Kaum einer dürfte es erwartet haben, gekommen ist es trotzdem so: Die Rheinmetall-Aktie gehört bislang zu den DAX-Verlierern 2026. Doch gestern landete die Aktie auf Platz 2 der DAX-Gewinnerliste und lieferte ein Mini-Signal auf kurzfristiger Ebene. Wird da mehr draus?
Starke Wachstumsperspektiven, ein sich füllendes Auftragsbuch … und dann ein derartiger Abwärtstrend, wie wir ihn seit Januar sehen – das passt doch nicht zusammen? Doch, das kann es, wenn man es zuvor übertrieben hat und die Aktie derart teuer bewertet war, dass auch eine grundsätzlich bullische Tendenz bei Umsatz und Gewinn nicht ausreicht, um eine solche Überbewertung aufrechtzuerhalten.
Aber irgendwann ist es eben mal gut mit der Korrektur, irgendwann ist die Aktie dann nicht nur fair, sondern zu niedrig bewertet. Dass man den Bogen nach einer Übertreibung nach oben gleich danach auf der Unterseite auch noch überspannt, wäre ja keine Seltenheit. Ist das auch in der Causa Rheinmetall der Fall? Und könnte dieses solide Plus des Donnerstags von 4,15 Prozent dann womöglich das erste Lebenszeichen der Bullen sein? Eines, das in eine Aufwärtswende führt?
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Expertenmeinung: Dass eine Aufwärtswende jetzt grundsätzlich eine taugliche Basis hätte, wäre zumindest richtig. Während die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis im Vorjahr zeitweise sogar dreistellig wurde, läge dieses KGV auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten jetzt bei etwa 34. Und das wäre, wenn man sieht, dass sich das Auftragsbuch des Konzerns sukzessive füllt und man daher für mehrere Jahre mit Wachstum rechnen dürfte, nicht mehr teuer. Damit nicht genug:
Jetzt notiert die Aktie nicht mehr – wie noch Anfang des Jahres – deutlich über, sondern unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten. Das liegt aktuell bei 1.890 Euro und somit meilenweit über dem letzten Kurs. Zugleich stufen 18 von 21 Analysten die Aktie mit „Kaufen“ ein, der Rest sieht sie als Halteposition … zum Ausstieg rät derzeit also niemand. Wenn man sich das so anschaut, kann doch nichts mehr schiefgehen, wenn man jetzt zugreift … oder?
Doch, das könnte es trotzdem. Denn wären Analystenmeinungen und das Kurs-/Gewinn-Verhältnis die alleine entscheidenden Elemente für die Tendenz, wäre die Rheinmetall-Aktie ja gar nicht erst so tief abgerutscht. Das reine Trading spielt hier, wie überall, eine wichtige Rolle. Trader agieren üblicherweise trendkonform – und der Trend weist unverändert abwärts.
Das gestrige Plus ist zwar insofern ein Indiz dafür, dass sich das bärische Lager zurückziehen könnte, indem dadurch die 20-Tage-Linie überwunden wurde. An dieser Linie hatte sich der Kurs in den Tagen zuvor abgearbeitet. Und diese Linie ist oft der Leitstrahl der Trader und wird von diesen auch in Trendrichtung verteidigt. Dass der Kurs durchging, statt nach unten abgewiesen zu werden, ist also unstrittig spannend, aber:

Sie sehen, dass diese Linie nur eine Art Vorposten einer ganzen Zone an potenziellen Hürden ist, an denen bärische Trader wieder aktiv werden und Ausbruchsversuche abwehren könnten. Solange diese Zone nicht mit Schlusskursen über 1.500 Euro überwunden ist, kann für Long-Trades eine ganze Menge schiefgehen. Das abzuwarten, wäre also die vernünftigste Lösung … zumal: Wirklich zu teuer, um über Long nachzudenken, wäre die Bewertung aus aktueller Sicht auch bei einem Anstieg über 1.500 Euro noch nicht.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RHM.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.05.2026 um 22:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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