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ETF-Vergleich: ETFs 2026

Mögliche Tipps für den Vermögensausbau mit ETFs
von Wendelin Probst
09.03.2026 | 14:46 Uhr

Die Aktienanalysen von Wendelin Probst basieren in erster Linie auf fundamentaler Analyse. Hierbei legt der Autor besonderen Wert auf Umsatz- und Gewinnwachstum, Innovationskraft und Marktposition eines Unternehmens. Auch allgemeine Rahmenbedingungen wie Konjunkturzyklus, Branchen- und Zukunftstrends werden in seinen Studien berücksichtigt. Neben den fundamentalen Aspekten stellt der Autor zur Einordnung der aktuellen Aktienkursentwicklung auch grundlegende markt- und charttechnische Betrachtungen an. Dies könnte beispielsweise die Börsenphase sein, in der sich der Aktienmarkt zum Betrachtungszeitpunkt befindet (z. B. Bullenmarkt, Korrektur oder Seitwärtsphase) oder der Trendverlauf der Aktie (z. B. Abwärtstrend oder Aufwärtstrend).

ETF-Vergleich: ETFs | Online Broker LYNX
In diesem Artikel vergleichen wir ETFs mit klassischen Fonds und zeigen Ihnen eine Liste mit den aus unserer Sicht interessantesten ETFs für 2026. Mit diesen ETFs könnten Sie z. B. auch mit regelmäßigen ETF-Investitionen einen vergleichsweise günstigen und einfachen Vermögensaufbau erreichen und die private Vermögensbildung vorantreiben.

Sie suchen einen Broker, der Ihnen den Handel mit unzähligen ETFs – und somit auch Top-ETFs für 2026 – ermöglicht? Dann informieren Sie sich hier über LYNX, den ETF Broker.

Inhalt

ETFs: Die günstigeren und besseren Investmentfonds zum Vermögensaufbau?

ETFs sind zwar vielen Anlegern bereits ein Begriff. Trotzdem möchten wir Ihnen die wichtigsten Kennzeichen und Funktionsweisen kurz darstellen. ETFs oder Exchange Traded Funds sind börsennotierte Investmentfonds, mit denen Indizes wie beispielsweise der DAX oder der S&P 500 transparent nachgebildet werden. Dazu werden die im vorgegebenen Index enthaltenen Wertpapiere mit deren jeweiligen Index-Gewichtung gekauft – man spricht auch von passivem Management oder Englisch „Tracking“ (zu Deutsch: verfolgen). Aus diesem Grund kommen ETFs ohne teures Fondsmanagement aus und sind daher von den Gebühren her günstiger und im Durchschnitt auch renditestärker als klassische, aktiv gemanagte Investmentfonds. ETFs werden auch nicht über die emittierende Investmentgesellschaft, sondern direkt an der Börse erworben und veräußert.

DAX ETFs | Online Broker LYNX
DAX ETFs 2026

Eine weltweite Erfolgsgeschichte

Die Idee, neben Aktien und anderen Wertpapieren auch Fonds an der Börse zu handeln, entstand in den USA, wo der Fonds Standard & Poor’s Depositary Receipt (SPDR, umgangssprachlich: „Spider“, Symbol: SPY) im Jahr 1993 als erster ETF aufgelegt wurde. Seitdem erfreut sich die attraktive Anlagealternative zunehmender Beliebtheit beim langfristigen Vermögensaufbau, sodass weltweit mittlerweile mehr als 19 Billionen USD in ETFs investiert sind – mit steigender Tendenz. Am US-Aktienmarkt machen ETF-Transaktionen bereits 32 % des Handelsvolumens aus. In Europa sind ETFs seit dem Jahr 1999 erhältlich und wurden auch hier zu einer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile stecken allein über 2 Bio. Euro an Anlegergeldern in den mehr als 2.600 börsennotierten Indexfonds, die über Xetra, den elektronischen Börsenplatz der Deutschen Börse, gehandelt werden. Im Jahr 2025 lag das Handelsvolumen in dem Segment bei mehr als 350 Mrd. EUR und war damit im Vergleich zum Vorjahr (230 Mrd. EUR) um satte 53 % angestiegen.

Klassische Investmentfonds bleiben hinter der Rendite der Indizes zurück

Zum Aufstieg des Anlageprodukts ETFs hat sicherlich auch beigetragen, dass die meisten klassischen Investmentfonds eine eher enttäuschende Performance erzielen. Mehr als zwei Drittel aller aktiv gemanagten Fonds schneiden im Langfristvergleich schlechter als ihr jeweiliger Vergleichsindex ab. Durch die hohe Kostenbelastung aus Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten sind selbst Fonds mit einer überdurchschnittlich guten Aktienauswahl unterm Strich meist nicht in der Lage, den Benchmark-Index zu schlagen. Wenn es den normalen Aktienfonds also offensichtlich nur in Ausnahmefällen gelingt, den Index zu übertrumpfen, so ist es aus Anlegersicht natürlich sinnvoller, zum Vermögensaufbau in ETFs zu investieren. Denn deren Wertentwicklung ist direkt an einen Index gekoppelt, sodass zumindest die Benchmark-Rendite erzielt wird.

Bei ETFs ist die Risikostreuung (Diversifikation) in der Regel deutlich stärker als bei herkömmlichen Investmentfonds, da Indizes mit allen enthaltenen Werten nachgebildet werden. Beim DAX-Index sind dies immerhin 40 Werte, beim S&P 500 sogar 500. Dadurch sind ETFs im Gegensatz zu gemanagten Fonds gleichzeitig sehr transparent, denn die Indexgewichtungen einzelner Aktien sind öffentlich bekannt. Im Falle der Insolvenz der Investmentgesellschaft sind Anlegergelder, wie bei normalen Fonds, als Sondervermögen vor Ausfällen geschützt. Ihre Investition für die private Vermögensbildung ist damit abgesichert.

Die Kosten von ETFs: Niedrige Verwaltungsgebühren und ohne Ausgabeaufschlag

Die jährlichen Kosten von ETFs enthalten Managementgebühren und sonstige Kosten, z. B. für Indexgebühren und Prospekte. Diese liegen in der Regel jährlich zwischen 0,05 % und 0,8 % des Fondsvermögens. Das ist sehr günstig, denn im Vergleich dazu betragen die Gebühren klassischer Investmentfonds meist 1,5 % bis 2,0 % p. a. Für Anleger fallen beim Kauf und Verkauf von ETFs lediglich die normalen Transaktionskosten für den Börsenhandel an. Dazu kommt noch die meist sehr geringe Geld-Brief-Spanne als kleiner Kostenfaktor hinzu. Durch den Kauf an der Börse entfällt dafür aber der bei klassischen Investmentfonds übliche Ausgabeaufschlag in Höhe von 3-5 % des Investitionsbetrags. Kostenbedingt sind ETF-Investments für den Vermögensaufbau auch für kleinere Summen oder regelmäßige Beträge via ETF-Sparplan möglich.

Arten von ETFs

Am beliebtesten sind bei Anlegern ETFs auf marktbreite Aktienindizes wie z. B. den DAX oder den S&P 500. Aber auch Branchen-ETFs, die sich auf einzelne Sektoren wie z. B. Technologie, Konsumgüter, Solar, Software oder Biotechnologie fokussieren, sind für Investoren attraktiv. Mit Regionen- und Länder-ETFs lässt sich z. B. in die Indizes von Schwellenländern wie u. a. China, Brasilien oder Indien investieren. Rohstoff-ETFs wie Gold- und Silber-ETFs, die Rohstoffe in der Regel physisch kaufen und lagern, sind nur in den USA zugelassen. Anleihen-ETFs investieren in Renten-Indizes mit Staats- oder Unternehmensanleihen, während Strategie-ETFs eine bestimmte Anlageidee verfolgen und beispielsweise in den ÖkoDAX (erneuerbare Energien), den DivDAX (Dividendenwerte) oder Indizes investieren, die Handelsstrategien nachbilden, z. B. Leerverkäufe oder Optionsstrategien. Daneben gibt es als Sonderformen auch Hebel-ETFs und Inverse-ETFs. Bei Hebel-ETFs (mit Multiplikator) ändert sich der Preis des ETFs beispielsweise doppelt oder dreifach so stark wie die zugrunde liegenden Werte. Der Kurs von inversen ETFs hingegen steigt dann, wenn die zugrunde liegenden Indizes oder Portfolios an Wert verlieren, und umgekehrt. Vor allem Anfänger sollten diese exotischen Produkte meiden.

Vorsicht bei ETNs und ETCs: Mehr Zertifikate als ETFs

Oftmals werden auch die ähnlich klingenden Exchange Traded Notes (ETNs) oder Exchange Traded Commodities (ETCs) fälschlicherweise ebenfalls als ETFs bezeichnet oder verstanden. Bei diesen Anlageprodukten, die z. B. auf Aktienindizes, Futures (ETNs) oder auf Rohstoffe (ETCs) begeben werden, handelt es sich allerdings nicht wie bei ETFs um Anteile an einem Sondervermögen, sondern um reine Schuldverschreibungen, vergleichbar mit Zertifikaten. Daher weisen beide Anlageprodukte im Gegensatz zu börsennotierten Fonds ein Emittentenrisiko auf. Das bedeutet, dass Anleger im Falle einer Insolvenz des Anbieters nicht geschützt sind und das Fondsvermögen in die Insolvenzmasse einfließt. Um diesen Nachteil für Anleger zu eliminieren, besichern viele Anbieter ihre ETNs und ETCs mittlerweile durch treuhänderisch verwaltete Vermögenswerte. Doch für einen wirkungsvollen Schutz müssen die Sicherheiten unbedingt im Wertpapierprospekt festgeschrieben sein.

Wichtig: Die Art der Indexnachbildung (Replikation)

Bei ETFs gibt es unterschiedliche Arten der Indexnachbildung. Bei der vollständigen Indexnachbildung (Englisch: Full Replication) werden mit dem zur Verfügung stehenden Kapital sämtliche Bestandteile des Index in der entsprechenden Gewichtung erworben. Bei der teilweisen Indexnachbildung (Englisch: Sampling) hingegen wird nur ein Teil der Indexkomponenten im Sondervermögen gehalten. In der Regel sind das die Werte mit der höchsten Gewichtung im Index. Dabei kann es zu etwas mehr Abweichungen gegenüber dem Vergleichsindex kommen. Bei der synthetischen Indexnachbildung (Englisch: Synthetic Replication) werden nicht die Indexkonstituenten, sondern Swapgeschäfte (Tauschgeschäfte mit Transaktionspartnern) verwendet, um die Wertentwicklung des Index abzubilden. Dies spart dem ETF zwar Transaktionskosten, aber es entsteht ein Kontrahentenrisiko. Die gehaltenen Swaps befinden sich zwar im Sondervermögen, bei einem Ausfall des Transaktionspartners, z. B. durch Insolvenz, sind jedoch die Forderungen des ETF-Anbieters aus dem Swapgeschäft im schlimmsten Fall wertlos. Deshalb ist die synthetische ETF-Nachbildung in den USA verboten. In der EU ist das Kontrahentenrisiko auf maximal zehn Prozent des ETF-Vermögens begrenzt.

Vorteile und Nachteile von ETFs

Hier zusammengefasst noch einmal die Vorteile und Nachteile von ETFs, die Sie kennen sollten, bevor Sie in ETFs investieren.

Vorteile des ETF-Handels

  • Deutlich günstigere jährliche Kosten im Vergleich zu Investmentfonds
  • Rendite des Benchmark-Index wird im Gegensatz zu Investmentfonds meist annähernd erreicht
  • Diversifikation und Transparenz durch vorgegebenes Investment in die jeweiligen Indexwerte
  • Flexibler, täglicher Handel an der Börse
  • Vermögensaufbau auch bei kleinem Kapital möglich

Risiken des ETF-Handels

  • Verlustrisiken durch Kursschwankungen oder Börsencrashs
  • Kontrahentenrisiko bei synthetischen, Swap-basierten ETFs
  • Nur Durchschnittsrenditen erzielbar
  • In Stressphasen kann es zu erhöhten Spreads und Abweichungen vom Nettoinventarwert kommen
  • Mögliche Wechselkursrisiken bei ETFs aus anderen Währungsräumen (z. B. USD)

ETF-Vergleich: ETFs für Ihr Depot im Jahr 2026

Aus unserer Sicht überwiegen die Vorteile der Anlageklasse ETF. Wer etwas Durchhaltevermögen besitzt, könnte damit den Grundstein für seinen Vermögensaufbau legen. Nachfolgend finden Sie eine ETF-Liste mit ETFs für die Regionen Welt, Europa, Deutschland und USA. Alle vorgestellten ETFs sind voll replizierend, haben also kein Kontrahentenrisiko. Bitte beachten Sie, dass ein Teil der ETFs Dividenden und Zinserträge an die Anleger ausschüttet, während andere die Ausschüttungen erneut direkt anlegen (thesaurierend). Unsere Tabelle mit möglichen ETFs für Ihr Depot im Jahr 2026.

ETF-Liste: Hier finden Sie eine Übersicht der ETFs

ETFISINRegionIndexWährungJährliche KostenErträge (Dividenden)5-Jahres-PerformanceBasisinformationsblattRisikoindikator
iShares Core MSCI World UCITS ETFIE00B4L5Y983WeltMSCI WorldUSD0,20 %thesaurierend+80,06 %Mehr Informationen zum Produkt4
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1DIE00BK1PV551WeltMSCI WorldUSD0,12 %ausschüttend+79,94 %Mehr Informationen zum Produkt4
AMUNDI ETF DAX UCITS ETF DRFR0010655712Deutschland DAXEUR0,10 % Nettoerträge und Veräußerungsgewinne werden im Ermessen der Verwaltungsgesellschaft thesauriert oder ausgeschüttet+65,30 %Mehr Informationen zum Produkt4
Lyxor STOXX Europe 600 (DR) UCITS ETF C-EURLU0908500753EuropaSTOXX Europe 600EUR0,07 %thesaurierend+68,52 %Mehr Informationen zum Produkt4
iShares STOXX Europe 600 UCITS ETFDE0002635307EuropaSTOXX Europe 600EUR0,20 %ausschüttend+67,56 %Mehr Informationen zum Produkt4
Xtrackers DAX UCITS ETF 1CLU0274211480DeutschlandDAXEUR0,09 %thesaurierend+65,41 %Mehr Informationen zum Produkt4
AMUNDI SDAX UCITS ETF DISTLU2611732475Deutschland SDAXEUR0,70 % ausschüttend+27,75 % Mehr Informationen zum Produkt4
iShares MDAX(DE)UCITS ETFDE0005933923DeutschlandMDAXEUR0,51 %thesaurierend- 6,90 %Mehr Informationen zum Produkt4
iShares NASDAQ-100(DE)UCITS ETFDE000A0F5UF5USANasdaq 100USD0,30 %ausschüttend+103,88 %Mehr Informationen zum Produkt5
iShares Core S&P 500 UCITS ETFIE00B5BMR087USAS&P 500USD0,07 %thesaurierend+105,94 %Mehr Informationen zum Produkt4

Fazit: ETFs eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau

Für Privatanleger sind ETFs sehr angenehm: Es lässt sich zielgenau in einen Markt investieren, ohne Einzelrisiken einzugehen. Die Kosten bleiben dabei überschaubar und schränken die Rendite nur unwesentlich ein. Auch die flexible Handelbarkeit und die Transparenz sprechen für ETFs. Allerdings sollten Anleger darauf achten, dass größere Kontrahentenrisiken im Wertpapierprospekt abgesichert oder ausgeschlossen werden und auch Währungsschwankungen nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Wer sich als Anleger mit der jeweiligen Durchschnittsrendite eines Marktes oder einer Branche zufriedengibt, für den sind ETFs im Vergleich zu allen anderen Anlageprodukten die erste Wahl, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Quellen:
Deutsche Börse: Xetra ETF-Statistik 2025: Deutsche Börse setzt Wachstumstrend fort (23.02.2026): https://www.deutsche-boerse.com/dbg-de/media/news-stories/media-releases/Xetra-ETF-ETP-Statistik-2025-Deutsche-B-rse-setzt-Wachstumstrend-fort-und-erzielt-erfolgreichstes-Jahr-seit-Markteinf-hrung-4924920
ETFGI: ETFGI reports that assets invested in the ETFs industry globally reached a new record of US$19.44 trillion at the end of November (23.02.2026); https://etfgi.com/news/press-releases/2025/12/etfgi-reports-assets-invested-etfs-industry-globally-reached-new-record
Wikipedia: Exchange-traded fund (23.02.2026); https://en.wikipedia.org/wiki/Exchange-traded_fund

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.02.2026 um 11:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Wendelin Probst ist seit 1998 an der Börse aktiv und schreibt als Finanzjournalist seit mehr als 20 Jahren für verschiedene Finanzmedien. Nach dem Finanzwirtschafts-Studium und einem Praktikum bei der Börse München war er zunächst als Investor Relations Manager für mehrere deutsche Prime-Standard-Aktiengesellschaften tätig, bevor er sich 2007 als Tradingexperte und Finanzjournalist selbstständig machte. Seine Expertise liegt im Bereich Wachstums- und Technologieaktien, die er nach fundamentalen und charttechnischen Aspekten analysiert.

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