- Aussicht auf Kurssteigerungen
- Erzielung von Dividendeneinkünften
- Flexibel handelbar und große Auswahl
- Teilhaberschaft an einem Unternehmen
- Von neuen Trends profitieren
- Schutz gegen Inflation und Währungskrisen
- Spannung und Nervenkitzel
Nachteile von Aktien
- Kursschwankungen
- Keine festen Renditen, Dividendenkürzungen möglich
- Langfristiger Anlagehorizont notwendig
- Handelsaussetzung möglich
- Währungsrisiken bei ausländischen Aktien
- Steuern
- Gefahr der Spielsucht
Inhalt
1. Aktien-Nachteil: Verlustrisiken und enorme Kursschwankungen
Aktienkurse unterliegen teils enormen Schwankungen. Bei Crashs oder in Bärenmärkten können Aktien im Schnitt 50 % oder mehr an Wert verlieren. Bei einzelnen Aktien ist bei einer negativen Geschäftsentwicklung auch ein Totalverlust möglich. Schlechte Nachrichten außerhalb der Börsenöffnungszeiten können beispielsweise zu Kurslücken (Englisch Gaps) nach unten führen. Das bedeutet, dass zwischen dem letzten Börsenkurs des Vortages und dem Eröffnungskurs des Folgetages eine mitunter große Lücke entstehen kann. In diesem Fall schützt z.B. auch eine Stop Loss Order nicht vor den „über Nacht“ entstandenen Verlusten. Die Insolvenz einer Aktiengesellschaft bedeutet meist, dass die Aktionäre als Eigentümer leer ausgehen.
2. Aktien-Nachteil: Keine festen Renditen, Dividendenkürzungen möglich
Aktien bieten im Vergleich zu Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren keine festen Renditen. Denn starke Schwankungen kann es nicht nur bei der Kursentwicklung, sondern auch bei der Dividendenhöhe geben. Läuft es wirtschaftlich weniger gut, so sind meist Dividendenkürzungen oder gar -streichungen die Folge. Viele Wachstumsunternehmen verzichten gänzlich auf Dividendenzahlungen. Den im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen höheren Renditechancen von Aktien stehen daher auf der anderen Seite daher auch höhere Risiken in Form von Rendite-Unsicherheiten gegenüber.
3. Aktien-Nachteil: Langfristiger Anlagehorizont notwendig
Abgesehen vom Trading ist bei Aktieninvestments aufgrund der unberechenbaren Kursentwicklungen ein längerfristiger Anlagehorizont von einigen Jahren notwendig. Aktien legen zwar im Durchschnitt +7 % bis +9 % im Jahr zu, die Renditen sind jedoch alles andere als konstant. Wer zu einem ungünstigen Einstiegszeitpunkt investiert, wartet mitunter selbst bei einem erstklassigen Aktienportfolio einige Jahre, bis Anfangsverluste aufgeholt sind und eine lohnenswerte Rendite erzielt wird. Wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt Liquiditätsbedarf hat, ist möglicherweise gezwungen, zu tiefen Kursen in eine Börsenkorrektur hinein zu verkaufen.
4. Aktien-Nachteil: Handelsaussetzung möglich
Stellt die Börsenaufsicht beispielsweise Unregelmäßigkeiten beim Handel einer Aktie fest oder wird ein außerordentliches Ereignis bekanntgegeben, so kann es zu einer Handelsaussetzung kommen. Diese Zeitspanne, in welcher die Aktie nicht gehandelt werden kann, liegt meist zwischen einigen Minuten und etlichen Tagen, kann aber auch Wochen betragen, bis hin zur dauerhaften Aussetzung. Letztere ist jedoch äußerst selten und trifft in der Regel nur Aktien von insolventen oder dubiosen Firmen. Im positiven Fall kann eine Handelsaussetzung beispielsweise auch vor einem Übernahmeangebot mit Kursaufschlag erfolgen.
5. Aktien-Nachteil: Währungsrisiken bei ausländischen Aktien
Immer dann, wenn Anleger außerhalb des Euro-Währungsraums in Aktien investieren, besteht ein Wechselkursrisiko. So kann beispielsweise ein Investment in US-Aktien allein durch Kursanstiege des EUR-USD-Wechselkurses deutliche Verluste produzieren. Dieses Risiko, das auf der anderen Seite auch eine Chance auf Wechselkursgewinne bedeutet, trifft jedoch nicht nur auf Aktien, sondern auch auf ETFs, Fonds, Anleihen und andere Anlageprodukte aus anderen Währungsräumen zu. Wer in Bezug auf das Wechselkursrisiko auf Nummer sicher gehen möchte, investiert nur in Aktien aus dem Euro-Raum.
6. Aktien-Nachteil: Steuern
Seit 2009 gilt für Aktien die Abgeltungssteuer. Kursgewinne sind seither generell steuerpflichtig und werden bei Privatanlegern mit ca. 25 % besteuert. Zuvor waren Gewinne zumindest dann steuerfrei, wenn man die Aktien über die damals geltende Spekulationsfrist von einem Jahr hielt. Verbuchte Verluste können jedoch mittels Verlustvortrag ins nächste Jahr übertragen werden, sodass Gewinne in entsprechender Höhe auch noch später gegengerechnet werden können. Steuern gibt es allerdings für andere Geldanlageformen auch, sodass es sich dabei nicht unbedingt um einen Nachteil gegenüber anderen Anlageklassen handelt. Zur Steuerersparnis kann für vermögendere Privatanleger auch die Gründung einer Trading-GmbH sinnvoll sein, da für Firmen zum Beispiel auf Veräußerungsgewinne niedrigere Steuern als für private Trader anfallen.
7. Aktien-Nachteil: Gefahr der Spielsucht
Aktienanlage ist kein Glücksspiel per Definition. Doch auch bei Aktien besteht grundsätzlich ein Risiko für suchtähnliches Verhalten. Dies betrifft vor allem Trader, die Aktien mit gehebeltem Einsatz (z.B. auf Margin) handeln, und weniger langfristig orientierte Buy-and-Hold-Anleger. Meist ist der Fokus dabei auf kurzfristige Kursbewegungen gerichtet, deren Belohnungsmechanismen (schnelle Gewinne, Dopaminausschüttung im Gehirn) Glücksspielen ähneln. Sollten Warnsignale wie das zwanghafte Checken von Kursen, Schlafprobleme oder negative Auswirkungen auf Beruf und Familie auftreten, so sollte sich der betreffende Anleger professionelle Hilfe holen. Klare Regeln, überschaubare Einsätze und ein Trading-Tagebuch können helfen, kritische Situationen zu vermeiden.
Hinweis: Trotz nicht zu vernachlässigender Risiken bietet der Aktienhandel Chancen. Lesen Sie hier: Vorteile und Chancen von Aktien.
