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Brent Crude Oil: Achtung, jetzt wird’s hier spannend!

von Ronald Gehrt
16.12.2025 | 08:24 Uhr

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Der Kurs von Brent Crude Oil rutschte am Montagabend aus einer großen, charttechnischen Dreiecksformation nach unten hinaus. Noch aber stünde eine markante Unterstützung vor einem mittelfristig relevanten, bärischen Signal. Auf dieser Linie werden jetzt alle Augen ruhen.

Der Chart zeigt, worum es geht: Nachdem Brent Crude Oil (oder zu Deutsch Rohöl der Sorte Brent, für Europa die wichtigste Ölsorte) seit Ende Oktober ein ums andere Mal an den drei wichtigsten gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage) nach unten abgewiesen wurde, hat sich der Kurs nach unten in Marsch gesetzt und am Montagabend eine auf das Jahrestief vom April und das Jahreshoch vom Juni zurückgehende, große Dreiecksformation nach unten verlassen.

Brent Crude Oil: Chart vom 15.12.2025, Kurs 60,27 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 15.12.2025, Kurs 60,27 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Bislang ist dieser Ausbruch aber noch eher verhalten. Erst, wenn das Verlaufstief des Oktobers, das beim aktuell wichtigsten Futures-Liefertermin Februar bei 59,24 US-Dollar pro Barrel liegt, unterboten würde, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei. Aber wäre das denn nicht mit Blick auf die Entwicklung um das Ölförderland Venezuela unrealistisch?

Expertenmeinung: Nicht unbedingt. Venezuela hat zwar gewaltige Ölvorkommen, fördert und exportiert aber wenig, vor allem aufgrund der US-Sanktionen. Würde da zeitweise gar nichts mehr exportiert, könnten andere OPEC-Mitgliedsländer das umgehend ausgleichen. Und es würde damit auch die Erwartung der IEA, der International Energy Agency, dass es 2026 zu einem Überangebot bei Rohöl kommen wird, nicht eliminieren. Hinzu kommt:

China als wichtiger Ölverbraucher lieferte gerade am Montag ernüchternd schwache Konjunkturdaten für den November. Das Wachstum dort steht unter Druck, von dieser Seite her wäre für die Rohöl-Bullen also vorerst auch keine Unterstützung zu erwarten.

Natürlich würde die OPEC+ gerne verhindern wollen, dass die Rohöl-Preise in Richtung der im April im Zuge des „Trump-Zollschocks“ entstandenen Jahrestiefs, bei Brent Crude Oil lag das Tief da bei 53,77 US-Dollar, abrutschen. Aber der Terminmarkt und die Spekulation sind hier der längere Hebel, dort werden die realen Kurse gemacht, nicht an den runden Tischen der OPEC-Länder. Fazit:

Solange die Erwartung eines Überangebots bestehen bleibt und sich die Wachstumsprognosen der großen Industrienationen nicht merklich aufhellen, könnte Brent Crude jederzeit einen „Ausflug“ in tiefere Regionen unternehmen. Die Schlüsselmarke hierzu ist dieses Oktober-Verlaufstief bei 59,24 US-Dollar … und das ist nahe genug, um die kommenden Tage hier spannend zu machen!

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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