumsraten konnte der DAX zwischen 2023 und 2026 zahlreiche neue Höchststände erreichen. Der Grund: Die Börse blickt nicht auf die Gegenwart, sondern auf die erwartete Zukunft. Aktienkurse steigen häufig bereits Monate vor einer wirtschaftlichen Erholung. Umgekehrt beginnen sie oftmals zu fallen, obwohl die Konjunkturdaten noch sehr robust erscheinen.
Historisch betrachtet entwickeln sich Aktienmärkte besonders häufig dann positiv, wenn die Mehrheit der Anleger vorsichtig oder pessimistisch eingestellt ist. Denn in solchen Phasen genügt bereits eine leichte Verbesserung der Erwartungen, um zusätzliche Käufer anzulocken. Gefährlicher wird es meist dann, wenn aus Optimismus Euphorie wird und nahezu alle positiven Entwicklungen bereits in den Kursen eingepreist sind.
Für die DAX-Prognose bedeutet dies: Selbst wenn die deutsche Wirtschaft kurzfristig weiter schwächelt, muss dies nicht automatisch zu fallenden Aktienkursen führen. Entscheidend bleibt vielmehr, wie sich die Erwartungen hinsichtlich Unternehmensgewinne, Inflation, Zinsen und Weltwirtschaft entwickeln.
Verschuldung, Protektionismus, Abgrenzung und geopolitische Konflikte: Warum Aktien weiterhin gefragt bleiben
Auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder Krisen gab, war die wirtschaftspolitische Entwicklung vieler Industrieländer über Jahrzehnte hinweg von zunehmender Globalisierung, offenen Märkten und wachsendem internationalen Handel geprägt. Dieser Trend hat sich jedoch in den vergangenen Jahren spürbar umgekehrt. Heute dominieren Themen wie Protektionismus, Handelskonflikte, geopolitische Rivalitäten, Deglobalisierung, Rohstoffsicherung und nationale Industriepolitik die politische Agenda vieler Staaten. Hinzu kommen steigende Verteidigungsausgaben, milliardenschwere Infrastrukturprogramme sowie eine zunehmend expansive Fiskalpolitik.
Gleichzeitig steigt die Staatsverschuldung in vielen westlichen Ländern weiter an. Sowohl die USA als auch zahlreiche europäische Staaten finanzieren erhebliche Haushaltsdefizite über neue Schulden. Investoren stellen sich deshalb zunehmend die Frage, wie diese Verbindlichkeiten langfristig finanziert werden sollen.
Zuletzt haben die Zentralbanken zwar erste Zinssenkungen vorgenommen, doch der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts sowie die weiterhin hohen Staatsausgaben könnten den Spielraum für weitere Zinssenkungen begrenzen. Die Kapitalmärkte rechnen daher inzwischen mit einem langfristig höheren Zinsniveau als noch vor wenigen Jahren. Genau daraus ergibt sich ein wichtiger Aspekt für die DAX-Entwicklung und die DAX-Prognose 2026. Während Staatsanleihen und Währungen letztlich vom Vertrauen in Regierungen und Notenbanken abhängen, repräsentieren Aktien reale Unternehmensbeteiligungen mit Produktionsanlagen, Patenten, Markenrechten, Immobilien, Rohstoffen und künftigen Erträgen.
Viele Investoren betrachten Aktien deshalb zunehmend als eine Form von Produktivkapital, das langfristig besser vor Inflation und Geldentwertung schützen kann als klassische Geldanlagen. Besonders Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht, stabilen Cashflows und soliden Dividenden profitieren häufig von solchen Rahmenbedingungen. Für den DAX-Ausblick ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite stehen erhöhte Bewertungen, geopolitische Risiken und konjunkturelle Unsicherheiten. Auf der anderen Seite fehlen vielen Investoren weiterhin überzeugende Alternativen zu Aktien. Genau dieser Kapitalfluss könnte den DAX-Trend auch in den kommenden Jahren unterstützen.
Alles in allem erscheinen die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt daher derzeit moderat positiv. Kurzfristige Rückschläge bleiben jederzeit möglich. Mittel- und langfristig könnten die im DAX enthaltenen Unternehmen jedoch weiterhin von ihrer internationalen Aufstellung, ihrer hohen Ertragskraft und ihrer Rolle als Sachwerte profitieren.
Denn die Entscheidungsgründe, in Aktien zu investieren, sind nicht unbedingt nur fundamentaler Natur. Mittel- bis langfristig könnte der DAX-Index, dessen 40 enthaltene Werte mehr als drei Viertel der Marktkapitalisierung des nationalen Aktienmarkts abbilden, eher mehr als Schutz gegen Inflation und Schuldenkrise dienen – so wie dies historisch immer wieder der Fall war. In der Geschichte des Aktienmarktes wurden in inflationären Phasen allerdings vor allem Substanzwerte wie beispielsweise Rohstoff-Aktien oder Industrie-Aktien mit hohem Eigenkapital präferiert, während Technologie-Aktien eher in deflationären Phasen prosperierten. Sehen wir uns zu guter Letzt für unseren DAX-Ausblick im nächsten Abschnitt auch noch das längerfristige Chartbild an.
DAX-Prognose heute: Langfristiger Aufwärtstrend intakt
Um ein übergeordnetes Bild der technischen Verfassung einer Aktie oder eines Index zu bekommen, sollte man immer erst einen Blick auf längerfristige Charts werfen und sich dann die untergeordneten Zeitebenen ansehen, die fürs Trading oder die Aktienanlage meist relevanter sind. Im 10-Jahres-Chart ist zunächst ein langfristiger Aufwärtstrend erkennbar. Start war bei ca. 9.500 Punkten. Nach einem Anstieg auf ca. 13.800 Zähler folgte Anfang 2020 der Corona-Crash, bei dem es im Tief auf 8.255 Punkte hinabging. Doch der Kurseinbruch war anschließend erstaunlich schnell wieder aufgeholt. Der langfristige Aufwärtstrend hat sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt – daran änderte auch der kurzfristige Einbruch im April 2025 nichts.
DAX-Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX-Performance-Index

DAX – Mittelfristige Performance
Auch bei der Betrachtung des 5-Jahres-Charts ist erkennbar, dass sich der deutsche Aktienindex trotz aller Widrigkeiten, Krisen und Rücksetzer nach wie vor im Aufwärtstrend befindet, wenngleich die Kursentwicklung des DAX seit Jahresbeginn stagniert. Der DAX kletterte nach der Corona-Krise bis Mitte Januar 2026 in der Spitze auf bis zu 25.507 Punkte, ein Zuwachs von satten +65 % im Vergleich zum Ausgangsniveau Mitte 2021.
Im Vergleich zu den US-Indizes hinken die DAX-40-Werte damit im längerfristigen Vergleich trotzdem weit hinterher. Die großen drei amerikanischen Aktienindizes Nasdaq 100, Dow Jones und S&P 500 konnten seit Herbst 2020 noch erheblich stärker zulegen.
DAX-Entwicklung – 5-Jahres-Chart DAX-Performance-Index

Nachdem sich der Aufwärtstrend ab dem Jahreswechsel 2024/25 beschleunigt hat, gibt es – bis auf das zu Jahresbeginn erzielte Allzeithoch – keine erkennbaren charttechnischen Widerstände. Durch den Rücksetzer im Frühjahr 2025 war die zu diesem Zeitpunkt vorherrschende, sehr euphorische Stimmung vorerst abgebaut worden. Zuletzt konsolidierte der Index nur knapp unterhalb seines neuen Allzeithochs. Eine Trendfortsetzung ist deshalb das wahrscheinlichste Szenario, auch wenn das Kurspotenzial angesichts der hohen Bewertungen eher moderat erscheint.
Dennoch dürfte es natürlich früher oder später auch wieder zu einer deutlicheren Korrektur oder einem Bärenmarkt kommen. Aktuell sieht das charttechnische Gesamtbild mit Blick auf das verbleibende Jahr 2026 und 2027 insgesamt jedoch recht positiv und vielversprechend aus, denn schnelle Erholungen nach Rücksetzern (wie Anfang 2025) und enge Konsolidierungen nach neuen Hochs sind meist bullisch. Wichtig wäre nun jedoch, dass die aktuell bei ca. 21.500 Punkten verlaufende Trendlinie nicht nachhaltig unterschritten wird, denn dann könnte unter Umständen sogar das Tief von Anfang 2025 getestet werden.
Trotzdem sollten Anleger flexibel auf das Marktgeschehen reagieren, denn es gibt zahlreiche Unsicherheitsfaktoren wie die Handelspolitik der USA und die geopolitischen Konflikte insbesondere im Nahen Osten. In politisch unsicheren Zeiten könnte es deshalb sicher nicht schaden, Positionen mit (ausreichend weiten) Stopps abzusichern.
DAX-Prognose 2026 & 2027: Dividendenwerte könnten die Nase vorn haben
Nachdem der DAX unsere optimistischen Kursziele der vergangenen Jahre erreicht und sogar übertroffen hat, erscheint für die kommenden Quartale ein etwas vorsichtigerer Ausblick angebracht. Sollten sich die Unternehmensgewinne positiv entwickeln und größere negative Überraschungen bei Inflation, Zinsen, Geopolitik oder Konjunktur ausbleiben, könnte der DAX bis Ende 2026 durchaus in den Bereich von 27.000 bis 28.000 Punkten vorstoßen. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspräche dies einem weiteren Kursanstieg im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die psychologisch bedeutende Marke von 30.000 Punkten könnte der DAX 2027 ins Visier nehmen.
Allerdings sollten Anleger im Hinterkopf behalten, dass die Bewertungen inzwischen deutlich höher liegen als noch vor einigen Jahren. Die Zeit der schnellen und nahezu geradlinigen Kursanstiege dürfte daher vorerst vorbei sein. Wahrscheinlicher erscheint eine Entwicklung mit stärkeren Schwankungen und zwischenzeitlichen Korrekturen.
Für die DAX-Prognose 2027 spricht vieles dafür, dass klassische Substanz- und Dividendenwerte weiterhin gefragt bleiben. Unternehmen aus den Bereichen Versicherungen, Banken, Industrie, Infrastruktur, Rohstoffe, Gesundheit und Basiskonsumgüter könnten von einem Umfeld profitieren, das von höherer Inflation, steigender Staatsverschuldung und moderatem Wirtschaftswachstum geprägt ist.
Wachstums- und Technologieaktien bleiben langfristig zwar ebenfalls attraktiv, könnten aber durch die Überhitzung im Bereich KI eher etwas holprigeren Zeiten entgegensehen. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Jahre erscheint das Chancen-Risiko-Verhältnis vieler klassischer Substanzwerte deutlich günstiger.
Zusammengefasst: Der DAX ist nicht mehr günstig bewertet, bleibt aber mangels attraktiver Alternativen und als Schutz vor Inflation und Staatsverschuldung langfristig aussichtsreich. Anleger sollten sich insgesamt auf etwas moderatere Renditen einstellen als in den sehr positiven Vorjahren. Wer bereits in DAX-Aktien, DAX-ETFs oder andere DAX-Anlageprodukte investiert ist, kann bestehende Positionen grundsätzlich weiter halten. Für größere Neueinstiege könnte es hingegen sinnvoll sein, mögliche Korrekturphasen für schrittweise Zukäufe zu nutzen.
Quellen:
Tagesschau: Wem gehört der DAX? (09.06.2026); https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/dax-investoren-kleinanleger-aktien-blackrock-100.html
Handelsblatt: Wo Strategen den deutschen Leitindex Ende 2026 sehen (09.06.2026); https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/dax-wo-strategen-den-deutschen-leitindex-ende-2026-sehen/100175469.html
Ifo Institut: ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2026: Deutschland auf Erholungskurs, aber Iran-Krieg und höhere Energiepreise bremsen das Wachstum. (09.06.2026); https://www.ifo.de/en/forecasts/ifo-economic-forecastWorld PE Ratio: Germany Stock Market: current P/E Ratio (09.06.2026); https://worldperatio.com/area/germany/
World PE Ratio: S&P 500 Index: current P/E Ratio (09.06.2026); https://worldperatio.com/index/sp-500/
Bloomberg: Rates & Bonds (09.06.2026); https://www.bloomberg.com/markets/rates-bonds
Investorpedia: Inflation’s Impact on Stock Returns (09.06.2026); https://www.investopedia.com/articles/investing/052913/inflations-impact-stock-returns.asp
EZB: EZB-Projektionen März 2026 (09.06.2026); https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202603_ecbstaff~ebe291cd3d.de.html
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.06.2026 um 16:44 Uhr. Wir beabsichtigen, diesen Artikel mindestens alle 12 Monate zu aktualisieren.
