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Walt Disney Aktie Prognose Walt Disney: Gelingt der Ausbruch aus der ewigen Trading-Range?

News: Aktuelle Analyse der Walt Disney Aktie

von | |

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Walt Disney Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Disney taumelt zwischen Blockbustern und Millionengräbern. Ist die Magie endgültig verloren oder ist gerade der Startschuss für die Rallye gefallen?

Immer wieder dieselben Fehler

Disney hat sich zu einer nicht enden wollenden Hängepartie entwickelt. Das Unternehmen schafft es immer wieder, die aufkeimende Hoffnung zunichtezumachen.
Kaum steigt die Aktie einige Wochen, kommt der nächste Flop and den Kinokassen oder ein weiterer Shitstorm und führt den nächsten Absturz herbei.

Wenn man nicht mal mehr in der Lage ist, einen erfolgreichen Schneewittchen-Film oder Star-Wars-Serien zu produzieren, zerstört man damit das Vertrauen der Anleger. Die Flops sind obendrein äußerst kostspielig, der neue Schneewittchen-Film und The Acolyte hatten jeweils ein Budget von mehr als 200 Millionen Dollar und waren von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Bereits die ersten Trailer haben zu einem regelrechten Aufschrei geführt. Spätestens an diesem Punkt war klar, dass man umlenken muss, wenn die Sache nicht mit einem Fiasko enden soll.

Hier finden Sie eine ausführliche Analyse zum Unternehmen:
Disney am Scheideweg: Magie oder Desaster?

Das Schlimmste daran ist, dass Disney immer wieder dieselben Fehler macht und dass sie so offensichtlich sind.
Es kommt leider immer öfter vor, dass Disney beliebte Geschichten umschreibt und versucht, sie dem vermeintlichen Zeitgeist anzupassen. Oder noch schlimmer: Man politisiert.
Nahezu jeder Film und jede Serie, bei der man das getan hat, ist krachend gescheitert.   

Disney auf dem Prüfstand

Aus Anlegersicht kann man nur hoffen, dass man bei Disney endlich aufwacht und wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Disney steht für magische Geschichten und nicht für Politik und Zeitgeist.

Seit seiner Rückkehr als CEO im November 2022 hat Bob Iger mehrfach betont, dass Disneys Hauptziel Unterhaltung sei und nicht das Verfolgen einer politischen Agenda. Er räumte sogar ein, dass einige kreative Köpfe den Fokus verloren hätten. („Creators lost sight of what their No. 1 objective needed to be. We have to entertain first. It’s not about messages.“)

Bei all der berechtigten Kritik sollte man jedoch nicht vergessen, dass Disney seit dem massiven Einbruch des Geschäfts im Jahr 2020 massive Fortschritte gemacht hat – vor allem, seitdem Bob Iger wieder auf dem Chefposten sitzt.

Im Geschäftsjahr 2022 ist es zu einem Gewinnsprung um 54% auf 3,53 USD je Aktie gekommen. Im Folgejahr konnte man das Ergebnis um 7% auf 3,76 USD steigern und im letzten Geschäftsjahr ging es um weitere 32% auf 4,97 USD je Aktie aufwärts.

Allen Unkenrufen zum Trotz

Der Kurs ist in dieser Zeit zwischen 80 und 120 USD gependelt, nachhaltig aufwärts ging es nicht. Dadurch hat sich die P/E von 35 auf 17,5 halbiert.

Man sollte bei einzelnen Flops nicht vergessen, dass Disney eine gigantische Maschinerie ist und neben dem einen Flop auch etliche andere Filme und Serien auf den Markt bringt, mit denen man Geld verdient.
Hinzu kommen die Parks, Streaming, Merchandise, das Lizenzgeschäft und vieles mehr.

Das haben die jüngsten Quartalszahlen wieder eindrucksvoll gezeigt.
Der Gewinn lag in Q2 mit 1,45 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 1,18 USD. Mit einem Umsatz von 23,6 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 23,1 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 7% und einem Gewinnsprung um 20%. Der freie Cashflow hat sich auf Jahressicht auf 4,89 Mrd. USD mehr als verdoppelt. Inzwischen schlagen die von Iger angestoßenen Kosteneinsparungen durch.

Erwartungen übertroffen, Prognose deutlich erhöht

Die Zahl der Abos (Disney+ und Hulu) konnte im Vergleich zum vorherigen Quartal von 178,2 auf 180,7 Millionen gesteigert werden.
Auf Jahressicht hat sich das operative Ergebnis im Streaming-Segment von 47 auf 336 Mio. USD erheblich verbessert.

Daher hat man die Prognose für das Ergebnis von einem „Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich“ auf +16% erhöht, was einem Ergebnis von 5,75 USD je Aktie entsprechen würde.
Disney kommt demnach auf eine forward P/E von 16.

Da man im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung um 32% auf 3,22 USD je Aktie erzielt hat, ist selbst die neue Prognose noch zurückhaltend. Es könnte auch mehr werden.

Die Prognose für den operativen Cashflow wurde von 15 auf 17 Mrd. USD erhöht. Der freie Cashflow könnte demnach auf 8 – 10 Mrd. USD steigen, was einem forward P/FCF von 16,7 – 20,8 entspricht.
Auf FCF-Basis war Disney seit mehr als einer Dekade nicht mehr so günstig.

Walt Disney Aktie: Chart vom 07.05.2025, Kurs: 92,17 USD - Kürzel: DIS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Walt Disney Aktie: Chart vom 07.05.2025, Kurs: 92,17 USD – Kürzel: DIS | Quelle: TWS

Mit dem Anstieg über 90 USD wurde ein prozyklisches Kaufsignal mit einem möglichen Kursziel bei 100 – 103 USD ausgelöst.
Darüber wäre der Weg in Richtung 110, 115 oder möglicherweise sogar 120 USD frei. Steigt der Kurs nachhaltig über 120 USD, wäre das ein regelrechter Befreiungsschlag.

Fällt die Aktie hingegen unter 90 USD, haben die Bullen ihre Chance erneut vertan.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.