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Die Nachrichtenlage deutet darauf hin, dass die USA nach Wegen suchen, um aus der verzettelten Lage in Sachen Iran ohne Gesichtsverlust herauszukommen. Falls das gelingt, würde der Krisenbonus des US-Dollars hinfällig, der Euro hätte die Chance auf ein Comeback.
Die Frage ist: Gelingt das auch wirklich? Wo wäre ein Punkt erreicht, an dem die Investoren weltweit zu der Erkenntnis kommen könnten: Es ist ausgestanden? Angenommen, die USA würden tatsächlich die gesteckten Ziele als erreicht ausrufen … vage genug waren sie ja, um das tun zu können, auch wenn vieles, was zeitweise als Ziel formuliert wurde, dann unerledigt bliebe: Würde das genügen, um den Krisenherd Ölpreis effektiv abzukühlen? Oder hat man womöglich die Büchse der Pandora schon so weit geöffnet, dass der Nahe Osten weiter in Aufruhr und die Energieversorgung unsicher bleibt?
Man könnte es hier und heute nicht einmal grob einordnen. Die kommenden Tage und Wochen müssen weisen, ob sich die Lage beruhigt, bevor mehr Lieferketten reißen und aufgrund zu knapper Energievorräte Produktionsausfälle entstehen. Und solange das offen bleibt, ist die Rückkehr der Euro/US-Dollar-Relation in ihren vorherigen Aufwärtstrend eine Option, eine Chance. Mehr nicht. Aber rein charttechnisch gesehen ist sie greifbar, wie das Chartbild zeigt:

Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars EUR.USD und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die Andeutungen aus dem Weißen Haus, dass die militärischen Operationen womöglich bald eingestellt werden könnten, trafen natürlich auf Skepsis. Zu oft hatte man schon vernommen, der Krieg sei quasi schon gewonnen und bald vorbei. Ein paar Tage, dachten eingangs viele, mehr würden das nicht. Jetzt läuft die fünfte Woche. Zwar wird erkennbar, dass die USA aus der Grube, die sie sich selbst gegraben haben, zügig und möglichst schadlos wieder hinauswollen. Ob ihnen das aber gelingt, ist bis dato unsicher.
Daher hatten diese Meldungen über einen auf einmal eher „taubenhaft“ sprechenden US-Präsidenten zwar am Dienstag Abgaben beim US-Dollar und damit ein solides Plus bei Euro/US-Dollar zur Folge, aber ein bullisches Signal war das noch keines. Indes, dieser Zugewinn beim Euro hat das Währungspaar immerhin näher an ein solches Signal herangetragen.
So hätte man hier die Chance auf ein Doppeltief, das, wenn es mit Schlusskursen über 1,1676 US-Dollar pro Euro signifikant vollendet wäre, nicht nur die Ende Januar etablierte Abwärtstrendlinie, sondern auch die 200-Tage-Linie in einem Rutsch mit überwinden würde. Zwar würde im Bereich 1,1789 zu 1,1919 US-Dollar schon die nächste Widerstandszone warten. Aber immerhin wäre damit das Eis erst einmal gebrochen und das Risiko zunächst vom Tisch, dass die Währungsrelation nach unten ausbricht.
Noch aber ist dieses Risiko eben da. Sollte die Lage um den Iran doch entgegen jetzt aufkeimender Hoffnungen weiter eskalieren, wäre ein Bruch der bislang gehaltenen Supportzone 1,1392/1,1469 US-Dollar, der ein charttechnisches Kursziel in den Bereich 1,1201/1,1214 US-Dollar freigeben würde, keine Überraschung. Welches von beiden Szenarien wäre wahrscheinlicher?
In dieser aktuellen Situation wäre eine Positionierung innerhalb dieser derzeitigen Range zwischen 1,1392 und 1,1676 US-Dollar eine reine Wette. Denn letztlich hängt vieles, wenn nicht alles, was in den kommenden Tagen und Wochen hier passiert, von den Entscheidungen eines einzigen Mannes in Washington ab, der dafür bekannt ist, an Meinungen und Erkenntnissen nicht gerade eisern festzuhalten.
Aussicht: Neutral
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