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Die Aktie des Solar-Wechselrichter-Herstellers SMA Solar hat in nur drei Handelstagen in der Spitze knapp 28 Prozent zugelegt. Das ist eine Größenordnung, die einen genaueren Blick darauf rechtfertigt, was die Rallye befeuert und wie man mit dieser Volatilität umgehen könnte.
Wenn man sich die Kurshistorie dieser 2008 an die Börse gegangenen Aktie ansieht, sieht man immense, rasante Kursimpulse in beide Richtungen. SMA Solar ist eine typische „Fahrstuhl-Aktie“: Schnell rauf, aber auch schnell runter. Bedingt durch ein sehr konjunktursensibles Geschäft, in dem Umsatz und Margen großen Schwankungen unterliegen.
Zuletzt, seit Anfang März, fuhr der Fahrstuhl für SMA Solar steil nach oben, bis Mitte Mai eine Korrektur einsetzte. Eine, die immer mehr an Fahrt gewann. Und die Gegenreaktion, die Mitte Juni einsetzte, wurde genau an der 20-Tage-Linie abgewiesen. Ein Signal, dass das bärische Lager hier dominiert. Der Kurs rutschte auf das bisherige Korrekturtief zu …
… bis es auf einmal am vergangenen Freitag wieder aufwärts ging und die Aktie seither über ein Viertel des Wertes vom vergangenen Donnerstags-Schlusskurs zugelegt hat. Dadurch ist das Zwischenhoch des Erholungsversuchs überboten, die 20-Tage-Linie ebenfalls. Zugleich liegt damit das jüngste Zwischentief über dem vom 11. Juni, auch das ist ein positives Signal.

Muss man sich da überhaupt noch Gedanken darüber machen, warum die Aktie auf einmal so davonzieht? Reicht es nicht, diese Signale einfach umzusetzen, was hieße, einem kurzfristigen, bullischen Signal zu folgen, das die Chance hätte, die Aktie an und im Idealfall über das bisherige Jahreshoch zu tragen?
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur SMA Solar Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Ja. Schaden kann es nie, herauszufinden, warum hier auf einmal so massiv zugelangt wird, denn nur so ließe sich einordnen, ob man da mitziehen will und wenn ja, ob man dann eher wenig oder viel Kapital einsetzen und sich eher weit oder eng mit einem Stoppkurs absichern will.
Als ich Mitte Mai an dieser Stelle die Ergebnisse des ersten Quartals kommentierte, notierte SMA Solar fast genau auf dem aktuellen Kursniveau. Ich möchte meine Einschätzung zu den da vorgelegten Ergebnissen hier noch einmal zitieren:
„Konnten die Quartalszahlen das unterfüttern? Eher nicht. Der Umsatz legte im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 4,0 Prozent zu, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 6,1 Prozent. Der Auftragsbestand lag per 31. März 9,3 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. Man ist also auf dem richtigen Weg. Aber man scheint da nicht zu rennen, sondern zu gehen.“
Auf Basis solcher Zahlen ist eine derartige Hausse nicht zu erklären. Es ist vielmehr Hoffnung, die die Trader hier antreibt. Die Hoffnung, dass es gelingt, die übermächtige Konkurrenz durch billige Importe chinesischer Solar-Wechselrichter einzudämmen. Das versucht man in Europa, aber auch in den USA, wo jetzt gemeldet wird, dass die Behörden ein Verbot für den Import vor allem aus China stammender Wechselrichter vorbereiten. Diese Importschwemme hatte SMA Solar massiv zugesetzt, vor allem deswegen waren die vorherigen zwei Jahre Verlustjahre gewesen. Die Trader setzen darauf, dass das jetzt nachhaltig endet und die für 2026 erwartete Rückkehr zu Nettogewinnen nicht nur vorhält, sondern das Unternehmen wieder in eine Phase stetig steigender Gewinne einmündet. Der Haken dabei:
Es geht hier um Hoffnungen und Erwartungen. Was am Ende wirklich dabei herauskommt und ob andere Faktoren auftauchen, die sich fördernd oder hemmend auf Umsatz und Gewinn auswirken werden, weiß man nicht. Dies in Kombination mit der immensen Volatilität der Aktie macht klar, dass man hier nur dann ein taugliches Chance-/Risiko-Verhältnis erreichen kann, wenn man sich nicht von Hoffnungen und Emotionen leiten lässt, sondern absolut diszipliniert entlang den Vorgaben agiert, die das Chartbild liefert, was aktuell hieße:
SMA Solar hat jetzt ein bullisches Signal abgeliefert, dem aber der Rückenwind entsprechend bullischer Fakten fehlt, es ist alleine die Erwartung, dass die erhofften Maßnahmen gegen billige Importe greifen und SMA Solar wieder zu einer starken Wachstumsphase verhelfen, die den Kurs treibt. Hoffnungen sind wankelmütig, konsequente Stoppkurse sind es nicht, daher:
Als aggressiver Trader könnte man sich hier knapp unter der gestern überbotenen, jetzt als Support dienenden Widerstandslinie bei 59,66 Euro absichern. Für mittelfristige Engagements würde sich als Orientierung die Kreuzunterstützung im Bereich 51,00/51,64 Euro anbieten.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/S92.DE/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.06.2026 um 23:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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