Danaher hat in den letzten Jahren eine komplette Börsen-Achterbahnfahrt hingelegt. Jetzt mehren sich die Anzeichen, dass das Unternehmen vor einem neuen Aufschwung steht.
Der klassische Börsenzyklus
Danaher ist ein Paradebeispiel für typische langfristige Zyklen an der Börse.
Läuft es bei Unternehmen über Jahre hinweg gut, nimmt die Zuversicht der Anleger immer weiter zu. Der Kurs steigt schneller als der Gewinn und dementsprechend steigt auch die Bewertung.
Im Fall von Danaher hat das dazu geführt, dass die P/E innerhalb von zehn Jahren von etwa 11 auf fast 40 gestiegen ist.
Den vorläufigen Höhepunkt hat die Geschichte 2021 gefunden, als die erhöhte Nachfrage im Gesundheitssektor zu einem Gewinnsprung geführt hat.
Darauf folgte eine Phase geringerer Nachfrage, ein Rückgang des Gewinns und ein erheblicher Kurseinbruch.
Geschäftlich scheint das Tal inzwischen durchschritten zu sein, die Aktie notiert jedoch auf einem Mehrjahrestief.
Und so schließt sich der Kreis. Die Aktie hat einen kompletten Boom- und Bust-Zyklus vollzogen: Beginnend mit einer niedrigen Bewertung, überproportional steigenden Kursen, die zu einer klaren Überbewertung geführt haben und einem Kurssturz, der am Ende wieder zu einer moderaten Bewertung geführt hat.
Eine besondere Strategie
Danaher ist einer der weltweit größten Mischkonzerne und stark diversifiziert. Das Hauptgeschäft liegt jedoch in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Industrie-, Gesundheits- und Verbraucherprodukten.
Die Konzernstrategie wird maßgeblich durch die in Investorenkreisen geradezu legendären Gebrüder Rales geprägt.
Das Unternehmen setzt auf gezielte Investitionen und Zukäufe, um Wachstum zu generieren.
Danaher ist es dabei immer wieder gelungen sehr lukrative Ziele zu finden und die freien Mittel mit einem hohen Return zu reinvestieren.
In der Regel kauft man sehr viel kleinere Unternehmen, die in ihren jeweiligen Branchen aber zu den dominanten Akteuren gehören.
Im Kern ist Danaher ein Spezialist für Übernahmen. Neue Töchter werden integriert und schlank aufgestellt und ihr Cashflow finanziert perspektivisch die nächsten Zukäufe.
So dreht sich das Rädchen ewig weiter.
Es klingt so simpel, ist es in der Realität aber nicht. Die meisten Zukäufe schaffen keinen Mehrwert.
Danaher gehört zu den wenigen Spezialisten für Übernahmen, die damit nachweislich einen Mehrwert geschaffen haben.
Der nächste Coup
Am 17. Februar wurde der nächste Coup bekanntgegeben. Demnach wurde eine endgültige Vereinbarung für die Übernahme von Masimo für 9,9 Mrd. USD erzielt. Dabei handelt es sich um einen der führenden Spezialanbieter von Pulsoxymetrie und anderen Patientenüberwachungslösungen, vor allem im Bereich der Akutversorgung.
Es handelt sich damit um Danahers größte Transaktion seit der 5,7-Milliarden-Dollar-Übernahme des Antikörper-Spezialisten Abcam im Jahr 2023.
Masimo soll zukünftig als eigenständiges Unternehmen innerhalb des Diagnostik-Segments von Danaher operieren – gemeinsam mit Radiometer, Leica Biosystems, Cepheid und Beckman Coulter Diagnostics.
Damit erweitert Danaher sein Diagnostik- und Life-Sciences-Portfolio gezielt um Patientenmonitoring und angrenzende Akutversorgungs-Technologien.
Der Deal ist wie bei Danaher üblich klug strukturiert und soll den Konzerngewinn bereits im ersten Jahr um 0,15 – 0,20 USD je Aktie steigern. Mittelfristig sollen es 0,70 USD je Aktie werden, unter anderem auch durch erwartete Synergieeffekte von mehr als 125 Mio. USD.
Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Das Tal könnte durschritten sein
Darüber hinaus mehren sich die Zeichen, dass die Flaute in der Gesundheitsbranche ihr finales Ende gefunden hat und die Dynamik auf Konzernebene wieder zunimmt.
Der Gewinn lag im ersten Quartal mit 2,06 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 1,95 USD. Mit einem Umsatz von 5,95 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen erfüllt.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 4 % und einem Gewinnsprung um 10 %.
Im Jahresverlauf erwartet Danaher eine sequentielle Verbesserung des Geschäfts, bei der Prognose zeigt man sich aber noch zurückhaltend.
Für das Geschäftsjahr stellt Danaher ein organisches Umsatzwachstum von 3 – 6 % in Aussicht. Die Gewinnerwartungen wurden von 8,35 – 8,50 auf 8,35 – 8,55 USD je Aktie erhöht.
Am oberen Ende würde das einem Gewinnsprung um 10 % entsprechen. Danaher kommt demnach auf eine forward P/E von 22,7.
Zuletzt war die Aktie 2018 niedriger bewertet. Langjährig pendelt die P/E um einen Wert von 27,7.

Die Aktie ist zur zentralen Unterstützung der letzten Jahre zurückgekommen und daran abgeprallt. Gelingt jetzt ein Anstieg über 200 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 212 und 220 USD.
Fällt die Aktie hingegen unter 188 USD, muss mit erneuten Kursverlusten bis 181 oder 175 USD gerechnet werden. Darunter würde sich das Chartbild nachhaltig eintrüben.
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