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Scout24 Aktie Prognose Scout24: Qualitätsunternehmen unter Wert?

News: Aktuelle Analyse der Scout24 Aktie

In diesem Artikel
Scout24
ISIN: DE000A12DM80
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Ticker: G24 --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Scout24 Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Das Umfeld am Immobilienmarkt ist schwierig. Die Börse zeigt sich daher verhalten, doch Scout24 hat ein Rekordjahr hinter sich und scheint weiter auf Kurs zu sein.

Die neue Scout24-Story

Scout24 hat sich in den vergangenen Jahren vom breit aufgestellten Kleinanzeigenkonzern zu einem fokussierten Spezialisten für den Immobilienmarkt entwickelt. Der entscheidende Schritt war der Verkauf von AutoScout24 im Jahr 2020.

Seitdem konzentriert sich das Unternehmen vollständig auf den Bereich Immobilien und verfolgt die Strategie, nicht mehr nur Anzeigen zu vermitteln, sondern immer größere Teile der Immobilientransaktion digital abzubilden.

Das Herzstück des Geschäfts ist ImmoScout24, ein digitaler Marktplatz für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und Österreich. Auf der Plattform treffen Eigentümer, Makler, Käufer und Mieter aufeinander. Nutzer können Immobilien suchen, anbieten oder vermarkten.

Scout24 verdient dabei vor allem an gewerblichen Kunden, die für bessere Sichtbarkeit, zusätzliche Funktionen und digitale Werkzeuge bezahlen. Die Einnahmen entstehen über laufende Abonnements, einzelne Anzeigenpakete sowie ergänzende Dienstleistungen rund um die professionelle Vermarktung von Immobilien.

ImmoScout24 als bedeutender Immobilien-Marktplatz

Das Unternehmen entwickelt sich dabei zunehmend von einem reinen Anzeigenportal zu einer umfassenden Plattform für Immobiliengeschäfte. Neben der Vermittlung von Angeboten stellt Scout24 Datenanalysen, Marktinformationen und digitale Lösungen bereit, die Maklern, Eigentümern und Suchenden bessere Entscheidungen ermöglichen.
Damit entsteht ein Ökosystem, das weit über die klassische Inseratsschaltung hinausgeht und den gesamten Prozess einer Immobilientransaktion abdeckt.

Die Plattform unterliegt den typischen positiven Netzwerkeffekten: Je größer das Angebot an Immobilien ist, desto attraktiver wird die Plattform für Interessenten und Makler.
Gleichzeitig steigt der Wert für Anbieter, wenn sie eine große Zahl potenzieller Käufer oder Mieter erreichen können.

Diese gegenseitige Verstärkung sorgt für hohe Eintrittsbarrieren und führt dazu, dass sich solche Plattformen in vielen Ländern meist auf wenige bedeutende Anbieter konzentrieren – das gilt auch im Fall von Scout24.

Profikunden sorgen für hohe und wiederkehrende Umsätze

Die professionellen Nutzer wie Makler und Immobilienunternehmen stellen den wirtschaftlich wichtigsten Teil des Geschäfts dar. Auf sie entfällt mehr als drei Viertel des Konzerngeschäfts.
Scout24 hatte zuletzt 24.383 professionelle Kunden, die pro Monat durchschnittlich 1.224 Euro auf der Plattform ausgegeben.

Die Zahl der professionellen Kunden konnte auf Jahressicht um 3,7 % gesteigert werden. Die Ausgaben pro Kunde und Monat kletterten um 10,5 %.

Daneben nutzt auch eine große Zahl privater Anwender die Plattform. Mehr als eine halbe Million Privatkunden greifen auf die Angebote von ImmoScout24 zurück, allerdings mit deutlich geringerer Zahlungsbereitschaft.
Der durchschnittliche Umsatz je privatem Nutzer und Monat lag zuletzt bei 17,80 Euro.

Die Zahlen zeigen eine solide Entwicklung

Seit der Trennung von Autoscout im Jahr 2020 konnte der Konzernumsatz von 354 auf 650 Mio. Euro erheblich gesteigert werden.
In dieser Zeit wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 102 auf 72 Millionen Stück reduziert. Darüber hinaus hat sich die operative Marge von etwa 41 auf 45 % verbessert.
Der Gewinn hat sich in dieser Zeit von 1,00 auf 3,33 Euro je Aktie mehr als verdreifacht.

Im letzten Geschäftsjahr hat das Unternehmen einen Gewinnsprung um 50 % und ein Rekordergebnis erzielt, auch wenn es die Kursentwicklung nicht erahnen lässt. Genau hier könnte sich aktuell eine interessante Ausgangslage auftun.

Seit der letzten Analyse zur Aktie ist der Kurs weiter gesunken, obwohl die Erwartungen weitgehend erfüllt wurden.
Die Konsensschätzungen für das Ergebnis in diesem Jahr sind seitdem sogar von 3,60 auf 3,76 Euro je Aktie gestiegen.

Scout24 kommt demnach auf ein KGVe von 19,5. Seit dem Verkauf von Autoscout und auch seit dem Börsengang vor mehr als zehn Jahren war die Bewertung nie niedriger.

Erwartungen zu niedrig?

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 13,9 % auf 179,6 Mio. Euro. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert, wodurch das Betriebsergebnis (EBIT) sogar um 33,8 % auf 98,8 Mio. gesteigert werden konnte.

Befeuert durch die laufenden Aktienrückkäufe, stieg das Ergebnis je Aktie um 40,2 % auf 0,97 Euro je Aktie.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt. Scout24 geht weiterhin davon aus, dass der Umsatz um 16 – 18 % gesteigert werden kann. Dazu soll die Übernahme der spanischen Online-Immobilienplattformen Fotocasa und Habitaclia 6 – 7 Prozentpunkte beitragen.
Darüber hinaus rechnet der Vorstand mit einer EBITDA-Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von bis zu 61 % (organisch bis zu 64 %)

Es erscheint daher möglich, dass die aktuellen Konsensschätzungen, die „nur“ einen Gewinnanstieg um 13 % auf 3,76 Euro je Aktie vorsehen, zu niedrig sind.

Scout24 Aktie: Chart vom 08.07.2026, Kurs: 73,05 EUR – Kürzel: G24 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Scout24 Aktie: Chart vom 08.07.2026, Kurs: 73,05 EUR – Kürzel: G24 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Aus technischer Sicht bleibt die Lage jedoch angespannt. Fällt die Aktie jetzt unter 72,65 Euro, muss mit weiteren Kursverlusten in Richtung 68 Euro gerechnet werden.
Darunter könnte es zu einem Rückfall zum Jahrestief kommen.

Gelingt jedoch ein Anstieg über 75 Euro, wäre eine Erholung in Richtung 80 Euro denkbar. Klar positive Signale ergeben sich jedoch erst darüber.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 18:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

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Vorherige Analysen der Scout24 Aktie

26.11.2025
10:32 Uhr

Die neue Strategie von Scout24 und warum sie so erfolgreich ist — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.11.2025 um 10:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Vom reinen Anzeigenportal hin zu einem breit aufgestellten Immobilien-Ökosystem: Scout24 steht exemplarisch für erfolgreiche digitale Transformation.

Wie Scout24 seine Plattform neu erfunden hat

Scout24 hat sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Der frühere Multi-Classifieds-Anbieter hat sich nach dem Verkauf von AutoScout24 im Jahr 2020 zu einem reinen Immobilienmarktplatz gewandelt, der nicht mehr nur Anzeigen monetarisiert, sondern zunehmend verschiedene Teile der Immobilientransaktion.

Mit ImmoScout24 betreibt das Unternehmen den führenden und bekanntesten Marktplatz für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und Österreich.

Über ImmoScout24 können Eigentümer, Makler, Mieter und Käufer Immobilien anbieten, suchen oder inserieren. Die Monetarisierung erfolgt durch Abonnements (für gewerbliche Anbieter), Einzelaufträge („Pay-per-Ad“) und Zusatzdienstleistungen wie professionelle Vermarktung oder Unterstützung bei der Mandatsakquise.

Darüber hinaus baut Scout24 ein umfassendes Ökosystem rund um Immobilientransaktionen auf. Neben einfachen Inseraten werden Datenanalysen, Marktinformationen und digitale Tools angeboten, die Maklern, Eigentümern und Suchenden helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Scout24 hat damit einen digitalen Marktplatz geschaffen, der Angebot und Nachfrage effizient zusammenführt und durch zusätzliche digitale Dienste Mehrwert bietet.
Es handelt sich um ein typisches Plattform-Geschäft.

Lukrativer Kundenmix

Je mehr Immobilien auf ImmoScout24 angeboten werden, umso attraktiver ist es für die Käufer und Mieter – und umgekehrt.
In der Regel werden derartige Nischen in einzelnen Ländern von ein bis zwei Anbietern beherrscht, wie es auch hier der Fall ist.

Der Mehrwert scheint für professionelle Nutzer so groß zu sein, dass sie dazu bereit sind, etwa 1.000 Euro im Monat für die Services von ImmoScout auszugeben. Die Zahl der professionellen Kunden lag zuletzt bei 26.143 und der ARPU pro Monat bei 1.108 Euro.
Auf das Geschäft mit professionellen Kunden entfallen etwa drei Viertel der Konzernumsätze.

Hinzu kommt mehr als eine halbe Million privater Nutzer, die jedoch deutlich weniger auf der Plattform ausgeben – durchschnittlich waren es zuletzt 17,60 Euro pro Monat.

Die Zahlen sprechen für sich

Die Geschäftszahlen belegen, dass diese Strategie aufgeht. Seit der Trennung von Autoscout24 im Jahr 2020 konnte der Umsatz von 354 auf 566 Mio. Euro massiv gesteigert werden.
In dieser Zeit wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 102 auf 73 Millionen Stück massiv reduziert. Darüber hinaus hat sich die operative Marge von etwa 41 auf 45 % verbessert – Scout24 zeigt sich somit profitabel.

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die positive Entwicklung konsequent fortgesetzt. In den ersten neun Monaten konnte der Umsatz um 15,3 % auf 484,8 Mio. Euro gesteigert werden.
Das EBIT verbesserte sich um 16,5 % auf 220,5 Mio. Euro und das Vorsteuerergebnis um 19 % auf 211,7 Mio. Euro.

Aufgrund von deutlich niedrigeren Ertragssteuern legte der Gewinn je Aktie von 1,69 auf 2,64 Euro je Aktie sprunghaft zu.

Die Aktie ist dennoch massiv eingebrochen. Als Grund wird vor allem eine mögliche Disruption durch KI angeführt – mit diesem Schlagwort lässt sich derzeit scheinbar alles rechtfertigen.
Hinzu kommen die obligatorischen Downgrades durch Banken und Researchäuser – immer pünktlich, nachdem der Kurs bereits gesunken ist.

Massiver Gewinnsprung trifft auf Kurssturz

Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr um 53 % auf 3,40 Euro je Aktie zulegen.
Scout24 kommt demnach auf ein KGVe 25,6.

Auf den ersten Blick ist das nicht gerade günstig. In Anbetracht der hohen Wachstumsraten und der Profitabilität ist es aber logisch, dass Scout 24 eine Premiumbewertung zugestanden wird.

Da der Gewinn im kommenden Jahr auf 3,60 Euro je Aktie steigen soll, würde das KGV dadurch auf 24,2 sinken.
Seit der Trennung von Autoscout24 lag das KGV durchschnittlich bei 48. Das ist sicherlich hoch gegriffen, zeigt aber die Realitäten an der Börse.

Scout24 Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs: 87,70 EUR - Kürzel: G24 | Online Broker LYNX
Scout24 Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs: 87,70 EUR – Kürzel: G24 | Quelle: TWS

Aktuell versucht sich die Aktie an einer Bodenbildung. Die Unterstützungszone nahe 85 Euro hat ihre Wirkung vorerst entfaltet. Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie jetzt möglichst schnell und nachhaltig über 90 Euro steigen.
Gelingt das, könnte es eine Erholungsrallye in Richtung 95 oder 99 Euro auslösen.

Antizyklische Investoren könnten einen schrittweisen Einstieg zwischen 80 und 88 Euro erwägen.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.