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Dow Jones Prognose Dow Jones: Jetzt müssten die Bullen die Flucht nach vorne antreten

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

In diesem Artikel
Dow Jones
ISIN: US2605661048
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Ticker: INDU -,-- %
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Gültigkeit der Analyse
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Erwartung: Neutral
Zum Dow Jones

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Der Dow Jones hatte am Donnerstag an zwei wichtigen charttechnischen Unterstützungen nach oben gedreht und sie damit zunächst verteidigt. Aber mit reinem Halten kommt man nicht aus der Gefahrenzone, da muss zeitnah mehr kommen. Auf welche Marken kommt es an?

Der Ölpreis bleibt hoch, eine Lösung dieser Problematik ist aktuell nicht in Sicht. Zugleich haben die Renditen am US-Anleihemarkt Levels erreicht, die man seit 2007, bei einigen Laufzeiten sogar noch länger, nicht mehr gesehen hat. Was zwei Dinge andeutet: Staat und Unternehmen brauchen immer mehr Geld, zugleich lässt die Bereitschaft, Kapital in solche Anleihen zu investieren, nach.

Das ist eine Gesamtsituation, die man, nicht zuletzt mit Blick auf die morgen in vier Wochen anstehenden Zwischenwahlen, mit Fug und Recht als schwierig bezeichnen kann. Und es ist ein Umfeld, in dem die Anleger am Aktienmarkt aufgrund der Nachrichtenlage tendenziell wachsamer werden. Charttechnisch bärische Signale will man da im Lager der Bullen natürlich vermeiden. Nur liegt zwischen „Wollen“ und „Können“ die Bereitschaft, mit eigenem Kapital aktiv mitzuwirken, wenn es darum geht, einen im Fokus stehenden Index wie das US-Index-Flaggschiff Dow Jones an wichtigen Supportmarken nach oben zu drehen und daraus einen neuen Aufwärtsimpuls zu machen. Einen, der hinreichend dynamisch ist, um die Bedenken in Bezug auf die Gesamtsituation wieder in den Hintergrund zu drängen. Und bislang scheint diese Bereitschaft überschaubar zu sein.

Den aktuellen Kurs und Chart des Dow Jones sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der erste Schritt, das Verteidigen von Schlüssel-Supportmarken, ist jetzt zwar getan. Der zweite, sich von diesen Marken zu lösen, aber noch nicht. Und da tickt für die Bullen die Uhr, denn je länger der Index nicht überzeugend nach oben davonzieht, desto mehr Akteure werden sich fragen, ob es wirklich eine gute Idee wäre, hier mit eigenem Geld „anzuschieben“ … oder ob es nicht im Gegenteil in Kürze heißen könnte: „Wer als Erster verkauft, bekommt noch gute Kurse“. Es geht mit Blick auf den Chart des Dow Jones aktuell nämlich nicht nur darum, die Bullen neu zu motivieren, sondern auch darum, die Short-Seller fernzuhalten.

Denn die beiden Supportlinien, an denen es am Donnerstag gelang, das seit Anfang August laufende Abbröckeln des Index erst einmal zu stoppen, stechen im Chartbild nicht nur besonders heraus. Unter ihnen wäre zugleich einiges an neuem charttechnischem Abwärtspotenzial gegeben.

Es geht um das Februar-Hoch bei 50.513 Punkten und die nur knapp darunter, bei aktuell 50.367 Punkten, verlaufende 200-Tage-Linie. Darunter würde, das sehen Sie im Chart auf Wochenbasis, erst wieder bei 45.057 Punkten eine markante Supportmarke warten, das wäre das März-Tief dieses Jahres. Dass dieses Kursziel im Fall des Bruchs dieser Kreuzunterstützung wirklich erreicht würde, ist zwar keineswegs sicher. Aber das derzeitige Umfeld wäre grundsätzlich durchaus eines, das zum Ziehen so mancher Reißleine führen könnte, sollte dieser aktuell gehaltene Bereich doch noch fallen.

Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Und das, was der Dow Jones am Donnerstag vom Tagestief aufholte und am Freitag an Boden gutmachte, ist noch deutlich zu wenig, um erwarten zu können, dass die Kuh aus Sicht der Bullen jetzt schon vom Eis wäre. Die 20-Tage- ebenso wie die 50-Tage-Linie sowie die Anfang August entstandene Abwärtstrendlinie müssten bezwungen sein, um das behaupten zu können. Dafür müsste der Index momentan (die Linien fallen langsam) über 52.740 Punkten schließen. Das bärische Lager hätte also den deutlich kürzeren Weg, um zu punkten … die Käuferseite ist jetzt gefordert.

Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 02.10.2026, Kurs 51.176,96 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.10.2026 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der Dow Jones Aktie

04.09.2026
08:26 Uhr

Dow Jones: Die Bullen versuchen eine „Wahlkampf-Rallye“ — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.09.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der US-Präsident startet in die Wahlkampfphase zu den am 3. November anstehenden US-Zwischenwahlen. Er ebenso wie sein Vize fielen bereits in den letzten Tagen mit optimistischen Aussagen auf. Die Bullen werden versuchen, das u. a. beim Dow Jones für sich zu nutzen.

Der Ölpreis ist gestiegen, die Renditen der US-Staatsanleihen haben deutlich zugelegt, die US-Notenbank tendiert immer mehr zu einer Leitzinserhöhung, der US-Arbeitsmarkt wirkt wacklig und Probleme bleiben ungelöst. Die US-Verbraucher zeigen sich mehrheitlich unzufrieden mit der derzeitigen Regierung, die deshalb nicht zu Unrecht fürchten muss, bei den in zwei Monaten anstehenden Zwischenwahlen die Mehrheit in einer oder sogar in beiden Kammern des US-Kongresses zu verlieren. Was man natürlich vermeiden will.

Das Problem ist, dass das mit Taten kaum zu bewerkstelligen ist. In Sachen Iran sitzt man in einer selbst gegrabenen Grube, die Zölle haben die USA nicht reich gemacht und die Verschuldung läuft immer mehr aus dem Ruder. Außerdem haben die US-Bürger die von Donald Trump versprochene „Zoll-Dividende“ nie gesehen.

Da ist kurzfristig nicht zu schaffen, was seit Januar 2025 nicht geschafft wurde. Also verlegt man sich auf markige Sprüche. Aus dem Weißen Haus ist zu hören, dass wieder viele Schiffe durch die Straße von Hormus laufen (nachts, weshalb die offiziellen Schifffahrtsdaten sie nicht erfassen), der Benzinpreis in Kürze wieder deutlich fallen wird, die Nahrungsmittelpreise ebenso. Trumps Vize Vance sprach sich am Donnerstag für Zinssenkungen der US-Notenbank aus, Trumps Finanzminister Bessent versucht, am Anleihemarkt einzugreifen und die Renditen der langlaufenden US-Bonds durch verstärkte Käufe zu drücken. Man versucht mit aller Macht, das Gesamtbild rechtzeitig zur Wahl so weit aufzupolieren, dass eine Niederlage abgewendet wird.

Solche Phasen sind nicht selten günstige Phasen für den Aktienmarkt gewesen. Warum, wenn man nicht erwarten kann, dass große Sprüche flaue Fakten wirklich ändern werden?

Expertenmeinung: Letztlich baut man da auf einen rein psychologischen Effekt: Trader mögen nicht daran glauben, dass Wahlkampfsprüche wirklich die Lage verbessern, setzen aber darauf, dass genug andere das glauben, um einen Index wie den Dow Jones im Vorfeld der Wahl ins Laufen zu bekommen. Dadurch könnten zwar wenige glauben, was ihnen versprochen wird, aber viele trotzdem kaufen. Was indes nur funktionieren kann, wenn der Zug bereits anrollt, auf den andere dann aufspringen sollen. Und es scheint, dass genau das gerade versucht wird.

Wir sehen im Chart, dass das US-Index-Flaggschiff am Dienstag an die 50-Tage-Linie gerutscht war, die zusammen mit der 20-Tage-Linie seit Monaten den Leitstrahl der Aufwärtsbewegung darstellt. Diese Linie wurde am Mittwoch dann zwar einigermaßen verteidigt, aber das ist bei Weitem zu wenig, um als Einladung zur Wahlkampf-Rallye zu dienen. Da musste also umgehend etwas vorangehen … und das wurde am Donnerstag angegangen.

Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Bereits vor Beginn des regulären Handels wurden die Futures „angeschoben“, eine zweite Kaufwelle folgte ca. 90 Minuten nach Handelsstart. Dadurch gelang es, den Index wieder knapp über diese „Schiene“ aus 50-Tage- und 20-Tage-Linie zu tragen. Aber eben nur knapp. Um die Chance deutlich zu verbessern, dass es bis zur Wahl tendenziell aufwärts geht, ist das noch zu wenig. Zumal dieses Plus des Donnerstags zwar mit dem Rückenwind der Aussagen von Trump und Vance, aber ohne Geleitschutz von Ölpreis und US-Anleihe-Renditen zustande kam. Jetzt müssen Anschlusskäufe folgen, idealerweise ein baldiger Ausbruch über das bisherige Verlaufshoch bei 54.744 Punkten.

Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 03.09.2026, Kurs 53.686,11 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Das kann klappen, aber es muss nicht. Achten Sie daher weiterhin auf diese beiden derzeit entscheidenden gleitenden Durchschnitte der letzten 50 und 20 Handelstage bei aktuell 52.935 und 53.490 Punkten: Diese Zone darf nicht fallen, sonst könnte die Wahlkampf-Rallye ganz schnell zum Rohrkrepierer werden.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.08.2026
08:21 Uhr

Dow Jones: Der Wochenchart suggeriert Handlungsbedarf — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.08.2026 um 22:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Neue Rekorde trotz schwierigem Umfeld: Der Dow Jones scheint nicht zu stoppen zu sein. Doch irgendwann endet jeder Aufwärtsimpuls. Und beim Blick auf das mittelfristige Chartbild wird deutlich: Die Käufer sollten sich ranhalten, damit aus „irgendwann“ nicht „jetzt“ wird.

Dass mal acht Handelstage lang die Käufer in der Unterzahl sind und der Index deshalb konsolidiert, ist beim Dow Jones nichts Ungewöhnliches, vor allem nicht, wenn zuvor neue Rekorde markiert wurden. Im Gegensatz zum deutlich volatileren Nasdaq 100 ist das US-Index-Flaggschiff meist gemächlicher unterwegs, nach dem Prinzip „zwei Schritte vorwärts und dann erst einmal einen zurück.“ Außerdem ist aus charttechnischer Sicht noch nicht das Geringste angebrannt, wie man im Chartbild auf Tagesbasis sehen kann:

Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Tagesbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Solange der Dow nicht nennenswert unter das vorherige Hoch vom 7. Juli bei 53.289 Punkten fällt, bleibt er selbst auf kurzfristiger Ebene bullisch. Die Käufer sollten zwar langsam wieder aktiver werden, damit das nicht passiert, immerhin ist der Index am Montag schon ziemlich nahe an diesen Support herangelaufen. Aber selbst, wenn er das Juli-Hoch unterbieten sollte:

Solange er nicht auch noch unter die 20-Tage- und die 50-Tage-Linie sowie die unter diesen Linien wartende Unterstützungszone 51.302 zu 51.660 Punkte rutscht, würde das bärische Lager wohl kaum in größerem Umfang aktiv, es sei denn, es würden sich neue Argumente dafür ergeben. Was man aber besser nicht einfach ausschließen sollte.

Expertenmeinung: Denn der Ölpreis kommt nicht nach unten. Womit einige aber gerechnet haben dürften, denn immerhin hatte Donald Trump vor nunmehr gut zwei Wochen verkündet, die Wiederbelebung der Rahmenvereinbarung für Verhandlungen zu einer endgültigen Einigung mit dem Iran stünde kurz bevor. Und auch die vordergründige Freude, dass schwache Arbeitsmarktdaten die US-Notenbank vielleicht von einer Zinserhöhung abhalten könnten, hat zwei Seiten. Und eigentlich wiegt Druck auf den Arbeitsmarkt für die Gesamtwirtschaft schwerer als ein Viertelpunkt höhere Leitzinsen.

Neue Argumente seitens der Bilanzen kommen auch nicht mehr, die „Saison“ ist durch, die Ausblicke angepasst, die Reaktionen erfolgt. Da wird dann mehr auf die Charts geschaut. Und da findet sich etwas, das zur Vorsicht mahnt … und zwar im Chart auf Wochenbasis.

Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Chart auf Wochenbasis vom 17.08.2026, Kurs 53.459,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Denn wenn man sich den mal seit dem Corona-Crash-Tief im März 2020 ansieht, stellt man fest, dass sich da ein Aufwärtstrendkanal konstruieren lässt, an dessen oberer Begrenzung der Dow Jones in der vorvergangenen Woche gestoppt wurde. Kurz kam er innerhalb der Woche über die Linie, am Ende schloss er aber darunter und damit wieder innerhalb des Trendkanals. Und er machte letzte Woche keine Anstalten, einen zweiten Versuch zu starten.

Man kann und darf einwenden, dass diese obere Begrenzungslinie bislang nur durch einen Punkt definiert ist, d. h. noch nicht bestätigt wurde. Außerdem ist es nie zwingend, dass solche Linien einen Trendimpuls dauerhaft aufhalten, ein „Overshooting“ wäre immer drin, aber:

Konsolidierungsphasen, wie wir sie gerade sehen, sind trotzdem ziemlich sensible Momente. Die Anleger sehen das neue Hoch langsam schwinden … und sollten genug Marktteilnehmer einen Blick auf das mittel-/langfristige Bild auf Wochenbasis werfen, kann es durchaus sein, dass diejenigen, die es bräuchte, um von dieser jetzt nahen Supportlinie aus das Ruder herumzureißen, ein bisschen zu sehr zögern und manch einer doch noch ein paar Positionen zu viel reduziert, um den Aufwärtsschwenk zu schaffen. Und bleibt der aus, kann auch der die Kauffreude bremsende Zweifel zurückkehren, der bei den meisten nur im Hintergrund läuft, solange das Aufwärts-Momentum „passt“.

Fazit: Der Dow Jones wäre jetzt in einer Position, in der er erneut durchstarten könnte. Das Umfeld und dieses Erreichen der oberen Begrenzungslinie des 2020er-Trendkanals machen das aber unsicher genug, um diesen altehrwürdigen Index, der immense Ausstrahlungskraft auf den Aktienmarkt in seiner Gesamtheit hat, engmaschig im Auge zu behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.06.2026
08:20 Uhr

Dow Jones: Gerettet? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.06.2026 um 23:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bis Mitte vergangener Woche sah es so aus, als würde sich der alte Spruch „Sell in May and go away“ bewahrheiten. Aber dann gelang den Bullen am Donnerstag ein wichtiger Konter … jetzt scheint es, als sei der Aufwärtstrend des Dow Jones gerettet, aber: Bleibt das auch so?

Rein von der Charttechnik her war dieser kräftige Kursanstieg mit den Anschlusskäufen zum Wochenschluss immens wichtig. Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass das US-Index-Flaggschiff zum Mittwochs-Closing nicht nur unter das vormalige Rekordhoch vom Februar bei 50.513 Punkten gerutscht war, sondern auch noch leicht unterhalb der „magischen“ Marke von 50.000 Punkten schloss.

Dow Jones: Tageschart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tageschart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Es hätte viele Akteure erheblich nervös machen können, wenn es dabei geblieben wäre. Und von „nervös werden“ bis zum Ausstieg ist es meist kein weiter Weg. Daher kam die Kaufwelle am Donnerstag zum genau richtigen Moment. Dadurch lief der Dow Jones umgehend wieder über 50.000 Punkte und das Februar-Hoch und hat sich dem bisherigen Verlaufshoch, das am 5. Juni bei 51.660 Punkten markiert wurde, schon so angenähert, dass ein fester Tag reichen würde, um das Risiko einer Abwärtswende zumindest aus charttechnischer Sicht erst einmal vom Tisch zu bekommen. Das Problem ist:

Derzeit kann etwas charttechnisch noch so solide zementiert wirken, sicher ist trotzdem nichts, dazu spielt die Nachrichtenlage eine zu große Rolle. Und die ist dieser Tage ebenso bedeutsam wie unberechenbar.

Expertenmeinung: Diese Analyse wurde am späten Samstagabend beendet. Da war der Stand der Nachrichten wie folgt: Mr. Trump verkündete, dass ein Abkommen mit dem Iran am Sonntag unterzeichnet würde. Der Iran dementierte das. Aber selbst, wenn man zum Zeitpunkt dieses Artikels wüsste, ob dieses Abkommen denn nun wirklich zum Start in die Handelswoche unterschrieben wurde: Wäre man dann wirklich so viel schlauer, dass die kommenden Tage und Wochen für den Aktienmarkt im Allgemeinen und den Dow Jones im Besonderen berechenbar würden?

Das wäre man nicht. Dass ein solches Abkommen kommen muss, weiß man. Aber es wäre ja nur die Vereinbarung darüber, worüber man in den kommenden Wochen und Monaten verhandeln will. Was heißt, dass die Sache jederzeit wieder hochkochen kann und die Fortschritte auf Null gesetzt werden könnten. Unberechenbar wäre all das, was sich im Nahen Osten abspielt und den Ölpreis beeinflusst, also weiterhin. Das Problem der Bullen ist dabei:

Seit Ende März, als man sich entschieden hatte, das Prinzip Hoffnung gelten zu lassen und die vorherige Korrektur in eine Aufwärtsbewegung drehte, hat der Dow Jones nicht nur den Level vor der Attacke auf den Iran erreicht, sondern auch noch das vorherige Rekordhoch überboten. Man ist hier also, mit Blick auf einen immer noch höheren Ölpreis, eine höhere Inflation und wacklige Konjunkturdaten, in „Vorleistung“ gegangen. Und das hieße: Da muss jetzt seitens des Weißen Hauses wirklich zeitnah etwas kommen, das solide genug daherkommt, um den Marktteilnehmer den Eindruck zu vermitteln, dass dieser Vorgriff des Index auch gerechtfertigt wnar … und bleibt. Denn jetzt gilt eben: Der Dow Jones ist bullisch, die Rahmenbedingungen sind es nicht. Fazit:

Dow Jones: Wochenchart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochenchart vom 12.06.2026, Kurs 51.202,26 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Für den Moment mag der Dow Jones aus Sicht der Bullen gerettet sein, aber das muss nicht von Dauer sein. Es kommt darauf an, wie es im Nahen Osten weitergeht … und in den kommenden vier bis sechs Wochen werden dann auch noch die Halbjahresergebnisse nebst aktualisierten Ausblicken der Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Solange der Trend aufwärts weist, muss man über die Short-Seite erst einmal nicht nachdenken. Sollte das Vorwochentief bei 49.909 Punkten auf Schlusskursbasis doch noch fallen, wäre das jedoch ein Signal dafür, dass für das bullische Lager etwas erheblich schiefzugehen beginnt. Achten Sie auf diese Marke!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

08.06.2026
08:11 Uhr

Dow Jones: Könnte es jetzt zum Favoritenwechsel kommen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.06.2026 um 23:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Minus 1,35 Prozent zum Wochenschluss, das war für den eher gemächlich laufenden Dow Jones nicht gerade wenig. Aber im Vergleich zu den drastischen minus 4,77 Prozent, mit denen der Nasdaq 100 den Freitag beendete, war das fast harmlos … könnte diese Differenz wegweisend sein?

Grundsätzlich ja. Denn dass der Dow Jones der vorletzte der wichtigen US-Indizes war (der NYSE Composite scheiterte am Freitag beim Versuch, neue Rekordhochs zu markieren), der die vorherigen Hochs überwinden konnte, hatte einen Grund, der keinem Anleger verborgen geblieben war: Die Halbleiterbranche, die zuletzt außer Rand und Band nach oben gezogen wurde, ist hier schwach vertreten. Intel hatte den Dow Jones verlassen müssen, es blieben nur wenige mit der Halbleiter-Thematik verbundene Tech-Titel wie Nvidia und Cisco. Und die Breite an „klassischen“ Branchen, die den Dow Jones als Querschnitt der US-Wirtschaft herausheben, war in den vergangenen Wochen eben nicht gefragt.

Aber jetzt sind im Nasdaq 100 die Sterne vom Himmel gefallen. Die großen Zugpferde der vergangenen Wochen wiesen am Freitag teils sogar Verluste über zehn Prozent aus. Der Gedanke, dass Geld aus den überhitzten Chip-Werten abfließt und ein Teil davon in die zuletzt geschmähten Aktien der – um den Begriff aus der Zeit der Internet-Blase zu verwenden – „Old Economy“ fließen könnte, drängt sich da durchaus auf. Könnte es so kommen … und dies dann dazu führen, dass es nicht mehr der Nasdaq 100 ist, den die Bullen hofieren, sondern der Dow Jones?

Expertenmeinung: Das wäre zumindest denkbar, nicht zuletzt, weil genau solche „Wechseltendenzen“ am Freitag bereits zu beobachten waren, auch innerhalb des Dow Jones-Index. Denn unter den größten fünf Verlierern des Tages fanden sich mit Nvidia, IBM und Cisco typische Vertreter des „Tech-Sektors“. Und auch, wenn man das angesichts des ja keineswegs kleinen Minus des Index nicht erwarten würde:

Dow Jones: Tages-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Selbst der fünftplatzierte unter den Gewinnern des Tages legte zwei Prozent zu! Und die Liste dieser fünf stärksten Gewinner spricht für sich: Procter & Gamble, Coca-Cola, Travelers, McDonald’s und Johnson & Johnson. Alles Aktien aus klassischen, konservativen Branchen also. Und die Pluszeichen von zwei bis zu vier Prozent vor den Tages-Veränderungen zeigten: Diese Aktien hielten sich nicht einfach gut, weil da keiner Verkaufsdruck aufbaute, sie wurden aktiv gekauft.

Diese Schere, die sich in den vergangenen Wochen und sogar Monaten aufgebaut hat, indem diese „Old Economy“ auf dem Wühltisch der Trader liegen blieb und die Bewertungen dadurch moderat blieben und sogar sanken und Technologietitel durch ihre Hausse extrem teuer wurden, könnte sich also schließen, aber:

Ein einziger Tag macht da noch keinen Trend. Vor allem ist weiter offen, ob die seit Monaten schwer gebeutelten Software-Titel ebenfalls eine Aufwärtswende schaffen – was den Dow Jones noch zusätzlich stützen könnte. Man muss beobachten, wie sich die kommenden ein, zwei Wochen darstellen. Aber solange der Dow Jones die wichtige Unterstützungszone aus der 20-Tage-Linie und dem vormaligen Rekordhoch vom Februar im Bereich 50.400/50.500 Punkte einigermaßen hält, wäre die Chance, dass sich der Dow Jones zum „sicheren Hafen“ verunsicherter Trader mausert, zumindest vorhanden!

Dow Jones: Wochen-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 05.06.2026, Kurs 50.866,78 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

26.05.2026
08:38 Uhr

Dow Jones: Ist das jetzt der Befreiungsschlag oder nicht? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.05.2026 um 21:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der S&P 500 tat es, der Nasdaq 100 tat es, sogar der Russell 2000 tat es: Alle diese Indizes erreichten seit Beginn der Kaufwelle Anfang April neue Hochs. Nur das Index-Flaggschiff Dow Jones nicht. Jetzt hat der Dow nachgezogen … aber kann man diesem Braten trauen?

Eigentlich sollte die Choreographie für die Bullen funktionieren. Am vergangenen Donnerstag hatte sich der Dow Jones Index in Startposition für einen Ausbruchsversuch gebracht. Am Freitag überbot er dann das bisherige Verlaufshoch, das am 10. Februar bei 50.513 Punkten markiert wurde. Vor einem langen Wochenende (gestern war wegen „Memorial Day“ geschlossen) … das war ein psychologisch idealer Zeitpunkt. Und dann kam ja am Samstag die Kunde von Mr. Trump, eine Einigung mit dem Iran sei gelungen, es müssten nur noch ein paar Details konkretisiert werden, die werde man dann in Kürze nachreichen.

Dow Jones: Tages-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Tages-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Das führte dazu, dass der Ölpreis, der Dreh- und Angelpunkt der Befindlichkeit der US-Konsumenten, deutlich zurückkam. Zwar nicht unter das Zwischentief vom 17. April, als schon einmal ein unmittelbar bevorstehendes Ende des Konflikts verkündet wurde, aber immerhin. Und so lagen die außerbörslichen Kurse für den Dow Jones am Montagabend gegen 20 Uhr bei etwas über 51.000 Punkten, was hieße:

Aus einem bis dahin auf Schlusskursbasis reichlich knappen Ausbruch über das vorherige Hoch könnte ein signifikanter Ausbruch werden, der zudem auch noch durch das Argument eines Endes des Iran-Kriegs unterfüttert wäre. So weit das Szenario, das für die Bullen ideal wäre. Doch die Sache hat Haken:

Expertenmeinung: Erstens hatte der US-Präsident seine eigene Aussage vom Samstag gleich am Sonntag relativiert, als er erklärte, er habe seine Verhandler angewiesen, nicht zu schnell vorzupreschen, weil eine solche Vereinbarung nicht mal eben schnell binnen 72 Stunden sauber hinzubekommen sei. Da kommt dann wieder der Dauer-Spruch auf, den man aus der US-Regierung hört, wenn etwas nicht vorangeht: Es muss nicht schnell gehen, wichtig ist nur, dass es gut wird. Schön. Nur könnte sich den Anlegern dadurch eine Frage stellen, die sich zwar in diesen außerbörslichen Taxen des Montagabends nicht niedergeschlagen hat, es aber im regulären Handel heute tun könnte:

Was, wenn sich herausstellt, dass die von Mr. Trump verkündete, prinzipiell gelungene Einigung noch keineswegs so weit ist wie behauptet? Was, wenn sie zwar kurzfristig vollzogen wird, aber einen für die USA weniger vorteilhaften als erhofften „Deal“ bedeuten würde? Und was, wenn sich zu viele die Frage stellen, was denn jetzt besser für die US-Wirtschaft sein soll als vor dem Angriff Ende Februar? Denn würde man zu dem Schluss kommen, dass die Antwort „gar nichts“ lauten müsste, darf man sich auch fragen, was der US-Aktienmarkt, der Dow ebenso wie die anderen Indizes, dann auf einem deutlich höheren Niveau wie zuvor verloren hätte.

Damit steht die Sache für die Bullen aus aktueller Sicht nicht auf soliden Füßen, sondern balanciert auf einem Bein … aber:

Dieses eine Bein hat immerhin dazu geführt, dass die anderen wichtigen US-Indizes längst neue Hochs erreicht hatten: zum einen der KI-Hype an sich, zum anderen sein Ableger in Form der noch einiges drastischeren Kaufwelle bei den Halbleiter-Aktien. Wiederum aber:

Diese Kaufwelle hat bereits Züge erreicht, die andeuten, dass das Ende dieser Fahnenstange jederzeit kommen und die Sache in eine überaus scharfe Korrektur einmünden kann. Nur könnte niemand vorhersagen, wann genau das passieren würde. Also?

Sollte der Dow Jones heute weiter ordentlich Boden gutmachen, wäre der Ausbruch zumindest charttechnisch einwandfrei. Zugleich hätten die markttechnischen Indikatoren noch Luft, bevor sie heiß laufen. Und manch einer dürfte nach oben blicken und feststellen: Im Anfang 2020 etablierten Aufwärtstrendkanal hätte der Index derzeit Luft bis 53.500 Punkte, bevor die obere Begrenzung erreicht würde (siehe der Chart auf Wochenbasis).

Dow Jones: Wochen-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Dow Jones: Wochen-Chart vom 22.05.2026, Kurs 50.596,49 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Ob es so läuft, wird davon abhängen, ob das Thema Iran wirklich in den kommenden Tagen vom Tisch kommt, ob die Halbleiter-Hausse weitergeht oder, wenn nicht, andere, zuletzt auch und gerade wegen der hohen Ölpreise gedrückte Branchen im Fall eines „Deals“ mit dem Iran die Hausse übernehmen. Nichts davon ist sicher, nichts davon ist auszuschließen.

Fazit: Einfach blind zu unterstellen, dass die Sache nicht als Bullenfalle endet, wäre fatal leichtsinnig. Dagegenzuhalten, sprich davon auszugehen, dass der Ausbruch schiefgeht, aber ebenfalls. Die Sache mit Vorsicht anzugehen, bestehende Positionen jetzt enger abzusichern, indem man seine Stop Loss nachzieht und Zukäufe vom Kursverhalten der kommenden Tage abhängig zu machen, dürfte der vernünftigste Weg sein, mit diesem bislang nur „halbgaren“ Befreiungsschlag umzugehen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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