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Im Iran-Krieg müssen Entscheidungen fallen. Aber die Situation ist verfahren, wann da eine klare Guidance entsteht, ist nicht absehbar. Die Trader sitzen zwischen den Stühlen … und das schlägt sich im Chartbild des MDAX nieder. Auf welche Chartmarken sollte man achten?
Man könnte die Frage in den Raum stellen, was charttechnische Schlüsselmarken wert sind, wenn das Unvorhersehbare den Taktstock schwingt und sehr viele Akteure emotional reagieren. Das würde bedeuten, dass Unterstützungen und Widerstände weniger verlässlich sind. Und ja, das ist so. Aber sie sind deswegen nicht irrelevant. Wichtige, für alle klar im Raum stehende Chartmarken können eine Rallye oder einen Selloff stoppen und die Tendenz umkehren, falls ein Test solcher Zonen nicht von wirklich klaren, externen Vorgaben ausgelöst würde. Und wären diese „News“ klar, sei es zum Guten oder Schlechten, wäre die Chance eben groß, dass die Kurse bei Indizes wie dem MDAX dann auch „durchgehen“.
Wichtig ist in einem Umfeld wie diesem, in dem jederzeit etwas Entscheidendes passieren könnte, aber nie muss … in dem die Geduld und die Nerven der Trader dadurch strapaziert werden und selbst eher besonnene Akteure zu übereilten Trades neigen … den Blick auf die Ober- ebenso wie auf die Unterseite zu richten und sich jedwede „Marktmeinung“, die die eine oder andere Seite präferieren würde, zu verkneifen. Zumal ja zu der Nahost-Problematik hinzukommt, dass jetzt Schlag auf Schlag die Bilanzen der MDAX-Unternehmen zum ersten Quartal einlaufen und für Bewegung sorgen. Sehen wir uns die charttechnische Lage an:
Expertenmeinung: Bereits ein Blick auf den langfristigen Chart auf Monatsbasis macht klar, dass sich der MDAX gerade zwischen Baum und Borke bewegt. Grundsätzlich ein Vorteil für die Bullen ist, dass es im März gelang, die wichtige, im Monatschart eingezeichnete 1.000-Tage-Linie zu verteidigen und zügig wieder über die jetzt erneut als Support fungierende Chartzone 29.438 zu 29.815 Punkte zu laufen, die bis auf das Jahr 2018 zurückgeht. Nur müsste es jetzt eben weitergehen. Wichtig wäre, das bisherige Jahreshoch bei 32.383 Punkten zu überwinden. Erst dann wäre der MDAX nach oben „durch“.

Aber dafür fehlt es eben noch an Argumenten. Einen Abverkauf zu kontern, ist eine Sache, aber wichtige Hürden zu überbieten, bräuchte Rückenwind von den Rahmenbedingungen. Und die fehlen. Aktuell greifen die Zweifel wieder um sich. Die Zuversicht, mit der man in Washington hinsichtlich einer Einigung mit dem Iran noch Ende vergangener Woche hausieren ging, war ansteckend, brachte den Index ans obere Ende der durch das Jahreshoch nach oben abgeschlossenen Widerstandszone. Jetzt trübt sich die Lage aber wieder ein, der MDAX drehte entsprechend nach unten ab. Aber das alleine macht ihn noch nicht bärisch, der Index bewegt sich weiterhin innerhalb der Zone, in der alles möglich wäre.

Der Chart auf Tagesbasis zeigt jedoch, dass kurzfristig wichtige Supportlinien sehr nahe liegen. Vor allem ginge es da um das Zwischentief des Januars bei 30.598 Punkten, das man mit der knapp darunter bei zuletzt 30.404 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie als einen zusammenhängenden Support sehen könnte. Darunter kämen noch die 20-Tage-Linie und die Aufwärts-Kurslücke von Anfang April, aber sollte die 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis fallen, wäre das zumindest schon mal ein Hinweis darauf, dass man auf der Long-Seite mit dem Rücken zur Wand stünde. Grundsätzlich müsste der MDAX entweder das bisherige Jahreshoch überbieten oder durch das bisherige Jahrestief rutschen, um ein neues, mittelfristiges Signal zu generieren. Kein Wunder, dass viele sich da ins Getümmel innerhalb dieser beiden Chartmarken stürzen, denn die Spanne zwischen diesen beiden Punkten ist groß. Aber wie gesagt: In diesem Umfeld, in dem niemand sagen könnte, welche Nachrichten wann die Kurse in welche Richtung treiben, wäre das Abwarten einer solchen, klaren Vorlage die klar vernünftigere Entscheidung.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.04.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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