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Hang Seng China Enterprises Prognose Hang Seng China Enterprises Index: Achten Sie auf die 200-Tage-Linie!

News: Aktuelle Analyse des Hang Seng China Enterprises Index

von

16.12.2025 | 08:06 Uhr
In diesem Artikel
Hang Seng China Enterprises
ISIN: HK0000004330
|
Ticker: HHI.HK
|
Währung: Punkte
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) erfasst die 50 wichtigsten in Hongkong frei handelbaren, börsennotierten chinesischen Unternehmen. Es fällt auf, dass der Index den „Zoll-Crash“ vom April zwar gut weggesteckt hat – aber jetzt wird das Chartbild erneut kritisch.

In den letzten Monaten trübte sich das Bild der chinesischen Wirtschaft sukzessiv ein. Anfangs war man noch beeindruckt von der Resilienz gegenüber den drastisch angehobenen US-Zöllen, doch langsam dämmert den internationalen Investoren, die über die im HSCEI gelisteten China-Aktien den leichtesten Zugang zum chinesischen Aktienmarkt haben, dass man einem Trugbild aufgesessen ist. Denn erst jetzt schlagen sich die weiterhin massiv bremsenden US-Einfuhrzölle wirklich nieder.

Anfangs waren Produktion und Ausfuhren noch massiv gestiegen. Nur lag das daran, dass die USA Termine für diese Zölle festgelegt hatten, so dass US-Importeure chinesischer Waren vor der Deadline noch so viele Güter wie irgend möglich ins Land holen konnten. Dadurch waren die Lager voll und wurden sukzessiv zu Preisen abverkauft, bei denen die hohen Zölle noch keine Rolle spielten. Erst jetzt ist eine Phase erreicht, in der die Lagerbestände gering werden und nachgeordert werden muss. Und damit kommen auch erst jetzt die letztlich zwangsläufig steigenden Preise für die Importeure zum Tragen … und wirken sich auf die Nachfrage nach Produkten und in deren Folge auf Konsum und Investitionsneigung in China selbst aus. Und die sind beide im November unschön ausgefallen:

Expertenmeinung: Der Umsatz im Einzelhandel stieg im November gegenüber dem Vorjahresmonat nur um 1,3 Prozent. Zwar hat China kein Inflationsproblem, so dass man von diesem Wachstum nicht allzu viel abziehen müsste, das nur auf steigenden Preisen basiert. Aber 1,3 Prozent, so wenig Wachstum hatte man seit knapp drei Jahren nicht gesehen. Noch kritischer kamen die Investitionen in Anlagegüter daher. Die fielen zum Vorjahr um 2,6 Prozent. Damit gingen sie im November das dritte Mal in Folge gegenüber dem Vorjahresmonat zurück – und das Minus wird größer. Ein Szenario, das es in den letzten 30 Jahren nur einmal gab: in der heißen Phase von Corona 2020.

Das Problem der chinesischen Wirtschaft ist dabei, dass man nicht nur bei den Zöllen unter Druck steht. Auch die Immobilienkrise, ausgelöst durch eine Blase, die bis heute noch nicht unter Kontrolle ist, drückt auf Konsum und Investitionsneigung. Was deutlich wird, wenn man sieht, dass das Minus bei den Investitionsausgaben dort am heftigsten ausfällt: 15,9 Prozent wurde im November weniger in den Immobiliensektor investiert als im Vorjahr – und die Preise für Immobilien fallen zugleich.

Damit bewegen sich chinesische Unternehmen in ihrer Gesamtheit in schwerem Fahrwasser. Die Erwartung, der Händel der USA mit China werde sich schon irgendwie legen, weil er für beide Seiten nur Nachteile bringt, wird langsam, aber sicher von der Realität eingeholt. Und damit steht die chinesische Wirtschaft vor einem schwierigen Jahr 2026. Das hatte man bis zum Ende des dritten Quartals einfach ausgeblendet und beim HSCEI stur weiter zugegriffen. Doch mit dem Start ins laufende vierte Quartal änderte sich das. Und damit wird das Chartbild kritisch:

Hang Seng China Enterprises: Chart vom 15.12.2025, Kurs 8.923,78 Punkte, Kürzel: HSCEI | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hang Seng China Enterprises: Chart vom 15.12.2025, Kurs 8.923,78 Punkte, Kürzel: HSCEI | Quelle: TWS

Sie sehen in unserem Chart auf Wochenbasis, dass der Index derzeit die 200-Tage-Linie testet. Eine Linie, die seit Sommer 2024 mehrfach getestet wurde, immer wieder hielt und dann zur Basis eines neuen Aufwärtsimpulses wurde. Sollte das auch diesmal gelingen, wäre die Long-Seite beim HSCEI weiter die richtige, aber:

Sollte diese aktuell bei 8.865 Punkten verlaufende Linie auf Wochenschlusskursbasis brechen, dürfte damit auch die Ignoranz gegenüber dem problematischen Umfeld vom Tisch gefegt werden, in dem sich viele der 50 in diesem Index notierten Unternehmen bewegen. Auch, wenn unter der 200-Tage-Linie dann eine ganze Reihe weiterer, potenzieller Auffanglinien warten würde: Bricht diese Linie, ist allergrößte Vorsicht angezeigt!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.12.2025 um 20:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Hang Seng China Enterprises Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Hang Seng China Enterprises Index, kurz HSCEI, listet die größten chinesischen Unternehmen, die in Hongkong frei handelbar sind. Damit ist er eine gute Indikation, wie chinesische und internationale Trader Chinas Lage und Perspektive beurteilen. Und man sieht:

Angst scheint da kein Thema zu sein. Der hier abgebildete Wochenchart des HSCEI zeigt zwar, dass auch dieser Index negativ auf Donald Trumps Zölle reagierte und genauso am 7. April „crashte“. Aber diese mit einem kapitalen Kursrutsch begonnene Woche endete mit einem bullischen „Dragonfly Doji“, seither geht es aufwärts. Auch die am 7. April entstandene Abwärts-Kurslücke ist wieder geschlossen … und statt nach unten abzudrehen, was die Bären ermutigt hätte, lief der HSCEI weiter. Und das muss noch nicht das Ende der Aufwärtsbewegung sein.

Hang Seng China Enterprises Index: Chart vom 20.05.2025, Kurs 8.567,36 Punkte, Kürzel: HHI.HK | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hang Seng China Enterprises Index: Chart vom 20.05.2025, Kurs 8.567,36 Punkte, Kürzel: HHI.HK | Quelle: TWS

Dafür spricht die Charttechnik, denn jetzt stünde keine nennenswerte Hürde mehr vor dem bisherigen Jahres-Verlaufshoch bei 9.160,83 Punkten. Dafür spricht aber auch die Position, die China bzw. seine Unternehmen in diesem Zoll-Streit haben, den Donald Trump vom Zaun gebrochen hat. Denn natürlich sind auch die jetzt befristet auf 30 Prozent bzw. für Warenwerte unter 800 US-Dollar auf 54 Prozent gesenkten Einfuhrzölle in die USA äußerst problematisch und drücken auf Umsatz und Gewinn. Aber im Gegensatz zu den USA leisten in China Staat und Notenbank Hilfestellung.

Expertenmeinung: Gerade erst hat die Notenbank PBoC, die „People’s Bank of China“, wieder einmal den Leitzins gesenkt, die Referenz-Zinssätze für ein Jahr und fünf Jahre wurden jeweils um 0,1 Prozent auf 3,0 und 3,5 Prozent nach unten genommen. Im Sommer 2024 hatte der jetzt bei 3,0 Prozent liegende Ein-Jahres-Referenzzins noch bei 3,45 Prozent gelegen. Das sieht zwar nicht nach Riesenschritten aus, aber Chinas Notenbank pflegt nie vergleichbar große Schritte zu machen wie die „Fed“ oder die EZB, Zehntelprozent-Schritte sind eine normale Größenordnung. Aber damit ist es ja nicht getan:

Versicherungen dürfen mehr Geld am Aktienmarkt anlegen, Banken müssen weniger Kapitalreserven halten, Investoren erhalten günstigere Konditionen am Immobilienmarkt: China stützt seine Wirtschaft, die vor Trumps Zöllen ohnehin schon Stützung nötig hatte, weil der zu lange und zu stark aufgeblasene und jetzt instabile Immobilienmarkt schon genug Probleme verursacht hatte. Aber die Investoren sehen: China ist imstande und dabei, sich auf eine wirtschaftliche Konfrontation mit den USA einzustellen.

Und dort kann man das Durchhalten nötigenfalls anordnen, während die Lobbyisten dem US-Präsidenten schon mehrfach auf die Füße stiegen und er in bestimmten Bereichen zurückrudern musste … während die US-Notenbank konsequent bei ihren Aufgaben bleibt und Trumps Zoll-Abenteuer nicht mit billigem Geld mit finanziert … und während die US-Verbraucher immer nervöser werden, wie die Verbrauchervertrauens-Daten der vergangenen zwei Monate zeigen.

Nicht wenige Investoren glauben, dass China am Ende am längeren Hebel sitzen und problematische Forderungen abwehren wird. Das reflektiert der Anstieg des HSCEI … und damit könnten sie Recht haben.

Da die Stützungsmaßnahmen allesamt notwendig sind, um den Status quo aufrechtzuerhalten und das Ergebnis der Verhandlungen mit den USA keine goldene Zeit für China einläuten wird, sondern nur ein Wachstum, wie sich die chinesische Regierung das vorstellt, ist es zwar eher gewagt, jetzt noch auf den Aufwärtstrend des HSCEI aufzuspringen. Aber aussteigen oder gar Short-Trades aufbauen, das wäre noch deutlich riskanter. Wer hier Long wäre, könnte einfach im fahrenden Zug sitzen bleiben und müsste nur darauf achten, die Notbremse in Form von konsequent charttechnisch ausgerichteten Stop Loss in Reichweite zu behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.