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AUMOVIO: Muss man die haben?

von Ronald Gehrt
02.01.2026 | 08:21 Uhr

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Seit dem 22. Dezember ist die AUMOVIO-Aktie im MDAX gelistet. Ein Name ohne Historie, eine Aktie, die erst seit dem 18. September 2025 existiert: Muss man sich eine solche Aktie überhaupt genauer ansehen? Wir meinen: Es kann nicht schaden!

Diese Aktie ist ein Neuling und doch wieder nicht. AUMOVIO ist eine Abspaltung des Continental-Konzerns. Im September gliederte Conti seine Automobiltechnik-Sparte als eigenständiges Unternehmen aus. Continental-Aktionäre erhielten anteilig AUMOVIO-Aktien, d.h. es gab kein sonst für Neuzugänge übliches IPO (Initial Public Offering). Und AUMOVIO kommt somit aus Anleger-Sicht nicht einfach aus dem Nichts.

Es geht hier um einen Automobilzulieferer, der bislang eben eine Säule des Continental-Konzerns war und jetzt als eigenständiges Unternehmen agieren soll. Die Frage, die man sich dabei immer stellen sollte, lautet: warum? Warum sollte dieser Automotive-Bereich besser laufen, wenn er nicht mehr direkt unter dem Dach des bisherigen Konzerns steht?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AUMOVIO Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Letztlich wird die Entwicklung der Automobilkonjunktur bestimmen, ob AUMOVIO in den kommenden Jahren steigende Umsätze und anziehende Gewinnmargen vorweisen kann. Es wäre nicht rational nachvollziehbar, dass Kunden mehr bestellen, nur, weil man jetzt eigenständig firmiert und einen neuen Namen trägt. Daher darf man zumindest mutmaßen, dass diese Abspaltung vor allem zum Ziel hat, dass man ohne die „Mutter“ flexibler und zielgerichteter wirtschaften kann und für die Anleger eine gefühlt höhere Wertigkeit generiert wird. Ob das gelingt, ist indes so bald nach der Abspaltung noch offen.

2026 kann dahingehend aber schon einiges an Fingerzeigen liefern. Und auf die zu achten, könnte sich allemal lohnen, denn es geht hier nicht um irgendeinen Nebenwert, sondern um ein großes Unternehmen, das jetzt auf dem Parkett erschienen ist. AUMOVIO beschäftigte im Herbst um die 87.000 Menschen, erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen 14,05 Milliarden Euro Umsatz und erreichte immerhin eine um Sonderfaktoren bereinigte EBIT-Gewinnmarge von 2,9 Prozent.

AUMOVIO Aktie: Chart vom 30.12.2025, Kurs 42,94 Euro, Kürzel: AMV0 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUMOVIO Aktie: Chart vom 30.12.2025, Kurs 42,94 Euro, Kürzel: AMV0 | Quelle: TWS

Allerdings lag der Auftragseingang in den ersten neun Monaten mit 14,65 Milliarden Euro nur leicht über dem Umsatz, was andeutet, dass ein nennenswertes Wachstum beim Unternehmensgewinn keine ausgemachte Sache ist. Und diejenigen Analysten, die bereits eine Einstufung zu AUMOVIO abgegeben haben, sehen den Kurs im Schnitt bei 47,10 Euro, allzu weit über dem Schlusskurs des Jahres 2025 wäre das nicht. Fazit:

Mit AUMOVIO ist ein hochinteressanter Zulieferer der Automobilindustrie auf dem Kurszettel aufgetaucht, den man im Auge behalten sollte. Sollte der Kurs eine Korrektur zeigen und dabei die sanft ansteigende Aufwärtstrendlinie um 36,50 Euro verteidigen, könnte man die Aktie als risikofreudiger Anleger als einen „Trading Buy“ erwägen. Aber für ein größeres und/oder mittel- und langfristiges Engagement wäre es besser abzuwarten, ob AUMOVIO in den kommenden Quartalen auch mit Umsatz- und Gewinndynamik glänzen kann.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.12.2025 um 20:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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