Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Carl Zeiss Meditec Aktie Prognose Carl Zeiss Meditec: Insider und Großaktionär kaufen weiter

News: Aktuelle Analyse der Carl Zeiss Meditec Aktie

In diesem Artikel
Carl Zeiss Meditec
ISIN: DE0005313704
|
Ticker: AFX --- %
|
Börse: --

--- EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Carl Zeiss Meditec Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Während viele Anleger noch auf den Turnaround bei Carl Zeiss Meditec warten, setzt der Großaktionär ein klares Zeichen und nutzt die niedrigeren Kurse für Zukäufe.

Großaktionär greift zu

Die Carl Zeiss AG ist die Konzernmutter der Carl Zeiss Meditec AG und vereint zahlreiche Geschäftsbereiche, darunter Halbleiteroptik, industrielle Messtechnik, Mikroskopie, Augenoptik und Medizintechnik. Die Carl Zeiss AG ist nicht börsennotiert.

Die Carl Zeiss Meditec AG ist hingegen eine börsennotierte Tochtergesellschaft, an der die Carl Zeiss AG die Mehrheit der Anteile, etwa 59 Prozent, hält.

Das Unternehmen konzentriert sich ausschließlich auf Medizintechnik, insbesondere auf Lösungen für die Augenheilkunde sowie chirurgische Visualisierungssysteme. Obwohl Meditec operativ eigenständig arbeitet, profitiert das Unternehmen von der Technologie, der Marke und den Forschungsressourcen des Zeiss-Konzerns.

Für Investoren ist diese Unterscheidung entscheidend. Mit einer Investition in die Carl Zeiss Meditec AG beteiligt man sich ausschließlich am Medizintechnikgeschäft. Die hochprofitablen Bereiche der Carl Zeiss AG, insbesondere das Halbleitergeschäft, sind nicht Teil der börsennotierten Gesellschaft und bleiben Anlegern daher verschlossen.

Kommt jetzt der Turnaround?

Umgekehrt sieht das aber anders aus. Die Carl Zeiss AG scheint den Kursverfall der Tochter für sich nutzen zu wollen und hat bekanntgegeben, dass Aktien von Carl Zeiss Meditec im Wert von bis zu 200 Millionen Euro über die Börse gekauft werden sollen.

Je nach Kursentwicklung könnte das ausreichen, um nahezu ein Zehntel aller ausstehenden Aktien zu erwerben. Beim aktuellen Börsenwert wären es etwas mehr als 8 %.
Die Beteiligung der Carl Zeiss AG an Carl Zeiss Meditec könnte dadurch von 59 auf 67 Prozent steigen.

Carl Zeiss zufolge steht der Großaktionär uneingeschränkt hinter dem Unternehmen und bringt durch die Zukäufe ihre langfristige Unterstützung für die Carl Zeiss Meditec AG und deren weiteres Wachstum zum Ausdruck.

Die Carl Zeiss AG betont, dass mit der beabsichtigten Aufstockung keine über die Erhöhung der Beteiligungsposition hinausgehenden Ziele verfolgt werden. Insbesondere ist weder der Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags oder eines sonstigen Unternehmensvertrags noch die Durchführung anderweitiger Strukturmaßnahmen, wie etwa eine Beendigung der Börsennotierung (Delisting) oder vergleichbare Maßnahmen, beabsichtigt.

Der Turnaround lässt bislang auf sich warten

Abgesehen von der Konzernmutter hat kürzlich auch ein Insider zugeschlagen. Peter Kameritsch ist seit Dezember 2025 der Vorsitzende des Aufsichtsrats und hat am 28. Mai bei einem Kurs von 25,90 Euro 2.000 Aktien gekauft.

Beide Seiten scheinen davon überzeugt zu sein, dass bei Carl Zeiss Meditec ein Turnaround bevorstünde oder dass das angekündigte Maßnahmenpaket Früchte tragen könnte.

Erfolge sind auch dringend nötig, denn mit dem Ergebnis und mit dem Kurs von Carl Zeiss Meditec geht es inzwischen seit mehreren Jahren abwärts.
Das Konzernergebnis dürfte in diesem Jahr das vierte Mal in Folge sinken, in Summe von 3,29 auf voraussichtlich 0,90 Euro je Aktie.

Bisher liefern die Halbjahreszahlen jedoch keinerlei Hinweise auf einen möglichen Turnaround.
Der Umsatz ist in den ersten sechs Monaten von 1,05 Mrd. auf 991 Mio. Euro gesunken, was einem Rückgang von -5,7 % entspricht (bereinigt um Währungseffekte von -1,0 %).
Gleichzeitig ist die bereinigte EBITA-Marge von 10,7 auf 6,1 % erheblich gesunken.

Kosten senken, Strukturen verändern, Profitabilität steigern

Daher hat der Vorstand ein Maßnahmenpaket zur Zukunftssicherung und Wiederherstellung einer angemessenen Ertragskraft beschlossen.

Zu diesem Zweck will Carl Zeiss Meditec nachhaltige Kosten-, Struktur- und Portfoliomaßnahmen implementieren und Ergebnisverbesserungen von mehr als 200 Mio. Euro p.a. bis zum Geschäftsjahr 2028/29 gegenüber dem laufenden Geschäftsjahr 2025/26 anstreben.

Für dieses Ziel sind verschiedene Maßnahmen geplant: Optimierung der Lieferketten im Einkauf, die Bereinigung schwächer profitabler Produkte im Portfolio, stärkerer Fokus im Bereich Forschung und Entwicklung durch Verlagerung von Tätigkeiten in kosteneffiziente Länder zur Erlangung einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur sowie Reduktion der Verwaltungskosten durch Personal- und Sachkostensenkungen.

Im Rahmen dieser Maßnahmen können in den nächsten drei Jahren bis zu 1.000 Stellen in der weltweiten Organisation betroffen sein.
Das bedeutet, dass mehr als ein Sechstel der Mitarbeiter betroffen sind.

Dem stehen rund 40 Mio. Euro p.a. an zusätzlichen Infrastrukturkosten gegenüber, unter anderem infolge der Einführung eines neuen ERP- und Customer-Relationship-Management-Systems, dem Abschluss eines Mietvertrags für den High-Tech-Standort Jena sowie dem Anstieg von Shared-Services-Kosten im Verbund mit der Zeiss Gruppe.

Der Weg zurück wird teuer

Unter dem Strich verbleibt demnach ein Einsparvolumen von 160 Mio. Euro pro Jahr. Bis dahin dürfte es allerdings teuer werden, denn die Maßnahmen werden bis zum Geschäftsjahr 2028/29 Einmalaufwendungen und Investitionen in Höhe von insgesamt bis zu 150 Mio. Euro verursachen.

Der Ausblick bleibt daher verhalten. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Umsatz um 1 bis 3,5 % auf 2,15 – 2,20 Mrd. Euro sinken.
Die Die bereinigte EBITA-Marge wird, nach Abzug von Sondereffekten, die mindestens im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausfallen werden, zwischen 8 bis 10 % erwartet.

Das bedeutet im Klartext, dass Carl Zeiss ein EBITA von etwa 196 Mio. Euro erzielen wird, welches aber durch negative Sondereffekte im „mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ belastet wird.
Unter dem Strich könnte demnach ein EBITA von etwa 150 Mio. Euro erzielt werden. Im Vorjahr lag das EBITA bei 258 Mio. Euro.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 08.07.2026, Kurs: 29,30 EUR – Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 08.07.2026, Kurs: 29,30 EUR – Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht sind dennoch Stabilisierungstendenzen erkennbar. Mit dem Anstieg über 28,50 Euro wurde sogar ein Kaufsignal ausgelöst. Sollten sich Anschlusskäufer finden, könnte das eine Erholung in Richtung 31 oder 35,50 Euro einleiten.
Der nächste harte Widerstand liegt bei 40 Euro.

Übergeordnet bewegt sich die Aktie jedoch in einem stabilen Abwärtstrend. Sinkt der Kurs wieder unter 28,50 Euro, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 11:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Preisgekrönte Handelsplattform und niedrige Gebühren. Mein Broker ist LYNX.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?(erforderlich)
Wenig hilfreichSehr hilfreich
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Carl Zeiss Meditec Aktie

13.05.2026
08:24 Uhr

Carl Zeiss Meditec: Eine neue Chance auf die Rückkehr der Käufer — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.05.2026 um 22:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Eigentlich waren die Zahlen, die Carl Zeiss Meditec zum 1. Geschäftsjahreshalbjahr ablieferte, alles andere als gut. Aber es gab auch ermutigende Elemente. Und das führt dazu, dass die Aktie jetzt die Chance hätte, eine untere Trendwendeformation zu vollenden.

Der Umsatz sank im ersten Halbjahr des bei Carl Zeiss Meditec immer am 30.9. endenden Geschäftsjahres um 5,7 Prozent. Währungsbereinigt waren es zwar nur -1,0 Prozent … aber es war eben dennoch weniger als im Vorjahr. Und noch viel weniger wurde es beim Gewinn. Denn aufgrund einer deutlich von 10,7 im Vorjahreszeitraum auf 6,1 Prozent gesunkenen EBITA-Marge landete das EBITA bei nur noch 60,5 Millionen Euro nach 112,6 Millionen im ersten Geschäftsjahreshalbjahr 2024/2025. Aber wegen dieser Bilanz legte die Carl Zeiss-Aktie am Dienstag nicht deutlich zu, der Auslöser war der Blick nach vorne.

Denn man will die Rationalisierungsmaßnahmen intensivieren und dadurch sicherstellen, dass man im Gesamtgeschäftsjahr beim Umsatz wenigstens im Bereich zwischen -1,0 bis -3,5 Prozent herauskommt und währungsbereinigt zum Vorjahr stabil bleibt. Zugleich geht das Medizintechnik-Unternehmen davon aus, dass es gelingen wird, am Ende des Geschäftsjahres bei einer EBITA-Gewinnmarge zwischen acht und zehn Prozent (1. Halbjahr 6,1 Prozent) herauszukommen.

Expertenmeinung: Das deutete an, dass Carl Zeiss erwartet, dass es ab jetzt wieder etwas besser läuft. Und das wiederum scheint einige zu dem Schluss gebracht zu haben, dass dieser gehaltene Ausblick eine gute Gelegenheit sein könnte, um zu versuchen, auch die Aktie aus dem Tal der Tränen herauszubekommen.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 12.05.2026, Kurs 28,72 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 12.05.2026, Kurs 28,72 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart, dass der Kurs nach anfänglich leicht schwächerem Start deutlich zulegte. Am Ende standen hier +12,36 Prozent zu Buche, die die Aktie in die Nackenlinien-Zone einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation trugen, die zwischen 28,58 und 29,42 Euro liegt. Ein Ausbruch nach oben wäre ein markant positives Signal … die Bullen hätten es jetzt in der Hand. Und aus rein charttechnischer Sicht würde sich dadurch erhebliches Aufwärtspotenzial auftun. Die nächste Widerstandszone von nennenswerter Bedeutung würde dann erst im Bereich 36,50 bis 39,04 Euro warten. Aber es gibt ein „aber“:

Die Charttechnik alleine kann die Aktie nicht zu einem Hausse-Kandidaten machen. Die Rahmenbedingungen müssen genauso passen, ansonsten müsste man fürchten, dass die Käufe als Reaktion auf eine Vollendung dieser unteren Trendwendeformation auf halbem Weg „verhungern“. Und diese Rahmenbedingungen passen eben nicht.

Nach diesem gestrigen Kursanstieg käme man auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 19. Das wäre nur dann günstig, wenn man davon ausgehen könnte, dass das Wachstumstempo in den kommenden Jahren erheblich zulegt. Aber dieser aktuell mitgelieferte Ausblick auf das Gesamtjahr gibt das noch nicht her, was man auch daran ablesen kann, dass zwar gleich vier Analysten unmittelbar nach den Zahlen ihre Kursziele und Einschätzungen adjustierten, dabei aber vier „Halten“-Einstufungen mit Kurszielen zwischen 25 und 32 Euro herauskamen.

Fazit: Die Aktie wäre, sollte es gelingen, die umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit Schlusskursen klar über 29,42 Euro zu vollenden, nur auf charttechnischer Ebene bullisch … und damit – zumindest in der derzeitigen Gemengelage – noch nichts für mittelfristige Investments, sondern eher ein „Trading Buy“.

Quellenangaben: Ergebnis des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2025/2026, 12.05.2026: https://www.zeiss.com/meditec-ag/de/presse-und-aktuelles/pressemitteilungen/2026/halbjahreskommunikation-geschaeftsjahr-2025-26.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AFX.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.02.2026
08:28 Uhr

Carl Zeiss Meditec: Wäre nicht langsam genug „Krise“ eingepreist? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.02.2026 um 22:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als der Medizintechnik-Spezialist Carl Zeiss Meditec am Donnerstag das Ergebnis des ersten Geschäftsjahresquartals 2025/26 vorlegte, fiel die Aktie um 6,7 Prozent. Kein Wunder, könnte man denken, denn die Zahlen waren schlecht. Doch die Ergebnisse waren für niemanden neu!

Das Ergebnis des vierten Quartals 2025, bei Carl Zeiss Meditec aufgrund des hier immer am 30.9. endenden Geschäftsjahres das erste im Geschäftsjahr 2025/2026, war düster, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 467 Millionen Euro. Die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Gewinnmarge (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fiel drastisch von 6,7 auf 2,2 Prozent zurück. Und der Gewinn pro Aktie reduzierte sich, ebenfalls um Sondereffekte bereinigt, von 0,18 Euro im Vorjahresquartal auf nur noch 0,03 Euro.

Natürlich ist das düster. Aber diese Zahlen kannte man bereits seit dem 22. Januar. Das war der Tag, an dem Carl Zeiss Meditec das vorläufige Ergebnis des Quartals vorlegte, bei dem man sogar nur ein EBITDA-Ergebnis von 8,0 Millionen Euro avisierte, das, immerhin, jetzt in den endgültigen Zahlen auf 8,1 Millionen kam. Und wo man, weil die Lage problematisch ist, die Prognose für das Geschäftsjahr aussetzte. Und das war der Tag, an dem der Kurs daraufhin drastisch wegbrach.

Hier war also nichts neu. Warum fiel die Aktie also schon wieder, auf Basis bekannter Fakten? Die Antwort dürfte sein: Weil a) das bärische Lager hier mit seinen Leerverkäufen nicht auf Widerstand trifft und b) diejenigen, die hier auf gut Glück eingestiegen waren, ihre Hoffnung, es könnte vielleicht doch ein Lichtblick gemeldet werden, der zu einem Kurssprung führt, nicht erfüllt sahen.

Expertenmeinung: Aber wenn man sich ansieht, dass die Analysten hier zwar großenteils nur „Halten“ empfehlen, das durchschnittliche Kursziel aber mit aktuell 37,80 Euro meilenweit über dem letzten Kurs liegt, stellt sich natürlich die Frage: Müsste diese Aktie nicht langsam derart „verprügelt“ sein, dass das Restrisiko nach unten so klein ist, dass man beruhigt die Hand aufhalten und mit tauglicher Wahrscheinlichkeit in ein, zwei Jahren mit satten Gewinnen belohnt wird? Antwort:

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 13.02.2026, Kurs 26,82 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 13.02.2026, Kurs 26,82 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Nein, so einfach ist es nicht. Denn es mag zwar richtig sein, dass der Carl Zeiss Meditec-Kurs in Relation zum „Ist“ schon eher zu niedrig steht. Aber das Unternehmen hat seine Prognose im Januar nicht umsonst nicht einfach gesenkt, sondern ausgesetzt. Es könnte durchaus noch schlimmer kommen. Und dann wäre selbst der jetzt so „billig“ wirkende Kurs möglicherweise noch zu hoch, daher:

In dem Moment, in dem man ein fallendes Messer identifiziert, sollte man nie einfach hineingreifen. Wenn sich die Lage stabilisiert, käme es zwar zweifelsohne zu einem großen Satz der Aktie nach oben. Aber wenn die Wende zurück zum Wachstum trägt, ist das Aufwärtspotenzial nicht an einem Tag ausgereizt. Daher: Beobachten kann man diese Aktie auf jeden Fall, denn hier könnten sich zweifelsohne Chancen auftun. Aber solange da weder Ross noch Reiter zu erkennen sind, sollte man sich auf eben dieses Beobachten beschränken.

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Geschäftsjahresquartals 2025/2026, 12.02.2026:
https://www.zeiss.com/meditec-ag/de/presse-und-aktuelles/pressemitteilungen/2026/quartalsmitteilung-q1.html

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AFX.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

21.01.2026
08:24 Uhr

Carl Zeiss Meditec: Kaufen, wenn niemand sonst kaufen will? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 18:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Goldman Sachs wird skeptischer für Medizintechnik-Branche. Für Carl Zeiss Meditec wurde die Einschätzung von „Kaufen“ auf „Neutral“ und das Kursziel von 54 auf 42 Euro gesenkt. Die Aktie fiel umgehend … aber müsste es jetzt mit der Baisse nicht langsam genug sein?

Eine alte Börsenregel empfiehlt Anlegern, am besten dann auszusteigen, wenn alle gerade einsteigen wollen, und zu kaufen, wenn eine Aktie niemand haben will. So etwas kann, weil das viel zu pauschal daherkommt, böse daneben gehen. Vor allem, wenn es für die massiven Käufe oder im Gegenteil für die Abstinenz der Käuferseite gute Gründe gibt. Im Fall der Aktie des Medizintechnikunternehmens Carl Zeiss Meditec stellt sich aber durchaus die Frage, ob die Argumente der Bären auf diesem Kursniveau noch greifen.

Goldman Sachs argumentiert, dass die Nachfrage vorerst weiter schwach bleiben werde und das am 31.12. beendete, erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 schlecht gelaufen sein dürfte. Ob man damit richtig liegt, wird sich am 12. Februar zeigen. Da wird das Unternehmen seine Quartalsergebnisse vorlegen, aber:

Expertenmeinung: Die Frage ist weniger, ob der Turnaround beim Umsatz-, Margen- und Gewinn-Wachstum in Kürze beginnt oder noch eine Zeitlang auf sich warten lässt, wenn es um die Perspektive des Aktienkurses geht. Wichtiger wäre, ob dieser derzeitige, tiefste Kurs seit dem Jahr 2017 immer noch so viel Hoffnung einpreist, dass weiterhin Abwärtsspielraum bestünde, oder im Gegenteil schon derart viel „Krise“ im Kurs enthalten ist, dass die Luft nach unten langsam dünn, das Potenzial für steigende Kurse selbst durch nur kleine, positive Überraschungen aber groß ist.

Und Letzteres deutet sich durchaus an. Zum einen notiert die Aktie jetzt weit unterhalb des durchschnittlichen Analysten-Kursziels, das aktuell um die 48 Euro liegt, und rangiert zugleich nahe am tiefsten aller Kursziele von 35,10 Euro (das gestern intraday sogar unterboten wurde). Und das, obwohl die Experten insgesamt sehr wohl skeptisch sind. Nur 5 von 16 Analysten raten momentan zum Kauf.

Zum anderen ist die Aktie auffallend günstig bewertet, sofern die Analysten mit ihrer Erwartung richtig lägen, dass Carl Zeiss‘ Gewinn 2025/2026 zwar nur um die 10 Prozent, in den Folgejahren dann aber deutlich dynamischer in einer Größenordnung um die 20 Prozent aufholen wird. Eine solche Perspektive würde durchaus ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 25 bis 30 rechtfertigen, es liegt aber, auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung für 2025/26, gerade einmal bei 19.

Damit entsteht in der Tat der Eindruck, dass in diesen Kurs momentan so viel Negatives eingepreist ist, dass man auf der Short-Seite langsam gefährlich lebt. Und damit wäre grundsätzlich Luft für auch intensivere Bewegungen nach oben, aber:

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs 35,46 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs 35,46 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Blind darauf zu setzen, wäre hochriskant. Würden alle so denken und damit den eigenen Einstieg unterstützen, indem sie auch kaufen, wäre die Aktie gar nicht erst so weit abgerutscht. Daher wäre es unbedingt zu überlegen, hier erst dann auf der Long-Seite aktiv zu werden, wenn die Aktie im Chartbild zeigt, dass man mit seinen Käufen nicht allein auf weiter Flur steht und die Bären wichtige Widerstände entweder nicht mehr verteidigen können oder wollen.

In diesem Fall könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn es gelingt, mit Schlusskursen über 42 Euro zurück in die zwischen 40,30 und 48,36 Euro gelegene Seitwärtsspanne und über die mittelfristige Abwärtstrendlinie hinaus zu laufen. Was übrigens auch dann nur dem Ziel entsprechen würde, das Goldman Sachs am Dienstag ausgerufen hatte …und immer noch deutlich unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten läge.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

22.12.2025
08:25 Uhr

Carl Zeiss Meditec: Hier wird es langsam interessant — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.12.2025 um 22:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Carl Zeiss Meditec liefert die Bilanz 2024/2025 ab … und die Aktie bricht nach anfänglichen Gewinnen ein, markiert ein neues Jahrestief und ist seither nicht mehr in Gang zu bringen. Ein bärisches Szenario … aber wenn es erst mal so finster aussieht, könnte Besserung in Sicht sein?

In Bezug auf das am 30. September beendete Geschäftsjahr 2024/2025 hatten die Anleger nicht viel erwartet und noch einen Tick weniger bekommen, denn Umsatz und Gewinn pro Aktie lagen leicht unter den Prognosen. Und auch beim Ausblick 2025/2026 kam man über ein „geht so“ eher nicht hinaus:
Das Medizintechnik-Unternehmen sieht einen Umsatzanstieg im oberen, einstelligen Prozentbereich und eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge), die nach 10,0 Prozent im beendeten Geschäftsjahr in die Region 11,0 bis 11,5 Prozent vorstoßen soll. Wenn man sich erinnert, dass Carl Zeiss bis vor zwei Jahren eine EBIT-Marge um 20 Prozent erzielen konnte, ist das dünn, nur:

In diesen „goldenen Zeiten“ bewegte sich die Aktie auch in ganz anderen Kursregionen. 2021 wurden im Hoch zeitweise über 200 Euro erreicht. Jetzt sind es 40. Damals war die Aktie absurd überbewertet, weil man, wie so oft nach ein paar starken Jahren, das Wachstum mit dem Lineal in die Zukunft verlängert hatte … und damit schief lag. Heute aber ist die Bewertung so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Aber was bringt das, wenn die Dynamik beim Gewinnwachstum fehlt?

Expertenmeinung: Das bringt nichts, wenn man darauf setzen wollte, dass der alte 2021er-Verlaufsrekord von 202 Euro in absehbarer Zeit wieder erreicht wird. Denn das ist unrealistisch. Aber würde man prüfen, ob die Carl-Zeiss-Meditec-Aktie ein solides Investment bei einem mittel- und langfristigen Zeithorizont sein könnte, sähe es schon anders aus: In dieser Hinsicht wird die Sache langsam interessant.

Für die derzeitige, durchschnittliche 2025/2026er-Gewinnschätzung der Analysten läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis aktuell um 20. Das geht für die derzeitige Wachstumsperspektive in Ordnung. Und die wird ja, zumindest aus aktueller Sicht, nicht so mager bleiben, die Medizintechnik dürfte ein Wachstumsmarkt bleiben. Was auch die Analysten so sehen. Zwar gibt es ein Analysten-Kursziel, das mit 35,10 Euro unter dem aktuellen Kurs der Aktie liegt, aber es ist das einzige. Die anderen Kursziele bewegen sich in der Spanne von 44 bis 68 Euro, der Schnitt liegt bei etwa 50 Euro … etwas über der jüngst nach unten verlassenen Handelsspanne und im Bereich der 200-Tage-Linie.

Immer dann, wenn eine Aktie derart von den Bullen „verlassen“ ist, zugleich aber auf rationaler Ebene nur noch wenig Spielraum nach unten vermuten lässt, lohnt es, sich die Sache genauer anzusehen. Und der Chart zeigt dabei etwas Interessantes:
Die Aktie wurde zwar als Reaktion auf die Jahresbilanz aus der vorbestehenden Handelsspanne 40,30 zu 48,36 Euro nach unten herausgedrückt, nimmt aber nach unten keine Fahrt auf.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 19.12.2025, Kurs 40,08 Euro, Kürzel: AFX | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 19.12.2025, Kurs 40,08 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Das alleine ist noch kein Argument, um hier die Hand aufzuhalten, zumal es möglich wäre, dass die am Freitag absolvierte Abrechnung an der Terminbörse den Kurs um den Options-Strike-Price von 40 Euro herum festgezurrt hatte. Aber sobald der Kurs mit Schlusskursen klar über 41 Euro in die alte Handelsspanne zurückkehrt und sich einige Zeit darin hält, wird die durch den Ausbruch nach unten unterbrochene Bodenbildung wieder aufgenommen … und das wäre allemal möglich. Die Carl-Zeiss-Aktie sollte man jetzt im Auge behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

08.08.2025
08:13 Uhr

Carl Zeiss Meditec: Die Analysten sind optimistisch, die Trader nicht — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Reaktion auf die am Donnerstag vorgelegten Neun-Monats-Zahlen sackte die Carl Zeiss Meditec-Aktie zeitweise über 14 Prozent durch, bevor sie mit immer noch drastischen -9,52 Prozent aus dem Handel ging. Was war an den Zahlen so fatal?

Sie waren zumindest nicht das, was sich diejenigen erhofft haben dürften, die im Zuge der jüngsten Abwärtsbewegung seit Juni ins fallende Kurs-Messer gegriffen hatten. Wenn man den Umsatz um Akquisitionen und Währungsschwankungen bereinigt, legte der in den ersten drei Quartalen des hier am 30.9. endenden Geschäftsjahres zum Vorjahreszeitraum nur um 0,9 Prozent zu. Das ist mager. Und der operative Gewinn legte, um Sonderfaktoren bereinigt, zwar gut 17 Prozent zu. Aber netto nicht, der Gewinn pro Aktie lag unbereinigt 22,8, bereinigt um 8,3 Prozent unter dem der ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2023/2024.

Zwar hielt Carl Zeiss Meditec an der bisherigen Gesamtjahresprognose fest, nach der man mit einem leicht steigenden Umsatz und einem zum Vorjahr in etwa unveränderten operativen Gewinn, gerechnet als EBITA, plant. Aber das mit dem Hinweis, dass negative Entwicklungen am Devisenmarkt, sprich zum Euro fallende Währungen, nicht in der Prognose berücksichtigt sind und man davon ausgeht, die Kostenbelastung durch die US-Zölle über die Preise an die Kunden weiterreichen zu können. Da muss man konstatieren:

Aufbruchsstimmung sieht anders aus. Aber musste die Aktie deswegen auf neue Jahrestiefs abrutschen und mit 41 Euro gestern im Tagestief einen Level erreichen, den die Aktie zuletzt 2017 gesehen hatte?

Expertenmeinung: Es ist zumindest nicht komplett abwegig gewesen. Denn mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von um die 24 auf Basis der durchschnittlichen Gewinnerwartung für das am 30.9. endende Geschäftsjahr ist die Aktie eben nicht billig. Richtig ist zwar, dass diese Bewertung in den Geschäftsjahren 2018/19, 2019/20 und 2020/21 über 60 lag. Aber da hatte das Unternehmen auch noch beeindruckende Wachstumsraten vorzuweisen. Dann kann eine Aktie auch teuer sein. Aber in dem Moment, in dem in Sachen Gewinn pro Aktie nichts mehr vorangeht oder der sogar rückläufig ist, sind auch nur niedrige KGVs gerechtfertigt … falls man auch in den kommenden Jahren nicht mit kräftigem, neuem Schwung rechnen kann.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 07.08.2025, Kurs 43,32 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 07.08.2025, Kurs 43,32 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Hier sehen wir einen markanten Gegensatz zu der heute ebenfalls besprochenen Rheinmetall-Aktie. Die ist drastisch teurer bewertet, aber da wetten die Anleger eben darauf, dass der Gewinn über Jahre hinweg deutlich steigen wird. Hier, bei Carl Zeiss Meditec, hat man diese Vision nach drei mageren Jahren nicht mehr. Es bräuchte positive Indikationen, vor allem im Bereich der Zölle und der derzeit auch wegen dieses Themas schwachen Nachfrage in den USA. Dann könnte man diesen Optimismus, dass die Wende bei Umsatz und Gewinn nahe ist, zurückerlangen. Interessant dabei: Viele Analysten erwarten das nach wie vor.

Zwar verpasste JPMorgan der Aktie als Reaktion auf die Bilanz ein Kursziel von 41 Euro mit der Einstufung „Verkaufen“. Aber genau diese 41 Euro hatte der Kurs im Tagestief bereits erreicht. Und andere sehen die Sache deutlich positiver. Das höchste der gestern neu vergebenen oder bestätigten Kursziele kam von Bernstein Research mit 72 Euro, Einstufung „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem derzeitigen Kursniveau, konkret bei gut 60 Euro. Und für das nächste Geschäftsjahr 2025/2026 sehen die Experten im Schnitt einen Gewinnanstieg auf Nettobasis von um die 30 Prozent.

Aber solange die Anleger diese Erwartungen nicht annehmen, bleibt der Weg der Aktie nach oben steinig. Ja, die Aktie wäre jetzt markttechnisch überverkauft, zudem ist die Supportzone 44,28/45,12 Euro nur knapp unterboten worden, so dass eine Gegenbewegung denkbar wäre. Aber erst, wenn zumindest die 20-Tage-Linie bei 49,70 Euro, die derzeit unübersehbar den Leitstrahl für die bärischen Trader darstellt, eindeutig überwunden würde, wäre die Aktie auf kurzfristiger Ebene bullisch. Für ein mittelfristig relevantes, charttechnisches Kaufsignal müsste sie sogar über 58 Euro hinaus. Wer hier also hier und jetzt über die Long-Seite nachdenkt, begibt sich auf höchst spekulatives, wackliges Terrain.

Quellenangaben: Ergebnis 3. Geschäftsjahresquartal 2024/2025, 07.08.2025:
https://www.zeiss.com/content/dam/med-ag/investor-relations/financial-publications/afx_quartalsmitteilung_9m202425.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.