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Der Großteil der Aktien des Automobilsektors liegen am Boden. Doch Lkw-Hersteller machen da eine Ausnahme: Die Daimler Truck-Aktie bewegt sich in einem mittelfristig intakten Aufwärtstrend … und nähert sich sogar dem bisherigen Rekordhoch. Wie ordnet man das ein?
So absurd, wie die Schere zwischen den Aktien von Pkw- und Nutzfahrzeugherstellern im ersten Moment wirken könnte, ist sie nicht. Bei Konzernen wie TRATON oder Daimler Truck geht es um Fahrzeuge, die der Logistik dienen und von Unternehmen benötigt werden. Hier geht es darum, den nötigen Transportraum bereitzustellen und dafür einen Fuhrpark vorzuhalten, der dem erforderlichen Stand der Technik entspricht. Da ist man nicht von dem Problem betroffen, dass verunsicherte und teils wegen der dramatisch gestiegenen Preise auch verärgerte Verbraucher ihr Geld zusammenhalten und nötigenfalls ihre bisherigen Fahrzeuge noch für Jahre weiterfahren. Trucks sind Investitionsgüter. Aber das heißt andererseits nicht, dass hier automatisch stetiges Wachstum zu erwarten wäre.
Für Daimler Truck rechnen die Analysten zwar im Schnitt damit, dass der Umsatz im laufenden Jahr um knapp sieben Prozent zulegt. Aber die da im Konsens prognostizierten knapp 49 Milliarden Euro wären dennoch weniger als das, was der Konzern in den Jahren 2022 bis 2024 erzielt hatte. Nicht anders sieht es beim Gewinn aus:
Die durchschnittliche Analysten-Prognose für die EBIT-Gewinnmarge liegt bei 7,3 Prozent für das laufende Jahr. Besser als die 6,0 Prozent im Vorjahr, aber unter dem Schnitt der Jahre 2021 bis 2024. Damit sieht auch die Erwartung für den Gewinn pro Aktie ähnlich aus: Mit etwa 3,40 Euro würde hier mehr verdient als im schlechten Jahr 2025, aber weniger als 2023 und 2024. Trotzdem „klopft“ die Aktie an die Widerstandszone inklusive des im Frühjahr 2024 bei 47,64 Euro markierten Rekordhochs. Hätte ein Ausbruch nach oben denn unter diesen Umständen eine Chance?
Expertenmeinung: Die Chance wäre da, zwingend wäre das aber in keiner Weise. Es kommt einfach darauf an, ob neue Daten die Kreise der Bullen stören. Denn da argumentiert man weniger mit dem „Ist“, sondern mit den Prognosen für die kommenden Jahre. Und die sehen relativ dynamisches und konstantes Gewinnwachstum für 2027 und 2028. Und käme es so, wäre eine derzeit auch für einen Nutzfahrzeughersteller eher teure Bewertung von über 12 beim KGV eben nicht mehr teuer. Ein Ausbruch nach oben, über diese markante Widerstandszone zwischen 44,67 und 47,64 Euro hinaus, wäre also ein Vorgriff auf kommendes Wachstum. So etwas kann funktionieren. Aber es muss nicht.
Diese offene Situation spiegelt sich auch in den Meinungen der Experten wider. Von den 17 aktuellen Einschätzungen stehen zehn bei „Kaufen“, vier sagen „Halten“, die restlichen drei aber sehen die Sache negativ. Entsprechend breit ist die Spanne der Kursziele für die Aktie, sie liegt zwischen 30 und 54 Euro. Damit wird deutlich, dass es entscheidend darauf ankommt, ob ein Analyst glaubt, dass sich das Umfeld für Nutzfahrzeughersteller in den nächsten Jahren noch positiver gestaltet … oder eben nicht.
Doch das können nicht nur die Experten nicht sicher vorhersagen, wir als Anleger auch nicht. Schließlich erfahren wir in den vergangenen Jahren noch intensiver als zuvor, dass das Unerwartete an den Börsen hinter jeder Ecke warten kann. Aber was fängt man dann mit der Aktie an? Ist man dazu verurteilt, einfach zu raten, sprich sich eine Meinung über die Zukunft zuzulegen und der dann stur zu folgen? Nein, warum auch: Wer sich an charttechnischen Trends orientiert und da als Basis das „Big Picture“, das übergeordnete Bild des Kursverlaufs, nutzt, ist auf Raten nicht angewiesen.

Der Chart auf Wochenbasis zeigt die Daimler Truck-Aktie seit ihrem Börsendebüt Ende 2021. Der übergeordnete Trend weist klar aufwärts. Solange die Zone, die diesen Trend führt und derzeit bei 34,60 zu 36,50 Euro verläuft, intakt bleibt, hätten Short-Positionen keine Grundlage. Dass der Kurs momentan an die Widerstandszone zwischen 44,67 und 47,64 Euro heranläuft, indiziert eine möglicherweise bald bevorstehende Entscheidung darüber, ob man sich hier bei bestehenden Positionen Zukäufe oder sogar den Neueinstieg überlegen könnte. Aber solange die Aktie den Ausbruch nicht geschafft hat, bliebe es bei „Auge drauf haben, aber nicht vorgreifen“.
Und was, wenn die Aktie ausbricht und sich dann danach herausstellt, dass es mit dem prognostizierten Gewinnwachstum doch nichts wird? Dann würde die Position etwas absichern, was man sowieso tun würde bzw. sollte: Geht der Kurs nach oben hinaus, dient, was vorher ein Widerstand war, als Unterstützung, also würde man unter diese Zone einen Stoppkurs legen … für den „Fall des Falles“.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DTG.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.05.2026 um 21:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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