Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Bruch der Unterstützung bei rund 24.270 Punkten leitete beim DAX eine klare Verschlechterung im Chartbild ein und führte zunächst in eine neutrale Korrekturphase. In weiterer Folge wurde auch die psychologisch wichtige Marke bei 23.000 Punkten getestet, doch eine nachhaltige Stabilisierung blieb aus.
Die Bären übernahmen zunehmend die Kontrolle und etablierten eine klare Abwärtsstruktur. In den letzten Handelstagen zeigte sich jedoch eine leichte Gegenbewegung. Der Index konnte sich zurück über die Marke von 23.000 Punkten schieben und damit zumindest kurzfristig Stärke signalisieren. Unterstützt wurde diese Bewegung durch positive geopolitische Impulse. Dennoch bleibt das Umfeld angespannt. Die Zone rund um 24.000 Punkte rückt nun in den Fokus, da sich hier sowohl die 50- als auch die 200-Tage-Linie bündeln und einen markanten Widerstandsbereich darstellen.
Expertenmeinung: Die aktuelle Erholung steht nun vor einer wichtigen Bewährungsprobe. Ein Anstieg in Richtung der Zone um 24.000 Punkte könnte darüber entscheiden, ob die Bullen mehr als nur eine technische Gegenbewegung liefern. Wird dieser Bereich nicht überwunden, könnte die Erholung schnell an Dynamik verlieren und die übergeordnete Abwärtsbewegung fortgesetzt werden.
Gelingt hingegen ein stabiler Ausbruch über die gleitenden Durchschnitte, würde sich das Chartbild verbessern und eine Grundlage für eine weiterführende Erholung geschaffen werden.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.04.2026 um 7:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen des DAX Index
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.03.2026 um 22:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die vergangene Handelswoche war ein klarer Punktsieg für das bärische Lager. Andererseits wartet nicht allzu weit unter dem letzten Kurs eine sehr wichtige Aufwärtstrendlinie, die den Bullen Hoffnung machen könnte. Aber als Basis für Prognosen taugt das nicht, denn …
… so absurd es ist, letzten Endes hängen die Börsen, ob Aktienmarkt, Ölpreis, Devisenmarkt oder die „Kryptos“, allesamt gerade an den Lippen eines einzigen Mannes. Und wann der was verkünden wird, was davon dann Realität wird und was morgen schon wieder anders sein wird, weiß niemand. Damit bewegen wir uns in einem Umfeld maximaler Unsicherheit.
Prognosen sind ja ohnehin schon eine höchst wacklige Angelegenheit an den Börsen. Aber jetzt sind sie es erst recht. Das heißt nicht, dass die charttechnischen Ankerpunkte, zwischen denen sich der DAX derzeit bewegt, wertlos wären. Sie werden Orientierungen sein, keine Frage. Nur muss man im Moment eben mit einem höheren Risiko leben, dass es zu Fehlsignalen durch Überraschungen aus Washington kommt. Sehen wir uns die Ausgangslage an:
Expertenmeinung: Der DAX war bereits Ende der vorvergangenen Woche aus seiner seit der zweiten Jahreshälfte 2025 dominierenden Handelsspanne nach unten ausgebrochen. Durch die Verlängerung der Frist gegen den Iran durch Mr. Trump am Montag kam es zu dem Versuch, in diese Range zurückzulaufen, was aber scheiterte. Ein zweiter Anlauf wurde am Mittwoch unternommen. Aber es kam dabei zu einem Doji in der entscheidenden, jetzt als Widerstand dienenden Zone zwischen 22.943 und 23.384 Zählern, von dort aus ging es dann am Donnerstag ebenso wie am Freitag wieder abwärts. Zweimal an der entscheidenden Hürde gescheitert: Das bärische Lager hat damit unterstrichen, dass weiter mit ihm zu rechnen ist.
Zum Wochenschluss landete der Index dadurch wieder recht nahe am Verlaufstief vom Montag bei 21.864 Punkten. Ein Test dieser Linie wäre damit jederzeit möglich, ein Unterschreiten nicht ausgeschlossen. Vor allem, weil eine erneute Fristverlängerung vom Markt nicht mehr „gekauft“ wurde, weder die Aktienmärkte noch der Ölpreis reagierten positiv. Die Verunsicherung ist immens – die Glaubwürdigkeit dessen, was aus Washington kommt, ist es aus Sicht der Trader offensichtlich nicht.
Auf der anderen Seite sehen wir im Chart auf Wochenbasis, dass sich der DAX mit diesem Abstieg der im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendlinie nähert, die zuletzt dem „Zoll-Schock“ vom April 2025 standgehalten hatte und um 21.000 Punkte verläuft. Diese Linie wirkt im Chartbild dominant und könnte daher den Abgabedruck bei einer Annäherung an diesen Support bremsen bzw. bei einem Test Käufe auslösen. Aber was fängt man hier und jetzt mit dieser Erkenntnis an?
Für den Augenblick ist diese Konstellation nicht als Handlungsvorlage geeignet. Richtig ist zwar, dass der DAX aktuell klar bärisch ist und auf der anderen Seite eine möglicherweise tragfähige, wichtige Unterstützung naht. Aber da die kommenden Impulse momentan von den nicht vorhersagbaren Entscheidungen des US-Präsidenten abhängen, kann jede noch so robust wirkende Chartmarke jederzeit von der Nachrichtenlage überrollt werden.
Und das gilt für beide Richtungen. Selbst ein eigentlich klar positives Signal, das entstehen würde, wenn der deutsche Leitindex in einem weiteren Anlauf doch wieder zurück über die Zone 22.943 zu 23.384 Punkte gelangt und sich einige Tage darüber festsetzt, wäre eines auf Abruf. Aber wie könnte man in einem solchen Umfeld überhaupt sinnvoll agieren?
Indem man entweder gezielt einem längerfristigen Zeitrahmen folgt oder mit absoluter Trading-Disziplin (moderate Hebel, überschaubarer Kapitaleinsatz und konsequent am Chartbild ausgerichtete Stop Loss) kurzfristig agiert. Das eigene Risiko herunterzufahren, wenn das des Marktes steigt, ist zwingend … und diese Gemengelage darüber hinaus kein Grund zu verzagen. Denn ja, die Volatilität könnte sich sogar noch weiter aufschaukeln. Aber solche Phasen waren bislang immer endlich. Wer lieber auf ein ruhigeres Fahrwasser warten will, wartet damit also nicht auf Godot …
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Volatilität schaukelt sich oft immer weiter auf, das erleben wir in diesem turbulenten März beim DAX. Was nicht wundern darf: Durch eine wichtige Supportzone gefallen, zugleich noch über einer noch wichtigeren Linie, da liegen viele Nerven blank. Aber das ist nicht hilfreich.
„Wehe, wenn sie losgelassen, wachsend ohne Widerstand“, schrieb Friedrich Schiller in seinem „Lied von der Glocke“. Das passt durchaus zur derzeitigen Situation an den Aktienmärkten im Allgemeinen und beim DAX im Besonderen.
Dieser Beitrag basiert auf dem gestrigen Xetra-Schlusskurs des DAX. Da war es gelungen, ein am Tagestief etwa 300 Punkte ausmachendes Minus nahezu vollständig aufzuholen. Knapp eine Stunde nach diesem Handelsende notierte er schon wieder gut ein halbes Prozent tiefer. Und wo der deutsche Leitindex den Mittwoch beginnt, während Sie diesen Artikel dann lesen: Am Dienstagabend konnte das niemand vorhersehen, denn derzeit ist unser DAX einfach nicht einzufangen. Warum gebärdet sich der Index wie im Tollhaus?
Expertenmeinung: Weil die Nerven derjenigen, die sich in diesen Sog steigender Volatilität haben hineinziehen lassen, immer dünner werden. Immerhin, es geht um viel in diesen Tagen. Der Konflikt der USA und Israels mit dem Iran hat Folgen für alle. Und niemand weiß, wie das weitergeht. Da wundert es nicht, wenn nervöse Akteure jeder Nachricht hinterherlaufen, sei sie positiv oder negativ. Und mehr noch: Man neigt dazu, mitzuziehen, wenn die Notierungen auf einmal schlagartig nach oben oder unten ausbrechen, alleine weil es eine wegweisende Nachricht gegeben haben könnte, die das ausgelöst hat.
Das Problem dabei: Manche erreichen Nachrichten deutlich schneller als andere. Und bei derartigen Schwankungen, wie wir sie in diesen Tagen sehen, können wenige Minuten eine Menge ausmachen. Also neigen immer mehr Trader dazu, bei starken Schüben zu glauben, dass andere, die die Bewegung losgetreten haben, etwas wissen, was sie selbst noch nicht wissen, und folgen dem Kursschub. Wenn wir uns indes den DAX auf Intraday-Basis über die vergangenen fünf Handelstage ansehen, darf man festhalten:
Eine wirklich einbringliche Idee ist das nicht, denn bisweilen kommt man schon zu spät, wenn man zwei, drei Minuten nach Beginn eines Auf- oder Abwärtsschubes auf den Zug aufspringt … und ob es nicht gleich danach genauso rasant in die Gegenrichtung geht, weiß man nie.
Wobei zwei weitere Aspekte im Hinterkopf sein sollten: Zum einen, dass sich in den letzten Wochen gezeigt hat, dass selbst auf den ersten Blick klar wirkende „Fakten“ schon eine Stunde später dementiert oder durch andere Entwicklungen konterkariert werden können. Zum anderen, dass der Terminmarkt-Handel auch beim DAX nicht unwesentlich mit Handelsprogrammen bestritten wird, die sekundenschnell einem Signal auf ultra-kurzfristiger Ebene folgen, den Wert der Nachricht, die das ausgelöst hat, aber nicht beurteilen.
Irgendwann wird aus diesem immer hektischer werdenden Auf und Ab ein großer Schub nach oben oder unten, der für diejenigen, die ihn „erwischen“, sehr profitabel sein kann. Der Haken dabei: Wenn es bis dahin zu oft zu kurzfristigen Bullen- oder Bärenfallen kommt, kann man womöglich schon froh sein, wenn man die dadurch eingefahrenen Verluste mit dem großen Schub wieder herausholt. Aber was sollte man denn sonst tun, statt immer schneller zu traden, weil der Markt immer hektischer wird?
Das genaue Gegenteil wäre einen Gedanken wert. Sich aus dem Getümmel herauszulösen und den Blick auf das übergeordnete Bild zu richten, ist ohnehin immer sinnvoll. Wenn auch, das muss man einräumen, gar nicht so leicht.
Wenn man vom Intraday- auf den Wochenchart wechselt, sieht man zwar, dass der DAX auf dieser Zeitebene keineswegs unstrukturiert wirkt: Er ist aus der im Mai 2025 etablierten Handelsspanne nach unten herausgerutscht, notiert zugleich aber noch über der im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendlinie. Der DAX wäre jetzt auf mittelfristiger Ebene bärisch. Um wieder in neutrales Terrain zu gelangen, müsste er in diese Handelsspanne zurück. Ein „großes“, bärisches Signal würde indes erst generiert, wenn diese 2022er-Trendlinie bei derzeit knapp 21.000 Punkten gefallen ist.
Aber wenn man sich auf dieses grobe Bild reduziert, muss man folgerichtig auch in Sachen eigener Aktivitäten einen Gang zurückschalten. Und sich dieser so ansteckenden Hektik zu entziehen, fällt keineswegs jedem leicht. Sich das zu überlegen, kann sich indes lohnen, denn es gibt ja nicht umsonst diesen uralten Börsenspruch: Hin und Her … macht Taschen leer.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.03.2026 um 21:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Am Donnerstag rutschte der DAX unter das 2025er-Herbst-Tief. Zugleich fiel die 20-Tage-Linie knapp unter die 200-Tage-Linie: ein bärischer Crossover. Zwei bärische Signale an einem Tag, das sieht finster aus. Aber die Bären sollten sich besser hüten, jetzt die Füße hochzulegen.
Erneut ein steigender Ölpreis. Und mit ihm die erodierende Hoffnung, dass der Iran-Krieg ähnlich schnell einer Art „Burgfriede“ weichen könnte wie im vergangenen Juni. Notenbanken, die vor einer anziehenden Inflation warnen. Und mit Blick auf die unvorhersehbaren Entwicklungen aus Richtung Washington eine Planungsunsicherheit, die Unternehmen wie Privathaushalte gleichermaßen erfasst: Allzu viel negativer kann die Gemengelage kaum sein.
Das schlug sich am Donnerstag beim DAX deutlich nieder. Der Index schloss unterhalb des November-Tiefs, das am 9. März noch hatte gehalten werden können und unterbot damit die breite Supportzone zwischen 22.943 und 23.381 Punkten. Zugleich kam es zu einem bärischen Crossover bei den gleitenden Durchschnitten, indem die 20-Tage-Linie die Linie der letzten 200 Börsentage nach unten kreuzte.
Und ein Querblick auf den DAX-Chart auf Monatsbasis zeigt: Die nächste, wirklich markante und sich damit als Support anbietende Wendemarke wäre das April-Tief 2025 bei 18.490 Zählern. Düstere Aussichten. Die aber kein „Muss“ sind, denn:
Expertenmeinung: Beide bärischen Signale sind bislang sehr knapp. Und wenn wir uns ansehen, dass das November-Tief am Ende als Bärenfalle endete, weil zwar das da relevante Zwischentief aus dem Juni kurz unterboten wurde, danach aber keine Anschlussverkäufe, sondern Käufe folgten, wird klar: Das Risiko, dass es diesmal ähnlich läuft, sollte man auf dem Schirm haben, zumal:
Die Gesamtsituation ist zwar hoch problematisch. Aber man kann beobachten, dass viele Akteure weiterhin bereit sind, auf jede noch so kleine, positiv wirkende Nachricht hin sofort zu kaufen oder ihre Short-Trades einzudecken.
Während sich das in einem stabilen Aufwärtstrend weitaus weniger markant zeigt, haben wir in Abwärtstrends grundsätzlich immer das erhöhte Risiko sehr scharfer Gegenbewegungen. Und man weiß nie, ob die am Ende „austrocknen“ und zu neuen Tiefs führen oder aus einer Gegenreaktion eine dynamische aufwärtswende wird. Denken wir da nur an den April des Vorjahres: Da gelang es dem US-Präsidenten, einen massiven Kurseinbruch an den Aktienmärkten durch Zurückrudern auf den Kopf zu stellen. Das würde zwar dieser Tage mit Blick auf den Nahen Osten deutlich schwieriger, ist aber dennoch ein Aspekt, den man berücksichtigen sollte.
Fazit: Im DAX derzeit Long zu sein, hätte auf charttechnischer Ebene ebenso wie in Bezug auf das Umfeld keine solide Basis. Aber wer konsequent und rein charttechnisch motiviert auf dieses doppelte bärische Signal des Donnerstags reagieren würde, hätte deswegen nicht automatisch einen sicheren Stand. Abwärtsbewegungen laufen deutlich emotionaler und damit volatiler ab als Aufwärtstrends, daher: Rechnen Sie jederzeit mit ggf. auch sehr scharfen, weitreichenden Gegenbewegungen und damit, dass aus jeder scheinbar kurzlebigen Eindeckungs-Rallye eine Aufwärtswende werden könnte!
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.03.2026 um 20:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Als Anleger trifft man stets Entscheidungen unter Unsicherheit: Was morgen oder übermorgen die Kurse bewegen wird, kann man nie sicher wissen. Wird die Unsicherheit besonders groß, steigt die Bedeutung eines charttechnisch orientierten Vorgehens, so auch aktuell beim DAX.
Wird aus dem vor zwei Wochen losgetretenen Iran-Konflikt ein länger andauernder Krieg? Werden andere Länder in der Region noch mehr mit hineingezogen, als es jetzt schon der Fall ist? Wird das die Energieversorgung deutlicher beeinträchtigen und wenn ja, wie sehr und wie lange? Fragen gibt es derzeit viele. Antworten keine. Aber die wären nötig, um einigermaßen einschätzen zu können, ob der DAX in den kommenden Tagen, Wochen oder sogar Monaten sein Potenzial eher auf der Ober- oder der Unterseite hätte. Und wie will man solide, treffsichere Entscheidungen fällen, wenn man das nicht weiß?
Nüchtern betrachtet weiß man das ja eigentlich nie. Denn Entwicklungen, die ein vorher als stabil angesehenes Grundszenario von eben auch gleich auf den Kopf stellen, tauchen ja immer mal wieder auf, unverhofft. Das wäre also eigentlich das tägliche Brot eines jeden Anlegers. Nur nimmt man das selten bewusst wahr, weil man grundsätzlich davon ausgeht, dass ein Trend bei kleineren Beben so schnell nicht bricht und man in der Masse derer, die eben diesem Trend folgen, sicher genug ist, um sich da nicht den Kopf zerbrechen zu müssen.
Aber wenn es eben mal anders kommt, die Nachrichtenlage das Geschehen beherrscht und man erkennen muss, dass immer mehr Akteure eher planlos agieren, so dass ein bis dahin recht kontrolliert wirkendes Chartbild zu einem wirren Auf und Ab mutiert, was dann? Woran soll man sich orientieren, wenn die „Herde“ gerade durchgeht?
Expertenmeinung: In solchen Situationen leistet die Charttechnik noch bessere Dienste als sonst. Wobei das keineswegs der Logik entbehrt. Denn je mehr Marktteilnehmer erkennen, dass sich die bisherige Marktstimmung und das überwiegende Denken und Handeln der Mehrheit ins Chaos verabschiedet hat, desto mehr Anleger suchen nach Alternativen. Und da liegt die Charttechnik eben nahe, zumal hoch volatile Phasen oft sehr markante Wendemarken ausbilden. Denn die Angst, etwas zu verpassen und die daraus resultierende Neigung, auch ohne zu wissen, was los ist, einem Impuls zu folgen, ist in einem Umfeld, das von immenser Ungewissheit geprägt ist, besonders groß.
Daher sind die beiden Umkehrpunkte, die der DAX seit Beginn dieses Iran-Krieges ausgebildet hat, besonders bedeutsam. Hier sind scharfe Schwenks zustande gekommen. Und so etwas passiert höchst selten, ohne dass nicht zugleich die Umsätze hoch sin. Und was läge näher, als eine Absicherung in Form von Stop Loss-Orders im Fall eingegangener Long-Trades knapp unter die untere und im Fall von Short-Trades knapp über die obere Wendemarke zu legen?
Damit haben diese beiden Chartmarken, 22.927 Punkte auf der Unter- und 24.367 Punkte auf der Oberseite jetzt die Funktion von Dreh- und Angelpunkten. Zumal beide Marken noch zusätzlich charttechnisch bedeutsam sind. Die Supportmarke, weil der DAX damit fast genau auf Höhe der schon vorhandenen Unterstützung in Form des November-Verlaufstiefs nach oben drehte. Die Widerstandslinie, weil an diesem Tag, an dem der DAX da sein Zwischenhoch markierte, auch versucht wurde, die 200-Tage-Linie zurückzuerobern – was scheiterte.
Der Umstand, dass man außerhalb dieser Range 22.927 zu 24.367 wegen dieser scharfen Wenden mehr Stop Loss-Absicherungen als üblich vermuten darf, intensiviert die Relevanz dieser Linien zusätzlich. Denn würde der DAX diese Marken deutlicher überkreuzen, würde das Auslösen der Stop Loss-Orders den Impuls intensivieren und, wenn die Nachrichtenlage zur Ausbruchsrichtung passt, mit dazu beitragen, ihn zu verstetigen.
Innerhalb dieser breiten Spanne ist der DAX schlicht nicht „einzufangen“. Aber verlässt er sie, hätte man hier ein Chartsignal, das die Chance hätte, tragfähig zu sein. Und darüber hinaus wäre dann die Möglichkeit gegeben, sich durch Stoppkurse ein, zwei Prozent unter der bezwungenen Widerstandslinie bzw. über der gebrochenen Supportlinie deutlich fundierter abzusichern, als man dies innerhalb der aktuellen „Getümmel-Zone“ könnte.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.03.2026 um 7:34 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat auch den deutschen Aktienmarkt deutlich belastet. In der vergangenen Woche rutschte der DAX unter eine wichtige Unterstützung bei rund 24.250 Punkten und leitete damit eine Korrekturphase ein.
Das nächste Ziel der Verkäufer zeichnete sich schnell ab. Die Bären richteten ihren Fokus auf den markanten Unterstützungsbereich knapp unterhalb von 23.000 Punkten. Genau diese Zone wurde im gestrigen Handel erreicht. Dort kam es jedoch zu einer Gegenreaktion der Käufer. Im Tagesverlauf entstand ein markantes Intraday-Reversal, das aus technischer Sicht als mögliches positives Signal interpretiert werden kann. Ähnliche Fehlausbrüche unter wichtige Unterstützungen waren bereits im September sowie im November des vorigen Jahres zu beobachten. In beiden Fällen folgten deutliche Gegenbewegungen nach oben – ein Muster, das im DAX immer wieder auftritt.
Expertenmeinung: Der gestrige Reversal könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass sich der Verkaufsdruck im Bereich der jüngsten Tiefs abschwächt.
Gelingt es den Bullen, diese Dynamik in den kommenden Handelstagen aufrechtzuerhalten, könnte sich eine technische Gegenbewegung entwickeln. In diesem Fall könnte der Markt versuchen, verlorenes Terrain schrittweise zurückzuerobern. Eine Rückkehr in Richtung der aufgerissenen Kurslücke der vorigen Woche wäre dabei grundsätzlich denkbar.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.