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NASDAQ 100 Prognose Nasdaq 100: Noch ist dieser Ofen nicht aus

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

In diesem Artikel
NASDAQ 100
ISIN: US6311011026
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Ticker: NDX -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum NASDAQ 100

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Der Versuch, den Nasdaq 100 wieder in Fahrt zu bekommen, scheiterte im Verlauf der letzten Woche an wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der darauffolgende Abverkauf des Freitags wirkt, als hätten die Bullen das Ringen jetzt endgültig verloren. Aber noch ist das nicht der Fall.

Ein Minus von 2,88 Prozent ist nichts, was man beim Nasdaq 100 alle Tage zu sehen bekommt. Und hätte es nicht kurz vor dem Handelsende noch, vermutlich ausgelöst durch Short-Trades eindeckende Bären, Käufe gegeben, wäre der Abschlag noch deutlich größer ausgefallen. Aber so mancher bullische Trader mag sich schon jetzt bedient fühlen, immerhin war der Anlass der erneuten Kursschwäche einer, der die Kaufargumente seit Ende März ins Fundament trifft:

Ob Meta, Alphabet oder Amazon, die Investitionssummen in KI sind derart massiv gestiegen, dass die Bilanzen anfangen, Sorgen zu bereiten. Wenn der Cashflow erst einmal negativ wird und die Summe, die man in KI steckt, trotzdem weiter angehoben wird, während zugleich die Refinanzierung angesichts der gestiegenen Zinsen teurer wird, dann ist das etwas, das Anleger nervös machen kann. Zudem wackeln dadurch die immensen Erwartungen an das Umsatz- und Gewinnwachstum der Unternehmen, die die KI-Expansion faktisch ermöglichen sollen: Halbleiterproduzenten, deren Zulieferer, Energietechnikunternehmen und so manche mehr. Und da hatte man, vor allem bei einigen Chip-Aktien, bereits ein rasantes Wachstum über Jahre hinaus in den Kursen eingepreist.

Jetzt also beginnt diese Blase zu platzen. Zumindest hat das den Anschein. Aber ist damit die Abwärtswende des Nasdaq 100 wirklich besiegelt? Das Chartbild meldet: nein. Und die Rahmenbedingungen deuten nur ein „vielleicht“ an. Noch ist der Ofen für die Bullen also nicht aus. Vorausgesetzt, der Abgabedruck endet zügig. Wie stellt sich die charttechnische Lage dar?

Den aktuellen Kurs und Chart des NASDAQ 100 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Abverkauf des Freitags war zwar intensiv, zwei wichtige Unterstützungen wurden dabei aber erst einmal gehalten. Zum einen die Supportzone 28.200/28.570, die das untere Ende einer Handelsspanne markiert, die seit Mai das Geschehen dominiert und aus welcher der Nasdaq 100 nur zweimal kurz ausgebrochen ist. Zum anderen die aktuell bei 27.927 Punkten verlaufende, sich der vorstehenden Zone nähernde 200-Tage-Linie. Solange diese beiden Unterstützungen halten, bleibt die Chance für einen dynamischen Schwenk nach oben grundsätzlich erhalten.

Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 30.10.2026, Kurs 28.384,85 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 30.10.2026, Kurs 28.384,85 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Ein Schwenk, der aus fundamentaler Sicht nicht völlig abwegig wäre … wenngleich er derzeit alles ist, nur nicht sicher. Denn das Risiko, dass sich die Großinvestoren in Sachen KI übernehmen und durch einen gewissen „Rückbau“ geplanter Investitionen die großen Erwartungen, die man an Aktien mit Bezug zu Halbleitern und dem Bau von Rechenzentren hatte, zurechtgestutzt werden, ist durchaus gegeben. Aber wenn man sich ansieht, wie erheblich das Gros dieser Aktien in den vergangenen Monaten bereits korrigiert hat, könnten Anleger auch zu dem Schluss kommen, dass es langsam genug sein könnte mit den Abgaben. Zumal die Bilanzen der wichtigsten KI-Investoren jetzt auf dem Tisch liegen und vom Markt bereits entsprechend – mehrheitlich negativ – bewertet wurden.

Nasdaq 100: Chart auf Wochenbasis vom 30.10.2026, Kurs 28.384,85 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Wochenbasis vom 30.10.2026, Kurs 28.384,85 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Doch die Sache steuert jetzt erst einmal auf einen entscheidenden Termin zu, dessen Auswirkungen auf das Thema KI und den Aktienmarkt insgesamt völlig offen sind: die morgen anstehenden US-Zwischenwahlen. Denn die Forderung, die KI-Expansion in geregelte Bahnen zu lenken und, wo es sinnvoll erscheint, zu regulieren, die seitens der Demokraten vehement vertreten wird, könnte in dem Fall, dass diese die Mehrheit in ggf. sogar beiden Kammern des Kongresses erreichen, Druck auf diesen Sektor ausüben, der die Korrektur verlängert. Sollten indes Trumps Republikaner besser abschneiden als man im Augenblick vermutet, könnte das bullische Lager in Sachen KI aufatmen, denn dort sind die kritischen Stimmen weniger laut und werden zudem bislang vom US-Präsidenten ignoriert.

Wie diese Wahl ausgeht, könnte am Mittwoch klar sein, muss es aber nicht. Nachzählungen und Anfechtungen könnten, es wäre keineswegs das erste Mal, ein klares Ergebnis und damit eine Wegweisung für den Aktienmarkt Tage und im schlimmsten Fall sogar Wochen hinauszögern. Hier steuern wir also kurzfristig auf eine Art „Wundertüte“ zu … im Vorfeld der Wahlen erst einmal gezielt defensiv zu agieren, dürfte daher kein Fehler sein!

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.10.2026 um 15:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der NASDAQ 100 Aktie

19.10.2026
08:05 Uhr

Nasdaq 100: War das jetzt das Ende der Bullen-Party? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.10.2026 um 15:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Minus von 2,5 Prozent am Freitag hat die charttechnische Ausgangslage des Nasdaq 100 verändert. Im Folgenden wird eingeordnet, welche Signale sich daraus im Wochen- und Tageschart ergeben.

Man kommt nicht umhin, eine Augenbraue zu heben, wenn man sich anschaut, was dieses von der reinen Größe her markante, aber noch keineswegs dramatische Minus aus charttechnischer Sicht an „Flurschaden“ angerichtet hat:

Der Blick auf den Chart auf Wochenbasis zeigt, dass dadurch ein tadelloser „Evening Star“ entstanden ist. Eine potenziell bärische Formation, die aus einer grünen Kerze, einem Doji in der Mitte und einer roten Kerze besteht und besonders nach größeren Aufwärtsbewegungen, wie es hier der Fall wäre, relevant ist. Zugleich sehen wir auf dieser Wochen-Ebene, dass der Nasdaq 100 zwar vom Kurs her die Hochs aus dem Frühjahr überboten hatte, der unten eingeblendete RSI-Indikator aber nicht – das ist eine negative Divergenz, die ebenfalls potenziell bärisch zu interpretieren ist.

Nasdaq 100: Chart auf Wochenbasis vom 16.10.2026, Kurs 29.187,55 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Wochenbasis vom 16.10.2026, Kurs 29.187,55 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Auf der Tageschart-Ebene zeigt sich ein auffälliges Scheitern der Bemühungen, die laufende Korrektur zu beenden. Sie sehen, dass der Index am Donnerstag auf Höhe der in Blau gehaltenen 100-Tage-Linie nach oben drehte. Diese Linie war in den vergangenen Monaten bereits zweimal umkämpft und erst nach kurzem Unterbieten verteidigt worden. Einer solch wackeligen Situation wollte das bullische Lager diesmal offenbar vorgreifen:

Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 16.10.2026, Kurs 29.187,55 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 16.10.2026, Kurs 29.187,55 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

In die anfänglichen Verluste hinein wurde am Donnerstag gekauft und das Tages-Minus dadurch nahezu auf null reduziert. Dass das am Freitag dann derart massiv daneben ging, indem keine Anschlusskäufe aufkamen, sondern der Nasdaq 100 deutlich nachgab und damit ein neues Tief im Zuge der seit Anfang des Monats laufenden Abwärtsbewegung markierte, ist aus psychologischer Sicht für die Bullen fatal. Dass die 100-Tage-Linie dadurch doch relativ deutlich fiel, ebenfalls. War es das also mit der Hausse im Nasdaq 100?

Expertenmeinung: Dass die Situation für das bullische Lager jetzt brenzlig geworden ist, lässt sich nicht bestreiten. Ob sie damit aber schon aus dem Rennen sind, muss sich erst noch herausstellen, denn drei Aspekte sprechen dafür, die Sache noch nicht als entschieden anzusehen.

Zunächst einmal war das, was die Aktienmärkte im Verlauf des Freitags in wachsende Unruhe versetzte, ein plötzlich deutlich anziehender Ölpreis, der indes, siehe dazu die heutige Analyse zu Brent Crude Oil, weniger auf handfesten Gründen als auf Emotionen basierte. Ist die Grundlage wacklig, kann es die Reaktion auch sein. Das kann („kann“, nie „muss“) auch für die Kurse gelten, die dabei mitgezogen wurden – wie die des Nasdaq 100.

Zweitens fiel diese Unruhe auf einen Abrechnungstermin am Terminmarkt. Da stehen immense Summen auf dem Spiel, so dass Trader oft nicht willens, aber genötigt sind, umgehend auf Unerwartetes zu reagieren. Diese Abrechnung ist jetzt aber über die Bühne gegangen, es wäre zumindest denkbar, dass das zu einer Gegenbewegung führt.

Und zuletzt hatte der Nasdaq 100 diese 100-Tage-Linie auch schon Ende Juli und Mitte September kurz, aber deutlich unterboten und rettete sich trotzdem schnell zurück ans sichere Ufer. Das sehen auch jetzt zweifellos nervöse bullische Trader und könnten das als Motivation sehen, genau das, die Rückeroberung dieser Linie, umgehend in Angriff zu nehmen … zumal der „Evening Star“ im Wochenchart eine Formation ist, die, um als bärisches Signal Gültigkeit zu erlangen, einer Bestätigung bedarf, d. h., das Signal ist erst wirklich gültig, wenn auch die Kerze dieser neuen Woche eine rote würde.

Reichen diese drei Aspekte aus, den Bullen das nötige Zutrauen zu verleihen, um zum Gegenangriff überzugehen? Es ist möglich. Aber angesichts der insgesamt zunehmend kniffligen Rahmenbedingungen ist es alles andere als sicher. Was man hier sehen müsste, um zu unterstellen, dass die Hausse noch nicht am Ende ist, wäre die Rückkehr über die in den vergangenen Tagen gebrochenen Chartmarken … und die liegen dicht an dicht. Erst bei Schlusskursen über 30.762 Punkten und damit über dem Juni-Hoch wäre das Risiko, dass wir hier gerade in der Phase eines Trendwechsels sind, erst einmal gebannt. Solange der Nasdaq 100 das nicht schafft, bleibt Vorsicht angebracht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

14.09.2026
08:15 Uhr

Nasdaq 100: Der Druck im Kessel steigt — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.09.2026 um 10:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zwischen Ende März und Anfang Juni war der Nasdaq 100 eine wahre Kursrakete. Es folgte eine Korrektur, die knapp die Hälfte des Anstiegs zurücknahm. Danach traten die Bullen zwar wieder an … aber aktuell läuft er in einer engen Spanne seitwärts. Was hat das zu bedeuten?

Eine Seitwärtsbewegung nach einer hochvolatilen Phase, wie wir das beim Nasdaq 100 aktuell sehen, ist ein Zeichen dafür, dass die Angst steigt, sich die Finger zu verbrennen. Das endet oft mit einem fulminanten Ausbruch. Die Richtung des Ausbruchs ist derzeit zwar noch völlig offen. Aber das dürfte nicht lange so bleiben.

Dass der technologielastige Index seit drei Wochen in der engen, kaum mehr als zwei Prozent breiten Spanne zwischen der 20-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage-Linie seitwärts läuft, dürfte dabei gleich mehrere Gründe haben, die die Notierungen einerseits von einem Ausbruch nach oben abhalten, zugleich aber auch verhindern, dass er nach unten wegrutscht.

Zum einen hoffen die Trader darauf, dass entweder der KI/Halbleiter-Sektor in eine neue Hausserunde startet oder alternativ die in der ersten Jahreshälfte massiv abverkauften Software-Titel den Staffelstab übernehmen und zum Zugpferd werden. Solange das möglich bleibt, tendieren viele Anleger erfahrungsgemäß dazu, solche Positionen zu halten und bei jedem Ansatz eines neuen Aufwärtsimpulses zuzukaufen. Das stützt den Index bislang effektiv.

Zum anderen naht der „dreifache Hexensabbat“, der große, Futures einschließende Abrechnungstag an der Terminbörse, der an diesem Freitag abgewickelt wird. Die großen Akteure am Terminmarkt versuchen üblicherweise bereits zum Ende der dem Abrechnungstag vorangehenden Woche, einen Level beim Index zu erreichen, auf dem sie mit ihren Positionen am besten fahren. Im Fall einer relativ lange anhaltenden Seitwärtsbewegung ist dabei üblicherweise der Verbleib innerhalb der Handelsspanne das von den meisten favorisierte Ziel. Das könnte den Nasdaq 100 zumindest in den kommenden Tagen in der Handelsspanne von grob 28.200 zu 30.760 Punkten halten.

Aber das muss nicht gelingen, weil es auch Faktoren gibt, die Druck ausüben. Und ob man die noch lange wird auffangen können, ist zumindest fraglich, denn sie wiegen schwer:

Expertenmeinung: Die großen Trends im Technologiesektor benötigen eine immense Fremdfinanzierung. Und je teurer die wird, desto mehr sorgt man sich, ob all die gewaltigen Investitionen, vor allem, wenn es um den KI-Sektor geht, in der bereits eingepreisten Dimension überhaupt kommen … und wenn ja, ob sie sich am Ende rechnen würden, angesichts der sich erheblich verdichtenden Möglichkeit, dass die US-Notenbank den Leitzins doch noch anheben wird, womöglich bereits erstmals übermorgen.

Und selbst wenn die „Fed“ am Mittwoch erneut zögern sollte: Der Anleihemarkt hat höhere Zinsen längst eingepreist. Die Rendite für US-Staatsanleihen (T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit hatte am Freitag bereits Tuchfühlung mit der Fünf-Prozent-Marke aufgenommen. Geliehenes Geld ist teuer geworden … das bremst Investitionen ebenso wie die Konsumneigung. Und beides ist für die großenteils dem Technologiesektor zugehörigen Unternehmen im Nasdaq 100 essenziell.

Und der haussierende Ölpreis, die Rekordpreise für Diesel in den USA und die wenig darunter liegenden Kosten für Benzin erinnern die Trader tagtäglich daran, dass dieser Belastungsfaktor Inflation/Zinsen so schnell vermutlich nicht verschwinden wird, zumal die US-Regierung derzeit nicht den Eindruck erweckt, gegen die Entwicklung im Nahen Osten effektiv vorgehen zu können.

Diese Gesamtsituation mag kurzfristig dazu führen, dass sich zu wenige trauen, voranzugehen, ob nun auf der Long- oder Short-Seite, um einen neuen, größeren Impuls im Nasdaq 100 loszutreten. Aber den meisten dürfte völlig klar sein, dass da eher über kurz als über lang etwas kommen wird, und sie sind entsprechend wachsam. Und damit wird das aktuelle Wassertreten zur Startrampe eines neuen, größeren Trends und ist keineswegs ein Signal dafür, dass hier jetzt zukünftig Langeweile dominieren könnte.

Achten Sie daher auf die Chartzonen, auf die es für neue Impulse ankommen würde. Sie könnten schneller angelaufen werden, als man denkt. Auf der Oberseite ist die Lage dabei einfacher: Das bullische Lager müsste klar über die aus den Juni-Hochs bestehende Widerstandszone 30.229 zu 30.762 Punkte hinaus. Damit würde man beim Nasdaq 100 aus charttechnischer Sicht den Grundstein für den nächsten Hausse-Impuls legen.

Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 11.09.2026, Kurs 29.368,44 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 11.09.2026, Kurs 29.368,44 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Auf der Unterseite geht es, was die derzeitige Handelsspanne betrifft, um die Unterstützungszone 28.197/28.629 Punkte. Allerdings würde der nächste Support in Form der Kreuzunterstützung aus dem Juli-Tief bei 27.176 und der 200-Tage-Linie bei momentan 27.130 Punkten ebenfalls noch vor einem mittelfristigen, größeren Short-Signal stehen. Da sollte man jedoch tendenziell nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ vorgehen und bereits die nächstliegende Auffangzone im Blick behalten. Denn sollten sich die Belastungsfaktoren weiter verschärfen und/oder noch Unruhe vor den Zwischenwahlen am 3. November hinzukommen, könnte der Index durchaus schnell durch die einzelnen Auffangzonen rutschen.

Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 11.09.2026, Kurs 29.368,44 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 11.09.2026, Kurs 29.368,44 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

17.08.2026
08:26 Uhr

Nasdaq 100: Die Bullen hätten jetzt drei Optionen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.08.2026 um 22:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Aufgewärmtes soll ja bisweilen besonders gut schmecken. Aber das wäre im Fall der Halbleiter-Hausse auch nötig, wenn das bullische Lager beim Nasdaq 100 den „Deckel“ sprengen will. Es sei denn, es gelingt der Staffelwechsel hin zum Software-Sektor.

Ein Blick auf das langfristige Bild des Nasdaq 100 auf Monatsbasis zeigt: Zur Halbzeit des Augusts ist das Minus des Vormonats schon nahezu aufgeholt … und das bisherige Hoch, erreicht am 3. Juni bei 30.762 Punkten, ist nicht mehr so weit entfernt, dass man diesen „Deckel“ nicht mit einer starken Handelswoche sprengen könnte. Zumal an diesem Freitag auch noch die Abrechnung an der Terminbörse ansteht, was die Kurse in einem grundsätzlich bullischen Umfeld oft höher zieht.

Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 14.08.2026, Kurs 30.046,14 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 14.08.2026, Kurs 30.046,14 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Und bullisch ist das Umfeld ja durchaus, auch wieder im „Mikrokosmos“ auf Tagesbasis. Das sah zwar noch vor knapp drei Wochen völlig anders aus, als der Index aus seiner vorherigen Handelsspanne dynamisch nach unten ausgebrochen war. Aber mittlerweile ist er zurück in der Spur und hat bereits alle wichtigen gleitenden Durchschnittslinien zurückerobert. Was fehlt, ist der Widerstandsbereich zwischen 30.329 und 30.762 Punkten. Der liegt nahe, wirkt aber massiv … und würde der Nasdaq 100 direkt auf dem Freitags-Level nach unten abdrehen, hätte man das nächste niedrigere Hoch und damit eine Bestätigung der grundsätzlich abwärts weisenden Tendenz. Das gilt es seitens der Bullen also zu verhindern, nur:

Expertenmeinung: Womit will man da ansetzen? Welche Aktien sollen den Index über das bisherige Hoch ziehen? Drei Möglichkeiten stünden da zur Wahl.

„Big Tech“ mit Aktien wie Meta, Alphabet, Microsoft, Apple und Nvidia. Aber da gehen ja gerade die durchaus berechtigten Zweifel um, ob diese Unternehmen sich in Sachen KI mit ihren Investitionen nicht übernehmen.

Eine andere Option wäre es, die Halbleiter-Hausse „aufzuwärmen“. Einige der vorherigen Zugpferde wie SanDisk, Western Digital oder Marvell hatten seit Ende Juni in der Spitze um die 50 Prozent und mehr korrigiert und ziehen gerade wieder an. Ob man die Anleger, die da als Letzte eingestiegen waren und somit „von den Hunden gebissen“ wurden, motivieren kann, es einfach noch einmal zu versuchen? Möglich wäre es, aber die Erfolgschance ist offen.

Andererseits würde es völlig ausreichen, wenn der Chipsektor auf dem aktuell konsolidierten Niveau friedlich seitwärts liefe, sofern man imstande wäre, einen neuen Hype aus dem Hut zu zaubern, indem man jetzt diejenigen Aktien zu Zugpferden macht, die so manche große Adresse zeitgleich mit Long-Trades auf Halbleiter leer verkauft, sprich short getradet hat: die Software-Aktien.

Immerhin muss man eher nicht fürchten, dass allzu viele daherkommen und einwenden würden, dass es doch vor einem halben Jahr noch hieß, da sei jetzt alles vorbei, und die Frage in den Raum stellen, warum denn jetzt auf einmal das Gegenteil wahr sein soll. Der Markt vergisst und verzeiht schnell, wenn die Kurse nur dynamisch genug steigen. Und wenn man sich ansieht, dass Aktien wie Synopsys, Palantir oder Nebius in der Liste der größten Wochen-Gewinner des Index zu finden sind, die alle dem Software-Sektor zuzurechnen sind, könnte diese Variante, um den Index pünktlich vor oder zu der Abrechnung der Terminbörse am Freitag auf neue Hochs zu ziehen, durchaus funktionieren.

Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 14.08.2026, Kurs 30.046,14 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Tagesbasis vom 14.08.2026, Kurs 30.046,14 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Aber wenngleich die Short-Seite bei diesem Chartbild momentan keine Basis hätte: Auch Long-Trades sollte man mit einem gerüttelten Maß an Vorsicht angehen bzw. begleiten, denn über allen strategischen und taktischen Aktivitäten großer Adressen steht das Risiko des Unerwarteten in Bezug auf die Nachrichtenlage.

Hilfreich mag für den Nasdaq 100 sein, dass die Konjunkturdaten der letzten anderthalb Wochen die Hoffnung nähren, dass die US-Notenbank die Finger von der Zinsschraube lässt. Aber was aus dem Weißen Haus kommt, ist immer eine Art „Wundertüte“. Und dort wie hier weiß man erst, was man bekommt, wenn die Tüte auf einmal offen ist, daher: Den Nasdaq 100 ohne konsequente Stop-Loss-Absicherung zu traden, wäre aktuell mehr noch als sonst keine gute Idee.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

20.07.2026
08:17 Uhr

Nasdaq 100: Diamant-Formation nach unten verlassen – es wird eng — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.07.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die vor einigen Wochen an dieser Stelle erwähnte Diamant-Formation im Nasdaq 100 wurde nach unten verlassen. Ein grundsätzlich bärisches Signal, das indes mit einem „Sprungtuch“ versehen ist, welches bislang hält. Allerdings darf jetzt wirklich nichts mehr schiefgehen.

Wenn man sich den Nasdaq 100 auf Monatsbasis ansieht, erkennt man schnell, dass die Bullen jetzt mit dem Rücken zur Wand stehen. Nachdem der April und der Mai, befeuert durch die wilde Hausse des Halbleiter-Sektors, massiv bullisch waren, drohte der Juni ein schwacher Monat zu werden. Es gelang zwar, die Verluste zum Ende des vergangenen Monats aufzuholen. Aber dadurch entstand ein sogenannter „Umbrella Doji“, der in einem fortgeschrittenen Aufwärtstrend nur dann positiv zu werten ist, wenn der Kurs danach umgehend weiter anzieht. Und genau das gelang beim Nasdaq 100 eben nicht.

Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Chart auf Monatsbasis vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Unmittelbar mit dem Beginn des zweiten Halbjahres begann bzw. intensivierte sich die Korrektur der zuvor wie Raketen nach oben geschossenen Halbleiter-Aktien. Aber sie waren es eben, die den Nasdaq 100 auf seine neuen Rekorde katapultiert hatten. Deren durch ihre Kursanstiege hohe Gewichtung im Index führte dazu, dass der Abgabedruck sofort mit dem Start des Julis wieder einsetzte. Das Ergebnis:

Würde es bei diesem Kursniveau auch zum Monatsende bleiben, hätte sich beim Nasdaq 100 im Monatschart ein „Evening Star“ („Abendstern“) herausgebildet. Dabei handelt es sich um eine aus einer grünen Kerze, einem Doji und einer roten Kerze bestehende potenzielle Abwärtswende-Formation, die es hier zuletzt in weniger präzise ausgeprägter Form Ende 2021, vor dem Baisse-Jahr 2022, gab. Dass diese Formationen durchaus Gewicht haben, sieht man auch an der jüngsten, in die Gegenrichtung weisenden Variante, dem „Morning Star“: Eine solche Formation wurde zum Grundstein der Nasdaq-100-Hausse nach dem „Zoll-Schock“ im April 2025.

Zwar ist der Juli noch lang; das bullische Lager hätte also noch einiges an Zeit, um dieses kritische Chartbild vom Tisch zu bekommen. Aber eine ideale Ausgangslage hätte man dafür nicht, denn:

Da kommt jetzt diese im Chart auf Tagesbasis blau hervorgehobene Diamant-Formation ins Spiel: Dass die am Freitag sang- und klanglos nach unten verlassen wurde … und das an einem Abrechnungstag an der Terminbörse, der in den meisten Fällen dem bullischen Lager Vorteile bringt … ist ein kritisches Zeichen. Aber da wäre ja noch dieses eingangs erwähnte „Sprungtuch“:

Nasdaq 100 Index: Chart vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100 Index: Tages-Chart vom 17.07.2026, Kurs 28.592,66 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Der Nasdaq 100 steht zwar kurz davor, ein Doppeltopp zu vollenden, was in Kombination mit dem „Evening Star“ auf Monatsbasis zu einem massiven Tritt in die Kniekehlen der Bullen werden könnte. Aber noch ist die Formation eben nicht vollendet. Die Linie, auf die es da ankommt, geht auf das Tagestief des 9. Juni bei 28.197 Punkten zurück. Und eben diese Chartmarke wurde am Freitag bis auf kaum mehr als 0,1 Prozent angelaufen – und hielt. Der Haken dabei:

Sie hielt, aber nicht mehr. Ein Versuch, sich bald nach dem Handelsstart deutlicher von dieser Supportlinie abzusetzen, traf in der zweiten Tageshälfte auf Abgaben, sodass von einem glaubwürdigen Aufbäumen der Bullen keine Rede sein kann.

Das müsste sehr zeitnah nachgeholt werden, denn mit einem Bein über dem Abgrund lebt es sich auf Dauer nicht gut. Der Schlüssel dabei wird sein, was mit den derzeit unter immensen Schwankungen korrigierenden Halbleiter-Aktien, den bisherigen Hausse-Zugpferden, passieren wird. Fallen sie weiter, müssten Aktien aus anderen Branchen in die Bresche springen. Nur wenn die Bullen bei den Chipwerten zurückkommen und sich auch durchsetzen können, würde der Gesamtindex auch dann noch die Kurve kriegen können, wenn die zuletzt nicht mitgelaufenen Aktien weiter im Hintergrund bleiben sollten. Das wird das Thema dieser neuen Börsenwoche werden … achten Sie da mit Argusaugen auf diese Linie bei 28.197 Punkten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

01.07.2026
08:09 Uhr

Nasdaq 100: Das könnte eine Diamant-Formation werden — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.06.2026 um 23:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Für viele Aktienindizes war der Juni nicht gerade ein guter Monat. Doch beim Nasdaq 100 gelang es, ein zeitweise deutliches Minus zum Monatsende aufzuholen und das zweite Quartal damit mit perfekten Kursgewinnen zu beenden. Trotzdem könnte hier Ungemach drohen.

Die herausragend positive Bilanz des ersten Halbjahres basierte für den Nasdaq 100 allein auf dem zweiten Quartal. Das erste Vierteljahr tat sich wenig … bis auf einmal pünktlich zum neuen Quartal „entdeckt“ wurde, dass die Chiphersteller doch immens vom KI-Boom profitieren würden und man da eher gestern als morgen dringend zugreifen müsse. Immer, wenn so etwas passiert, sollte man den Level der eigenen Vorsicht umgehend eine Stufe höher ansiedeln.

Nasdaq 100: Monatschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Monatschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Vor allem dann, wenn es nicht um eine Hausse geht, die den Gesamtmarkt bzw. die Gesamtwirtschaft betrifft, sondern nur einen speziellen Bereich des Ganzen. Und wenn es so exzessiv zugeht, dass einem die Parallelen zur Endphase der Internetblase vor über 25 Jahren förmlich ins Gesicht springen. Und noch einmal mehr, wenn die Zugpferde der Hausse beginnen, erratisch zu schwanken, so, wie wir das jetzt sehen.

Dass der Juni drohte, zu einem auffallend schwachen Monat zu werden, basierte auf bislang zwei scharfen Verkaufswellen im Bereich eben dieser Halbleiter-Aktien sowie den Aktien der Zulieferer der Branche. Dass es gelang, den Juni in Bezug auf seine Performance zu retten und damit das zweite Quartal mit einer werbewirksam starken Performance zu beenden, lag vor allem daran, dass die Käufer in den Chipwerten nach jedem Rücksetzer nur umso entschlossener zurückkamen. Das kritische Element dabei ist:

Expertenmeinung: Derart starke Schwankungen und das auffällige Fehlen von Vorsicht trotz erster, massiver Rückschläge sind, wie auch damals vor dem Platzen der Internetblase im März 2000, ein starker Hinweis auf eine immer weiter zunehmende Risikobereitschaft bei zugleich immer dramatischer ansteigenden Bewertungen und Prognosen, deren tatsächliches Eintreten niemand seriös unterschreiben könnte. Diese Kombination bedeutet eine erhebliche Zunahme des Abwärtsrisikos, insbesondere von Rückschlägen der plötzlichen Art.

Doch noch zeigt das Chartbild ja keine Schwäche, könnte man meinen. Das Aufholen der Verluste des Junis wirkt bullisch. Und es gelang, den Nasdaq 100 zur Wochenwende noch oberhalb der entscheidenden Supportzone 28.197/28.628 Punkte nach oben zu drehen. Das bisherige Verlaufshoch bei 30.762 Zählern ist bereits in Reichweite, warum also „unnötig vorsichtig“ sein?

Weil das Gesamtbild, das der Nasdaq 100 seit Anfang Mai abliefert, die Struktur einer „Diamant-Formation“ hat. Diese Formationen treten eher selten auf, haben aber, ähnlich wie die „Trompeten-Formationen“, das Potenzial eines sehr starken Ausbruchs aus der Formationszone und sind nicht immer, aber doch meistens, Basis einer Trendwende.

Nasdaq 100: Tageschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nasdaq 100: Tageschart vom 30.06.2026, Kurs 30.276,35 Punkte, Kürzel: NDX | Quelle: TWS

Diese „Diamanten“ zeichnen sich durch zunächst auseinanderlaufende Wendepunkte aus, die dann aber, in der Regel nach einer ersten, scharfen Korrektur, ihren Abstand zueinander verringern. Man interpretiert das als eine Zunahme hektischer, hoch spekulativer Trading-Operationen, die so intensiv werden, dass sie größere Impulse verhindern und sich der Kurs in einem immer engeren Bereich wiederfindet, in dem kurzfristige Käufe und Verkäufe den „Kesseldruck“ erhöhen. Nach einer Hausse wie dieser würde man eher annehmen, dass der eher über kurz als über lang fällige Ausbruch aus der Formation nach unten erfolgt. Aber ist das auch sicher?

Das ist es keineswegs. Sollte die Rallye zum Halbjahresende heute und in den kommenden Tagen einen Zustrom frischen Anleger-Kapitals auslösen, kann der Nasdaq 100 nach oben ausbrechen, das bisherige Hoch überwinden und die wilde Hatz der Spekulanten dadurch erst einmal verlängern.

Sich aber einfach darauf zu verlassen, dass sich die Sache nach oben auflöst, wäre im Angesicht eines solchen Chartbilds leichtsinnig. Zwar würde der Nasdaq 100 erst ein bärisches Signal generieren, wenn er über einen Ausbruch aus dem Diamanten nach unten auch die vorgenannte Unterstützungszone 28.197/28.628 Punkte durchbrechen würde. Aber diese jetzt nicht mehr aus den Augen zu lassen, wäre in einem derart heiß gelaufenen Markt dringend zu empfehlen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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